Gastgewerbe Gedankensplitter



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Sonntag, Dezember 28, 2008

Sklaverei in der Gastronomie Deutschlands.

Das Deutsche Institut für Menschenrechte in Berlin wurde im März 2001 auf Empfehlung des Deutschen Bundestages gegründet. Es informiert nach eigenen Angaben über die Lage der Menschenrechte im In- und Ausland und trägt zur Prävention von Menschenrechtsverletzungen sowie zur Förderung und zum Schutz der Menschenrechte bei. An diesem Institut arbeitet als Leiterin der Abteilung "Menschenrechtspolitik Inland EU" Frau Dr. Petra Follmar-Otto mit den Arbeitsschwerpunkten Diskriminierungsschutz, Folterverbot, Rechte von Migranten/innen und Frauenrechte. So weit, so gut.

Weniger gut ist, daß sie, wenn ich dem Artikel "Arbeitssklaven als Preis der Globalisierung?" von Ulrike Mast-Kirschning, in: Deutsche Welle vom 28. Dezember 2008, Glauben schenken darf, behauptet, in der Gastronomie in Deutschland gäbe es "sklavereiähnliche Arbeitsverhältnisse" und sogar "mit wachsender Tendenz".

Trösten mag mich, angesichts dieses angebliche Phänomens, das mir bis dato völlig entgangen ist, ihre ergänzende Erkenntnis:
"Das Ausmaß ist unbekannt, genaue Zahlen gibt es nicht, Einzelfallschilderungen haben das Phänomen zunehmend bekannt gemacht."
Empirische Sozialwissenschaft sieht anders aus.

Leider führt Dr. Petra Follmar-Otto nicht aus, ob auch die von der Gewerkschaft Nahrungsmittel, Genuß, Gaststätten zwecks Installation eines Betriebsrats im Münchener Hofbräuhaus skandalisierte Auseinandersetzung um Leiharbeitnehmer zu ihren "Einzelfallschilderungen" gehört. Siehe dazu: "'Sklaverei' im Hofbräuhaus", in: Süddeutsche Zeitung vom 12. Mai 2004. Es wäre auch nicht besonders wissenschaftlich, Kampfbegriffe einer unter Mitgliederschwund leidenden, der Linkspartei nahe stehenden Mini-Gewerkschaft, die nur wenige Prozent der dort beschäftigten Mitarbeiter vertritt, mit den tatsächlichen Verhältnissen im deutschen Gastgewerbe zu verwechseln.