Gastgewerbe Gedankensplitter



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Dienstag, August 05, 2008

Taliban oder Herz-Jesu-Marxisten.

Die "Heidenheimer Zeitung" hat den Richter Dr. Christian Bäumler interviewt. Er ist Landesvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft Deutschlands und deren stellvertretender Bundesvorsitzender. Er weist die parteiinterne Kritik an den Befürwortern eines absoluten Rauchverbots zurück: "INTERVIEW: Wir sind keine Taliban", vom 5. August 2008.

Es ist natürlich legitim, wenn sich ein Herz-Jesu-Marxist für die vermeintlichen Interessen der Beschäftigten in der Gastronomie einsetzt. Doch:
  • Für den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ist in unserem föderalen System der Bund zuständig. Dr. Christian Bäumler spricht mit seiner Forderung, der Landtag möge ein striktes Rauchverbot in der Gastronomie beschließen, weil ihm die Gesundheit der Angestellten im Gaststättenbereich am Herzen liege, schlicht das falsche Gremium an. Mal ganz davon abgesehen, daß sich per Arbeitsstättenverordnung nur nichtrauchende Arbeitnehmer schützen lassen. Siehe dazu: "Rauchverbot per Arbeitsstaettenverordnung". In Folge würden nichtrauchende Arbeitnehmer in Raucherkneipen rar. Sie würden entlassen oder sich gegenüber den Aufsichtsbehörden zu Rauchern erklären.
  • Statistiken der Berufsgenossenschaft Nahrungmittel und Gaststätten belegen, daß Arbeitnehmer in der Gastronomie nicht mehr als in anderen Branchen von Krankheiten betroffen sind, die man mit dem Rauchen oder Passivrauchen in Verbindung bringt. Siehe dazu: "Tabakrauch am Arbeitsplatz in der Gastronomie: Gesundheitsrisiken?". Eine empirische Studie zum Passivrauchen in Gaststätten, ebenfalls im Auftrag der überaus seriösen BGN, hat zudem gezeigt, daß die zulässigen Grenzwerte von Schadstoffen nicht überschritten werden "Schadstoffmessungen in gastronomischen Betrieben".
Hintergrund des Interviews ist eine heftige Schlacht in der CDU Baden-Württemberg um das weitere politische Schicksal der Sozialministerin Dr. Monika Stolz. Sie soll im Rahmen einer Kabinettsumbildung nach den Bundestagswahl 2009 abgelöst werden, weil sie sich einer Einigung mit der FDP, die im Falle eines strikten Rauchverbots mit dem Ende der Koalition droht, in den Wege stellt. Siehe dazu: "CDU zofft ums Rauchverbot", in: Heidenheimer Zeitung vom 5. August 2008.

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