Gastgewerbe Gedankensplitter



« Home | Malzkaffee. » | Mercure Hotelgruppe laedt Blogger ein. » | SPD will Rentner aus dem Gastgewerbe benachteilige... » | DEHOGA begruesst Mehrwertsteuer-Initiative der EU-... » | Eklig. » | Fuck. » | Jagd auf Aschenbecher. » | Baldige Entscheidung des Landesverfassungsgerichts... » | Steigende Personalnebenkosten. » | Hotel Price Alert. »


Dienstag, Juli 01, 2008

Senioren-Teller.

Ein Großteil der Gastronomen setzt seinen Marketing-Fokus auf Twens (19 bis 29 Jahre), Teens (14 bis 18 Jahre) und Kinder. Dagegen tauchen Senioren in der Werbung eher selten auf, obwohl schon heute mehr über 60jährige als junge Leute bis 20 Jahre leben und in Zukunft die ältere Generation sogar die dominierende Gruppe in der Bevölkerung sein wird. Seit 1980 ist die Zahl der zwischen 50 und 65 Jahre alten Bundesbürger um über zwei Millionen gewachsen; 2020 wird bereits ein Viertel der Bevölkerung über 65 Jahre alt sein.

Der Begriff "Senioren" wird oft viel zu früh verwendet, im Extremfall bereits für 45-jährige. Dabei empfinden ihn noch nicht einmal über 60-jährige als passende Ansprache für sich selbst. 50 bis 65-jährige fühlen sich als "Menschen im besten Alter" oder als "reife Menschen", aber nicht als Senioren. Erst ab Mitte 60 identifiziert sich allmählich eine zunehmende Anzahl der Deutschen mit dem Ausdruck "Senior". Siehe dazu auch: "Gastronomie-Marketing: Zielgruppe 50 Plus".

Wolfram Siebeck beklagt sich in seiner Kolumne über Restaurants, die explizit "Seniorenteller" anbieten: "Nachschlag, bitte", in: Die Zeit vom 23. März 2006, und bringt es sarkastisch auf den Punkt:
"Rechnen die Wirte damit, dass ich keine Zähne mehr habe, und öffnen sie für mich ein Glas Babynahrung? Oder macht ein Kommis in der Küche speziellen Brei für Leute, die ihr Gebiss im Bordell verloren haben?"
Für Thorsten Sommer sind Seniorenteller nicht mehr angesagt: "Keine Seniorenteller mehr", in: Speisekarten-Seite.de:
"Kleine Portionen rechnen sich für alle: Für Gäste (egal ob alt, klein, dick, dünn, kalorienbewusst, auf Diät oder einfach nur wenig hungrig) und für Gastronomen (alles eine Frage des Deckungsbeitrages!) Warum sie in so wenigen Betrieben explizit auf die Karte geschrieben werden? Keine Ahnung."
Die Unternehmensberaterin Franziska Schumacher empfiehlt, nie von "halben Portionen" zu sprechen, sondern immer nur von kleinen Portionen. Denn viele Gäste meinen, wären nur die Hälfte wert. Sie würden nur die Hälfte kosten. Als Gastronom wissen Sie aber, daß der Preis höher sein muß als die Hälfte der vollen Portion. Die Kosten reduzieren sich nur um die Hälfte des Wareneinsatzes. Alle anderen Kosten fallen genauso praktisch groß an wie bei vollen Portionen.

Tatsächlich kümmern sich immer noch zu wenige Gastronomen um die Chancen, die sich eröffnen, wenn man Portionsgrößen differenziert. Das gilt nicht nur für kleine Portionen, sondern auch für Übergrößen. Siehe dazu auch:

Labels: