Gastgewerbe Gedankensplitter



« Home | K.u.k. Rauchverbot. » | Speisekarte fuer Kinder von Kindern ausgedacht. » | Schnitzel mit Pommes fuer 1,99 Euro. » | Ranking der Hotelbuchungsportale: HRS.de weiterhin... » | Designwettbewerb fuer Pizzakartons. » | Campingurlaub ueberwiegend im Norden oder Sueden D... » | Fleischpflanzerl per Selbstbedienung. » | WIHOGA, Dortmund. » | Diskriminierung bei mittelbarer Behinderung. » | Frankenheim Altbier alkoholfrei. »


Mittwoch, Juli 16, 2008

Ausser-Haus-Verkauf von Speisen und Getraenken soll mit Littering-Gebuehren verteuert werden.

Unsere Politiker schauen gerne über die Grenzen, wenn es gilt, neue Belastungen für die Gastronomie aufzustöbern und zu kopieren. So ist die Alcopop-Steuer, mit der unsere Strategen den Alkoholmißbrauch von Jugendlichen erfolglos einzudämmen hofften, eine Schweizer Erfindung. Deshalb ist es zumindest nicht ausgeschlossen, daß unsere Politiker auch auf die Idee kommen, einen Plan aus der Schweiz zu importieren, wonach gastronomische Betriebe für die Entsorgung von Verpackungen zur Kasse gebeten werden sollen: "Gratisblätter und Take-Aways sollen zahlen", in: Swissinfo.ch vom 15. Juli 2008 (via "Schweiz: Schnellimbisse sollen Müll bezahlen", in: Pommeswelt Frittenblog).

In Deutschland werden gastronomische Betriebe für Verpackungsmüll ohnehin schon mit Gebühren belästigt, denn üblicherweise werden Verpackungen mit "grünem Punkt" vertrieben, es sei denn der Käufer optiert für Selbstentsorgung. Aber das hindert kommunaler Entsorger vermutlich nicht daran, noch mal abkassieren zu wollen.

Kommentare:
Hallo liebe Leser

To-go ist bei mir ein wahres Reizwort.....Da steckt noch viel mehr dahinter als "nur" der Müll...

Ich betreibe mehrere mobile Espressobars.
Neben Buchungen für Firmen, Messen etc. stehen wir auch sehr oft auf öffentlichen Veranstaltungen, z.B. Marksonntagen etc. In fast jeder Marktordnung ist die Verwendung von Mehrweggeschirr zwingend vorgeschrieben. Spülen mit fließend Wasser etc.

Es macht schon Spaß, wenn dann eine Gruppe von Kunden vorbeikommt und jeweils einen "Latte" zum mitnehmen haben will. Wir dürfen nicht, und nach ein paar Minuten halten uns die Leute strahlend die Pappbecher vom nächsten Back- oder Coffeeshop unter die Nase....

Grundsätzlich halte ich von Bechern nichts, 1. wegen der Umwelt und 2. hat ein perfekter Espresso in einem Pappbecher nichts zu suchen.
Natürlich Geschmackssache...

Aber jetzt mal an die Hintergründe sprich Vergleiche:
1. Anschaffung von teurem Gastrogeschirr contra Anschaffung billiger Becher.
2. Anschaffung und Wartung einer Gastrospülmaschine ca. 2000,00 € contra null Anschaffung
3. Geschleppe von Geschirr 100 Kilo aufwärts und Spülmaschine 40 kg contra 3 Kilo Pappe
4. BEZAHLEN einer Service- und Spülkraft contra Null Aufwand.
(Die Becher tragen d. Kunden weg)
5. Anschaffung von teuren Trinkwasserschläuchen (KTW, DVGW)
um der Spülmaschine gerecht zu werden contra null Aufwand dergleichen.
6. Horrende Strom-und Wassergebühren contra ein paar Literchen Wasser aus dem Tank für die Kaffeezubereitung...)

Und das Beste kommt noch:
Der im Porzellan servierende und später spülende Gastronom darf für seine Dienstleistung 19 % Umsatzsteuer abdrücken, der to-go Kollege wird nur mit 7 % besteuert!!!!! Hier gibt es zwar Unterschiede in den verschiedenen Warengruppen aber eines ist gewiss: Auf die Hand/Pappe/Becher geklatscht spart Aufwand und Steuer. Wer stilvoll serviert und die Umwelt schont hat den viel größeren auch finanziellen Aufwand und zusätzlich die steuerliche A -Karte....

Noch etwas zum Nachdenken. Auch in!!! den Fastfood-Tempeln wird mit to-go Material gearbeitet!
Vermutlich ist es den Ketten nicht zuzumuten indoor mit Geschirr und Spüler zu arbeiten....
Der Werbespot mit Kai Pflaume (selig sind die Nichtsahnenden) inspiriert die lieben Kinderlein zur Nicht-Gabel und zum Nichtteller usw.....

