Gastgewerbe Gedankensplitter



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Sonntag, März 16, 2008

Theatergastronomie.

Die Theatergastronomie ist - vergleichbar mit bestimmten Formen des Eventcaterings bei kulturellen, sportlichen oder politischen Veranstaltungen - ein Geschäft, das sich in der Regel auf die Pausen und die Zeit vor und evtl. nach den Aufführungen beschränkt, ein Stoßgeschäft.

Meistens ist die Theatergastronomie verpachtet. Häufig sind die Bereiche für Mitarbeiter ("Theaterkantine") und für Besucher organisatorisch und logistisch getrennt.

Im schlimmsten Fall wissen der Gastronom und sein Personal nicht einmal, was gerade gespielt wird. Vertraglich ist zumeist eine Abstimmung zwischen dem auf eigene Rechnung und Risiko arbeitendem Pächter mit der Theaterleitung und der Öffentlichkeitsarbeit vorgesehen, was jedoch widersprüchliche Interessen nicht ausschließt. Konfliktpunkte können sein:
  • Der gastronomische Betrieb ist mit Lärm verbunden. Probearbeiten und Aufführungen brauchen eine ruhige Umgebung.
  • Das Theater wünscht möglichst lange Öffnungszeiten der Kantine für die Mitarbeiter und niedrige Preise. In den verlängerten Öffnungszeiten ist die Auslastung jedoch eher gering.
  • Das Theater wünscht ein auf den Spielplan abgestimmtes gastronomisches Angebot, um den Besuchern ein Gesamterlebnis zu bieten und Besucher und Mitarbeiter auf die Aufführung einzustimmen. Die Gastronomie ist eher an einem standardisierten Angebot interessiert, um die Kosten der Beschaffung, den Verlust durch nicht absetzbare Mengen speziell beschaffter oder produzierter Waren und die Kosten der Einarbeitung und Einweisung der Mitarbeiter nicht ausufern zu lassen.
Ein Beispiel für eine enge Abstimmung zwischen Theatergastronomie und Theater: Bei besonderen Inszenierungen im Leipziger Schauspielhaus wird die Kantine mit thematisch passenden Angeboten und Caterings einbezogen:
"So wehen zur Märchenzeit orientalische Düfte durch das Haus, und die Besucher des Theaterevents Wallenstein - Ein Feldzug durch Leipzig können sich in der großen Pause zwischen den beiden Stückteilen Die Piccolomini und Wallensteins Tod im Schauspielhaus nach Art des Feldlagers verköstigen. Die Feldküche dampft auf dem Hof, und in den Foyers stehen Wild, Geflügel und Hirsebrei auf der Speisekarte, für deren Zusammenstellung der Küchenchef eigens in historischen Rezeptsammlungen und Verpflegungslisten recherchiert hat."
(Quelle: "Kultur & Management im Dialog" (PDF), Nr. 15 vom Januar 2008, das Monatsmagazin des Kulturmanagements Network.

Das Deutsch-Sorbische Volkstheater in Bautzen hat sich für eine innovative Variante entschieden. Der Gastronom ist Mitarbeiter des Theaters, nennt sich Referent für Öffentlichkeitsarbeit, kennt die Produktionen des Theaters, stimmt den Speiseplan auf den Spielplan ab und kann die Gaststättenbesucher über den Spielplan informieren. (Quelle: "Gutachten Theater und Orchester im Freistaat Sachsen. Bestandsaufnahme und Empfehlungen zur weiteren Entwicklung (PDF) vorgelegt von Dr. Reiner Zimmermann, Claudia Hampe, Dr. Rolf Lettmann, Dr. Jürgen Uwe Ohlau und Rolf Stiska vom Juli 2007).

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