Gastgewerbe Gedankensplitter



« Home | Der richtige Gast. » | Fehlerteufel. » | Delegiertenversammlung des DEHOGA Thueringen. » | Servicekraft per Doku-Soap gesucht. » | Catering von Wohlfahrtsverbaenden. » | Herr Ober! » | Brasilianische Biersommelière verkostet 688 Biere ... » | Good Beeer Guide Germany. » | Studenten spielen Mensa-Koeche. » | Titelhelden. »


Dienstag, Oktober 21, 2008

Restaurant Amador: Verriss und Replik.

Jörg Meyer empfiehlt in seinem Beitrag "Gastrokritiker & Molekulare Küche", in: Bitters Blog, sich eine Restaurantkritik, oder sagen wir besser einen polemischen Verriß des Restaurants "Amador" in Langen von Christopher Teuner: "Alete reloaded", in: Frankfurter Rundschau vom 13. Oktober 2008, und die Replik von Juan Amador ("Juan Amadors Antwort", in: Gourmet-report.de vom 18. Oktober 2008) durchzulesen. Ich schließe mich ihm an.

Mich stört in der Restaurantkritik auch einiges:
  • Die wenig schmeichelnde Beschreibung von Details des Aussehen der Gastronomin ist nicht nur unhöflich, sondern auch vollkommen überflüssig.
  • Die Kritik: "Kaum sitze ich, kommen sie auch bei mir, in irrwitzigem Tempo. Die Amador-Leute wollen erreichen, dass ab dem ersten Fischgang alle Gäste im Gleichtakt essen." Ich kann gut nachvollziehen, daß bei einem großen Menü Küche und Service allen Gästen gleichzeitig den jeweiligen Gang servieren wollen. Auch für mich als Gast ist es angenehm, wenn alle Gäste gleichzeitig den selben Gang bekommen. Die Spannung, was noch kommt bzw. wie das aussieht, bleibt erhalten, wenn der Nachbartisch nicht vorauseilt. Man muß sich nicht mehrmals anhören, wie der Gang beschrieben wird und man kann sich besser darüber unterhalten, wie der jeweilige Gang schmeckt. Natürlich sollte der gemeinsame Beginn den Gästen auch kommuniziert werden, damit alle rechtzeitig eintreffen, und es sollte möglich sein, einzelne Gänge auszulassen oder, etwa wenn man Vegetarier ist, einen Ersatz zu bekommen. Falls man sich verspätetet, steigt man halt bei einem späteren Gang ein.
  • Die Fragen, die am Ende der Restaurantkritik stehen, kann man stellen. Aber man sollte sie nicht dem Leser stellen, der sie nicht beantworten kann, sondern dem Gastronom bzw. Küchenchef, und die Antworten zu einem vernünftigen Artikel verarbeiten. Es ist ein bekannter Trick fauler Journalisten, offene Fragen in den Raum zu stellen, statt zu recherchieren.
Zu den am Streit beteiligten Personen:
  • Christoph Teuner ist Chefmoderator bei n-tv, nach eigenen Angaben seit mehr als 20 Jahren leidenschaftlicher Hobbykoch und Esser. Er schreibt eine wöchentliche Tischkolumne. Lesen Sie mehr über seine Ansichten in einem Interview von n-tv: "Christoph Teuner im Gespräch" vom 3. Oktober 2008.
  • Juan Amador, ein Sohn spanischer Gastarbeiter, gehört zu den wenigen Drei-Sterne-Köchen in Deutschland (Michelin-Führer 2008). Mehr über "Juan Amador", in: Wikipedia.

Labels: