Gastgewerbe Gedankensplitter



« Home | Kinder malen fuer die Kinderkarte. » | Wenig Hoteliers bei Xing. » | Pierre Nierhaus spricht auf Russian Foodservice Fo... » | Auf Abwegen. » | Hotels: Suchmaschinen veraendern das Buchungsverha... » | Mit Busreisegruppen raus aus den Schulden. » | Passivraucherschutz fuer Auszubildende in Oesterre... » | Gasthaus Rudolph Blog. » | Wein in der Gastronomie: Was "in" ist und was "out... » | FIZZZ Award 2008. »


Donnerstag, Oktober 23, 2008

Bavaria blu.

Der bloggende Metzgermeister Ludger Freese soll im Auftrag eines Kunden einen Geschenkkorb mit bayerischen Spezialitäten zusammenstellen und packt Käse der Marke "Bavaria Blu" hinein: "Ein Bayer aus Vilsbek", in: Essen kommen! vom 23. Oktober 2008. Er fragt zudem:
"Jetzt bin ich aber gespannt, was meine bayrischen Kollegen dazu sagen werden…"
Nun, ich bin zwar kein Bayer, sondern ein nach Franken zugewanderter Rheinhesse mit ostfriesischen Wurzeln, aber beim Edelschimmelkäse "Bavaria Blu" komme ich trotz seines Namens nicht unbedingt auf die Idee, es handele sich um eine für Bayern typische Spezialität. Warum heißt "Bavaria Blu" eigentlich so?

1902 gründete ein gewisser Basil Weixler eine kleine Dorfkäserei. In den 20er Jahren entwickelte er einen Käse aus Kuhmilch, der dem damals angesagten französischen Edelschimmelkäse Roquefort (aus Schafsmilch) ähnlich war. Er nannte ihn "bayerischer Gebirgs-Roquefort", was ihm flugs einen Gerichtsprozeß einbrachte, der acht Jahre dauerte. Dieser Prozeß steigerte seine Bekanntheit und die juristiche Niederlage seine Popularität, zumal ein Deutscher, der von den Erbfeinden aus Frankreich verklagt wird, in den damaligen Nachkriegszeiten nicht gerade unbeliebt gewesen ist. Der Käse wurde nach der juristischen Niederlage zuerst in "Bergader Edelpilz" umbenannt und erhielt 1972 die Markenbezeichnung "Bavaria blu". Mehr über die Geschichte der Bergader Privatkäse GmbH: 100 Jahre Bergader - 100 Jahre mit Leib und Seele Privatkäserei .

Als typisch bayerischen Käse bzw. Käsezubereitung hätte Ludger Freese z.B. einen "Obatzten" in den Geschenkkorb legen können.

Labels: