Gastgewerbe Gedankensplitter



« Home | Schadenersatz bei Stornierung eines Catering-Auftr... » | Die beliebtesten Speisen in Taipei. » | Sashimi anrichten. » | Deutscher Presserat moechte Anbieter von Telemedie... » | Schnaeppchenjaeger. » | Meeresrauschen. » | The Vanishing Newspaper. » | Uebernimmt die Radeberger Gruppe Inbev Deutschland... » | Maechenitaliener. » | Der Chefredakteur der "Absatzwirtschaft" bloggt. »


Sonntag, November 09, 2008

Biere vorab verkosten.

Die österreichische Brauerei Hirt in Kärnten lud vor einer Woche 1000 Wirte zum Verkosten ihres diesjährigen Bockbieres ein, das am 28. November offizielle angestochen wird: "Ein Bier, dem man Hörner aufsetzt", in: Die Kleine Zeitung vom 8. November 2008.

Die Idee, Stammkunden bzw. in diesem Fall Verantwortliche im Vertriebskanal Gastronomie, von Produkten bereits im Reifeprozess kosten zu lassen, wird noch viel zu selten - nicht nur bei Bieren - genutzt. Eine solche Vorverkostung fördert auch das Bewußtsein, daß sich Lebensmittel im Prozeß ihrer Herstellung verändern. Ein Bier schmeckt in der Reifelagerung, aber auch danach mit geringeren Nuancen, jeden Tag ein wenig anders.

In einigen der Brauereien, von denen ich Bier beziehe, läuft sowas eher informell ab. Ich fahre z.B. halt mal zum Essen in den Brauereigasthof Grasser in Huppendorf, esse dort Wild oder einen Schweinebraten, der Bräu zapft mir ein Seidla seinen Kathreinbocks aus dem Lagertank, der am 19. November in der Brauerei und in meinem Café Abseits angestochen wird und wir können darüber quatschen, wie er denn in diesem Jahr schmeckt bzw schmecken wird. Der Braumeister und Inhaber der Brauerei Haberstumpf im ca. 40 Kilometer entfernten Trebgast gibt, wenn ich keine Zeit habe für den Weg zu ihm, einem seiner Stammgäste, die nach Bamberg fahren, einfach einen 2-Liter-Syphon des Bockbieres für mich mit, direkt abgefüllt aus dem Lagertank. Natürlich trink ich das nicht alles selbst, sondern biete auch meinen Gästen, die auf Bockbier besonders stehen, einen Probierschluck an.

Auch eine Bamberger Brauerei, deren Namen ich nicht verraten will, lädt Stammgäste informell ein, ihre Bockbiere vorab zu verkosten. Die einzige Gefahr, die ich sehe, ist, daß Gäste, die sich als Stammgäste fühlen, aber nicht eingeladen werden, sich zurückgesetzt fühlen können. Deshalb mein Tip: Überlassen Sie es den Gästen, sich als Stammgast zu definieren. Kündigen Sie solche Verkostungstermine an und verlangen Sie einen "Unkostenbeitrag". Dann kann jeder für sich entscheiden, ob er mit dabei sein will. Man kann als Brauerei dann ja immer noch besonderen Gästen, etwa Gastronomen und Journalisten, unter der Hand den Eintrittspreis erlassen.

Labels: ,