Gastgewerbe Gedankensplitter



Montag, Juni 30, 2008

Malzkaffee.

Ende des 18. Jahrhunderts (Kaffeeverbot von 1780 und Napoleons Kontinentalsperre gegen England 1806) wurde Bohnenkaffee rar und teuer. Ersatzweise wurde aus Gerste hergestellter Malzkaffee vermarktet und unter den volkstümlichen Bezeichnungen
  • Muckefuck (frz. mocca faux - falscher Kaffee)
  • Blümchenkaffee
  • Ersatzkaffee
  • Getreidekaffee
bekannt. Siehe dazu: "Malzkaffee" von Naturkost.de.

Heute spielt Malzkaffee noch eine gewisse Rolle, etwa für Menschen, die kein Koffeein vertragen, auch wenn es seit Anfang des 20. Jahrhunderts koffeeinfreien Bohnenkaffee gibt, eine Erfindung von Ludwig Roselius, dem Gründer Firma Kaffee HAG, 1906 patentiert.

Über Getreidekaffee schreibt die Stiftung Ökotest in einem Testbericht über "Getreidekaffee" vom Juni 2003:
"In dem koffeinfreien Heißgetränk stecken neben Gerste und Zichorien oft auch Roggen, Weizen, Eicheln oder Feigen. Zichorien sind übrigens nichts anderes als die Wurzeln der Wegwarte, einer blau blühenden heimischen Wildpflanze."
Bekannte Marken von Malzkaffee sind:
  • A. Vogel Bambu Kaffee−Ersatzmischung gemahlen oder Instant
  • Bauck Malzkaffee Demeter
  • Kathriner Kneipp Malzkaffee zum Aufbrühen oder löslich.
  • Caro Landkaffee Original oder extra.
  • Kornfranck Gold Kaffeesurrogat−Extrakt.
  • Lebensbaum Country Kaffee Kaffee−Ersatzextrakt
  • Linde's Kornkaffee mit Zichorie
  • Naturata Demeter Frucht− und Getreide−Kaffee schnelllöslich oder zum Filtern
Als Fanprodukt bietet auch die Bamberger Mälzerei Weyermann einen Bio-Malzkaffee an.

Malzextrakt enthält auch die Ovomaltine. Sie besteht aus Maltose, B-Vitamine, Spurenelementen und Eiweiss. Hinzu kommt Milch (Milcheiweiss und Milchzucker) und zur geschmacklichen Abrundung Kakao.

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Sonntag, Juni 29, 2008

Mercure Hotelgruppe laedt Blogger ein.

Digitas, ein weltweites, interaktives Netzwerk von Agenturen für kreatives Marketing, insbesondere in digitalen Medien, hat sich für die Mercure Hotels eine clevere PR-Aktion ausgedacht: "Mercure Hotelgruppe lädt Blogger ein" von Bernd Röthlingshöfer vom 29. Juni 2008:
"Die Mercure Hotels wollen einige ihrer Hotels neu klassifizieren. Die Premium-Hotels der Marke Mercure sollen künftig unter dem Label MGallery vermarktet werden. Um den Start dieses neuen Labels zu begleiten haben sie eine Handvoll Blogger aus ganz Europa eingeladen. Sie können zwei Tage in einem der MGallery Hotels mit einer Begleitperson verbringen und haben so Gelegenheit die Qualität dieser neuen Hotels kennen zu lernen.....

Und die Gegenleistung, die Mgallery von den Bloggern erwartet? Sie sollen ein kleines digitales Reisetagebuch zsuammenstellen, in dem sie ihre Erlebnisse schildern. Zwang zum Bloggen gibt es keinen."
Aus Deutschland ist Bernd Röthlingshöfer dabei, den unsere Leser aus seiner virtuelle Lesetour kennen, die ihn 2004 auch in unseren Blog geführt hat: "Zu Gast: Bernd Röthlingshöfer - 'Werbung mit kleinem Budget'".

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SPD will Rentner aus dem Gastgewerbe benachteiligen.

Die SPD will die Rente mit 67 aufweichen. Angehörige bestimmter Berufsgruppen, allesamt nicht aus dem Gastgewerbe, sollen schon vor Erreichen der gesetzlichen Altergrenze mit deutlich geringeren Abschlägen als bisher in Rente gehen können. Mitarbeiter aus dem Gastgewerbe sollen bei der Altersrente weiterhin die vollen Abschläge tragen: "SPD weicht Rente mit 67 wieder auf", in: Die Welt vom 28. Juni 2008.

Dabei gehören viele Jobs im Gastgewerbe mit zu denjenigen Tätigkeiten, die sich auszeichnen durch:
  • Schichtarbeit, inbesondere Wechselschichten.
  • Nachtarbeit
  • Arbeit auch an Sonn- und Feiertagen
  • Tätigkeiten im Stehen
  • Tätigkeiten bei großer Hitze, etwa an Öfen

DEHOGA begruesst Mehrwertsteuer-Initiative der EU-Kommission.

(Berlin, 27. Juni 2008) Die EU-Kommission setzt große Hoffnungen auf reduzierte Mehrwertsteuersätze für gastronomische Dienstleistungen in Europa: Am Dienstag kündigte Laszlo Kovacs als der für Steuern zuständige EU-Kommissar dem EU-Parlament für Juli einen Vorschlag an, den EU-Mitgliedstaaten ab 2010 mehr Spielraum für reduzierte Mehrwertsteuersätze zu gewähren. Zuvor hatte sich bereits wiederholt Günter Verheugen, Industriekommissar und Vize-Präsident der EU-Kommission, für die Aufnahme von Restaurantdienstleistungen in den Anhang III der Mehrwertsteuerrichtlinie ausgesprochen.
"Diese Initiativen der Europäischen Kommission finden unsere uneingeschränkte Unterstützung"
begrüßt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bundesverband) den frischen Rückenwind aus Brüssel für eines der Kernanliegen der Branche.
"Niedrigere Steuern bedeuten mehr Flexibilität an der Preisfront und damit einhergehend eine höhere Nachfrage, mehr Umsatz und mehr Beschäftigung"
sagt DEHOGA-Präsident Fischer.
"70.000 neue Arbeitsplätze könnten mittelfristig geschaffen werden, ergab eine Studie der Universität Mannheim. Das wäre eine große Chance für mehr Wachstum und Beschäftigung in Deutschland."
Auf Unverständnis stößt beim DEHOGA Bundesverband allerdings die Ablehnung des Vorstoßes durch die deutsche Bundesregierung.
"Die Große Koalition muss sich fragen, weshalb sie erst jüngst zum Jahreswechsel 2007/2008 den Bergbahnen in Deutschland den reduzierten Mehrwertsteuersatz gewährte und sich nun auf EU-Ebene gegen neue Gestaltungsspielräume bei der Mehrwertsteuer sperrt"
macht Fischer deutlich. Tatsache sei, dass die heutige Mehrwertsteuersystematik zahlreiche Wertungswidersprüche aufweise und das beschäftigungsintensive Gastgewerbe massiv benachteilige.

Der DEHOGA fordere nichts Außergewöhnliches, so Fischer.
"In 22 von 27 Ländern Europas gilt für die Hotellerie der reduzierte Satz, in der Hälfte der Staaten auch für die Gastronomie. Frankreich will seit langem seinen Restaurants die Mehrwertsteuer senken und darf das nicht"
weist der DEHOGA-Präsident auf die zunehmend isolierte Haltung Deutschlands in Europa hin.
"Für die Gastronomie kommt es darauf an, jetzt die notwendigen rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, dass einzelne Mitgliedstaaten reduzierte Sätze für die Gastronomie einführen können."
Fischer zeigt zudem die eklatanten Wertungswidersprüche im eigenen Land auf:
"Niemand versteht, warum das belegte Brötchen beim Bäcker, die Boulette beim Fleischer oder die Tiefkühlpizza im Supermarkt mit 7 Prozent besteuert werden, während für den Verzehr von Speisen und Getränken im Café, Bistro oder Restaurant 19 Prozent fällig sind."
Der DEHOGA Bundesverband appelliert an die Bundesregierung, ihre Blockadehaltung in Brüssel aufzugeben und den Weg frei zu machen für mehr Wettbewerb, für mehr Wachstum und Arbeitsplätze im gastronomischen Außer-Haus-Konsum.

