Gastgewerbe Gedankensplitter



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Montag, Oktober 27, 2008

Halloween.

Wenn es nach dem Willen der katholischen Mullahs geht, müssen Gäste, die Halloween feiern wollen, Punkt Mitternacht in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November auf Musik verzichten. Siehe dazu: "Warum Hochwürden die Partygemeinde kritisiert", in: Münchener Merkur vom 24. Oktober 2008.

Das Verbot, das Tanzbein zu schwingen, steht nicht in der Scharia, sondern im Bayerischen Feiertagsgesetz. Siehe dazu auch unseren Beitrag zum analogen Thema "Karfreitag".

Die Kritik von Feierwilligen, Veranstaltern und Gastronomen macht sich dabei weniger daran fest, daß Allerheiligen still gefeiert werden soll. Genervt sind sie von der Weltsicht der Sesselfurzer, die auf den formalen Standpunkt beharren, Allerheiligen beginne am 1. November 2008 um Punkt Mitternacht.
"Dem ernsten Charakter des stillen Tages nicht entsprechende Veranstaltungen, die am Vorabend begonnen haben, sind daher mit Beginn des stillen Tages um 0.00 Uhr einzustellen"
heißt es in einer Antwort des Innenministeriums auf die Anfrage des Verbandes der Münchner Kulturveranstalter e.V., der rund zwanzig Münchner Konzertveranstalter und Hallenbetreiber vertritt.

Daß man dies auch anders regeln kann, wenn man will, sieht man an der Silvesternacht. So können umsatzsteuerlich Umsätze, die in dieser Nacht erzielt werden, noch als Umsätze vom 31. Dezember verbucht werden. Dahinter steht die vernünftige Überlegung, daß Menschen üblicherweise Aktivitäten in Nächten, die über Mitternacht andauern, noch dem vorherigen Kalenderdatum zuordnen. Fernsehzeitschriften gliedern Fernsehprogramme ja auch so, daß sie das Programm ab Mitternacht noch dem Vortage zuordnen. Und man muß in Hotels, in denen man übernachtet, ja auch pro Nacht bezahlen und nicht für jede Nacht zwei Tage buchen.

Dies hat der Gesetzgeber bis 2005 auch so gesehen. Bis dahin begann die vorgeschriebene Ruhezeit erst mit der Sperrstunde. Die Änderung erfolgte in Zusammenhang mit der Aufhebung der früheren Sperrzeitenregelungen. Vernünftiger wräe es gewesen, den Beginn auf den Beginn der "Putzstunde" zu legen, also auf 5 Uhr in der Früh.

Im Feiertagsgesetz steht:
"An den stillen Tagen sind öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen nur dann erlaubt, wenn der diesen Tagen entsprechende ernste Charakter gewahrt ist."
Einige Veranstalter wollen diese Regelung umgehen, indem sie ihre Unterhaltungsveranstaltungen als "nicht öffentlich" gestalten. Siehe dazu: "Halloween: Kippt jetzt auch das Tanzverbot?", in: tz vom 9. Oktober 2008.

Rechtlich ist die Chose nicht ganz so einfach zu beurteilen. Siehe dazu auch meinen früheren Beitrag über den schillernden Begriff der Öffentlichkeit: "Gaststaetten sind keine oeffentlichen Raeume".

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