Gastgewerbe Gedankensplitter



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Samstag, März 01, 2008

Food-Trends in der Gastronomie.

Asia-Food, Tex-Mex oder Indische Küche, American Fingerfood oder Deutsche Spezialitäten, Fünf-Gänge-Menue oder Snacks – die Vielfalt in der deutschen Gastro-Szene ist gewaltig. Die aktuellen Trends und neuen Produkte zeigt die INTERNORGA. Die Leitmesse für den Außer-Haus-Markt mit rund 1.000 Ausstellern aus dem In- und Ausland öffnet vom 7. bis 12. März auf dem Hamburger Messegelände.

Vier große Trends ziehen sich derzeit durch alle Bereiche des facettenreichen Außer-Haus-Marktes und sind jenseits der vielen kurzfristigen Modeerscheinungen des Gastronomie-Bereichs von Bestand: Snacking, schnell und sicher zuzubereitende vorgefertigte Produkte, "Convenience" genannt (englisch: bequem), sich etwas Gutes gönnen und gesunde Ernährung. Für Trendforscher und Soziologen sind Food-Trends nichts anderes als sich durchsetzende Lösungsstrategien für Ernährungssituationen, die sich aus dem gesellschaftlichen Wandel ergeben und sich in bestimmten Essgewohnheiten, Lebensmitteln und Gastronomiekonzepten niederschlagen. Je komplexer und differenzierter die Gesellschaft ist, desto differenzierter und komplexer sind die Lösungsstrategien – und desto vielfältiger sind die Trends.

So kommt es, dass sich beispielsweise in Europa und Nordamerika viele Ernährungstrends gleichzeitig finden, die sich zum Teil überlagern oder sogar widersprechen. Vorbei ist die Zeit, in der sich die Familie täglich am Mittagstisch versammelte und abends wieder dort zusammen kam. Die Essgewohnheiten passen sich einem Alltag an, der immer schnelllebiger und immer weniger strukturiert ist. Die Auflösung der klassischen drei Mahlzeiten und der Trend zu Snacking bedingen einander daher. Durch die vielen kleinen, über den Tag verteilten Verzehranlässe steigt die Nachfrage nach abwechslungsreichen Kleinigkeiten für zwischendurch. Damit einher geht der zweite Trend. Mit dem Verschwinden des selbstgekochten Mittag- und Abendessens werden vorgefertigte Produkte immer wichtiger. Das bedeutet unter anderem, dass die angebotenen Gerichte zum Unterwegsverzehr, zum Mitnehmen nach Hause oder ins Büro geeignet sein müssen.

Hinzu kommt von Seiten der Gastronomen, dass im Hinblick auf anhaltenden Fachpersonalmangel und stetig steigende Kosten eine moderne, schnelle und gelingsichere Zubereitung der Produkte oftmals geradezu unabdingbar geworden ist.
"Im so genannten Freizeitstress sind shoppen, chatten, sporten wichtiger als sich ausreichend Zeit zum Kochen zu nehmen. Trotzdem will der Verbraucher nicht auf Genuss, Gesundheit, Natürlichkeit, Frische sowie Home-made-Geschmack und -Optik verzichten. Der Trend geht hin zu qualitativ verbesserter High-Convenience"
berichtet Karin Tischer, Geschäftsführerin von der Agentur für Trendforschung und Rezeptentwicklung Food & more.

Bei dem dritten und vierten Mega-Trend geht es einerseits darum, sich etwas Gutes zu gönnen, sich zu verwöhnen, und andererseits um bewusstere oder gesunde Ernährung. Gerade dieser Trend wird durch den öffentlichen Diskurs in den Medien und das Engagement der Politik massiv verstärkt. Die Themen
  • Wellness,
  • Bio und
  • Functional Food,
  • Nahrung mit gesundheitlichem Zusatznutzen oder
  • Low Fat
sind Teilströmungen, die immer stärker werden.

Ein Riesen-Thema sind die ethnischen Küchen.
  • Die mediterrane Küche ist nach wie vor gefragt, der "Oldie" Italien ein Dauerbrenner.
  • Auch Asiatisches ist weiter ein Renner, wobei die vietnamesische Küche gegenüber der chinesischen und thailändischen zulegt.
  • Die indische Küche mit ihren vielfältigen Geschmacksrichtungen schickt sich an, zu einem neuen Highlight zu werden, teilweise ergänzt um die Genüsse des Orients.
"Die indische Küche ist auf dem Vormarsch, aber nicht so scharf wie im Ursprungsland, da der deutsche Verbraucher nicht so scharf isst"
weiß Rezepterfinderin Karin Tischer von Food & more.

Interessanter wird auch ein Crossover aus diesen Einflüssen. Voraussetzung für die Offenheit gegenüber anderen Kulturen ist eine feste Bindung an die eigene regionale Identität. Daraus resultiert die steigende Beliebtheit der deutschen Küche: Regionales ist gefragt wie selten zuvor – modern interpretiert und oftmals auch verschlankt. Die Forschung sieht diese Entwicklung auch als Reaktion auf die Globalisierung, die Ängste auslöst und den Wunsch nach gelernten, bekannten Speisen verstärkt, die als eine Art "emotionaler Anker" betrachtet werden.
"Der Retro-Trend gibt dem Konsumenten ein 'Stück Heimat' zurück, geleitet vom Bedürfnis, zurück zu den Wurzeln zu gehen. Herkunftsgarantie, Sicherheit und Überschaubarkeit werden wichtiger. Zutaten aus Omas Zeiten wie Rhabarber, Quitte und Kürbis sind wieder entdeckt. Außerdem hat die Fußball-WM ein neues Heimatgefühl hervorgebracht, beispielsweise mit deutschen Tapas"
berichtet Karin Tischer.

Einen Überblick über neue Produkte, Trends und Konzepte gibt die INTERNORGA. Die 82. Internationale Fachmesse für Hotellerie, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, Bäckereien und Konditoreien ist vom 7. bis 12. März täglich von 10 bis 18 Uhr auf dem Hamburger Messegelände geöffnet. Rund 1.000 Aussteller aus dem In- und Ausland präsentieren ihre Produkte und Dienstleistungen aus allen Bereichen des modernen Außer-Haus-Marktes. Eintritt: 24 Euro (Zweitageskarte 34 Euro), Fachschüler: 12 Euro. Der Einlass erfolgt nur nach Legitimation als Fachbesucher.

(Quelle: Pressemitteilung der Hamburg Messe).

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