Für die deutsche Hotellerie wäre die Einführung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes sofort möglich. Fischer verlangt von der Politik, die
"massive Wettbewerbsbenachteiligung der deutschen Hotellerie endlich zu beenden."
Der reduzierte Mehrwertsteuersatz für die Hotellerie in Europa sei die Regel, die auch für Deutschlands Hotellerie gelten müsse.

Im Zuge des Konsultationsverfahrens der EU-Kommission zu den Mehrwertsteuersätzen in Europa hat sich der DEHOGA in einer umfänglichen Stellungnahme für die Aufnahme von Restaurantdienstleistungen in den Anhang III der Mehrwertsteuer-Richtlinie ausgesprochen. Die Stellungnahme kann beim DEHOGA Bundesverband kostenfrei abgerufen werden.

(Quelle: Pressemitteilung des DEHOGA Bundesverbandes).

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Samstag, Juni 28, 2008

Eklig.

Es gibt Dinge, die sind so eklig, daß man sie keinesfalls auf Herrentoiletten unterbringen sollte, allenfalls in Toiletten für Frauen. Gefunden von Michael Bauer in der "Hausbrauerei Domhof Speyer", in: Kurpfalznotizen vom 26. Juni 2008.

Mehr über Toiletten und Toiletten-Assesoires:Dazu ein paar interessante Fotos auf Flickr:

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Fuck.

Zugegeben, "Fuck" ist ein harter Name für einen Raucherclub. Aber nicht wenige Gastronomen beleidigen, wenn auch meist nur in Gedanken, die für das gesetzliche Rauchverbot in der Gastronomie Verantwortlichen mit solchen Ausdrücken, und sie versprechen sich dabei, die dafür verantwortlichen Politiker bei nächster Gelegenheit abzustrafen.

"Fuck" nennt sich auch ein neuer Raucher-Club in Bonn, wo, wie in ganz Nordrhein-Westfalen, am kommenden Dienstag das gesetzliche Rauchverbot n Kraft tritt. Fuck steht etwas gekünstelt für Feuderation undogmatischer Cigaretten Konsumenten. In Bayern würde es man es wohl eher mit "Leckt mich im Arsch" übersetzen, gerichtet an die CSU. Mehr über: "Die Raucher-Rebellen aus der Bonner Altstadt", in: Kölner Express vom 28. Juni 2008.

Mit dabei sind demnach bereits die Bonner Kneipen:
  • "Billa-Bonn", eine australische Kneipe im Herzen der Bonner Altstadt,
  • der irische Pup "Painless",
  • "Zone Blues Bar",
  • "Tresor",
  • "Unfassbar",
  • "EF Projekt",
  • "Babel"
  • "Musiktruhe"
In Bayern ist der landesweite Raucherclub Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK) mittlerweile bereits der dritt größte Verein. Siehe dazu unseren früheren Beitrag: "Freiheit statt Bevormundung".

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Jagd auf Aschenbecher.

Robert Kilp, der Leiter des Kölner Amts für öffentliche Ordnung, hat laut der Meldung "Keine 'Fluppenstreife'", in: Kölnische Rundschau vom 28. Juni 2008, Kölner Gastronomen, die nach Infkraftreten des gesetzlichen Rauchverbots in Nordrhein-Westfalen am 1. Juli 2008 Aschenbecher auf die Tische stellen, angedroht:
"Wer trotz Ermahnung nichts gegen das Rauchen unternimmt oder gar Aschenbecher auf die Tische stellt, wird bestraft."
Vielleicht wirft der Herr Jurist zuvor mal einen Blick in das Nichtraucherschutz (PDF) von Nordrhein-Westfalen und zeigt mir darin, durch welche Bestimmung das Aufstellen von Aschenbechern verboten sein soll.

Das für das Gesetz verantwortliche Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales äußert sich in einer FAQ zu den Pflichten des Gastronomen:
"Welche Voraussetzungen muss ein Wirt erfüllen, um seinen gesetzlichen Verpflichtungen gerecht zu werden?

Der Inhaber oder die Inhaberin des Hausrechts ist in weitem Umfang für die Anordnung und Durchsetzung von Rauchverboten zuständig. Hierzu gehört etwa das Auffordern, das Rauchen zu unterlassen oder ein Verbot des Besuchs der Gaststätte. Gegebenenfalls kann das Ordnungsamt oder die Polizei gerufen werden."
Auch darin steht also nichts darüber, wie Nichtraumerräume in Gaststätten einzurichten und auszustatten sind.

Auch in den expliziten Bußgeldvorschriften des Nichtraucherschutzgesetzes wird das Aufstellen von Aschenbechern nicht kriminalisiert:
"(2) Mit Geldbuße kann belegt werden, wer entgegen der Verpflichtung nach § 5 Abs. 2 Satz 2 nicht die erforderlichen Maßnahmen ergreift, um eine Fortsetzung des Verstoßes oder einen neuen Verstoß gegen das Rauchverbot zu verhindern, oder eine Kennzeichnungspflicht nach § 3 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 nicht erfüllt."
In der Begründung des Regierungsentwurfs heißt es zur Verantwortlichkeit für die Umsetzung der Rauchverbote:
"Zu den notwendigen Maßnahmen im Sinne der Vorschrift gehört etwa das Auffordern, das Rauchen zu unterlassen oder ein Verbot des Besuchs der Einrichtung auszusprechen, soweit dies möglich und zulässig ist."
Das Entfernen von Aschenbechern ist weder ein notwendige noch eine hinreichende Maßnahme, um einen Verstoß gegen das Rauchverbot zu verhindern.

Bevor das Kölner Ordnungsamt friedliche Bürger kriminalisiert, sollte es sich lieber um wichtigere Dinge kümmern. Ein Beispiel für erheblich weniger Engagement des Kölner Ordnungsamtes bei wirklichen Kriminellen: "Stadt Köln prüft Abschiebung", in: Kölner Stadtanzeiger vom 4. Januar 2008.

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Baldige Entscheidung des Landesverfassungsgerichts Sachsen-Anhalt ueber Rauchverbot.

Möglicherweise schon nächste Woche, zumindest aber zeitnah zum 1. Juli 2008, will das Landesverfassungsgericht in in Dessau-Roßlau über Beschwerden gegen das gesetzliche Rauchverbot in der Gastronomie vorläufig entscheiden: "Rasche Entscheidung zum Rauchverbot", in: Mitteldeutsche Zeitung vom 28. Juni 2008.

Vier Kollegen mit Einraumgaststätten und Diskotheken hatten Verfassungsbeschwerde eingelegt.

Das Rauchverbot in der Gastronomie ist in Sachsen-Anhalt zwar bereits ab dem 1. Januar 2008 in Kraft, aber bislang hält sich kaum jemand daran, da Verstöße erst ab dem 1. Juli 2008 mit Bußgeldern bestraft werden können.

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Steigende Personalnebenkosten.

Bei der Lohn- und Gehaltsabrechnung ändern sich ab Juli 2008 einige Zahlen:
  • Der Beitrag zur Pflegeversicherung klettert auf 1,95 Prozent, für Kinderlose auf 2,2 Prozent.
  • Diverse Krankenkassen haben ihre Beiträge erhöht. Siehe dazu: "Kassenaufsicht: Mindestens 20 Kassen erhöhen Beitragssatz", in: Krankenkassendirekt.de vom 24. Juni 2008. Sie werden als Arbeitgeber üblicherweise per Anschreiben der gesetzlichen Krankenversicherungen, bei denen ihre Mitarbeiter versichert sind, darauf hingewiesen.
Wenn Ihre Mitarbeiter jammern, daß Sie ab Juli 2008 netto weniger verdienen, schieben Sie die Schuld auf die fette Regierung. Diese hat versprochen, die Beitragssätze der Sozialversicherung insgesamt unter 40 Prozent zu senken, ihr Versprechen aber nicht gehalten. Stattdessen hat sie bei der von ihr angestellten Berechnung die nur von den Arbeitnehmern zu tragenden Aufschläge unterschlagen, um sich so unter 40 Prozent zu lügen:
  • in Höhe von 0,9 Prozentpunkten in der gesetzlichen Krankenversicherung
  • für Kinderlose in der Pflegeversicherung in Höhe von 0,25 Prozentpunkten
Noch im Jahreswirtschaftsbericht 2008 (PDF) hat die Bundesregierung getönt:
"Ein wichtiges beschäftigungspolitisches Reformziel ist es, die Lohnzusatzkosten, d. h. die paritätisch finanzierten Beitragssätze in der Sozialversicherung dauerhaft unter 40 Prozent zu halten. Die Reduzierung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung auf 3,3 Prozent zum 1. Januar 2008 ist hierzu ein wesentlicher Schritt."
Ab 2009 sind weitere, teilweise massive Beitragserhöhungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung zu erwarten, falls die Gesundheitspauschale wie beschlossen eingeführt werden sollte.

Auch bei der gesetzlichen Unfallversicherung, deren Beitrag allein der Arbeitgeber trägt, und der bei der 40 Prozent-Schummelei draußen vor gelassen wird, wird es voraussichtlich in einigen Branchen wie bei der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel, Genuß, Gaststätten zu nicht unerheblichen Beitragssteigerungen kommen. Die fette Regierung hat gerade eine "Reform" der gesetzlichen Unfallversicherung beschlossen, bei der wir Gastronomen und die anderen Dienstleister noch mehr als bisher Unfallkosten übernehmen sollen, die in anderen Branchen anfallen. Diese Unverschämtheit wird "Überaltlastenausgleich" genannt:
"Ziel des so genannten Überaltlastenausgleichs ist es laut Regierung, besonders hohe Belastungen einzelner Branchen aus der Vergangenheit, beispielsweise im Bergbau, auf alle Branchen umzulegen und damit zu einer Angleichung der Beitragssätze beizutragen"
Quelle: "Änderungen an Reform der Unfallversicherung im Sozialausschuss beschlossen", in: Beck aktuell vom 26. Juni 2008.

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Hotel Price Alert.

Wer ein Hotelzimmer sucht, möchte sich nicht durch eine Vielzahl von Buchungsplattformen wühlen. Die Alternativen:
  • Meta-Hotel-Suchportale wie Bettenjagd.
  • Benachrichtungs-Dienste wie Alerts.com, eine Website, die sich auf Benachrichtungen per E-Mail, SMS oder Telefon spezialisiert hat, und auch einen Hotel Price Alert bietet:
    "You simply enter when and where you need to book a room and approximately what your budget allows and we'll do the rest. Alerts.com will search all the top travel and hotel web sites for the best hotel deals and send the you the results via email or SMS."
Zur Zeit ist die Suche aber noch auf Hotelzimmer in den USA begrenzt.

Solche Services sind ein erster Schritt in Richtung Dienste, die einem klassischen, internen Reisebüro ähneln: Man sagt nur noch, daß man von dann bis dann dort und dort sein möchte und alles andere wird erledigt. Sie sollten dann aber, falls Sie mich in Bamberg besuchen wollen, aufpassen, daß Sie nicht in South Carolina landen.

Leichte Weine im Trend.

Fruchtige, leichte Weine mit geringerem Alkoholgehalt sind ideale Sommerweine und ein Markenzeichen der deutschen Winzer, denn hierzulande - am nördlichen Ende des Weltweinbaus - sind die Bedingungen dafür ideal.
"In den deutschen Weinregionen haben die Trauben sehr lange Zeit zu reifen und besonders viele Aromastoffe auszubilden. Die Weine haben dadurch trotz vergleichsweise geringer Alkoholgehalte von unter 12 Volumenprozent eine große geschmackliche Fülle, mit einem angenehmen Wechselspiel von frischer Fruchtsäure und sortentypischer Aromatik"
erläutert Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut (DWI).

Leichte Weintypen

Die deutschen Weißweinrebsorten eignen sich insgesamt gut für die leichte Ausbauweise. Ein klassischer Riesling-Kabinett beispielsweise oder auch junge Silvaner und Rivaner sind ein Genuss an lauen Sommer­abenden. Rotweinfreunde finden leichtere Vertreter unter den Württemberger Trollingern oder jungen Weinen der Sorte Portugieser etwa aus Rheinhessen oder der Pfalz. Sie sind kühl getrunken auch als Sommerwein gut geeignet.

Ansonsten sind Rotweine generell eher etwas gehaltvoller, da sie aufgrund der naturgemäß höheren Gerbstoffgehalte etwas mehr Fülle benötigen. Als leichte Variante findet man die roten Rebsorten eher in Form von Roséweinen im Glas. Groß im Kommen sind derzeit Blanc de Noirs, die ebenfalls aus Rotweinsorten weiß gekeltert werden. Durch ihre besondere Her­stellungsweise vereinen Roséweine den frischen Charakter eines Weißweines mit der geschmack­lichen Fülle der roten Beeren.

Auch die diversen "Seccos" aus den Kellern der heimischen Winzer - oft nur mit ca. 11 Volumenprozent - empfehlen sich als idealer Sommeraperitif. Für zusätzliche Erfrischung sorgt das feine Prickeln der Kohlensäure.

Leichte Weine - leichte Küche

Leichte Weine liegen im Trend zur bewussten Ernährung. Sie sind hervorragende Begleiter zur leichten Küche, mit viel Gemüse, Salaten und wenig Kalorien.
"Zu sehr scharfen Gerichten sollten grundsätzlich eher leichte Weine mit geringeren Alkoholgehalten von etwa 11 - 12 Volumen­prozent gereicht werden, denn Alkohol verstärkt den Schärfe­eindruck am Gaumen"
betont Ernst Büscher. Als halbtrocken ausgebauter Wein dämpft beispielsweise ein Riesling die pikante Schärfe von Gewürzen und seine Fruchtsäure verleiht den Speisen eine angenehme Frische. Zu mild gewürztem Gemüse und Fisch aus dem Wok empfehlen sich leichte Weiß- oder Grauburgunder.

Sommerweine kühl servieren

Im Sommer schmecken alle Weine besser, wenn sie einige Grade kühler serviert werden als im Winter, denn im Glas erwärmen sie sich innerhalb kürzester Zeit um bis zu drei Grad Celsius. Beim Einschenken darf der Wein also durchaus etwas kälter sein. Weißweine und Seccos sollten an warmen Tagen bei 6 - 8 Grad Celsius serviert werden, Rosé hat bei ca. 10 Grad im Sommer die richtige Trinktemperatur. Ein kühler Trollinger darf um die 10- 12 Grad haben.

Lagerung

Leichte Weine werden gerne jung und frisch getrunken, denn in den ersten Jahren kommen die Fruchtaromen am deutlichsten zur Geltung. Sie sind selten für die lange Lagerung von mehr als zwei bis drei Jahren gedacht. Eine Ausnahme stellen diesbezüglich Rieslinge beispiels­weise von der Mosel dar. Sie sind auch in leichter Ausprägung nach längerer Lagerung noch ein Genuss.

(Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Weininstituts).

