Gastgewerbe Gedankensplitter



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Sonntag, März 09, 2008

Gewinnrueckgang wegen Rauchverbot bei britischer Kneipenkette.

Das Rauchverbot in Großbritannien hat zu einem Rückgang der Gewinne der britischen Kneipenkette JD Wetherspoon von 13 Prozent geführt: "Pubs Chief*s unter-age boozing fears", in: Express & Echo vom 8. März 2008. Der Aktienkurs ist von über 60 US-Dollar vor einem Jahr (an der NASDAQ) auf 30,45 US-Dollar eingebrochen. JD Wetherspoon betreibt über 600 Betriebe, davon 40 in Schottland. In Schottland wurde dsa Rauchverbot im Frühjahr 2006 eingeführt, in England im Juni 2007.

Tim Martin, der Chairman der JD Wetherspoon-Gruppe, hat sich stets für ein Rauchverbot ausgesprochen. Siehe dazu auch meinen früheren Beitrag die "Britische Kneipenkette Weaterspoon: teilweise rauchfrei".

Im Interim-Geschäftsbericht 2008 vom 7. März 2008 heißt es zu den Folgen des Rauchverbots:
"The half year to 27 January 2008 was a challenging period for the Company, and for the pub trade generally, since it followed smoking bans in England, Wales and Northern Ireland in the second half of the last financial year. As anticipated, the introduction of the bans resulted in a strong growth in food sales but a decline in bar sales, which put pressure on margins and profits.

In February, we continued to generate strong growth in food sales combined with a decline in bar sales. We expect second half sales trends to be broadly similar to those of the second quarter, to experience some cost pressures, and therefore have a slightly more cautious outlook for the second half of this financial year.

We continue to believe that the smoking bans are to the long term advantage of the trade. Bar sales are likely to recover as customers adjust to the new regime, although the exact timing of this is still uncertain. Significant future cost pressures exist, for instance in respect of energy and raw material costs, and we will seek to minimise these where possible. As a result of our dedicated staff and our excellent pubs, I remain confident of our future performance."
Diese negativen Folgen sind wenig verwunderlich. Wenn die Getränkeumsätze zurückgehen, können steigende Umsätze mit Speisen möglicherweise einen Teil des Umsatzrückgangs ausgleichen. Doch die Kosten bei den Speisen (Wareneinsatz und vor allem Personalaufwand) sind höher. Den Kneipen geht es unter'm Strich finanziell schlechter.
"Wetherspoon's main problem is that while food sales soared 9.7% in the first half of its financial year compared to 2007, for the company this is lower-margin business than the bar and slot-machine takings, which were each down 6%."
Quelle: "Wetherspoon chokes on smoking ban", in: The Herald vom 8. März 2008.

Mittelfristig führt das Rauchverbot zu notwendigen Anpassungen der Preisstruktur. Essen wird teurer, der Getränkeabsatz hingegen muß mit Preiszugeständnissen angekurbelt werden. Betriebe ohne oder nur mit kleinem Speisenangebot gehen daran zugrunde. Restaurants werden Gäste abstoßen, die nichts essen, sondern nur etwas trinken wollen.

Finanziell schlecht gestellte Bevölkerungsgruppe, deren Geld heutzutage noch dazu reicht, sich ab und zu ein Bierchen in ihrer "Eckkneipe" zu gönnen, verlieren ihre soziale Kontakte am Tresen. Ihnen bleibt nur noch das Dosenbier vor'm Müllcontainer. Daß ausgerechnet "linke" Parteien diese Entwicklung fördern, ist mir nicht verständich.

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Kommentare:
Ziemlicher Blödsinn, da Wetherspoons auch vor dem Rauchverbot schon 4x Gewinnrückgänge hatte. Das Rauchverbot hat damit nichts zu tun, eher gestiegene Getränkepreise.

Hier die Meldung von Guiness:

10.03.2008
Guinness und Kilkenny: Generell positive Geschäftsentwicklung
Absatz von Fassbier im aktuellen Fiskaljahr erstmals wieder gestiegen

Im laufenden Geschäftsjahr (Juli 2007 bis Juni 2008) nimmt aber auch das Fassbiergeschäft wieder zu. Der Absatz von Guinness liegt aktuell 5,7 Prozent über dem des Vorjahres.
Lesen, und fresse halten.

". Irish Pubs sind nach wie vor ein Garant für gute Bierumsätze – selbst das Rauchverbot hat darauf bisher keinen nennenswerten negativen Einfluss."

http://www.mercurio-press.net/html/firma_full.php?id=4616&mod_id=5&owner_id=49&ar_year=2008

Eigenartig das der Bierabsatz um fast 6% steigt, wenn das Rauchverbot angeblich so schlecht ist.

"Finanziell schlecht gestellte Bevölkerungsgruppe, deren Geld heutzutage noch dazu reicht, sich ab und zu ein Bierchen in ihrer "Eckkneipe" zu gönnen, verlieren ihre soziale Kontakte am Tresen. Ihnen bleibt nur noch das Dosenbier vor'm Müllcontainer."
Das hat erstens überhaupt nichts mit dem rauchen zu tun, und zweitens stellt sich die Frage warum diese "schlecht gestellte Bevölkerungsgruppe" durch die aktive Förderung des Tabakkonsum noch schlechter gestellt und noch weniger Geld für Bier zur verfügung haben sollte. Will man den Tabakkonsum ankurbeln, oder den Bierkonsum?
 
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