Gastgewerbe Gedankensplitter



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Freitag, Dezember 19, 2008

Speisekarte.de.

Seit Anfang November 2008 ist eine neue Bewertungs- und Gastronomieplattform speisekarte.de online, ein Projekt der dialo GmbH & Co. KG in Nürnberg. Zur Zeit sind Speisekarten aus dem Großraum Nürnberg verzeichnet, es sollen aber weitere Städte hinzukommen. In einer Pressemitteilung über den Launch heißt es:
"Das Portal ermöglicht es Gastronomen, ihre Speisekarten, Adressdaten, Küchenöffnungs­zeiten, ihre kulinarische Ausrichtung, ihr Platzangebot sowie besondere Services des Restaurants - wie beispielsweise 'Parkplätze vor dem Haus' oder 'Zutaten aus Bio-Anbau' - kostenfrei einzustellen. Sie können ihre Speisekarte jederzeit aktualisieren und um weitere Gerichte erweitern."
Besucher können die Restaurants bewerten und zwar in den Kategorien:
  • Preis/Leistung,
  • Service,
  • Atmosphäre und
  • Essensqualität
Im Unterschied zu anderen Bewertungsportalen, bei denen nicht nach Produkten gesucht werden kann, wie z.B. nach "Tortellini", es sei denn ein Restaurant wurde entsprechend getaggt, kann man bei Speisekarte.de auch nach Inhalten der Speisekarten suchen.

Wer als Gastronom seinen Betrieb einpflegt, sollte einen Blick auf die AGB werfen. Dort heißt es in Paragraph 20:
"...2. dialo behält sich insbesondere das Recht vor, das bestehende kostenlose Angebot um kostenpflichtige Dienste zu erweitern.

Im Falle wesentlicher Änderungen oder Ergänzungen der AGB werden die registrierten Anbieter umgehend per E-Mail über die neuen geänderten Passagen der AGB informiert und zur Abgabe ihrer Zustimmung binnen zwei Wochen aufgefordert. Soweit der Anbieter den geänderten AGB nicht innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt widerspricht, gelten diese als angenommen. über die Bedeutung des Ablaufs der Zweiwochenfrist wird der Anbieter in der genannten E-Mail informiert. "
So eine Bestimmung würde ich selbst niemals akzeptieren. Für mich käme nur eine Regelung in Frage, bei denen ich explizit zustimmen und der Betreiber nachweisen muß, daß ich explizit zugestimmt habe.

Kommentare:
Lieber Herr Schoolmann,

vielen Dank für Ihren Beitrag über unser Gastronomieportal speisekarte.de

Bezug nehmend auf Ihren Einwand zu unseren AGB, möchten wir klarstellend darauf hinweisen, dass:

1. wir uns lediglich juristisch einwandfrei und transparent vorbehalten, unser Angebot um kostenpflichtige Dienste zu erweitern.
2. die Art und Weise wie wir unsere AGB ggf. ändern oder ergänzen juristisch ebenfalls nicht zu beanstanden ist.

Das Umwandeln von kostenlose in kostenpflichtige Angebote infolge einer Änderung der AGB haben wir nicht vor.

Mit den besten Empfehlungen

Jürgen Renghart
Projektleiter speisekarte.de
 
Ich habe nicht behauptet, die kritisierte Formulierung in Ihren AGBs wäre juristisch nicht einwandfrei. So ewas kann ich als Nichtjurist ohnehin nicht beurteilen.
Im Streitfalle wäre eine juristisch nicht einwandfreie Formulierung zudem für die andere Seite eher von Vorteil, weil man dann deren Wirksamkeit anzweifeln könnte.

Wenn sie nicht vorhaben, das kostenlose in kostenpflichtige Angebote umzuwanden, verstehe ich nicht, warum Sie die Geduld potentieller Teilnehmer aus dem Kreis der Gastronomie mit Formulierung strapazieren, die nie zum Tragen kommen werden.

Es wäre transparenter, vertrauenswürdiger und würde Gastronomen die Entscheidung, Ihr Angebot zu nutzen, erleichtern, wenn Sie sich, falls doch irgendwann einmal wider Ihr Erwarten kostenlose in kostenpflichtige Angebote umgewandelt werden, vorab die explizite Zustimmung einholen (sogeanntes Opt-In-Verfahren) und auf das von mir kritisierte Opt-Out-Verfahren verzichten würden.
 
Vielen Dank für Ihre Zustimmung. Mit dem Punkt, dass der Gastronom im Zweifelsfalle sowieso in der besseren Lage wäre, haben Sie sicherlich recht.

Unser Anliegen ist lediglich eine Kommunikationsplattform zu schaffen, die sowohl für Gäste als auch für Gastronomen eine Vielzahl von Funktionen und Nutzungsmöglichkeiten bietet. Deshalb werden wir unser Angebot auch in Zukunft um zusätzliche kostenlose oder auch kostenpflichtige Dienste erweitern, was wir in unseren AGB transparent darstellen. Welche Funktionen aus unserem Portfolio der Gastronom letztendlich nutzt bleibt ihm selbst überlassen.

Wir bedanken uns für Ihren Hinweis und wünschen Ihnen und auch Ihren Lesern ein schönes Weihnachtsfest und ein genussvolles Jahr 2009

J. Renghart
Projektleiter speisekarte.de
 
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