Gastgewerbe Gedankensplitter



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Mittwoch, Mai 07, 2008

BRAU Beviale 2008: Getraenke sind Lebensstil.

Getränke als Durstlöscher? Weit mehr als das, so der deutsche Zukunftsforscher Matthias Horx. Für ihn sind Getränke Lebensstil. Luxus und Nachhaltigkeit widersprechen sich nicht länger. Wer z. B. Smoothies genießt, signalisiert nicht etwa, dass er zu faul zum Obstschnippeln ist, sondern Zeitgeist, Humor und Stil! Laut Horx sind künftig Getränke erfolgreich, die sich als "sympathische Persönlichkeiten" präsentieren und dem Verbraucherwunsch nach Gesundheit und Aktivität entsprechen - wie eben die fruchtigen Trink-Snacks im handlichen Behältnis für den Vitaminschub zwischendurch.

Wenn sich vom 12. bis 14.11.2008 in Nürnberg gut 1.400 Aussteller von Getränke-Rohstoffen, Technologien, Logistik und Vermarktungs-ideen mit 34.000 potenziellen Kunden treffen, dann natürlich, weil die BRAU Beviale in diesem Jahr die international bedeutendste Investitionsgütermesse der Branche ist. Als solche widerspiegelt sie aber auch Entwicklungen auf den internationalen Getränkemärkten.

European Beer Star Award 2008: Bewerbungen aus aller Welt

Bestes Beispiel ist der European Beer Star Award, der 2008 zum fünften Mal verliehen wird. Gemeinsam von den Privaten Brauereien Bayern, ideeller Träger der Messe, dem deutschen und dem europäischen Dachverband ins Leben gerufen, erstrahlt der Stern 2008 heller denn je. 575 Biere aus aller Welt, aus ganz Europa, aber auch Australien, Brasilien, El Salvador, Japan, der Mongolei, Paraguay, Peru, Thailand oder den USA bewarben sich 2007 um die begehrte Auszeichnung. Der European Beer Star würdigt unverfälschte, charaktervolle und qualitativ hochwertige Biere, zuletzt in 40 Kategorien wie Pils, Lager, Hefeweizen, Bock, Dubbel, Schwarzbier, Porter, Stout, Kölsch, Ale usw. Auf die jeweils Besten wartet der Gold-, Silber- oder Bronze-Award, der auf der BRAU Beviale in feierlichem Rahmen verliehen wird.

Weltbiermarkt wächst - Russland holt auf

Der Weltbiermarkt legte 2007 um etwa 5 % zu (Plato Logic, GB). Daran hat China als weltgrößter Brauer wesentlichen Anteil. Liegt der Pro-Kopf-Konsum derzeit bei knapp 30 l/Jahr, soll er 2010 bei einem Bier-Absatz von 450 Mio. hl bereits 35 l/Jahr betragen, prognostiziert die China Brewing Association. Auch im chinesischen Biermarkt sind bereits jede Menge ausländischer Investoren aktiv. Etwa 20 % der Braubranche liegen in ausländischen Händen, vor allem im Rahmen von Joint Ventures mit chinesischen Brauereien.

Auch im Angebotssegment Rohstoffe sind die Weltmarktführer auf der BRAU Beviale 2008 präsent. Das gilt für die Malz- und Bier-herstellung wie für die Produktion alkoholfreier Getränke.

Stephan J. Barth, Geschäftsführender Gesellschafter Joh. Barth & Sohn GmbH & Co.:
"Natürlich ist es ein Vorteil, dass die BRAU Beviale praktisch vor unserer Haustür stattfindet. Das allein ist aber nicht der Grund, warum wir in diesem Jahr unser 20-jähriges Jubiläum als Aussteller auf der BRAU Beviale feiern. Joh. Barth & Sohn und die Unternehmen der Barth-Haas-Gruppe sind Weltmarktführer bei Hopfenhandel und Hopfenverarbeitung. Der Hopfenhandel lebt von den persönlichen Beziehungen und Begegnungen - auch und gerade zu Zeiten des Internets. Und genau diese Begegnungen mit unseren Kunden aus dem In- und Ausland sind für uns der Hauptgrund, auf der BRAU Beviale auszustellen."
Auf der 2007er Weltrangliste der Top Brauereikonzerne steht SABMiller mit einem Absatz von rund 230 Mio. hl ganz oben vor Inbev (225 Mio. hl), Heineken (160 Mio. hl), Anheuser-Busch (150 Mio. hl) und Carlsberg (125 Mio. hl, Plato Logic). Während Brauereikonzerne wachsen, steigen parallel die Chancen kleiner und mittelständischer Brauereien. Dabei ist Innovationsfreude sicherlich hilfreich - wie beispielsweise in Japan: Eine Privatbrauerei auf der Insel Hokkaido braut ein Bier auf Milchbasis. Die Idee entstand aufgrund eines hohen Milchüberschusses. Das Getränk, das zu einem Drittel aus Milch besteht, soll fruchtig schmecken und deshalb - laut Brauereiangaben - vor allem bei Frauen beliebt sein.

In Deutschland legten 2007 die Biermischgetränke um mehr als 18 % auf 4,2 Mio. hl zu. Das entspricht 4 % des gesamten Bierabsatzes. Hier greift Horx' These vom Getränk als Lebensstil bestens. Immer kreativer werden die Mischungen - wie z. B. ein neuer Weizen-Holunder-Mix oder Berliner Weiße mit dem Schuss Schwarze Johannisbeere. Insgesamt ging der deutsche Bierabsatz 2007 um knapp 3 % auf 104 Mio. hl zurück (Statistisches Bundesamt, D). Damit zog Russland erstmals in der Rangfolge der Bier produzierenden Nationen an Deutschland vorbei und liegt nun hinter China und den USA auf Platz drei. Russland blickt auf ein außerordentlich gutes Bier-Jahr 2007 zurück. Der Bierausstoß stieg um satte 16 % auf 120 Mio. hl.

Neue Getränke-Zusatzstoffe für das Mehr an aktiver Gesundheit

Die Anbieter von Rohstoffen und Essenzen für die Produktion alkoholfreier Getränke - auch in diesem Segment sind die Weltmarktführer auf der BRAU Beviale vertreten - nehmen den Konsumentenwunsch nach aktiver Gesundheit in jeder Lebensphase sehr ernst. Neu sind z. B. "Measurable Health"-Konzepte, die auf langkettige Omega-3-Fettsäuren setzen. Diese sollen Blutfettwerte und damit Cholesterinspiegel sowie Blutdruck senken, das Blut flüssig halten, den Herzrhythmus stabilisieren und entzündungs-hemmend wirken. Ob Smoothie, Fruchtsaftgetränk oder Trinkjogurt – sie alle lassen sich mit Omega-3-Fettsäuren anreichern. Derzeit ebenfalls in aller Munde: so genannte "Superfruits" - integriert in innovative Getränkekonzepte. Superfruits weisen hohe antioxidative Eigenschaften auf und enthalten eine große Bandbreite gesunder Inhaltsstoffe wie beispielsweise Ballaststoffe, Mangan und Anthocyane in Heidelbeeren, Ballaststoffe, Beta-Karotin, die Vitamine B, B1 und B2 in Goji- oder Wolfsbeeren, Polyphenole und ungesättigte Fettsäuren in Açai-Beeren. Açai, "Wunderbeeren" aus dem Amazonas-Regenwald, bahnen sich in Brasilien und den USA derzeit erfolgreich ihren Weg als Inhaltsstoffe für Getränke - und sind mit Riesenschritten nach Europa unterwegs.

Aktive Gesundheit in jeder Lebensphase - der asiatische Markt scheint sich diesem Thema besonders erfolgreich zu widmen. So ist in Japan seit kurzem ein Essiggetränk mit Hyaluronsäure am Markt. Üblicherweise wird Hyaluronsäure in Kosmetikprodukten eingesetzt, um Feuchtigkeit und Spannkraft der Haut zu erhalten. Speziell für Schwangere wurde ein Teegetränk mit Folsäure entwickelt. Ein neuer japanischer Eistee ist mit Jasmin-Aroma und Astaxanthin angereichert. Der Nährstoff, der in Algen und Meeresfrüchten vorkommt, gilt als ein wahrer Jungbrunnen, der die Arterien frei, die Haut straff und weich hält.

Getränkemärkte Mittelost- und Osteuropas wachsen rasant

In entwickelten Märkten treiben derzeit vor allem innovative Getränkesegmente, die ein "Rundum-Wohlfühl-Paket" bieten, das Wachstum voran. In den sich entwickelnden Märkten Mittelost- und Osteuropas werden Getränke zunächst noch vorwiegend unter dem Aspekt des Durstlöschens gesehen. Angesichts des rasanten Wachstumstempos und der zügigen Anpassung der Konsumgewohnheiten kann sich dies schnell ändern. Lag der Pro-Kopf-Verbrauch kohlensäurehaltiger Erfrischungsgetränke im Jahr 2000 in Mittelost- und Osteuropa beispielsweise gerade einmal bei 27 l, waren es 2007 bereits mehr als 43 l (Wild, D). In der gleichen Zeitspanne schafften die Westeuropäer nur ein Plus um gut einen auf 74 l. Ähnliche Steigerungsraten vorausgesetzt, wäre in diesem Segment in etwa sieben Jahren Gleichstand zwischen Ost und West erreicht. Beim Pro-Kopf-Konsum alkoholfreier Getränke steht Deutschland innerhalb Europas mit etwa 336 l ganz klar an erster Stelle. Wachstum ist hier in den letzten Jahren neben dem abgefüllten Wasser insbesondere den neuen Segmenten zu verdanken, die derzeit ca. 16 % Anteil am alkoholfreien Getränkekonsum halten.

Einen besonders großen Nachholbedarf haben Mittelost- und Osteuropa bei abgefülltem Wasser. Während der durchschnittliche Westeuropäer 2007 etwa 114 l trank (2000: 91 l), waren es weiter östlich nur rund 35 l (2000: 19 l). Dennoch sind auch hier die Wachstumsraten in Osteuropa um ein Vielfaches höher als im Westen. Besonders wasserdurstig sind die Ungarn. Sie konsumierten 2007 fast 110 l/Kopf. Auch Eistee steht hier genauso wie in Westeuropa mit fast 11 l hoch im Kurs. Zum Vergleich: Nicht einmal 2 l Eistee lies man sich 2007 durchschnittlich in Mittelost- und Osteuropa schmecken. In Russland, Weißrussland, Estland, Bulgarien, der Ukraine, Polen, Lettland und Litauen existiert das Segment in den Statistiken noch immer nicht.

Ob bei steigendem Mineralwasserkonsum in den Wachstumsmärkten dann auch so genannte Luxus-Wässer gefragt sein werden, bleibt abzuwarten. Luxus-Wässer, die viel mehr Lebensstil als Durstlöscher sind, gehen beispielsweise bei der Verpackung komplett neue Wege. Abgefüllt wird in edlen Design-Gefäßen, die an Parfumflacons oder Glaskugeln erinnern. Aber auch hier zählen "innere Werte" wie beispielsweise ein außergewöhnlich hoher Sauerstoffgehalt.

(Quelle: Pressemitteilung der Messe Nürnberg).

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