Gastgewerbe Gedankensplitter



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Donnerstag, November 27, 2008

BioFach 2009: Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung auch bei Bio-Wein.

Vom 19. bis 22. Februar 2009 werden zu den Weltleitmessen BioFach für Bio-Produkte und Vivaness für Naturkosmetik und Wellness rund 2.900 Aussteller und erneut mehr als 46.000 Fachbesucher erwartet. Auch 2009 verspricht die BioFach Vielfalt, Qualität und Genuss im Wachstumssegment Wein.

347 Weinaussteller aus 23 Nationen präsentierten 2008 ihre Spitzenweine aus kontrolliert biologischem Anbau dem interessierten Fachpublikum. 2009 wird mit einem Zuwachs von 10% im Angebotssegment Wein gerechnet. Beim Internationalen Bio-Weinpreis konnten Winzer aus aller Welt ihre edlen Tropfen bereits am 22. und 23. November 2008 ins Rennen um eine der begehrten Auszeichnungen schicken. Eine Jury aus rund 40 Degustatoren verkostete die 510 eingereichten Weine aus 13 Ländern.

Südeuropäische Tropfen verkaufen sich im Bereich der internationalen Bio-Weine im deutschen Handel am besten. Nach wie vor bestimmen die großen Weinbauländer Italien, Frankreich und Spanien den Absatz beim Bio-Wein. Dieser Trend entspricht den Präferenzen der Verbraucher bei den konventionell hergestellten Weinen. Doch auch Weine aus der Neuen Welt, unter anderem aus Südamerika und Südafrika, finden in der Bio-Branche immer mehr Anhänger. Besonders positiv ist im Vergleich zu anderen Abverkaufsschienen die Resonanz im LEH und im Discount.

Im Naturkosteinzelhandel und klassischen Weinfachhandel gibt es unter anderem wegen der langen Transportwege dagegen immer noch Bedenken gegenüber Weinen aus Übersee. Die Ökobilanz der Weine aus Übersee ist jedoch oftmals besser als ihr Ruf. In Bio-Supermärkten lässt sich bei diesen bereits eine Absatzsteigerung feststellen.

Öko und Fair: Aufwind bei Weinen aus Übersee

Die Nachfrage nach Bio-Wein aus fairem Handel steigt besonders bei Wein aus Südafrika und Argentinien. Die beiden Länder verzeichnen derzeit insgesamt die stärkste Verkaufsentwicklung bei Weinen aus der Neuen Welt. Kalifornien und Australien entwickeln sich positiv, Chile ist im Vergleich zu früheren Jahren etwas abgefallen. Bio-Wein aus Neuseeland wird vor allem im englischsprachigen Raum gerne gekauft.

Betrachtet man die Entwicklung in den einzelnen Übersee-Ländern, werden in Chile und Argentinien mit jeweils etwa 2.000 Hektar knapp 2 % der Anbaufläche ökologisch bewirtschaftet. In Chile befinden sich zwar noch viele Flächen in der Umstellung, jedoch zeichnet sich dort bei den großen Erzeugern ein echter Bio-Boom ab. Mit einer stärkeren Vermarktung ist allerdings erst zu Beginn des neuen Jahrzehnts zu rechnen. Ähnliches gilt auch für Argentinien. Dort steigt jedoch die Zahl der kleineren Erzeuger.

In Südafrika wächst zwar die Zahl der Betriebe, die auf Bio-Weinbau umstellen, bisher werden jedoch noch unter 1 % Rebfläche ökologisch bewirtschaftet.
"Vor allem Naturschutz und der Erhalt der Biodiversität spielen eine wichtige Rolle. Diese sowie die Auswirkungen unseres Handelns auf die natürlichen Lebensräume des Menschen und die Landwirtschaft sind jedoch komplexe Themen, die dem Handel und den Konsumenten oft noch schwer zu vermitteln sind"
erläutert Petra Mayer vom deutschen Informationsbüro für südafrikanische Weine.
"Immer wichtiger werden Verantwortungsbewusstsein, nachhaltiges Handeln, soziales Engagement und Klimaschutz."
Bio-Wein im Sonnenstaat Kalifornien

In Kalifornien findet aktuell eine bemerkenswerte Bio-Offensive statt. Immer mehr Weingüter setzen auf Solardächer, Windräder und ökologisches Baumaterial. Zudem werden oft Schafe, Ziegen oder Hühner gehalten, um die Weinberge auf umweltfreundliche Art zu düngen und von unerwünschtem Wuchs freizuhalten.
"Für kalifornische Winzer ist ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur Selbstverpflichtung und nicht bloßes Marketing-Instrument. Weingüter wie zum Beispiel Fetzer und Bonterra, Parducci, das erste CO2-neutral wirtschaftende Weingut in den USA, sowie der bio-dynamisch arbeitende Betrieb Quivira verfolgen ihre Philosophie schon seit vielen Jahren vollkommen unabhängig vom aktuellen Bio-Boom"
meint dazu Christine Berthold vom Deutschlandbüro des California Wine Institute. Derzeit werden über 4.000 ha oder rund 2 % der kalifornischen Rebflächen nach Bio-Richtlinien bewirtschaftet, wobei der Anteil des bio-dynamischen Anbaus besonders stark wächst.

Neben der grünen Energie ist auch die Kohlendioxid-Emission ein wichtiges Thema. Das California Wine Institute hat in Zusammenarbeit mit Weinverbänden aus Australien, Neuseeland und Südafrika daher ein internationales Greenhouse Gas Accounting Protocol entwickelt, das es jedem Winzer weltweit ermöglicht, den "ökologischen Fußabdruck" seines Weingutes zu errechnen. Obwohl die Kohlendioxid-Emissionen im Weinbau gering sind, wird auch dort das Thema immer wichtiger.

Mit diesem Schritt werden zudem die Ziele des Staates Kalifornien unterstützt, den Ausstoß von Treibgas bis zum Jahr 2020 auf das Niveau von 1990 zu reduzieren.

(Quelle: Pressemitteilung der NürnbergMesse).

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