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Freitag, Juni 27, 2008

Daten zur Internetnutzung.

Die Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) hat am 26. Juni 2009 die Zahlen der neuen Welle ihrer Markt-Media-Studie internet facts veröffentlicht. Die internet facts 2008-I weist Reichweiten- und Strukturdaten für 441 Online-Werbeträger auf Angebotsbasis (+ 15 Prozent) und 2.092 Belegungseinheiten aus. Darüber hinaus liefert sie allgemeine Daten aus dem AGOF Universum und Kerndaten zur Internetnutzung und zum E-Commerce. Berichtszeitraum sind die Monate Januar bis März 2008.

Allgemeine Basisdaten zur Internetnutzung

Gemäß der internet facts 2008-I hat das Internet in Deutschland eine Reichweite von 65 Prozent, d.h. 41,99 Mio. Menschen sind im Netz (64,7 Prozent der deutschen Wohnbevölkerung ab 14 Jahren (64,87 Mio.)). Das Internet hat sich dabei generationsübergreifend etabliert: So ist die werbe­relevante Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen mit 86,8 Prozent nahezu komplett online anzutreffen, bei den über 50-Jährigen sind es inzwischen bereits 37,4 Prozent. Zum Weitesten Nutzerkreis (WNK; Nutzung innerhalb der letzten drei Monate) zählen 63,1 Prozent der Deutschen, d.h. 40,91 Mio. Menschen.

68,8 Prozent der Internetnutzer sind seit mehr als drei Jahren im Netz, das entspricht 28,16 Mio. Menschen. Neun von zehn Surfern (92,8 Prozent) gehen von zu Hause ins Internet, ein Drittel (33,7 Prozent) am Arbeits- bzw. Ausbildungsplatz und weit über ein Viertel (29,5 Prozent) bei Freunden oder Verwandten bzw. woanders. Die beliebteste Art, von zu Hause aus online zu gehen, ist mit Abstand DSL, das in den eigenen vier Wänden von 68,9 Prozent der Onliner genutzt wird (ISDN: 19,6 Prozent).

Top-Aktivitäten im Internet sind unverändert die E-Mail-Kommunikation (88,9 Prozent) und die Informationsrecherche (88,0 Prozent), gefolgt vom Lesen von Nachrichten zum Weltgeschehen (64,6 Prozent).

Die breite Nutzung des Internets wirkt sich auch auf das Einkaufsverhalten vieler Konsumenten aus. Mit 97,4 Prozent (39,87 Mio.) informieren sich quasi alle Onliner im Internet über Produkte. Führend bei der Online-Recherche sind
  • Urlaubs- und Last-Minute-Reisen,
  • Bücher,
  • Eintrittskarten,
  • Hotels und
  • Musik-CDs.
Der Anteil der Online-Shopper unter den Internet­nutzern liegt bei 86,0 Prozent, d.h. 35,17 Millionen Menschen haben in den vergangenen 12 Monaten Waren im Internet gekauft. Ganz oben auf der Online-Einkaufsliste stehen
  • Bücher,
  • Eintrittskarten,
  • Musik-CDs,
  • Hotel­bu­chungen sowie
  • Damenbekleidung.
Der ausführliche Berichtsband zur internet facts 2008-I mit einer Kurzzusammenfassung und dem Studiensteckbrief findet sich unter www.agof.de/internetfacts.

Die AGOF

Die Arbeitsgemeinschaft Online Forschung wurde im Dezember 2002 gegründet. Aufgabe und Zweck der AGOF ist es, unabhängig von Individualinteressen, für Transparenz und praxisnahe Standards in der Internet- und Online-Werbeträgerforschung zu sorgen. Mit der internet facts und dem darin ausgewiesenen Leistungswert Unique User hat die AGOF die einheitliche Online-Reichweitenwährung als Basis für die Online-Mediaplanung im Markt etabliert.

(Quelle: Pressemitteilung der AGOF).

Pizzatest.

Alle Jahre wieder testet die studentische Communtiy Feki von Studierenden der Bamberger Universität Bamberger Pizza-Lieferdienste. Die Ergebnisse aus dem letzten Jahr: "Una Pizza per favore - Der Feki.de-Pizzatest 2007".

Die Ergebnisse sind sicherlich in gewissem Umfange subjektiv, auch wenn sich die Tester um Objektivität bemühen. Insgesamt 17 Pizzaliefernten, alle, die erreichbar waren und keinen Ruhetag hatten, wurden angerufen. Es wurde jeweils eine Pizza Spezial sowie - erstmals in der Historie von Feki.de - eine vegetarische Pizza bestellt. Getestet wurde nach objektiven und subjektiven Kriterien. Dazu zählen zum Beispiel Belag, Gewicht, Temperatur bzw. Geschmack. Die Tester teilten sich in Teams zu jeweils vier Personen pro Pizza auf, wobei die Meinung jedes Einzelnen in die Gesamtauswertung eingeht. Hierbei konnten die subjektiven Kriterien der vier Tester durch die Benotungsstufen 1-6 auf einer Skala festgelegt werden.

Der Vergleich ist in mehrfacher Hnsicht auch für auswärtige Pizza-Lieferdienste, Pizzerien und andere Gastronomen interessant:
  • Es wird deutlich, welche Auswahlkriterien "naive" Konsumenten anlegen ("naiv" nicht abwertend gemeint, sondern im Sinne von nicht amateurhaft, nicht professionell; also so wie es Kunden üblicherweise sehen).
  • Die Speisekarten der teilnehmenden Pizza-Lieferdiensten wurden als Bilddateien online gestellt. Man hat so einen schnellen Überblick über eine große Breite an Pizza-Speisekarten - inhaltlich und äußerlich.
  • Man gewinnt Anhaltspunkte für die Angebotsgestaltung. Eine Besonderheit im Pizza-Liefermarkt ist, daß die Preise verglichen werden für Produkte, die dem Namen nach zwar identisch sind, sich aber tatsächlich unterscheiden: So sind die Größen "normale Pizza", "kleine Pizza", "mittlere", "große" oder "Familienpizza" nicht standardisiert. Siehe dazu auch meinen früheren Beitrag "RTL Verbrauchershow schwadroniert ueber angebliche Mogel-Pizza". Und auch das Gewicht und die Qualität der Zutaten sind nicht normiert. Eine Ausnahme stellt der bislang gescheiterte Versuch eines italienischen Vereins dar, die Qualität und Zutaten der "Pizza Napoletana" durch die EU normieren zu lassen: "EU soll die "Pizza Napoletana" patentieren", in: Die Welt vom 8. März 2008. Die Feki-Tester versuchen das Größe-Problem in den Griff zu bekommen, in dem sie den Preis je hundert Gramm berechnen. Dabei schneiden aber logischerweise Pizzen mit dickem Boden und einem höheren Anteil billiger Zutaten besser ab als Lieferanten hauchdünner Pizzen mit teuren, besseren Zutaten.

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"Alles in allem funktioniert es".

"Alles in allem funktioniert es" könnte Dädalus gesagt haben, als er begann, der Sonne entgegen zu fliegen. Es ist ein Zitat, das Ralph Schreiber, dem Sprecher des sächsischen Sozialministeriums, zugeschrieben wird: "Alles in allem funktioniert es", in: PR-Inside vom 27. Juni 2008. Die Sprecher der Länderministerien, die für die Einführung des gesetzlichen Rauchverbots verantwortlich zeichnen, sind befragt worden, ob in ihrem Bundesland das Rauchverbot eingehalten werde.

Ob sich das Bundesverfassungsgericht, das zur Zeit an einem Urteil über die Verfassungsbeschwerden von Gastronomen arbeitet, nicht veralbert vorkommt? Wenn die Durchhalteparolen aus den Ministerien stimmen würden, gäbe es keinen Grund für das höchste Gericht, sich damit zu beschäftigen. Beschwerden wegen Lappalien werden einfach ohne Verhandlung abgewiesen. Tatsächlich ist die wirtschaftliche Existenz von vielen Tausenden Gastronomen bedroht.

