Gastgewerbe Gedankensplitter



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Freitag, Oktober 17, 2008

Allmendegut.

Was fällt Ihnen bei auf, wenn Sie sich die Antwort des Bundestagsabgeordneten Ulrich Kelber (SPD) auf eine "Frage von Peter Kanzow", in: Abgeordnetenwatch, durchlesen?

Mir ist aufgefallen:
  • Auf den ersten Blick könnte man meinen, der Herr Abgeordnete sei ein kompetenter Wirtschaftswissenschaftler, so obergescheit kommt seine Antwort daher. In Wahrheit hat er den Kern der Antwort, ohne darauf hinzuweisen, aus Wikipedia geklaut: "Allmendegut".
  • Das unausgewiesene Wikipedia-Zitat paßt als Antwort nicht zur Frage (was demonstriert, daß man auch für copy & paste nicht zu blöde sein sollte):
    • Gaststättenbesuche sind keine Güter, zu denen der Zutritt nicht begrenzt ist. Jeder, der in einer angesagten Gaststätte, ohne einen Tisch reserviert zu haben, versucht hat, essen zu gehen, weiß das und jeder, der erfolglos versucht hat, in eine angesagte Diskothek eingelassen zu werden, auch. Die Tatsache, daß die meisten Gaststätten aus Kostengründen darauf verzichten, den Einlaß zu kontrollieren, sollte nicht dazu verleiten, Gaststätten mit öffentlichen Straßen zu verwechseln. Eine fehlende Einlaßkontrolle bedeutet nicht, daß jeder, der eintreten kann, auch bedient werden muß. Der Gastronom ist frei, jemanden zu bedienen oder auch nicht.
    • Auch die für Allmendegüter charakteristische Rivalität ist bei Gaststättenbesuchen meist nicht gegeben. Im Gegenteil freuen sich Stammgäste, andere Stammgäste wiederzusehen. Man geht geradezu in Kneipen, um andere Menschen zu treffen oder kennenzulernen. Und wer mag schon in einem halbleeren Restaurant speisen? Vergleiche hierzu: Gary S. Becker: A Note on Restaurant Pricing and Other Examples of Social Influences on Price, 1991). Der Nobelpreisträger und Ökonom Gary S. Becker hat als erster den sozialen Charakter eines Gaststättenbesuchs formal in ein Modell gepackt.
  • Der Herr Abgeordnete verletzt mit der Veröffentlichung eines Zitats aus Wikipedia ohne Quellenangabe die Wikipedia-Lizenzbestimmungen und verstößt gegen das Urheberrecht.

Kommentare:
Selten so einen Blödsinn gelesen. Weil ein Begriff in Wikioedia definiert ist, muss man bei seiner Verwendung Wikipedia als Quelle angeben?
 
Ja. Der Punkt ist nicht, dass der Begriff bei Wikipedia definiert ist, sondern daß der Autor (Bundestagsabgeordnete) diese Definition zitiert oder - darüber kann man sich streiten - diesen Text (Definition) verwendet.

Wenn es sich um ein (nicht ausgewiesenes Zitat) handelt sollten, ist nach dem Urheberrecht die Quelle zu nennen.

Wenn man komplette Beiträge verwendet, gelten die Lizenzbestimmungen von von Wikipedia. Wikipedia schreibt dazu:
"Diese Lizenz erlaubt es, Artikel aus der Wikipedia anderswo zu verwenden, ohne die Zustimmung der jeweiligen Urheber einholen zu müssen. Dafür sind jedoch die Lizenzbedingungen der GNU FDL zu beachten."

Wikipedia schlägt dabei folgende Formulierung vor:

"Dieser Artikel basiert auf dem Artikel XYZ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar."

* "XYZ" sollte ein direkter Link auf den entsprechenden Artikel in der Wikipedia sein.
* "Wikipedia" sollte ein direkter Link auf die deutschsprachige Wikipedia-Hauptseite sein.
* "GNU-Lizenz für freie Dokumentation" muss auf eine lokale Kopie der Lizenz verlinken.
* "Liste der Autoren" sollte ein direkter Link auf die Versionsgeschichte des jeweiligen Artikels sein (Die Linksyntax ist obigem Beispiel entnehmbar)."
 
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