Gastgewerbe Gedankensplitter



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Samstag, Juni 07, 2008

Ein Jedermann-Getraenk wird teuer.

Vorgestern habe ich meinen Augen nicht getraut, als ich in der Printausgabe der "Süddeutschen Zeitung" lesen mußte, Bionade werde seine Preise ab dem 1. Juli 2008 um 60 Prozent erhöhen. Zitat Peter Kowalsky:
"'Zum ersten Juli werden wir die Preise um 60 Prozent anheben.'"
Das stand so beiläufig am Ende eines Artikels über drei erfolgreiche, innovative Unternehmen ("Rebellen im Anzug" vom 5. Juni 2008).

Leider war nicht angegeben, auf welchen Preis sich diese prozentuale Erhöhung bezieht, auf den Ab-Rampe-Preis bei Bionade, auf den Frei-Haus-Preis für die Gastronomie oder den üblichen Preis für Endverbraucher im Einzelhandel. Bezogen auf den Frei-Haus-Preis für die Gastronomie hätte dies eine Erhöhung um etwas mehr als 0,20 Euro je Flasche bedeutet. Ich habe mir dann kurz überlegt, ob ich Bionade ausliste, durch Bios ersetze, den Preis erhöhe oder mich für eine moderate Preiserhöhung entscheide, voraussichtlich um 0,30 Euro auf 2,50 Euro.

Heute ist bei AFP zu lesen ("Bionade wird zum ersten Juli um ein Drittel teurer"):
"Das Erfrischungsgetränk Bionade wird zum 1. Juli um ein Drittel teurer. Der Preis für eine 0,33-Liter-Flasche wird dann im Handel um 20 Cent auf 79 Cent steigen, wie Bionade-Geschäftsführer Peter Kowalsky der Nachrichtenagentur AFP sagte."
Also habe ich mit den 20 Cent gar nicht so falsch gelegen. Die Aussage, Bionade werde um ein Drittel teuer, bezieht sich offensichtlich auf den üblichen Vekaufspreis im Einzelhandel.

Bionade ist schon einmal, vor vielen Jahren, mit einem höheren als dem aktuellen Preis in den Markt gegangen - und gefloppt. Der Grund lag darin, daß diese höhere Preis über dem Preis "normaler" Limonaden lag und die Kunden einen Mehrwert nicht gesehen haben.

Heute glaubt wohl Peter Kowalsky, dies habe sich geändert. Ich muß ihm auch insoweit recht geben als auch die diversen Me-Toos von Bionade sich preislich erheblich differenzieren. Ein Teil ist ähnlich billig wie Bionade zur Zeit noch, also auch einer Preishöhe wie Gastro-Markenlimonaden. Die Handelsmarken der Discounter liegen preislich darunter und qualitätsvolle Konkurrenten wie BiOS oder Voelkel haben sich sogar höherpreisig positioniert. Die Frage ist aber, wie sich dieser strategische Schwenk hin zu einem hochpreisigen Produkt von Bionade mit seiner Distributionspolitik verträgt. BiOS setzt voll auf den Naturkosthandel und die höherwertige Gastronomie. Bionade gibt es mittlerweile bei jedem "Türken" und in dem ach noch so unansehnlichsten Getränkeladen. So kann Bionade nur hoffen, nicht zwischen die Stühle zu rutschen.

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Kommentare:
"Mit der Preiserhöhung wolle sich die Firma vor allem von ihren Nachahmern absetzen." Mal schauen, wann die nachziehen...
 
ich find´s ok, ne fritzkola kostet auch -,79 und da fragt auch keiner. voelkel is sogar noch teurer
 
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