Gastgewerbe Gedankensplitter



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Mittwoch, Juli 30, 2008

Rauchverbot für Eckkneipen gekippt.

(Berlin/Karlsruhe, 30. Juli 2008) Das generelle Rauchverbot für kleine Kneipen und Bars ist verfassungswidrig. Das Bundesverfassungsgericht sah die zum Teil vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bundesverband) unterstützten Verfassungsbeschwerden als begründet an. Bis zu einer Neuregelung der Landesnichtraucherschutzgesetze bis 31. Dezember 2009 dürfen Einraumbetriebe mit einer ausschließlichen Schankkonzession und einer Größe von bis zu 75 Quadratmetern selbst entscheiden, ob sie einen Raucher- oder Nichtraucherbetrieb führen wollen. Der Besuch dieser Betriebe ist nur Gästen ab 18 Jahren gestattet. Der DEHOGA Bundesverband begrüßte das Urteil des höchsten deutsches Gerichts vom 30. Juli 2008.
"Wir freuen uns, dass das Bundesverfassungsgericht die Grundrechte der Wirte von Einraumbetrieben und ihre wirtschaftliche Betroffenheit entsprechend gewürdigt hat"
sagte Ernst Fischer, Präsident des DEHOGA Bundesverbandes, am Mittwoch in Karlsruhe. Nach Ansicht der Verfassungsrichter stellt das Rauchverbot für Einraumbetriebe einen unverhältnismäßigen Eingriff in das Grundrecht auf freie Berufsausübung der Unternehmer dar. Fischer betonte:
"Unsere Verfassungsbeschwerden waren kein Nein zum Nichtraucherschutz."
Entscheidend sei jedoch, welches Mittel gewählt werde, um Menschen vor unfreiwilligem Passivrauch zu schützen.

Mit Blick auf die existenzielle Betroffenheit der Unternehmer hatte der DEHOGA drei Klagen betroffener Wirte vor dem Bundesverfassungsgericht unterstützt.
"Denn während in den meisten Hotels und vielen Restaurants das Rauchverbot problemlos umgesetzt wird, leiden die getränkegeprägten Einraumbetriebe, in denen oft die Mehrzahl der Stammgäste Raucher ist, unter massiven Umsatzrückgängen"
berichtete der DEHOGA-Präsident. Die Gäste kämen seltener, konsumierten weniger oder blieben ganz weg.
"Umsatzverluste von durchschnittlich 30 Prozent sind nicht mehr durch Kostensenkungen aufzufangen"
machte Fischer deutlich.
"Tausende Kneipenwirte fürchten um ihre Existenz."
Der DEHOGA begrüßt zudem, dass das Bundesverfassungsgericht einen wesentlichen Wertungswiderspruch im Nichtraucherschutzgesetz von Baden-Württemberg gesehen und aufgehoben hat. Im Gegensatz zu Festzelten, die hier vollständig vom Rauchverbot ausgenommen sind, war es Discotheken nicht gestattet, einen separaten Raucherraum einzurichten. Nunmehr dürfen auch Discotheken, zu denen Besucher unter 18 Jahren keinen Zutritt haben, Rauchernebenräume schaffen und werden damit den übrigen Gaststättenbetrieben gleichgestellt. In diesem Raucherraum darf sich allerdings keine Tanzfläche befinden.
"Wir hoffen, dass nun die Landesgesetzgeber von ihrem Gestaltungsspielraum Gebrauch machen und die unterschiedlichen Interessen von Nichtrauchern, Rauchern und Unternehmern angemessen berücksichtigen"
so Fischer.

(Quelle: Pressemitteilung des DEHOGA Bundesverbandes).

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Kommentare:
leiden die getränkegeprägten Einraumbetriebe, in denen oft die Mehrzahl der Stammgäste Raucher ist, unter massiven Umsatzrückgängen"

Was zu beweisen wäre. Auch wenn der Dehoga dies noch 30x wiederholt, wird es nicht richtiger. Laut statischem Bundesamt gab es weder in NRW, noch in BW oder Mecklenburg-Vorpommern Rückänge in der getränkeorientierten Gastronomie. Eigenartig wo dann die "30%" herkommen von denen immer wieder gefaselt wird. Bestimmt von den Kneipen, die das rauchen erlaubten.

Also nochmal zusammengefasst: es gibt keine einzige Zahlenreihe die nachweist das sich getränkeorientierte Lokale mit dem Rauchverbot schlechter entwickelt. Dies weist weder das Bundesstatistikamt aus, noch irgendeines der Länderstatistik.

Die Taktik der Dehoga bei einer anonymen Umfrage unter 50 Wirten auf 200.000 Wirte "hochzurechnen" ist dummdreist. Genauso könnte man eine Kneipenpleite irgendwo, sei es vor oder nach dem Rauchverbot, auf 100.000 Kneipenpleiten hochrechnen.

Keine einzige Kneipe hat in Berlin schließen müssen, keine einzige in München oder Hamburg oder Stuttgart. Wer das beweist soll sich bitte melden. Wer mehr als 5 Kneipen in Bayern findet die mehr als 10% nachweisbaren Rückgang hatten, solle sich bitte melden.
 
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