Gastgewerbe Gedankensplitter



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Montag, November 24, 2008

Mein Restaurant: Restaurantkritiken bei Qype.

Es ist schon erstaunlich, wie viele Besprechungen bzw. Kritiken die Restaurants, die im Rahmen der VOX-Doku-Soap "Mein Restaurant" eröffnet worden sind, in Meinungsportalen, wie z.B. Qype, schon bekommen. Siehe dazu eine Übersicht über alle Restaurants dieser Sendung bei Qype.

Graurocks in Hamburg bei Qype wurde sogar schon von 28 Qype-Mitgliedern besprochen. Das ist enorm viel, wenn man bedenkt, daß andere Gaststätten, die schon seit dem Qype-Start offen haben, wenn überhaupt, sehr wenige Kritiken haben. So gibt es für das berühmte "Schlenkerla in Bamberg nur 24 Besprechungen und das Münchener "Hofbräuhaus", das zudem um ein vielfaches mehr Sitzplätze aufweist als das "Graurocks", erst 39 Beprechungen.

Warum ist das so? Sicherlich sind diese Restaurants durch die Fernsehsendung viel bekannter als andere Restaurans. Aber dies allein kann nicht der Grund sein, daß ein so großer Anteil der Besucher sich auch zu Kritiken hinreißen lassen. Meine Vermutung:
  • Die Sendung, in der die Jury, Restaurantkritiker und auch die Restaurantbetreiber und -mitarbeiter sich kritisch äußern und über Mängel und Vorzüge der Restaurants laut nachdenken, provoziert Gäste dazu, auch ihre Meinung zu äußern.
  • In vielen Menschen steckt ein heimlicher Restaurantkritiker. Die Sendung attrahiert diesen Typus in besonderem Maße und provoziert, sich auch einmal als Restaurantkritiker zu versuchen. Gäste reisen teilweise Hunderte von Kilometern an, um sich den Betrieb anzuschauen, dort zu essen und sich darüber zu äußern.
  • Eventuell spielt auch die Hoffnung mit, selbst einmal im Fernsehen zu sehen zu sein.
Inhaltlich sind viele Kritiken konkret und detailliert. Sie zeichnen sehr unterschiedliche Bilder, was auch an der unterschiedlichen Tagesform der Mitarbeiter gelegen haben mag. Auf alle Fälle könnten die Betreiber daraus lernen und Checklisten extrahieren, was verbessert werden könnte.

Was kann man als "normaler" Existengründer in der Gastronomie und Gastronom daraus lernen? Es schadet nicht, kritisiert zu werden, Kritiken, Beschwerden, Besprechungen sind im Gegenteil äußerst hilfreich und bieten Anhaltspunkte zur Verbesserung. Man sollte Restaurantkritiker (Profis und selbsternannte) nicht fürchten, sondern eher darauf drängen, daß man kritisiert wird. Qype bietet kostenlos Aufkleber und Flyer an, mit denen man seine Gäste auf Qype aufmerksam machen und sie bitten kann, den eigenen Betrieb bei Qype zu kritisieren. Nicht ganz blöde ist es, die Flyer gezielt an solche Gäste zu verteilen, die sich im persönlichen Gespräch begeistert zeigen.

Man kann auch aus Einzelheiten der kritischen Beiträge etwas für den eigenen Betrieb lernen. So schreibt ein Gast:
"Um meiner Frau (und natürlich auch mir ;-)) eine besondere Freude zu unserem 30-jährigen Kennenlern- und 15. Hochzeitstag zu machen, wollten wir dies im Graurock's feiern. Da ich dies bei der Reservierung ausdrücklich erwähnt hatte, erwartete ich eigentlich eine kleine Geste der Aufmerksamkeit. War aber wohl durch den Stress nicht machbar. Schade!"
In der Tat sollte man Mitarbeiter, die Reservierungen entgegen nehmen, trainieren, auf scheinbar nebensächliche Äußerungen der Reservierenden zu achten und sich zu überlegen, wie man diese Information verwenden kann, den Restaurantbesuch des Gastes zu etwas Besonderem zu machen.

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