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Speisekarten fuer Blinde.

Die Europäische Union will in der nächsten Woche einen Richtlinienentwurf vorlegen, der das umstrittene deutsche Antidiskriminierungsgesetz deutlich verschärfen würde: "EU-Pläne erschrecken Wirtschaft", in: Handelsblatt vom 27. Juni 2008. Vorgesehen ist unter anderem, Gaststätten zu verpflichten, Speise- und Getränkekarten in Blindenschrift bereit zu halten.

Wieviel Blinde gibt es überhaupt in Deutschland? Das hängt davon ab, wie man Blindheit definiert. Siehe dazu: "Häufigkeit und Ursachen von Blindheit und Sehbehinderung in Deutschland" von Prof. Bernd Bertram, Aachen, in: "Aktuelles" von Dr. Leber. Es gibt z.B. 133.660 Blindengeldbezieher. Das hört sich nach sehr viel an. Aber es stellt sich natürlich die Frage, ob alle Blindenschrift lesen können, wieviele davon ohne sehende Begleitung Gaststätten aufsuchen und sich häufige Gaststättenbesuche überhaupt leisten können. In Relation zur Anzahl der Gaststätten (186.535 im Jahre 2006) kommt ohnehin auf eine Gaststätte nur etwa ein Blinder. Zudem ist das Risiko, zu erblinden, auch altersabhängig. Von den 15- bis 49-Jährigen sind nur 0,1 % blind, bei den über 49-Jährigen, die überlicherweise Gastsätten seltener aufsuchen, sind es 0,5%.

Wie kann man eine Speisekarte in Blindenschrift drucken? Die Nikolauspflege in Stuttgart, eine Stiftung für blinde und sehbehinderte Menschen, druckt gegen vergleichsweise geringe Kosten Texte aus Word-Dateien in Braille-Schrift aus. in dem Artikel "Tomaten auf halb neun" werden neun Euro erwähnt.

Wenn ich mir für meinen Betrieb durchdenke, was die Verpflichtung, alle Speise- und Getränkekarten in Blindenschrift herstellen lassen zu müssen, sehe ich den enormen Organisations- und Kostenaufwand sofort. Wir produzieren, überwiegend im Eigendruck, pro Jahr:
  • eine Standardkarte
  • ca. 20 Bierkarten, die monatlich und in der Bockbiersaison teilweise wöchentlich wechseln
  • 52 Wochenkarten mit Tagesgerichten und anderen wöchentlich wechselnden Angeboten
  • eine Pizza-Karte jährlich
  • diverse Sonderkarten für saisonale Aktionswochen
  • eine Ausser-Haus-Preisliste etwa für Flaschenbieren zum Mitnehmen
  • Dutzende von Speise- und Getränkekarten für die Eventgastronomie und Eigenveranstaltungen.
Diese Karten werden meist im letzten Moment erstellt, alleine schon deshalb, um das Risiko zu minimieren, daß sich Änderungen ergeben, z.B. bestimmte Artikel nicht geliefert werden. Die Verpflichtung, all diese Karten auch in Blindenschrift zu erstellen, verursacht in der Summe nicht nur erhebliche Kosten, sondern erzwingt auch einen mehrtägigen, wahrscheinlich mehrwöchigen, Vorlauf in der Kartenproduktion.

Insbesondere Restaurants, die am Vormittag entscheiden, was sie abhängig vom aktuellen Angebot auf dem Markt am Abend anbieten, müßten sich einen Blindenschriftdrucker anschaffen.

Dieser Aufwand steht nach meiner Erfahrung in keiner Relation zu dem zu erwartenden Umsatz. Ich habe in 25 Jahren Berufspraxis noch nie erlebt, daß jemand nach einer Speisekarte in Blindenschrift gefragt hätte.

Bei einer Aktion des DEHOGA Baden-Württemberg haben sich ganze 9 Betriebe eine solche Karte erstellen lassen. Vermutlich aber weniger in der Erwartung, daß eine Nachfrage danach besteht, als in der Vermutung einer öffentlichkeitswirksamen Image-Verbesserung. Siehe dazu: "Angebot: Speisekarte in Blindenschrift", in: DEHOGA Baden-Württemberg.

Siehe dazu auch einen Bericht über die Wittenberger Gaststätte "Haus des Handwerks", die als erste Gaststätte in Sachsen-Anhalt eine Speisekarte in Blindenschrift anbietet: "Gastfreundlichkeit zum Anfassen", in: Abacho.com vom 31. Mai 2007. Der Restaurantinhaber Dirk Teschner hat einen Stammgast, der stark sehbehindert ist. Um ihm eine Freude zu machen, kam er auf die Idee, seine Speise- und Getränkeangebot in Blindenschrift übersetzen zu lassen.

Meines Erachtens braucht es keine gesetzliche Verpflichtung. Es genügt völlig, wenn alle Kollegen das so machen wie wir: Wenn ein Gast die Karten nicht lesen kann (egal ob blind, sehbehindert oder auch nur, weil er seine Lesebrille vergessen hat), wird sie ihm vorgelesen und er über unser Angebot mündlich beraten.

Die Kontrolle einer Vorschrift, Speisekarten in Blindenschrift bereit zu halten, wäre zudem aufwendig und im Détail strittig:
  • Muß nur ein Auszug aus einer ständigen Karte in Blindenschrift ausgedruckt werden oder müssen grundsätzlich alle Karten in Blindenschrift übersetzt werden?
  • Wie entgeht ein Kontrolleur, der selbst keine Blindenschrift kann, der Gefahr, daß man ihn verarscht und ihm ein x-beliebiges Druckwerk in Blindenschrift vorlegt?
Weitere Gaststätten mit Speisekarten für Behinderte:In Wien gab es 1999 bereits 19 Lokale, die eine Speisekarte in Blindenschrift anbieten. Der Verein Blickkontakt hat sie damals in einer Broschüre in Blindenschrift oder Großdruck bzw. auf Tonbandkassette zusammengestellt. Für mögliche Gastgeber gab es das Informationsblatt "Blinde und sehbehinderte Gäste. Ein Ratgeber für die Gastronomie".

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Donnerstag, Juni 26, 2008

Urlaub auf dem Bauernhof 2.0.

Farmholidays.com ist ein Portal für Urlaub auf dem Bauernhof in Österreich, betrieben vom Verein "Urlaub am Bauernhof", dem rund 3.400 bäuerliche Familienbetriebe in ganz Österreich angehören.

Er hat an der Fachhochschule Salzburg eine eintägige Veranstaltung zum Thema Web 2.0 organisiert. Mehr darüber: "Urlaub am Bauernhof goes Web 2.0" von Roman Egger, in: Tourismusforschung.com vom 26. Juni 2008.

Themen waren demnach:
  • Alles neu im Tourismus-Marketing? Überblick und Beurteilung von Web2.0-Instrumenten
  • Generation C - Der Kunde im Zeitalter der Vernetzung
  • Der Tourismusverband als Geodaten-Provider – Praxis der Umsetzung von Web2.0-Tools auf überregionaler Ebene
  • Web2.0 in der Praxis – Erfahrungen und Tipps
  • Anwendung von Crowdsourcing im Tourismus.

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Neuer Tarifvertrag fuer das Gastgewerbe im Land Baden-Wuerttemberg.

