Gastgewerbe Gedankensplitter



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Montag, Januar 07, 2008

Klau schau wem.

Das Landratsamt des Landkreises Neuberg-Schrobenhausen versucht sich auf seiner Website an "Informationen zum Gesetz zum Schutz der Gesundheit". Anlaß gaben zahlreiche Anfragen, mit denen sich die Mitarbeiter des Landratsamtes an den ersten Arbeitstagen nach In-Kraft-Treten des Bayer. Gesundheitsschutzgesetzes konfrontiert sahen.

In diesen "Informationen" wird der Begriff "geschlossene Gesellschaft" erläutert. Lustigerweise, wenn auch unter Verletzung des Urheberrechts, weil man zitiert, ohne das Zitat auszuweisen und auf die Quelle zu verweisen, wird eine Begriffserklärung der "geschlossenen Gesellschaft" von mir verwendet.

Amtlicherseits ist zu lesen:
"Bei geschlossenen Gesellschaften können zwar besondere Vereinbarungen über das Sortiment und die Zahlweise vereinbart werden, etwa dass der Veranstalter alle Kosten trägt. Aber dies ist nicht Voraussetzung dafür, dass es sich um eine geschlossene Gesellschaft handelt. Es müssen besondere, etwa persönliche Beziehungen zwischen dem Veranstalter und den Gästen bestehen, etwa familiäre Bande, Arbeitsverhältnisse oder Vereinsmitgliedschaften. Der grundsätzliche Charakter einer geschlossenen Gesellschaft wird nicht dadurch getrübt, dass sich einzelne Gäste einschleichen, die nicht dazu gehören. So was kommt immer wieder vor, vor allem wenn der Veranstalter nicht alle geladenen Gäste persönlich kennt oder er bei der Einlasskontrolle feststellt, dass ein geladener Gast einen ungeladenen Gast mitbringt (z.B. Ehefrau eines Vereinsmitglieds ist nicht Mitglied und begleitet ihren Ehemann, der Vereinsmitglied ist).

Letztlich reduziert sich der Begriff geschlossene Gesellschaft aus der Sicht weiterer Gäste darauf, dass sie für die Dauer dieser Veranstaltung draußen bleiben sollen."
Geklaut wurde dieser Text in weiten Teilen aus einem früheren Beitrag von mir ("Geschlossene Gesellschaft" vom 13. Juli 2007):
"In der Gastronomie versteht man unter geschlossene Gesellschaft eine Buchung aller Räume oder eines Raums einer Gaststätte, bei der der Veranstalter darüber entscheidet, wer Zugang bekommt (auch wenn das eigentliche Hausrecht beim Gastronomen verbleibt).
  • Bei geschlossenen Gesellschaften können zwar besondere Vereinbarungen über das Sortiment und die Zahlweise vereinbart werden, etwa daß der Veranstalter alle Kosten trägt. Aber dies ist nicht Voraussetzung dafür, daß es sich um eine "geschlossene Gesellschaft" handelt.
  • Es müssen auch keine besonderen, etwa persönliche Beziehungen zwischen dem Veranstalter und den Gästen bestehen, etwa familäre Bande, Arbeitsverhältnisse oder Vereinsmitgliedschaften. Auch "öffentliche Versammlungen" wie Parteiveranstaltungen, Podiumsdiskussionen können geschlossene Gesellschaften sein, in dem Sinne, daß der Veranstalter vom Gastronom das Recht erhält zu entscheiden, wer Zugang erhält.
  • Der grundsätzliche Charakter einer 'geschlossenen Gesellschaft' wird auch nicht dadurch getrübt, daß sich einzelne Gäste einschleichen, die nicht dazu gehören. Sowas kommt immer wieder vor, vor allem wenn der Veranstalter nicht alle geladenen Gäste persönlich kennt oder keinen Einlaß kontrolliert, wozu er auch nicht verpflichtet ist.
  • Letztlich reduziert sich der Begriff "geschlossene Gesellschaft" aus der Sicht weiterer Gäste darauf, daß sie für die Dauer dieser Veranstaltung draußen bleiben sollen."
Inhaltlich ist man in einem einzigen Punkt von meiner Vorgabe abgewichen. Das Landratsamt will Parteiveranstaltungen, Podiumsdiskussionen usw. nicht als geschlossene Gesellschaften akzeptieren, auch wenn der Veranstalter vom Gastronom das Recht erhält zu entscheiden, wer Zugang erhält. Aber selbstverständlich können auch Parteiveranstaltungen usw. geschlossene Gesellschaften sein. Das hängt davon ob, ob sie öffentlich oder nicht öffentlich sind, also ob jedermann Zugang hat oder nicht. Das Landratsamt wäre besser gefahren, meine Formulierung in Gänze zu übernehmen statt daran herumzupfuschen.

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