Gastgewerbe Gedankensplitter



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Dienstag, November 25, 2008

Hoellen-Pflaume: Fehler bei der Markteinfuehrung.

2002 hat das oberfränkische Familienunternehmen Höllensprudel "Höllen Pflaume" auf den Markt gebracht. Hergestellt auf der Basis von natürlichem Höllensprudel Mineralwasser ohne Zucker- oder Süßstoff-Zusatz, enthält dieser Fitness-Drink eine spezielle Wirkstoffkombination von neun verschiedenen Fruchtauszügen und Pflanzenextrakten in ausgewogener Mischung. Neben Zitrone, Apfel, Holunder und natürlich Pflaume – sämtlich mit hohem Vitamingehalt – sorgen vor allem Zutaten wie Melisse, Ginseng, Malve und Brennessel für ein hoch antioxidatives Potential und damit für die Stärkung des Immunsystems. Angeboten wurde Höllen Pflaume ausschließlich in der 0,7-l-Mineralbrunnenflasche mit dem charakteristischen Perlendesign.

Ich habe dieses Getränk durch einen Zufall entdeckt. Auf einer Hausmesse des Getränkefachgroßhändlers Sagasser in Coburg habe ich im Frühjahr 2005, nachdem eine Frage nach Innovationen mir am Stand von Höllensprudel abschlägig beschieden worden ist, mich nicht davon abhalten lassen, am Stand rumzustöbern und in der hintersten Ecke die "Höllen Pflaume" entdeckt, kurzentschlossen probiert und dann in meinem Bamberger Café Abseits eingeführt. Siehe dazu auch: "Hoellen-Pflaume" vom 2005.

Die "Höllen Pflaume" ist wie viele Limonaden für Erwachsene zu süß. Die meisten Limonadenhersteller spinnen und süßen für den vermeintlichen Kindermarkt zu stark. Bionade ist eine der ersten Ausnahmen gewesen, auch ein Grund für deren Erfolg. Auf meine Anregungen, die Süße zu reduzieren hat man nicht reagiert. Ich habe die "Höllen Pflaume" deshalb auch mit Wasser verdünnt als Schorle angeboten.

Die "Höllen Pflaume" ist, vor allem als Schorle, bei uns gut gelaufen. Sie wird dummerweise in der Gastronomie höchst selten angeboten, obwohl sie sich mit einem überdurchschnittlich guten Deckungsbeitrag kalkulieren läßt.

Jedesmal, wenn ich einen Aussendienstmitarbeiter von Höllensprudel getroffen habe, habe ich auf die Attraktivität dieses Produktes für die Gastronomie hingewiesen und angeregt, dieses Produkt dort verstärkt anzubieten. Passiert ist nichts.

Heute habe ich von meinem Getränkefachgroßhändler erfahren, daß dieses Produkt nicht mehr lieferbar ist. Auf der Website von "Höllensprudel" ist es schon verschwunden. Jetzt kann ich nur noch hoffen, irgendwo ein paar Kisten davon aufzutreiben. Die letzte Abfüllung hat ein Mindesthaltbarkeitsdatum März 2009. Vielleicht gibt es einen anderen Mineralbrunnen, der in die Lücke einsteigt...

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