Stuttgart. Nach harten, aber fair geführten Verhandlungen haben sich der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Baden-Württemberg und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) auf einen neuen Lohn- und Gehaltstarifvertrag geeinigt. Vom 1. Juli 2008 an erhalten die Beschäftigten des baden-württembergischen Gastgewerbes eine Lohnerhöhung in Höhe von 3 Prozent. In einem zweiten Schritt sollen die Löhne dann zum 1. Januar 2010 nochmals um 2,2 Prozent angehoben werden. Die Vergütungen für Auszubildende steigen - je nach Ausbildungsjahr - zwischen 11 und 14 Euro pro Monat. Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis 31. Dezember 2010.
"Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation der Branche war die ursprüngliche Forderung der Gewerkschaft nach einer Lohnerhöhung in Höhe von 6 Prozent für uns nicht akzeptabel"
betont DEHOGA-Vorstandsmitglied Fritz Engelhardt. Dies habe man im Verlauf der Verhandlungen den Vertretern der NGG vermitteln können. Das jetzt erreichte Ergebnis sei ein Kompromiss, der zwar für viele Hotel- und Gaststättenbetriebe im Land nicht einfach zu verkraften sei, den man aber angesichts des allgemeinen tarifpolitischen Umfeldes in Deutschland durchaus akzeptieren könne. Positiv bewertet Engelhardt die lange Laufzeit des Vertrages. Sie schaffe für die Unternehmen Planungssicherheit.

(Quelle: Pressemitteilung des DEHOGA Baden-Württemberg).

Anmerkung: Der Lohntarifvertrag für Baden-Württemberg ist laut dem Verzeichnis der für allgemeinverbindlich erklärten Tarifverträge" (PDF) des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales nicht allgemeinverbindlich.

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Beo.

Die Welle der Bionade-Me-Toos reißt nicht ab. Soeben hat Carlsberg den Launch von Beo verkündet und kann dabei den Marketing-Speech, der mir bei Bio-Produkten noch negativer aufstößt als bei der sonstigen Plörre, nicht unterlassen.

Am Ende der Mitteilung stichelt man mit der Preisempfehlung von 0,59 Euro je Flasche gegen Bionade ("fairer Preis"). Bionade hat zum 1. Juli 2008 eine Preiserhöhung mit der komischen Begründung angekündigt, "das Original" sei "nun einmal das teuerste Produkt":

Neues Bio-Erfrischungsgetränk BEO trifft den Zeitgeist

Natürliche Glücksgefühle

(mer) Mit der Einführung des neuen Erfrischungsgetränks BEO bringt die Carlsberg Deutschland Gruppe eine Innovation auf den Markt, die dem steigenden Bedürfnis der Verbraucher nach Natürlichkeit und Nachhaltigkeit perfekt entspricht. Als Bio-Mixgetränk mit einem leichten Kohlensäuregehalt, besteht es aus rein natürlichen, biologisch angebauten Zutaten. Die Sortenbezeichnungen "Einklang", "Heimat" und "Ansporn" entsprechen dem gegenwärtigen Zeitgeist und spiegeln klangvoll Geschmack und Benefit der neuen Produktlinie wieder. Ab Ende Juni wird BEO in den drei attraktiven Geschmacksvarianten Holunder-Weisstee, Apfel-Birne und Grapefruit-Zitrone (isotonisch) im Handel und der Gastronomie erhältlich sein.

Der Trend hin zu Bio-Produkten ist mit deutlich anhaltenden Wachstumsraten im deutschen Lebensmitteleinzelhandel ungebrochen. Auch BEO zielt auf die stetig wachsende Zielgruppe der Verbraucher ab, die sich einer gesunden und nachhaltigen Lebensweise verschrieben haben. Die innovativen Geschmacksrichtungen Holunder-Weisstee ("Einklang"), Apfel-Birne ("Heimat") und Grapefruit-Zitrone ("Ansporn") finden Zuspruch bei einer breiten Verwendergruppe.

Die Holunder-Weisstee-Variante "Einklang" greift das Wellness-Thema auf und richtet sich tendenziell an weibliche Verbraucher, während "Heimat" mit den traditionellen Fruchtaromen Apfel und Birne eine sehr breite Zielgruppe anspricht. Die Sorte "Ansporn" mit herb-frischem Grapefruit-Zitronen-Geschmack ist die aktivste Variante. Sie unterstützt mit ihrer zusätzlichen isotonischen Einstellung die Regeneration nach körperlicher Aktivität. Mit einem angenehm leichten Kohlensäuregehalt und nur rund 20-25 Kalorien auf 100ml ist BEO der ideale Durstlöscher zu zahlreichen Verwendungsanlässen.

Der gesamte Markenauftritt des mit dem Bio-Siegel ausgezeichneten Mixgetränks drückt ein glückliches, zufriedenes Lebensgefühl aus. So leitet sich auch der Name der Dachmarke BEO aus dem Lateinischen ab und bedeutet so viel wie "beglücken" oder "bereichern". Auf allen Materialien dokumentiert das Bio-Siegel die biologisch angebauten Zutaten und den Bio zertifizierten Produktions- und Vertriebsprozess.

Produziert wird BEO exklusiv über die BEO Getränke-GmbH, einer 100%igen Tochtergesellschaft der Carlsberg Deutschland Gruppe. Carlsberg Deutschland stellt sich damit, wie andere Gesellschaften der internationalen Carlsberg Gruppe weltweit breiter als Getränkehersteller auf. Ab Ende Juni 2008 wird das neue biologische Erfrischungsgetränk in der 0,33 Longneck-Klarglasflasche im Handel und der Gastronomie erhältlich sein. Neben einem 24er Mehrwegkasten wird BEO im Handel auch als sortenreines Multipack im 6er-Träger angeboten. Der EVP liegt bei 0,59€ für die 0,33 Mehrwegflasche und bei 13,99€ für den 24er Kasten. Damit bietet BEO seinen Konsumenten, in Abgrenzung zu zahlreichen Handelsmarken, ein glaubwürdiges Markenangebot zu einem fairen Preis. Begleitet wird die Einführung im Handel und der Gastronomie durch aufmerksamkeitsstarke POS- und POC- Materialien sowie Verkostungen und Sampling-Aktionen.

(Quelle: (mer / Carlsberg Deutschland GmbH).

Carlsberg, benannt nach der wichtigsten Marke dieser Gruppe, wurde 1847 in Dänemark gegründet. 1868 begann man, Carlsberg zu exportieren. 1970 erwarb man Tuborg und fusionierte 1992 mit der britischen Regionalbrauerei Tetley. Die internationale Expansion basiert auf einer Marktführerschaft in Dänemark mit hohen Gewinnen vor Ort. Mittlerweile ist Carlsberg die fünftgrößte Brauerei-Gruppe der Welt. Sie ist seit 1988 auch in Deutschland vertreten - mit der Hannen-Brauerei GmbH, die seitdem unter Carlsberg Deutschland GmbH firmiert. In Deutschland ist sie mit den Biermarken Carlsberg, Gatz und Hannen vertreten. Ein Verzeichnis aller Marken der Carlsberg-Gruppe im In- und Ausland bietet der Wikipedia-Artikel über "Carlsberg".

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Hessen: Gastgewerbe nur nominal im Plus.

Nach ersten Ergebnissen für die Monate Januar bis April 2008 stiegen die Umsätze im hessischen Gastgewerbe nominal um annähernd ein Prozent verglichen mit den ersten vier Monaten des Jahres 2007. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, war dies nach Ausschaltung der Preisveränderungen real aber ein Minus von gut zwei Prozent. Damit hat sich die negative Entwicklung im hessischen Gastgewerbe etwas abgeschwächt:
  • Im Beherbergungsgewerbe nahmen die Umsätze im Vergleichszeitraum nominal um ein Prozent zu; real war dies ein Minus von gut zwei Prozent.
  • Im Gaststättengewerbe blieb der Umsatz nominal um gut ein Prozent unter dem Vorjahresergebnis, was real einem Minus von 3,5 Prozent entsprach.
  • Die Kantinen und Catering-Unternehmen waren dagegen nominal mit gut vier Prozent im Plus. Real blieb davon ein Plus von zwei Prozent.
Durch eine Abnahme der Zahl der Teilzeitbeschäftigten um gut ein Prozent und gleichzeitigem Rückgang der Zahl der Vollbeschäftigten um gut drei Prozent sank die Zahl der Beschäftigten insgesamt im Vergleichszeitraum um gut zwei Prozent.

