Gastgewerbe Gedankensplitter



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Montag, September 15, 2008

Imbiss Live.

Lange vor der Erfindung des Mitmach-Webs haben sich Menschen Gedanken gemacht, unter welcher Metapher man Menschen im Internet zusammenführen könne. Da sich Menschen im wirklichen Leben gerne in Kneipen treffen, lag es nahe, auf virtuelle Kneipen zu setzen. Das "Elektronischen Cafés" ElCafé (der Links führt ins Internet Archiv, die Website www.elcafe.com selbst existiert nicht mehr) war von seiner Form her seinerzeit (März 1994) das erste auf dem europäischen Kontinent, zur Zeit online im DOCKS, Hamburg und im TIM BUKTU -ONLINE, Hamburg (betrieben von S. Sefke). Von 1997 bis September 2006 existierte das Café Nirwana (auch dieser Link führt ins Internetarchiv), das sich aus der Mailbox "Villa Maria" seit 1992 entwickelt hat. Diese Box war aufgebaut wie ein virtuelles Häuschen, mit heute vorsintflutlich anmutenden ANSI-Menüs, aber immerhin schon aufgeteilt in Räume wie "Foyer", "Küche", "Der Blaue Salon" etc. Zur ihrem Konzeption des "Café Nirwana" schreibt Olivia Adler:
"Als ich überlegte, wie das Netz in Zukunft aussehen könnte, kam mir ein Ort in den Sinn, ähnlich einem Wiener Kaffeehaus: das 'Café Nirwana'. Ein Ort, an dem sich Menschen aus aller Welt treffen und miteinander reden, ein Ort mit vielen Stammgästen, ein Stück Heimat in den Weiten von Cyberia, der virtuellen Welt... Ich hoffe, daß dieser Platz zu einer virtuellen Heimat werden kann, zu einem Treffpunkt, einem Forum, ein Spiegelbild der Welt und der Menschen da draußen."
Ein Jahrzehnt später tauchte diese Idee wieder auf als Teil von virtuellen Welten wie Second Life: "Gaststaetten-Eroeffnung in Second Life".

Es gab andererseits auch immer schon Versuche, das reale Leben in Kneipen ins Internet zu übertragen, technisch bescheiden realisiert in Form von "Webcams in der Gastronomie".

Neu ist der Versuch, das wirkliche Leben in einer Imbissbude rund um die Uhr ins Internet zu übertragen. Der Fernsehsender kabel eins hat den realen Imbis "Curry 54" in Magdeburg mit acht ferngesteuerten Kamerasystemen und über 20 Mikrofonen ausgestattet. So kann der komplette Alltag in Magdeburg authentisch und live dokumentiert werden: angeregte, tagesaktuelle Gespräche mit den Kunden am Tresen, Arbeitseifer in der Küche und betriebsame Hektik zur Mittagszeit. Die vermeintlichen Höhepunkte des Vortages werden dann im Fernsehen täglich zusammengefaßt, ergänzt durch Live-Schaltungen ins "Curry 54". Die Sendung trägt den Titel "Imbiss Live". Sie wird ab dem 29. September 2008, montags bis freitags um 17.15 Uhr bei kabel eins im Fernsehen ausgetrahlt, aber bereits ab 15. September 2008 rund um die Uhr auf kabeleins.de

Olaf Bernhardt, der Betreiber des "Curry 54" hat auch einen Blog, in dem er täglich das Neuste aus dem "Curry 54" erzählt. In einem Forum können sich die User untereinander über die Geschehnisse im "Curry 54" austauschen. Einen Eindruck von den Räumlichkeiten kann man sich per virtuellem Rundgang machen. Am Ende der Fernsehsendung steht Olaf Bernhardt eine Stunde lang den Usern Rede und Antwort - direkt aus der Pommesbude, während des laufenden Betriebs!

Das Konzept und die Technik für diese Sendung wurde von der earth television network GmbH entwickelt, einem Unternehmen der Telcast Media Group, im Auftrag von kabel eins.

Es stellt sich natürlich die Frage, ob das wirkliche Leben so spannend ist wie Fernsehsendungen, die zwar in Kneipen spielen, aber auf Drehbüchern basieren, wie etwa Dittsche und andere Fernsehkneipen.

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Kommentare:
das cafe nirvana lebt immer noch, nur inzwischen auf anderer domain:

http://www.cafe-nirvana.de

:-)
 
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