Gastgewerbe Gedankensplitter



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Samstag, April 05, 2008

Restaurant-Websites: Maengel-Liste.

In seinem Beitrag "Web Web Web! Wer hat die schönste, flippigste, geilste, informativste Restaurant-Homepage im ganzen Land?" hat Theo Huesmann, Mitjuror des Gastro Online Award (GOA) 2008 schon einiges gesagt, was ihm positiv und negativ an den vorgeschlagenen 200 Restaurant-Websites aufgefallen ist, aus der die 30 besten Websites ausgesucht worden sind. Welche die allerbeste davon ist, können Sie noch bis zum 26. April mit entscheiden.

Ergänzend möchte ich meinen Senf dazu geben. Was ist mir negativ aufgefallen bei den Websites, die ausgeschieden sind? Positive Beispiele möchte ich erst nennen, wenn die Abstimmung gelaufen ist, um Ihr Urteil nicht zu beeinflussen:
  • Einige Restaurants geben in ihren Impressi die Aufsichtsbehörde, etwa das örtliche Ordnungsamt, nicht an. Dies ist aber gesetzlich vorgeschrieben (Telemediengesetz § 5, Absatz 1, Ziffer 3).
  • Manchmal finden sich die Adress- und Kontaktdaten nicht auf allen Seiten und nicht im sichtbaren Bildschirmfenster, sondern z.B. nur am unteren Seitenrand außerhalb des sichtbaren Bildschirmfensters. Oder die Adresse und damit der Standort steht gar nur im Impressum.
  • Nicht alle Restaurants bieten Informationen zur Anfahrt (nach Verkehrswegen getrennt), evtl. auch einen Routenplaner, und einen Stadtplan, eine Landkarte.
  • Nur wenige Restaurants bieten Nutzern der Website die Möglichkeit an, sich über Neuigkeiten informieren zu lassen, etwa per Brief, SMS, Newsletter oder RSS-Feed.
  • Auf vielen Websites werden die Preise von Produkte und Dienstleistungen verschwiegen. Oder Speisekarten werden nur als Flash-Film angeboten und können nicht ausgedruckt werden. Dabei benötigen insbesondere Menschen, die sich für andere nach Restaurants umschauen, ausdruckbare Preislisten als Unterlagen, um mit anderen zu beraten, ob das Restaurant in Frage kommt. Denken Sie nur an Sekretärinnen, die Restaurantbesuche vorbereiten, Familienmitglieder für ihre Familien, kommerzielle und ehrenamtliche Organisatoren von Reisen usw. Und auch für alle, die selbst entscheiden, sind Preise ein sehr wichtiges Auswahlkriterium.
  • Sehr wenige Restaurants bieten spezielle Informationen und/oder Angebote für besondere Zielgruppen, etwa Reisegruppen, Familien mit Kindern und Jugendliche, Familienfeiern, Senioren, Allergiker usw.. Aber zugegeben: wenn man den Betrieb nicht kennt, sondern nur seine Website, kann man nicht beurteilen, ob solche Angebote konzeptionell überhaupt passen.
  • Eine Minderheit von Websites besitzt zwar eine Rubrik "Presse". Dahinter verbergen sich aber in den seltensten Fällen Informationen und Fotos für Journalisten und andere Menschen, die an einer sachlichen Darstellung in gängigen Formen interessiert (etwa ein Verzeichnis von Pressemitteilungen, Fotos in druckfähiger Auflösung usw.). Meistens finden sich stattdessen nur Berichte über das Restaurant in der Presse, also eine Art Presseschau. Solche Berichte sind zwar gute Testimonials und Referenzen, aber für Journalisten eher uninteressant.
  • Bio-zertifiziertes Betriebe sollten die Angaben zur Zertifizierung dokumentieren. Am glaubwürdigsten ist meinese Erachtens ein Foto der Zertifizierungsurkunde.
  • Nur ein Teil der Restaurants, häufiger die Betriebe mit Übernachtungsmöglichkeiten, bietet Content und Links zu externen Informationsangeboten, etwa touristischen, regionalen Angeboten, befreundeten Betrieben, Lieferanten, Bewertungsportalen usw. Die fehlende Vernetzung und der magere Content verschlechtert jedoch die Findbarkeit durch Suchmaschinen und motiviert Betreiber anderer Websites kaum, Links auf die Restaurant-Website zu setzen.
  • Nur eine Minderheit der Websites personalisiert. Je nach Konzept könnten die anbietenden Personen (Inhaber, Küchenchef, Restaurantleiter, Küchen- und Service-Mitarbeiter) im Mittelpunkt stehen oder die Nachfrager (Gäste).
Ich will damit nicht behaupten, daß ein Restaurant unbedingt eine sehr gute Website benötigt, um erfolgreich zu sein. Man kann sich sogar die Frage stellen: "Lohnt sich eine Webpräsenz für ein gastronomisches Unternehmen?" (mein Beitrag stammt aus dem Jahre 2002. Mittlerweile macht eine Website für mehr Restaurants Sinn, weil die Internetnutzung seitdem zugenommen hat). Aber wenn man glaubt, eine Website sei hilfreich, sollte sie auch gut sein.

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