Gastgewerbe Gedankensplitter



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Montag, August 04, 2008

Rueckblick auf "Anne Will": Viel Dunst - wenig Durchblick.

Die Talkshow Anne Will gestern abend (siehe die Vorankündigung "Gruenes Licht für blauen Dunst - Rauchverbot ade? - Diskussionsrunde bei Anne Will.") hat ihr eigentliches Thema weit verfehlt:
  • Statt über den Schutz von Nichtrauchern zu diskutieren, diskutierte man über Raucher, ob Rauchen gesund ist, welche Diskussionsteilnehmer rauchen oder geraucht haben und gar über den Lungenkrebstod des Vaters von Lothar Binding. Mein Eindruck, den ich bereits aus der gesamten Debatte um das gesetzliche Rauchverbot in der Gastronomie gewonnen habe, wurde bestätigt. Die Protaganisten des Rauchverbots wollen nicht Nichtraucher schützen, sondern Raucher drangsalieren, erziehen. Man will durch die Hintertür Raucher dazu bringen, das Rauchen aufzugeben. Dafür gibt es aber geeignetere Wege, als die Kneipenkultur zu zerstören: Man kann die Herstellung, den Import und den Vertrieb von Tabakwaren gänzlich verbieten oder wenigstens die Tabaksteuern massiv erhöhen. Doch dafür ist die Politik zu feige. Dann würde zwar in vermindertem Umfange immer noch geraucht, weil Süchtige sich ihre Drogen dann illegal beschaffen), doch es würde sicherlich weniger geraucht.
  • Statt über den Schutz von Nichtrauchern in der Gastronomie zu reden, ging es um alles Mögliche bis hin zu Sicherheitsgurten beim Autofahren. Die eigentliche Problematik, ob Nichtraucher durch Passivrauch in der Gastronomie mehr gefährdet sind als anderswo (etwa in Wohnungen, in Pkws usw.) oder aus welch anderen Gründen ausgerechnet in der Gastronomie ein Schutz der Nichtraucher notwendig und hinreichend sein sollte, wurde nicht diskutiert. Z.B. wäre es viel effizienter, das Rauchen in Wohnungen zu verbieten. Denn dort verbringen nichtrauchende Familienangehörige, insbesondere Kinder und Jugendliche, viel mehr Zeit als in der Gastronomie.
Allein der als Sidekick in die Diskussion eingebrachte Berliner Rauchverbots-Kontrolleur Burghard von Nell war sprachlich amüsant und inhaltlich relevant. Sein Spruch "Bulette oder Zigarette" klang so, als sei die Frage, was "zubereitete Speisen" seien, einfach zu beantworten. Anne Will war, wieder einmal schlecht vorbereitet, nicht im Stande seine falsche Antwort zu hinterfragen (Buletten sind nur "zubereitete Speisen", wenn sie in der jeweiligen Gaststätte zubereitet worden sind. Es kommt auf den Prozess der Zubereitung an, nicht auf die Art der Speise. Siehe dazu: "Zubereitete Speisen").

>Offensichtlich haben die meisten Fernsehzuschauer auch keine bessere Talkshow erwartet. Von den 6,26 Millionen Menschen, die den vorausgehenden "Polizeiruf 110" angeschaut haben, blieben nur 2,7 Millionen Zuschauer dabei. In der Altersgruppe der Menschen, die häufig in Gaststätten gehen (14- bis 49-Jährigen) lag ihr Marktanteil bei lächerlichen 3,7 Prozent. Quelle: "'Anne Will' verabschiedet sich schwach in die Sommerpause", in: Quotenmeter vom 4. August 2008.

Siehe auch eine Besprechung dieser Fernsehsendung von Christoph Cadenbach: "Bulette oder Zigarette", im: Spiegel vom 4. August 2008.

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