Gastgewerbe Gedankensplitter



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Montag, März 10, 2008

DEHOGA-Umfrage zum Rauchverbot: Kneipen und Diskotheken leiden, geringere Probleme in Mehrraum-Gaststaetten.

Stuttgart. Viele kleine Kneipen und Diskotheken im Land leiden massiv unter dem "Landesnichtraucherschutzgesetz". Dies belegt eine aktuelle Umfrage des Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Baden-Württemberg, an der sich knapp 400 Inhaber von Kneipen, kleinen Gaststätten und Diskotheken beteiligt haben. Mehr als die Hälfte (51,8 Prozent) der Wirte und Diskothekenbetreiber, die sich an der Umfrage beteiligt haben, fürchten wegen des Rauchverbotes um ihre Existenz. Im Gegensatz dazu halten sich die Probleme in Gaststätten mit mehreren Räumen offenbar in Grenzen. Der DEHOGA fordert deshalb, das Nichtraucherschutzgesetz so zu modifizieren, dass extreme Härten für Kleinstbetriebe und Diskotheken vermieden werden.

In der ersten März-Woche hat der DEHOGA gezielt Inhaber kleiner Gaststätten (0 bis 2 Beschäftigte) und Diskothekenbetreiber angeschrieben. Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage:
  • Fast 80 Prozent der Inhaber von Einraum-Gaststätten, die den DEHOGA-Fragebogen ausgefüllt haben, bewertet die Auswirkungen des Rauchverbotes negativ.
  • Die von den Wirten angegebenen Umsatzrückgänge betragen im Mittel 22,3 Prozent.
  • 61 Prozent der Betriebsinhaber im Segment der Einraum-Gaststätten sehen durch das Rauchverbot ihre wirtschaftliche Existenz bedroht.
Noch gravierender sieht die Lage bei den Diskotheken aus - anders als z. B. in Hessen und Rheinland-Pfalz dürfen sie in Baden-Württemberg laut "Landesnichtraucherschutzgesetz" ihren Gästen keine Raucher-Nebenräume anbieten.
  • 38 der 39 Diskothekenbetrieber, die sich an der Umfrage beteiligt haben, bewerten die Auswirkungen des Gesetzes als negativ.
  • Die angegebenen Umsatzrückgänge liegen im Mittel bei 29 Prozent.
  • 71,8 Prozent der Unternehmer sehen sich durch das Gesetz in ihrer Existenz gefährdet.
Aus der Umfrage des Hotel- und Gaststättenverbandes geht allerdings auch hervor, dass Inhaber von Gaststätten mit mehreren Räumen offenbar weniger Probleme mit der Umsetzung des Landesnichtraucherschutzgesetzes haben: Rund der Hälfte der befragten Inhaber von Mehrraum-Gaststätten bewerten die Auswirkungen des Nichtraucherschutzgesetzes neutral bis positiv.

DEHOGA-Präsident Peter Schmid beurteilt die Ergebnisse der Verbandsumfrage differenziert:
"Es gibt vom allem im Bereich der Speisegastronomie viele Betriebe, die positive Erfahrungen mit rauchfreier Luft im Lokal machen."
Der DEHOGA begrüße dies ausdrücklich und unterstütze die Anstrengungen der Betriebe beim Nichtraucherschutz. Gleichzeitig trete der Verband aber aber dafür ein, extreme wirtschaftliche Härten für kleine Einraum-Lokale und Diskotheken zu vermeiden. Schmid:
"Es gibt in Baden-Württemberg rund 4000 Einraum-Gaststätten und Diskotheken – durch das Rauchverbot werden viele dieser Betriebe in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht. Das Nichtraucherschutzgesetz gefährdet in seiner jetzigen Form viele kleine Unternehmerexistenzen und Arbeitsplätze im baden-württembergischen Gastgewerbe – hier besteht Handlungsbedarf."
Im Interesse der Kleinstbetriebe fordert der Verband eine Änderung des Gesetzes nach spanischem Vorbild: In Spanien dürfen die Inhaber kleiner Einraum-Gaststätten und Kneipen selbst entscheiden, ob sie ihren Gästen das Rauchen gestatten oder nicht. Raucher-Kneipen müssen sich durch eine Kennzeichnung am Eingang des Lokals zu erkennen geben. Schmid:
"Wir sind als Verband für guten Nichtraucherschutz in der Gastronomie. Das 'Nichtraucherschutzgesetz' darf allerdings nicht zur Existenzvernichtung kleiner, getränkegeprägter Kneipen, Bars und Bistrots führen. Wirte, die nur einen Raum haben, sollten deshalb selbst entscheiden dürfen."
Dies entspreche im Übrigen auch der Meinung der überwiegenden Mehrheit der Gastronomen: Im Rahmen der DEHOGA-Umfrage haben sich laut Schmid rund drei Viertel der beteiligten Wirte für das "spanische Modell" ausgesprochen.

Darüber hinaus tritt der Verband dafür ein, Diskotheken beim Nichtraucherschutzgesetz nicht strenger zu behandeln als andere Betriebsarben. Peter Schmid:
"Auch in Baden-Württemberg sollte es den Disko-Betreiber gestattet werden, Raucher-Nebenräume anzubieten. Es gibt keinen vernünftigen Grund, der dagegen spricht - und viele Probleme, etwa durch Anwohnerbeschwerden über Disko-Gäste, die nachts vor dem Betrieb stehen und rauchen, könnten so vermieden werden."
Die Ergebnisse der Umfrage veröffentlicht der DEHOGA Baden-Württemberg im Internet unter www.dehogabw.de.

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