Gastgewerbe Gedankensplitter



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Donnerstag, Februar 14, 2008

Weniger ist manchmal mehr.

Eine Verknappung des Angebots, etwa in Form einer zeitlichen Begrenzung oder der Abgabemenge, kann ein probates Mittel sein zur Attraktivitätssteigerung. Das wissen nicht nur Jungfrauen, die sich dem Sex vor der Ehe verweigern:
  • Produkte, die es natürlich ohnehin nur zu bestimmten Zeiten gibt, wenn sie auch vielfach durch Importe und Tiefkühlprodukte evtl. doch ganzjährig erhältlich wären.
  • Produkte, die man zwar ganzjährig anbieten könnte, sich aber bewußt dagegen entscheidet. Denken Sie nur an saisonale Angebote wie Weihnachtsbiere oder Valentinstag-Menüs.

    In der Brauereigaststätte Grasser in Huppendorf zwischen Bamberg und Bayreuth, gibt es z.B. nur etwa einmal im Monat eine "Schlachtschüssel", also ein Sammelsurium von Produkten, die am Tage der Hausschlachtung frisch hergestellt worden sind: Leber- und Blutwurst und Kesselfleisch (Schweinebauch), dazu Sauerkraut.

    Schlachtplatte

    Der genaue Termin wird nicht publiziert - auch nicht auf der eigenen Website. Man erfährt ihn nur, wenn man als Gast reinschaut oder anruft.

    In der Gasthausbrauerei Sauer in Roßdorf bei Bamberg gibt es nur am ersten Dienstag und Mittwoch eines Monats Sülze mit Bratkartoffeln, die hausgemachte grobe Bratwurst am Freitag, Samstag und Sonntag, und die ausgezeichneten fränkisch marinierten Heringe mit Pellkartoffeln in den Monaten Oktober bis April.
Die Fast-Food-Kette Burger King hat sich anläßlich ihres 50-jährigen Firmenjubiläums einen Marketinggag einfallen lassen: In zwei Burger King-Lokalen in Nevada strich das Unternehmen zwei Tage lang das populäre Produkt Whopper von der Karte. Die Stammgäste mußte entweder mit leeren Händern oder schlimmer noch mit Burgern von Wettbewerbern von dannen ziehen. Die Reaktion der schockierten Stammkunden dokumentierte man per versteckter Kamera: WhopperFreakout.com . Über die Hintergründe informiert: "Burger King schreibt wieder Marketing Geschichte", in: Absatzwirtschaft vom 14. Februar 2008.

Ich könnte ja mal, unseren Gästen statt eines beliebtesten Bieres "Mönchsambacher Lagers" ein Fernsehbier einschenken. Doch wer soll dann aufwischen?