Jeder Leser sollte auch einmal auf den Kassenbon schauen, wenn er in! einem Fastfood-Tempel verzehrt. Nicht selten steht to-go drauf, was nichts anderes bedeutet, als das aus der Verkaufssumme nur 7 % abgeführt werden und nicht 19 % !!!
Bei Abermillionen Burgern und Chicken usw. kann man sich ausrechnen, wieviel da am Fiskus vorbeigeschleust wird....

Lösungsvorschläge:

Erlaubnis für Marktbeschicker to-go verkaufen zu dürfen. Es kann nicht sein, dass wir Geschirr und Spülgeräte durch Wind und Wetter schleppen und der to-go Umsatzanteil in den nächsten Back-oder Coffeeshop geschleppt wird.

Verbot von to-go Material indoor !
in den Fastfood-Tempeln, Coffeeshops etc.
Indoor nur mit Geschirr und Spüler.

Einführung einer Müllabgabe, gekoppelt an den Einkaufspreis der togo-Verpackungen. Somit zahlen das alle mit, die to-go verkaufen wollen.

Einheitlicher Steuersatz, damit Service und Umweltgedanke nicht auch noch bestraft und mit Füßen getreten werden.

PS: Dieses Thema betrifft eben auch alle Marktbeschicker.
Unser Ziel sollte eine Gleichbehandlung mit den stationären Verkaufsstellen sein, eine einheitliche Besteuerung von vor-Ort-Verzehr mit to-go Verzehr und ein schonender Umgang mit unserer Umwelt.

Vielleicht sollten wir über eine Interessengemeinschaft nachdenken.
Rechtsbeistand und finanzielle Unterstützung wäre natürlich willkommen.

Duftende Espressogrüsse

Brigitte Gruber
www.kaffeedreirad.de



Duftende Espressogrüße
Brigitte Gruber
www.kaffeedreirad.de
 
Mir ist noch etwas eingefallen.

Als Marktbeschicker mit mobilen Espressobars genügt es natürlich nicht Geschirr und eine Spülmaschine durch Wind und Wetter zu schleppen.

Wie soll der geneigte Gast vor Ort mit Geschirr verzehren ohne Abstellfläche?

Um ausreichend Platz zu bieten bedarf es mehrerer Stehtische und in unseren Breitengraden großer Marktschirme, die vor glühender Sonne oder Regen schützen.

Für 4 Stehtische, 2 Marktschirme samt Ständern und Gewichten kommen da ganz locker noch einmal 300 Kilo zusammen...

Hier sind wir dann beim Thema Zuladung, Anhängelast. etc.
Bei sehr schweren Verkaufsanhängern und entsprechenden Zugmaschinen kommt nicht selten die über 3,5 Tonnen "Gewerbefahrt" ins Spiel.
Das heisst Fahrtenschreiber, Fahrerkarten, Lenkzeitbücher, Sonntagsfahrverbot und die zu bezahlenden Ausnahmegenemigungen.

Und ganz nebenbei verteuert sich die Standmiete durch die große Servicefläche schnell auf das Doppelte.

Ein Riesenspaß, insbesondere dann, wenn es die to-go verzehrenden Gäste dann doch vorziehen stationär und geschützt vor Sonne und Regen bei uns "unterzuschlüpfen". In aller Regel verbleibt dann der anfallende Müll samt Essensresten bei uns. Vielen Dank auch.

Dem to-go Kollegen, der schnell seinen Verkauf gemacht hat kratzt das in aller Regel nicht.

Obendrein verpflichtet uns die Marktordnung zur Aufstellung großer Mülleimer für den anfallenden "Publikumsmüll", denn wir dann auch noch auf eigene Kosten entsorgen dürfen, unerheblich wer die Verpackungen in Umlauf gebracht hat....
Wir mit unserer mobilen Espressobar jedenfalls nicht, denn uns ist to-go ja laut Marktordnung verboten!

Fazit: Wir würden sehr gerne Littering-Gebühren bezahlen, wenn wir im Gegenzug den berühmten Coffee-to-go anbieten dürften um uns den ganzen restlichen und unzumutbaren Aufwand, auch den finanziellen zu ersparen.

Momentan sind wir als "schleppender Dienstleister" die Deppen der Nation, Spott der 7%
auf die Hand verkaufenden Kollegen mit eingeschlossen!

Das musste ich einfach noch loswerden als "Gedankensplitter"
sozusagen.

Duftende Espressogrüsse
Brigitte Gruber
www.kaffeeedreirad.de
 
Kommentar veröffentlichen