Gastgewerbe Gedankensplitter



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Sonntag, Februar 17, 2008

Erfolgreich wirtschaften - gerade in der Provinz.

Auf das richtige Alleinstellungsmerkmal kommt es an: Jürgen Sperber aus Abstatt zur Frage, wie man Geschäftsreisende aufs flache Land lockt.

Was ist eine USP? Eine so genannte "unique selling proposition", also ein einzigartiges Verkaufsangebot. Mit seinem Designhotel Sperber hat Jürgen Sperber eine solches Angebot geschaffen.
"Wir haben das Glück, dass wir in Abstatt, ein Städtchen zwischen Stuttgart und Heilbronn, eine Inselposition haben"
sagte er bei seinem Vortrag in der AHGZ Arena auf der Intergastra in Stuttgart.
"Hier erwartet man sonst eher einen Landgasthof."
Das vor sieben Jahren eröffnete Haupthaus und die neu hinzu gekommene Sperber Lounge in einem alten Industrieturm sind vom Außenputz bis zur Türklinke durchgestylt. Mittlerweile genießt das "Sperber" einen Ruf weit über die Provinz hinaus. "Eines der besten Hotels in Deutschland" urteilte im vergangenen Jahr das Hochglanzmagazin Geo Saison.

Sperber, geboren 1974 in Nördlingen, ist im gastronomischen Metier aufgewachsen. Insofern lag die Entscheidung zu einer Karriere als Koch nahe, obwohl sein Traumberuf eigentlich der des Architekten gewesen sei. Nach seinem Abschluss an der Hotelfachschule Heilbronn verknüpfte er seine beiden Neigungen und plante das Hotel:
"Ich wollte keine klassische Übernahme des elterlichen Betriebes auf der Ostalb. Ich besaß damals die gesunde Naivität, das alles anzugehen."
Heute freut sich der inzwischen 33-Jährige über eine 80-prozentige Auslastung. Wie er das geschafft hat?
"Wir haben uns frühzeitig auf eine Zielgruppe festgelegt und unser Produkt dahingehend definiert"
erklärte der Hotelchef. Die Zimmer sind schallisoliert, um gestressten Business-Reisenden größtmögliche Erholung zu garantieren. Die Einrichtung könnte, ja, aus einer Architekturzeitschrift stammen.
"Man muss sich einfach anschauen, wie die Gäste zu Hause wohnen, dann weiß man, wo sie sich wohlfühlen werden. Gutes Essen, guter Service und so weiter sind zwar wichtig, aber dadurch unterscheidet man sich in aller Regel nicht mehr von seinen Kollegen."
Das Sperber Hotel ist nicht nur eine luxuriöse Übernachtungsstätte, sondern vielmehr eine Art Rundum-Betreuungsbetrieb. Sperber veranstaltet Kunstabende, Klavierkonzerte und Oldtimershows, legt großen Wert auf Kundenkontakte und Kundenbindung. Wer mit der Sperber-Card bezahlt, bekommt einen Rabatt auf die mit nur zwei verschiedenen Raten übersichtlich gestaffelten Zimmerpreise.
"Einige hundert solcher Kärtchen sind in Umlauf“, freute sich Sperber. Wir haben eine hohe Stammkundenquote - und eine Software, die uns daran erinnert, wenn jemand mal ein Jahr lang nicht zu uns gekommen ist."
Das alles klingt nach einer Erfolgsgeschichte in der schwäbischen Provinz. Wie sieht der Unternehmer Sperber seine Zukunft? Er setzt weiterhin auf Eigenständigkeit:
"Als Koch bin ich natürlich heiß auf Punkte und Sterne. Aber ich muss mir auch die Frage stellen: Habe ich ein eigenes Alleinstellungsmerkmal oder lasse ich mir eines von außen aufzwingen? Wir haben jedenfalls ein eigenes. Und damit wollen wir bis Mitte 2009 die 100-Mitarbeiter-Grenze überschreiten."
Sperber plant schon wieder ein neues Bauprojekt. Was und wo genau, will er indes noch nicht verraten.

(Quelle: Pressemitteilung der Messe Stuttgart)

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