Gastgewerbe Gedankensplitter



« Home | Treffpunkt der deutschen Getraenkebranche: Get.In.... » | Rauchverbot in der Gastronomie Berlin-Neukoellns n... » | Rauchverbot in Berliner Sisha-Bars vorlaeufig aufg... » | Autoren fuer neue Publikumszeitschrift "Bier & Bra... » | Deutsche Mediengruppe kauft Weinwisser. » | Die gesuendesten Lebensmittel. » | Wer wird Millionaer als Einbuergerungstest. » | Fernschule fuer das Gastgewerbe: IST-Studieninstit... » | Maitre-Flambée Flammkuchen-Manufaktur. » | NRW-Gastgewerbe: Umsaetze im Mai unter Vorjahresni... »


Samstag, Juli 12, 2008

Neue Getraenke auswaehlen.

Food Industriy India hat Kapil Nayyar, den stellvertretenden Direktor des Luxushotels "The Grand" in New Delhi, interviewt über den indischen Getränkemarkt, Gästewünsche und Trends und wie sich ein F&B-Manager im Wettbewerb verhält: "The Indian Beverage Market - the perspective of a F&B-Manager" vom 1. Juni 2008.

Wie entscheidet er, welche neuen Getränke er listett:
"We have a clearly defined process for that. When the suppliers call and offer new beverages, then we ask first for a profile of the brand, as we want to understand how well known a brand and drink are. Secondly, if the first check was positive, we discuss the price. Only after two positive first steps, we proceed for tasting in the third step. If we decide that the new beverage fits to our requirements, we would introduce it with special promotions."
Ihn interessieren also in dieser Reihenfolge:
  • das Profil des Drinks und sein Bekanntheitsgrad
  • sein Preis
  • sein Geschmack
Der Geschmack kommt dabei wohl nur hinsichtlich der Reihenfolge im Entscheidungsprozess an dritter Stelle. Verprobungen sind zeitaufwendiger als Informationen über Produkte auszuwerten. Es lohnt sich deshalb nur solche Getränke zu verkosten, die eine interessante Geschichte haben und in das Kalkulatonsschema passen.

Persönlich mache ich es bei Bieren umgekehrt. Ich verkoste alles, was ich in die Finger bekomme und vergleiche meinen Eindruck mit den Bewertungen etwa der Bierkenner in der Community Ratebeer. Schmeckt es mir, prüfe ich:
  • die Beschaffbarkeit
  • ob der kalkulierte Verkaufspreis für meine Gäste akzeptabel ist. Ich strebe dabei bei neuer Listung einen absoluten Deckungsbeitrag von wenigstens 1,60 Euro je Flasche an.
  • ob das Getränk unsere Bierkarte verbessert, etwa eine neue Brauerei vorstellt und/oder einen bislang nicht vertretenen Bierstil oder Geschmack bietet.
  • Da wir nur begrenzte Kapazitäten haben, weitere Biere einzulagern, stellt sich im Falle einer dauerhaften Listung die Frage, welches andere Biere wird dafür ausgelistet.
  • Ist eine vorübergehende Listung sinnvoll, etwa als "Bier des Monats", muß ich noch festlegen, wann dieses neue Bier angeboten werden soll. Ich plane dabei ein Jahr im Voraus. Eine Jahresplanung bei Bier macht Sinn, weil es viele saisonale Biere gibt, die im jährlichen Rhythmus gebraut werden (z.B. Oktoberfestbiere, Annafestbiere, Weihnachtsbiere, Maibockbiere). Aber ich halte mir auch einige Zeiträume frei für kurzfristige Chancen.
Aber bei anderen Getränkegruppen mache ich es auch in etwa so wie Kapil Nayyar in Neu-Delhi.