Gastgewerbe Gedankensplitter



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Dienstag, Juli 22, 2008

Die Drei vom Feuilleton.

Ich mag zwar
"unpolitisch und rechthaberisch, selbstbezogen und unprofessionell"
sein. Aber anders als die Schreiberlinge Markus Brauck (vormals: Frankfurter Rundschau, zur Zeit: Spiegel), Frank Hornig (seit 2005 New York-Korrespondent beim Spiegel) und Isabell Hülsen (seit 2005 Medienjournalistin der Financial Times Deutschland) bin ich mein eigener Herr und muß nicht für ein Zeilenhonorar kotzen: "Die Beta-Blogger", in: Der Spiegel vom 21. Juli 2008.

Drei Anmerkungen kann ich mir rechthaberisch nicht verkneifen:
  • "Blogs bleiben ein Nischenprodukt. Mal lustig, mal interessant. Sehr oft mit nichts als sich selbst beschäftigt. Aber insgesamt ohne große Bedeutung. Man spricht nicht darüber." Da lobe ich mir Markus Brauck, der über weltbewegende Themen schreibt wie die Frage, was die Kirchen von Techno lernen können. Weniger polemisch: Blogger sind, wenn sie überhaupt ein Produkt herstellen wollen, eher vergleichbar mit Fachjournalisten und Fachautoren als mit Massenmedientextern. Wenn man sich ernsthaft der Frage zuwenden möchte, welche Bedeutung Blogger in Deutschland haben, müßte man sich ihre Bedeutung in spezifischen Fachöffentlichkeiten anschauen und mit der Bedeutung von Fachjournalisten und -autoren vergleichen. Man wird, so mein Eindruck aus dem Gastgewerbe, feststellen, daß alle nur mit Wasser kochen und sici wechselseitig respektieren.
  • "Schätzungsweise 500.000 deutschsprachige Blogs gibt es. Die meisten sind sanft entschlafene Karteileichen." Es gibt Abermillionen von Menschen, die zu ihrem Vergnügen, Gedichte, Tagebücher, Leserbriefe oder Schulaufsätze schreiben oder Ansichtskarten vollkritzeln. Wenn es fast gar nichts kostet, einem Vergnügen nachzugehen, fangen viele damit an und hören ohne Ausstiegskosten bald auch wieder damit auf. Genauso wenig macht es einen Sinn, zu kritisieren, daß in fast allen Haushalten gekocht wird und es den wenigsten gelingt, professioneller Sternekoch zu werden oder wenigstens einmal zusammen mit Wolfram Siebeck kochen zu dürfen. Daß Amateure Amateure sind und bleiben, spricht weder gegen amateurhaftes Kochen, noch gegen den Amateursport, die Freizeitfotografie und auch nicht gegen das Bloggen.
  • "In den USA ist man längst weiter. Dort wechseln prominente Blogger bereits geschmeidig zu den von ihnen lange bekämpften 'Mainstream Media'." Wieso glauben Journalisten, daß es erstrebenswert sei, sich freiberuflich oder festangestellt bei einem Verlag zu verdingen? Geht dieses Geschäftsmodell nicht gerade über die Wupper? Warum soll man sich mit vielleicht 10 bis 15 Prozent der Verlagserlöse abspeisen lassen, wenn man sein eigener Herr sein und 70 bis 100% der Erlöse einstecken kann? Wieso akzeptieren Journalisten das Joch der Verleger, obwohl deren Produktionsmittel nichts mehr wert sind?
Siehe dazu auch: "Beta-Journalisten und Beta-Blogger", in: Der Spiegelfechter vom 21. Juli 2008.

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Kommentare:
Wenn die Spiegel-Autoren so völlig daneben liegen mit ihrem Artikel, warum bestätigst du deren Aussagen sofort in deinen restlichen Absätzen?
Ich finde, der Spiegel-Artikel trifft in weiten Teilen zu. Blogger kochen in ihrem eigenen Saft, drehen sich zu 110% um sich selbst und sind in der "Welt da draußen" weitgehend ignoriert und ungelesen.
Das ist nicht schlimm, ist aber so :-)
 
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