Gastgewerbe Gedankensplitter



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Samstag, Juli 26, 2008

Qualitaetsjournalismus à la Stern.

Der "Stern" war im letzten Jahrtausend bekannt für seine guten Recherchen (sagen wir mal vor der "Hitler-Tagebüchern"). In der letzten Nummer widmet er sich auch dem Rauchverbot: "Rebellion der Raucher". Darin heißt es:
"Das Statistische Bundesamt ermittelt die monatlichen Umsatzzahlen der Gastronomie, und wenn man sich den längerfristigen Verlauf anschaut, fällt auf, dass das Geschäft seit Jahren kontinuierlich zurückgeht, gerade in der sogenannten getränkegeprägten Gastronomie. Das hat vor allem mit der alltäglichen Kostenexplosion zu tun, mit dem Konsumklima. Das Rauchverbot fällt in diesen Statistiken jedenfalls nicht auf."
Schlecht recherchiert. Das Bundesverfassungsgericht hat das Statistische Bundesamt diesbezüglich gefragt. Die Qualitätsjournalisten vom "Stern" hätten aber nicht einmal beim Statistischen Bundesamt oder dessen Presseabteilung selbst nachfragen müssen, statt amateurhaft deren Statistiken zu interpretieren. Es hätte gereicht, die von uns veröffentlichte Pressemitteilung nachzulesen, wenn man schon so schlampig recherchiert, daß man die Pressemitteilung Nr. 207 "Rauchverbote und Umsätze im Gaststättengewerbe" des Statistischen Bundesamtes vom 6. Juni 2008 im Online-Archiv des Statistischen Bundesamtes nicht findet: "Rauchverbote und Umsaetze im Gaststaettengewerbe" vom 6. Juni 2008. Was kann man der folgenden Kernsatz der Pressemitteilung falsch verstehen?
"Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat die Umsatzentwicklung in Ländern mit und ohne Rauchverbot in Gaststätten miteinander verglichen, um mögliche Auswirkungen der Nichtraucherschutzgesetze auf den Umsatz des Gaststättengewerbes festzustellen. In der getränkegeprägten Gastronomie gingen danach die Umsätze im dritten Quartal 2007 im Vergleich zum Vorjahresquartal in den Bundesländern mit Rauchverbot (Baden-Württemberg und Niedersachsen) real um 9,8% zurück, in den übrigen Bundesländern dagegen um 6,8%. Im vierten Quartal 2007 wurde auch in Hessen ein Nichtraucherschutzgesetz eingeführt. In diesem Quartal gingen in den Bundesländern mit Rauchverbot die realen Umsätze gegenüber dem Vorjahresquartal mit 14,1% erneut stärker zurück als in den übrigen Bundesländern (- 8,8%)."

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