Gastgewerbe Gedankensplitter



« Home | Mein Restaurant: Restaurantkritiken bei Qype. » | Europeana. » | 1,2,3: Qualitaetsjournalismus à la Stern. » | Plagiarismus Checker. » | Finanzaemter wollen in Businessplaenen schnueffeln... » | Brauereien in MySpace. » | Migrantenquote. » | LPV uebernimmt "Top Hotel". » | Juergen Schiller, Restaurantkritiker. » | Bitterpulver. »


Dienstag, November 25, 2008

Gegen die Wirtschaftskrise: Endlich die Mehrwertsteuer senken.

Die Kommission der Europäischen Union fordert von ihren Mitgliedsstaaten eine vorübergehende und deutliche Absenkung der Mehrwertsteuer: "EU fordert: Mehrwertsteuer runter", in: Handelsblatt vom 25. November 2008.

Nicht nur aus Branchenegoismus bin ich stattdessen für eine dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer für gastgewerbliche Produkte und Dienstleistungen auf den niedrigeren Mehrwertsteuer von zur Zeit 7 Prozent in Deutschland. Warum?
  • Das Gastgewerbe, insbesondere die Gastronomie, ist sehr personalintensiv. Gastronomen und Hoteliers fackeln bei Investitionsentscheidungen nicht lange. Eine Senkung der Mehrwertsteuer führt zu niedrigeren Preisen, zu höherer Nachfrage, zu steigendem Personaleinsatz (der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband geht von 70.000 neuen Arbeitsplätzen aus) bzw. zu steigenden Gewinnerwartungen, einer Ausweitung der Kapazitäten und zu schnellen Investitionen. Zudem gibt es einen Investitionsstau. Vielen Gastronomen und Hoteliers fehlen seit Jahren die Gewinne, um zu renovieren und Ersatzinvestitionen zu tätigen.
  • Eine Absenkung der Mehrwertsteuer für unsere Branche gleicht den Wettbewerbsnachteil im Vergleich zu den anderen europäischen Ländern aus. Der Deutschland-Tourismus von Inländern und Ausländern wird angeregt. Deutschland profitiert auch als Standort von Messen und Veranstaltungen, da die Nebenkosten für Aussteller und Besucher sinken.
  • Anders als Subventionen für einzelne Automobilunternehmen und Banken wirkt die Absenkung der Mehrwertsteuer für Gaststätten und Hotels in die Fläche hinein, bis zur Dorfgaststätte.
  • Gastronomen und Hotelliers kaufen in der Regel vor Ort ein. So wirkt sich der konjunkturelle Impuls bis in die letzte Ecke Deutschlands aus.
  • Gastronomen und Hoteliers beschäftigen überdurchschnittlich wenig niedrig qualifizierte Arbeitnehmer, insbesondere Migranten, Auslandsdeutsche, Berufseinsteiger, junge Frauen, Langzeitarbeitslose und andere Menschen mit weniger Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Der Effekt auf die Beschäftigung ist im Gastgewerbe pro Euro Steuerausfall größer als in anderen Branchen und hilft genau den Arbeitnehmern, die schwierig zu vermitteln sind.
Siehe dazu auch: "DEHOGA begruesst Mehrwertsteuer-Initiative der EU-Kommission" vom 29. Juni 2008.

Siehe dazu auch: "Die Wirtschaftskrise ist vorbei!!!", in: marketing-blog.bizz vom 25. November 2008.

Labels: