Gastgewerbe Gedankensplitter



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Sonntag, Oktober 26, 2008

InFranken.de.

Der Markt der Regionalzeitungen konsolidiert:
  • Im Westen versucht die WAZ-Gruppe, in ihren diversen Blätter Kosten zu sparen, Inhalte besser zu verwerten und gemeinsam zu nutzen, statt ähnliche Inhalte in mehreren Redaktionen zu erstellen. Siehe dazu: "WAZ verschärft Sparkurs drastisch", in: Horizont vom 24. Oktober 2008.
  • Ähnliches versuchen David Montgomery mit seiner Zeitungsgruppe rund um die "Berliner Zeitung" (siehe eta: "Sparen beim 'Berliner Kurier': Politikredaktion gestrichen", in: Die Presse vom 20. Oktober 2008) und
  • der Verlag M. Dumont Schaumberg bei der "Frankfurter Rundschau" und weiteren Zeitungen seines Imperiums.
Aber auch kleinere Konglomerate von lokalen Tageszeitungen versuchen zu konsolidieren. Jüngstes Beispiel ist der Launch der Website InFranken.de. Dieses Portal vereint die Tageszeitungen und sonstigen Verlagsprodukte der Fränkischer Tag GmbH & Co. KG in Bamberg, insbesondere drei Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von zusammen etwa 100.000:
  • Fränkischer Tag (Bamberg)
  • Bayerische Rundschau (Kulmbach)
  • Coburger Tagblatt
Das Medienhaus Fränkischer Tag / Baumann vereint in einer Mediengruppe die Geschäftsfelder Zeitungs- und Anzeigenblattverlage, Rollen- und Bogenoffset-Druck, Buch- und Fachverlage, elektronische Medien sowie Post und Logistik (insgesamt rund 850 Mitarbeiter und 100 Millionen Umsatz per anno).

Auffällig an diesem neuen Portal, wenn auch von technologisch fortgeschritteneren Portalen bereits realisiert, sind folgende Besonderheiten:
  • Die Nachrichten werden mit verwandten Artikeln verknüpft und mit weiterführenden Informationen, Bildern und Videos angereichert. Um das Videoangebot auszuweiten, macht man es anders wie die WAZ, die mit dem WDR kooperiert: Alle freien Mitarbeiter der drei Tageszeitungen sind nunmehr mit Videokameras ausgestattet und gehalten, auch Videos zu liefern.
  • Die Redaktionen der drei Tageszeitungen bleiben erhalten (ob im bisherigen Umfang wird nicht verraten). Ihre Beiträge fließen in InFranken.de ein.
  • Die bisherigen Portale der drei Tageszeitungen verschwinden. Wer z.B. Fraenkische-Tag.de aufruft, wird automatisch auf Infranken.de weitergeleitet. Dies führt sicherlich zu geringeren Wartungskosten im Vergleich zu drei unabhängigen Websites, aber auch zu einem höheren Traffic, der eine bessere Vermarktung von Anzeigen erlaubt, zumindest bei den Inserenten, die große Volumina bevorzugen.
  • Man setzt dummerweise weiterhin auf E-Paper, also ein spezielles Format mit kostenpflichtigen Zugang, mit dem versucht wird, das Erscheinungsbild der Druckausgabe eins zu eins online umzusetzen. Der kostenpflichtige Zugang kostet für Abonnenten der Druckausgabe 2,50 Euro, für ander 17,50 Euro im Monat.
  • Man hört ja gelegentlich den Spruch, im Laufe seines Lebens werde jeder Bürger wenigstens einmal im Leben in einer Tageszeitung im Bild verewigt. Und alle Tageszeitungen versuchen möglichst viele Menschen ihres Verbreitungsgebietes abzubilden. Ideal dafür sind Gruppenfotos aller Art. Wer sich selbst in der Fotodatenbank ("Mediathek") von Infranken.de entdeckt, kann dieses Foto als E-Card versenden oder als Fotoabzug oder auf T-Shirts, Tassen und vielem mehr bestellen.
  • Als Navigationselement des Web 2.0 wird ein "Tagcloud" verwendet (auch wenn sowas selten funktioniert und eigentlich schon wieder "out" ist).
  • User haben die Möglichkeit, ihre Titelseite individuell einzustellen. Man kann Nachrichtenthemen, die persönlich interessieren, mit einem Pfeil "nach oben" an den Anfang stellen, andere "nach unten" wandern lassen. Die Anzahl der Nachrichten uninteressanter Themengebiete kann man vermindern, andere vermehren. Die personalisierten Einstellungen werden per Cookies gespeichert. Alles Features, die etwa Google News seit Jahren besitzt. Geplant ist das Feature individualisierbarer Seiten für angemeldete Mitglieder (ohne Cookies).
  • Es gibt - das 21. Jahrhundert läßt grüßen - sogar einen Blog InFranken.de.
Aus gastronomischer Sicht ist diese Konzentration von Tageszeitungen nicht nur positiv zu sehen. Zwar erhöht sich damit die rechnerische Reichweite. Doch oftmals ist sogar schon die Reichweite kleiner Lokalzeitungen viel größer als das Einzugsgebiet der Gäste. Siehe dazu meinen früheren Beitrag: "Nachbarn als Touristen und Gaeste". Tageszeitungen mit erweiterten Einzugsgebieten kommen deshalb in vielen Fällen als Werbemedium für die Gastronomie nur noch in Frage, wenn sie es zulassen, daß
  • in Teilauflagen der Druckausgabe geworben wird. Traditionel geschieht dies durch Beilagen. Angebote von Tageszeitungen, unterschiedliche Teilauflagen, etwa auf der Ebene von Postzustellbezirken, zu drucken, sind mir nicht bekannt.
  • Online-Inserate auf Teilbereiche der Websites begrenzt oder textsensitive Anzeigen geschaltet schalten werden können oder Anzeigen, die nur erscheinen, wenn Nutzer mit bestimmten, vorausgewählten Eigenheiten dei Seiten nutzen.
Ansonsten sollte man Medien und Werbemittel wählen, deren Verbreitungsgebiet mit dem Zielgebiet übereinstimmen, etwa Stadtteilzeitungen, oder Medien für bestimmte Zielgruppen wie Hochschulzeitungen, Sportvereinsblätter usw. Oder man verteilt Flyer direkt in die Briefkästen des Zielgebiets oder läßt sie verteilen. Siehe dazu meinen früheren Beitrag "Auf gute Nachbarschaft".

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