Gastgewerbe Gedankensplitter



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Freitag, Oktober 10, 2008

Not in my house.

Michael Stürmer kommentiert in blumigen Worten in der "Welt" vom 10. Oktober 2008 die erklärte Absicht Seehofers, das Rauchverbot in Bayern zu lockern ("Neuer Qualm an alten Tischen").

Mit dem Rauchverbot habe die CSU "die rote Linie der Stammwähler überschritten". Das mochte in städtischen Restaurants und Bistros noch angehen (das sehe ich anders). Manche Restaurants, die in Erlangen und Würzburg leichte Kost servieren, hätten gar steigende Umsätze gemeldet (dabei handelt es sich aber, möchte ich ergänzen, in den meisten Fällen um solche Gaststätten, die ohnehin auf ein freiwilliges Rauchverbot gesetzt haben).

Aber im ländlichen Bayern habe man das anders gesehen:
"Dort, wo der 'Neue Wirt' schon hundert Jahre an derselben Stelle das Bier ausschenkt, ist der Eichentisch in der Wirtschaft den Bayern das, was den Römern das Forum Romanum war. Da wird erzählt, geklatscht, intrigiert, auf den Tisch gehauen, gelacht, getrunken - und geraucht. Und wer das gestandenen Mannsbildern verwehren will, der ist ihr Feind. Die Altbayern sehen einen neuen Montgelas am Werk, der einst mit harter Hand von oben das moderne Bayern zusammenfügte. In den fränkischen Gauen dagegen erkannte man im Rauchverbot nur wieder eine neue Schikane der Münchner Herren, die den Franken nicht die Steuern gönnen und nicht den Rauch über dem Wirtshaustisch."
Meines Erachtens ist die Empörung der rauchenden und nichtrauchenden Gästen über den gescheiterten, weitgehend ignorierten Versuch einer bürokratischen Gängelung nur ein Aspekt des erfolgreichen Widerstands gegen das Rauchverbot in der Gastronomie. Wenigstens genauso wichtig ist der meinungsbildende Einfluß der Gastronomen und ihrer Mitarbeiter, tagtäglich an den Tresen und Tischen. In der Sprache eines Basketball-Fans:
"Not in my house!"
Die Gastronomen sollten sich daran erinnern, wenn es gilt, andere Forderungen durchzusetzen.

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