Gastgewerbe Gedankensplitter



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Samstag, Juni 28, 2008

Steigende Personalnebenkosten.

Bei der Lohn- und Gehaltsabrechnung ändern sich ab Juli 2008 einige Zahlen:
  • Der Beitrag zur Pflegeversicherung klettert auf 1,95 Prozent, für Kinderlose auf 2,2 Prozent.
  • Diverse Krankenkassen haben ihre Beiträge erhöht. Siehe dazu: "Kassenaufsicht: Mindestens 20 Kassen erhöhen Beitragssatz", in: Krankenkassendirekt.de vom 24. Juni 2008. Sie werden als Arbeitgeber üblicherweise per Anschreiben der gesetzlichen Krankenversicherungen, bei denen ihre Mitarbeiter versichert sind, darauf hingewiesen.
Wenn Ihre Mitarbeiter jammern, daß Sie ab Juli 2008 netto weniger verdienen, schieben Sie die Schuld auf die fette Regierung. Diese hat versprochen, die Beitragssätze der Sozialversicherung insgesamt unter 40 Prozent zu senken, ihr Versprechen aber nicht gehalten. Stattdessen hat sie bei der von ihr angestellten Berechnung die nur von den Arbeitnehmern zu tragenden Aufschläge unterschlagen, um sich so unter 40 Prozent zu lügen:
  • in Höhe von 0,9 Prozentpunkten in der gesetzlichen Krankenversicherung
  • für Kinderlose in der Pflegeversicherung in Höhe von 0,25 Prozentpunkten
Noch im Jahreswirtschaftsbericht 2008 (PDF) hat die Bundesregierung getönt:
"Ein wichtiges beschäftigungspolitisches Reformziel ist es, die Lohnzusatzkosten, d. h. die paritätisch finanzierten Beitragssätze in der Sozialversicherung dauerhaft unter 40 Prozent zu halten. Die Reduzierung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung auf 3,3 Prozent zum 1. Januar 2008 ist hierzu ein wesentlicher Schritt."
Ab 2009 sind weitere, teilweise massive Beitragserhöhungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung zu erwarten, falls die Gesundheitspauschale wie beschlossen eingeführt werden sollte.

Auch bei der gesetzlichen Unfallversicherung, deren Beitrag allein der Arbeitgeber trägt, und der bei der 40 Prozent-Schummelei draußen vor gelassen wird, wird es voraussichtlich in einigen Branchen wie bei der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel, Genuß, Gaststätten zu nicht unerheblichen Beitragssteigerungen kommen. Die fette Regierung hat gerade eine "Reform" der gesetzlichen Unfallversicherung beschlossen, bei der wir Gastronomen und die anderen Dienstleister noch mehr als bisher Unfallkosten übernehmen sollen, die in anderen Branchen anfallen. Diese Unverschämtheit wird "Überaltlastenausgleich" genannt:
"Ziel des so genannten Überaltlastenausgleichs ist es laut Regierung, besonders hohe Belastungen einzelner Branchen aus der Vergangenheit, beispielsweise im Bergbau, auf alle Branchen umzulegen und damit zu einer Angleichung der Beitragssätze beizutragen"
Quelle: "Änderungen an Reform der Unfallversicherung im Sozialausschuss beschlossen", in: Beck aktuell vom 26. Juni 2008.

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