(Quelle: Pressemitteilung des Hessischen Statistischen Landesamts).

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Mittwoch, Juni 25, 2008

Exklusiver Hoteltest: "Gut" für Villa Vita Hotel & Residenz Rosenpark in Marburg.

Landsberg am Lech, 25. Juni 2008. Das Vila Vita Hotel & Residenz Rosenpark in Marburg gehört zu den individuellen Spitzenhotels in Deutschland. Bei einem Hotelcheck der Fach-Illustrierten "Top hotel" (Ausgabe Juli 2008) bekam das Haus die Note "Gut". Mit 62 von maximal 100 Punkten liegt das Fünf-Sterne-Hotel auf einem vorderen Rang. Die renommierte Fachzeitschrift aus dem Freizeit Verlag Landsberg veröffentlicht regelmäßig Hoteltestberichte.
"Unser anonymer Profitester geht nach einem mehrere hundert Punkte umfassenden Kriterienkatalog vor und greift bei der Bewertung auf seinen großen Erfahrungsschatz und sein fachliches Hintergrundwissen aus der Top-Hotellerie zurück"
erläutert Wolfgang Schmitz, Herausgeber von "Top hotel". So werden die unterschiedlichen Hotelbereiche und -services akribisch untersucht - im Vila Vita Hotel & Residenz fielen beispielsweise die Bewertungen von Check-in, die Bewirtungen im Café und im Gourmetrestaurant "Bel Etage" sowie der Wellnessbereich besonders positiv aus. Dagegen war der Profitester u.a. vom Service im Restaurant "Zirbelstube" und dem Etagenservice enttäuscht. Sein Gesamturteil fällt konstruktiv kritisch aus:
"Angesichts des vorbildlich arbeitenden Gourmetrestaurants 'Bel Etage', der generösen Wellnessabteilung und einer Vielzahl ausgesprochen positiv gestimmter Mitarbeiter sollte es dem Vila Vita Hotel & Residenz Rosenpark in Marburg möglich sein, bessere Leistungen zu erzielen und vor allem zu einem eindeutigeren Charakter zu finden."
Die Testergebnisse im Überblick (max. 100 Punkte):
Reservierung70
Check-in83
Zimmer 454
Bad 40
Etagenservice28
Restaurant "Zirbelstube"21
Bar "Atrium Lounge"55
Frühstücksbüffet 38
"Café Rosenpark"83
Gourmetrestaurant "Bel Etage" 93
Etagenfrühstück61
Housekeeping63
Schuhputzservice41
Wellness92
Sicherheitsaspekte 91
Flore, Aufzüge, Treppen 90
Außenbereich80
Messagetransfer91
Bankett92
Lost & Found21
Check-out92
Gesamteindruck62 / "Gut"
Die Hoteltests werden im Auftrag von "Top hotel" anonym und unabhängig durchgeführt. Zuletzt im Test waren: Rocco Forte Hotel de Rome Berlin, Hotel de Crillon Paris, Hotel Sacher Salzburg und der Alpenhof Bayrischzell. Eine Liste aller bisher getesteten Hotel ist beim Leserservice von "Top hotel" schriftlich anzufordern: Fax (08191) 947-1666.

"Top hotel" ist die renommierte Fachzeitschrift für das Hotelmanagement in Deutschland. Das Magazin erscheint zehn Mal im Jahr im Freizeit-Verlag Landsberg, ein Beteiligungsunternehmen der Verlagsgruppe Handelsblatt (VHB). Die verbreitete Auflage beträgt über 20.000 Exemplare. Im Verbund mit dem VHB-Tochterunternehmen Lebensmittel Praxis Verlag (LPV) erscheinen u.a. auch "Die Küche", "Catering Inside", "Convenience Shop" und "Lebensmittel Praxis".

(Quelle: Pressemitteilung von Tophotel).

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Betten jagen.

Die Hoteldatenbanken von Booking.com, HRS und Hotel.de werden von der Meta-Suchmaschine Bettenjagd.de durchsucht, einem Projekt der Bettenjagd Deutschland GmbH in Potsdam.

Das Design und die Eingabefelder für die Suche sind modern gestaltet, erlauben ein schnelle Suche und bieten übersichtliche Suchergebnisseiten. Zur Anzeige der Hotelstandorte wird eine Google Map verwendet. Man kann die jeweils angezeigten Hotels nach diversen Kriterien selektieren wie
  • Entfernung,
  • Preisklasse,
  • Sterne,
  • Zimmer mit Dusche
  • Restaurant
  • Haustiere erlaubt
  • Telefon
  • Nichtraucherzimmer
  • Bar
  • Tiefgarage
  • Parkplatz

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CSU will Freibier verbieten.

In meinem früheren Beitrag "Präventationsprogramm Alkohol" bin ich auf staatliche Programme eingegangen, die im Rahmen einer "totalitären Gesundheitskontrolle" Bürgern die Verantwortung für ihre Gesundheit nehmen wollen und sich anmaßen, Bürger vor sich selbst zu schützen.

Heute meldet die Süddeutsche Zeitung ("Der Wirt haftet für seinen Gast"), die CSU wolle im Rahmen der Einführung eines geplanten Gesetzes zur Suchtprävention den Ausschank von Freibier verbieten. Getarnt ist dieses Verbot in der abstrakten Formulierung, es sei dem Gastronomen verboten, "alkoholische Getränke in einer Form anzubieten oder zu vermarkten, die geeignet sind, dem übermäßigen Alkoholkonsum Vorschub zu leisten". Richtete sich die Prävention bislang gegen "Alkhoholmißbrauch" geht es jetzt schon gegen den "Alkoholgenuß". Prohibition, ich hör dir trapsen.

Das dies keine Schnapsidee ist, zeigt sich auch in der Formulierung eines Urteils des Verwaltungsgerichts Hannover, Beschluss vom 1. Juli 2007, AZ: II B 3480/07). Darin wird das "öffentliche Interesse am Schutz der Gäste-Gesundheit" zum Maßstab genommen. Anders ausgedrückt: es kommt nicht mehr auf den Willen des Individuums an, sondern darauf, was Sesselfurzer in der kommunalen Verwaltung und letztlich bei den Gerichten als gut für ihn ansehen. Der Staat entscheidet, was der Mensch essen und trinken darf, auch gegen den Willen des Bürgers.

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Besuch in Sachen "Arbeitsschutz".

"Guten Tag, ich komme im Auftrag der Berufsgenossenschaft und möchte gern Ihren Betrieb besichtigen!" - viele Unternehmer im Hotel- und Gastgewerbe haben diesen Satz schon gehört, am Telefon oder von einem Besucher, der plötzlich im Betrieb auftaucht. Manche Gastronomen sind verunsichert: Wen genau habe ich da eigentlich vor mir? Ist der vorgebrachte Wunsch, den Betrieb zu besichtigen, auch berechtigt? Ist der Besuch kostenpflichtig? Will man mir etwas verkaufen, womöglich zu überhöhten Preisen? Was Sie über Besucher in Sachen "Arbeitsschutz" verrät die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel, Genuß, Gaststätten: "Wie man Aufsichtspersonen der BG, überbetriebliche Dienste und 'schwarze Schafe' unterscheiden kann", in: Newsletter der BGN vom 25. Juni 2008.

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Dienstag, Juni 24, 2008

Stammt der Ur-Shaker aus Deutschland?

