Gastgewerbe Gedankensplitter



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Dienstag, Dezember 16, 2008

Café im Kunstverein, Frankfurt am Main.

Robert Basic hat sich für seinen ersten "Kaffehaus-Talk" (siehe dazu meinen Beitrag "Im Kaffeehaus ueber das Bloggen reden") das Café im Kunstverein in Frankfurt am Main ausgesucht, das im Juni 2006 eröffnet worden ist.

Das Design dieses Cafés stammt, wie Robert Basic schreibt, von den spanischen Künstlern Gorka Eizagirre und Xabier Salaberría. Xabier Salaberrias
"entwirft Räume, indem er meist Elemente verwendet, die man als Mobiliar bezeichnen könnte. Einfachste Mittel und Materialien sollen genutzt werden, um damit ein Maximum an sozialer Situation zu erwirken oder - besser noch - Möglichkeiten zu erkunden, die bis dato für ihre Benutzer im Verborgenen lagen."
(Quelle: "The Big Easy: Relocating the Myth of the 'West'"). In einem Artikel der taz werden die Hintergründe beleuchtet: "Zeit zum Abrocken" vom 28. April 2006.
"'Wir wollten eine neue Bar, hatten kein Budget und suchten daher nach günstigen Wegen', Gorka Eizagirre (geboren 1971) und Xavier Salaberria (geboren 1969) fanden die Lösung. Sie entwarfen ein für das Café und für geplante Kunstprojekte zweckdienliches Design. Die spanischen Künstler zimmerten ihr Möbel aus Sperrholz. Glühbirnen aus dem Baumarkt hängen von der Decke und eine psychedelische Op-Art-Tapete kontrastiert mit dem Kreuzgewölbe in den Nischen."
Die Tapete ist eine große Wandcollage des Dänen Jacob Kolding, "auf der Bezüge zur funktionalistischen Architektur neben Zitaten aus suburbaner Kultur stehen" (schreibt der Kunstverein dazu).

Leider bietet die Website des Frankfurter Kunstvereins wenig Informationen über das gastronomische Konzept und Angebot. Es ist typisch für viele Betriebe der Museumsgastronomie, daß sie sich insoweit verstecken, selbst wenn sie vorzügliche Produkte und einen guten Service bieten. In diesem Fall liegt der Fehler vermutlich in einer schwachen Absprache zwischen Kunstverein und Betreiber. Die Tageskarte kann von der Website des Betreibers herunter geladen werden. Es gibt aber keine Verknüpfung auf der Website des Kunstvereins.

Qype enthält nur zwei Bewertungen dieses Cafés. Demnach sind auffällig:
  • große Tische
  • ein gutes WLAN, ein "abartig laut" quitschender Lüfter.
  • "sehr guter selbst gebackener Kuchen (Empfehlung: Apfelweintorte)"
  • "selbstgemachte Limonade"
  • "Quiches und Salate (alle Zutaten aus biologischem Anbau)".
Die Betreiber, der Frankfurter Caterer Nykke & Kokki, haben bislang offensichtlich auf eine Selbstdarstellung verzichtet sowie darauf, Fotos ihres Betriebes auf Qype hochzuladen. Neben dem Café Kunstverein betreibt Nykke & Kokki auch noch das Restaurant im Mercedes Spot am Kaiserplatz (Quelle: "Café im Kunstverein wieder eröffnet", in: Allgemeine Hotel- und Gastronomiezeitung vom 3. Juni 2006.

Auf der Website des Betreibers findet sich eine Kurzvorstellung ihres Betriebes im Frankfurter Kunstverein. Demnach ist der Betrieb Bio lizenziert und Mitglied von Slow Food (was ich aus den dort dargestellten Logos schließe).

Die nach spanischem Vorbild wirklich sehr großen Tischen, um nicht zu sagen: Tafel, sind auch auf den Fotos der Website des Frankfurter Kunstverein zu sehen. Große Tische sind ein Sinnbild für Kommunikation, für Menschen Kennenlernen, miteinander Reden. Siehe dazu: "Große Tische II".

Auch auf Flickr habe ich nur zwei Fotos gefunden, was meinen Eindruck bestärkt, daß dieser Betrieb zumindest online wenig Öffentlichkeitsarbeit betreibt und auch von internetaffinen Menschen bislang wenig wahrgenommen wird. Aber das dürfte sich jetzt wohl ändern.