Gastgewerbe Gedankensplitter



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Samstag, April 12, 2008

Fundsachen.

Das Berliner Café St. Oberholz gehört zu den noch wenigen gastronomischen Betrieben, die ein Blog als Website verwenden. In einer Rubrik Fundbüro werden im Café liegen gelassene Gegenstände veröffentlicht. Siehe dazu auch: "Berlins beste Cafés", in: Tagesspiegel vom 10. April 2008.

In Gaststätten werden nahezu täglich Gegenstände verloren und vergessen, insbesondere alles was man auszieht wie Jacken, Mützen, Brillen und Handschuhe, aber auch Gegenstände, die man mit sich führt und aus Gedankenlosigkeit liegen läßt wie Schirme, Handys, Geldbörsen, Papiere und Taschen.

Im Zwiespalt zwischen gesetzlicher Regelung und Kundenerwartungen sind Fundsachen im Gastgewerbe etwas heikel:
  • Meiner Erfahrung nach erwarten Gäste, daß man Fundsachen für sie wenigstens ein paar Tage aufbewahrt, bevor man sie dem kommunalen Fundbüro übergibt. Die meisten sind hin und her gerissen, wenn man ihnen sagt, man habe die Fundsache im Fundbüro abgegeben. Sie freuen sich, das Fundstück wieder zu bekommen, sind aber genervt wegen des zusätzlichen Wegs zum Fundbüro.
  • Die rechtliche Lage ist aber vordergründig eindeutig. Wer etwas findet, ist verpflichtet, die Fundsache dem Eigentümer oder dem Fundbüro zu übergeben. Kennt er diesen Eigentümer nicht, hat er bei einem Wert von mehr als 10 Euro den Fund bei der zuständigen Behörde anzuzeigen. Siehe dazu: "Fundrecht", in: Wikipedia.
In der Praxis kann man sich situativ behelfen:
  • Kann man den Eigentümer ausfindig machen, z.B. wenn in einer Geldbörse sich Adressdaten finden oder man diese anhand etwa einer EC-Karte mithilfe einer Bank, ruft man dort an. Der Gast wird sich sicherlich über diesen Service freuen.
  • Schätzt man den Wert auf unter 10 Euro, notiert sich den Finder, den genauen Fundort (Tischnummer) und das Datum und lagert das Fundstück samt dieser Daten ein paar Tage lang bei sich ein und gibt den ganzen Plunder dann gesammelt beim Fundbüro ab.
  • Bei Taschen und Geldbörsen und allen mehrteiligen Fundsachen sollte man alle darin enthaltenen Gegenstände listen, insbesondere auch den genauen Betrag an Bargeld. Am besten macht man das unter vier Augen. So vermeidet man eher Ärger, wenn der Eigentümer später behauptet, es habe Geld gefehlt und den Finder verdächtigt.
  • Notieren Sie sich den Namen und die Anschrift des vermeintlichen Eigentümers, dem Sie das Fundstück übergeben, um zu vermeiden, daß später ein weiterer Mensch vor Ihnen steht, der behauptet, der Eigentümer zu sein.
Die Veröffentlichung von Fundsachen im Internet ist mir nicht ganz geheuer. Es besteht die Gefahr, daß Menschen, denen die Fundstücke nicht gehören, behaupten, sie hätten sie verloren. Durch die Veröffentlichung von Bildern nimmt man sich zudem die Möglichkeit vom Eigentümer zu verlangen, daß er die Fundsache eindeutig beschreibt (Größe, Farbe, Inhalt), um feststellen zu können, ob es wahrscheinlich ist, daß sie ihm gehört.

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