Cocktailhistoriker Jared Brown, der zusammen mit Anistatia Miller das Spirituosenmuseum EUVS betreut, stieß kürzlich auf ein interessantes Exponat. Anlass war die Ausstellung "The Art of Drinking" im Victoria and Albert Museum in London.

Es handelt sich um ein zusammengestecktes Becherpaar, das einem Shaker verblüffend ähnlich sieht. Das Exponat stammt aus Deutschland, genauer gesagt aus Augsburg und wird auf 1595 bis 1600 datiert.

Shaker
Beschriftung


Das Becherpaar soll zusammengesteckt wohl ein Fass symbolisieren, aber die Nähe zur Funktion und zum Aufbau eines Shakers ist unverkennbar. So fragt sich Jared, ob dies ein Vorgänger des Shakers war oder ob dieses Exponat möglicherweise sogar schon als Shaker benutzt wurde.

Bisher sind mir nur die ersten Shaker-Abbildungen aus den Barbüchern des 19. Jahrhunderts bekannt, wo der dreiteilige Shaker als "Cobbler Shaker" bezeichnet wird. Dieser wurde 1872 in den USA als Patent eingetragen. Wer etwas über diese Art von Becherpaaren weiß oder sonst etwas an Wissen beitragen kann oder will, möge bitte mit Jared Kontakt aufnehmen: jaredbrown1 [at] mac.com

(Quelle: Mitteilung von Helmut Adam, Herausgeber/Editor von Mixology - Magazin für Barkultur).

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Ethnische Trends bei Speisen in den USA.

Laszlo Trankovits schreibt über ehtnische Trends in der amerikanischen Gastronomie: "Chinesisches Essen hängt Burger & Co. ab", in: Wiesbadener Kurier vom 24. Juni 20008.

Die beschriebenen Trends lassen sich auf Europa und Deutschland nicht unbedingt eins zu eins übertragen, denn wir haben ganz andere ethnische Zusammensetzungen der Immigranten und Touristen, die solche Trends maßgeblich mit prägen. Zum Beispiel dürften bei uns die Küchen Afrikas und des Nahen Ostens, aber auch osteuropäische Küchen eine größere Rolle spielen. Doch zurück zu Trends in den USA:
  • Chinessiches Essen wächst stark. "39 Prozent der US-Kinder im Alter zwischen zehn und 13 Jahren nennen laut einer Umfrage der Zentrums für kulinarische Entwicklung chinesischen Köstlichkeiten ihr Lieblingsessen; für die amerikanische Küche mit den Klassikern wie Truthahn oder Apfelkuchen stimmten gerade mal neun Prozent."
  • Auch japanisches Essen stark im Kommen. Die Anzahl japanischer Restaurants habe sich in den letzten 15 Jahren verdreifacht.
  • Es gibt auch einen Boom bei anderen asiatischen Küchen wie Vietnam, Thailand oder Indien.
  • Out seien mittel- und osteuropäische Küchen.

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Sittenwidrige Entlohnung.

Das Arbeitsgericht Bremen-Bremerhaven hat eine Arbeitgeber verurteilt (Az.: 9 Ca 9331/07), einen Lohn, der mehr als 30 Prozent unter dem Tariflohn lag, aufzustocken. Er sei sittenwidrig geweesen: "Niedrig-Lohn für Aushilfen kann teuer werden", in: Mittelstanddirekt.

Meines Erachtens ist dieses Urteil falsch. Sittenwidrig sind Löhne, die um mehr als 30 Prozent unter den ortsüblichen Löhnen liegen. Das Arbeitsgericht hätte den ortsüblichen Lohn heranziehen müssen. Tariflöhne können darüber liegen.

Ein analoges Fehlurteil gibt es auch vom Arbeitsgericht Dortmund. Siehe dazu: "Textildiscounter muss höheren Lohn nachzahlen", in: beck-blog vom 15. Mai 2008.

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Amerikanische Gaststaetten veraendern ihre Getraenke-Strategien.

Technomic ist ein führendes Marktforschungsunternehmen der amerikanischen Fast-Food-Industrie. In einer Pressemitteilung vom 11. November 2008 ("Restaurants shifting their beverage strategies, says Technomic.") beschreiben Sie Veränderungen der Strategien von Restaurants bei den Getränken:
  • Verringerung der Anzahl der gelisteten Getränke, vor allem bei Kaffeespezialitäten, Tees und Smoothies. Gleichzeitig haben sie die Anzahl der Getränke erhöht, die nur vorübergehend im Angebot sind (so genannte "limited-time only (LTO) beverages"). Anmerkung von mir: Denken Sie z.B. an Fruchtdrinks, die dem saisonalen Angebot von Früchten folgen, Bierkarten mit wechlselnden Angeboten, z.B. Bockbieren, Fastenbieren, Festbieren, Kaffeespezialitäten mit "weihnachtlichen Aromen", Federweisser, neuen Weinen usw.
  • Anbieter mit eingeschränktem Service (Selbstbedienung und Teilselbstbedienung) konzentrieren ihr reguläres Angebot an Getränken auf solche, die am profitabelsten, populärsten und einzigartig sind. Anmerkung von mir: Sie könnten z.B. ihre Bierkarte (Brauereifreiheit vorausgesetzt) auf regionale und lokale Bierspezialitäten konzentrieren.
  • Temporäre Getränke-Angebote erlauben es, innovativ zu sein, ohne dadurch die Anzahl der ständig gelisteten Getränke immer weiter aufzublähen.
  • Bedienungsrestaurants hingegen, die sich traditionell auf Getränke fokussieren, die Speisen begleiten, neigen dazu, ihr Getränkeangebot auszuweiten. Besonders im Trend sind so genannte "mocktails", alkoholfreie Cocktails, z.B. Limonaden in Kombination mit anderen Fruchtaromen.

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Montag, Juni 23, 2008

Bionade baut Aussendienst fuer Gastronomie-Betreuung auf.

Am 14. Juni 2008 habe ich in einem Beitrag über Bionade geschrieben ("Heftige Reaktionen auf Bionade-Preiserhoehung"):
"Und im Unterschied zu einigen Me-Toos gibt man auch fast nichts dafür aus, im Handel und der Gastronomie gelistet zu werden. Ich habe vor Jahren einmal je eine Kiste der damals drei Sorten umsonst bekommen und ein paar Gläser. Seit Jahren habe ich keinen Aussendienstmitarbeiter zu Gesicht bekommen, wohl weil es keine Betreuung gibt. Allein auf einigen Messen ist Bionade vertreten.

Wohlgemerkt, ich beklage weder die sehr geringen Marketingaufwendungen noch das Fehlen eines kostspieligen Aussendienstes. Aber hört bitte auf, bei der Begründung von Preiserhöhung die Leute zu verarschen. Macht es einfach und macht mit der Kohle, was ihr wollt. Ich frage auch nicht, wie es Euch ergeht, wenn ich Bionade irgendwann mal auslisten sollte."
Heute wurde ich angerufen, um mir mitzuteilen, daß Bionade begonnen hat, Aussendienstmitarbeiter für den Vertriebskanal Gastronomie einzustellen. Ich habe einen ersten Besuchstermin für morgen früh vereinbart. Das Vertriebsgebiet des für mich züständigen Aussendienstlers ist sehr groß und umfaßt diverse Postleitregionen.

Ich habe am Telefon vergessen zu fragen, welche Variante der Organisationsstruktur Bionade wählt. Üblicherweise gibt es bei den Getränkeherstellern zwei Varianten:
  • Mitarbeiter, die für alle Vertriebskanäle (einerseits Gastronomie/Getränkefachgroßhandel incl. des Getränkefacheinzelhandels der Getränkefachgroßhändler), andererseits Einzelhandel) zuständig sind.
  • Kleinere Getränkehersteller verwenden hingegen häufig Aussendienstler, die für alle Vertriebskanäle in einer Region zuständig sind.
Hinzu kommt meist ein zentrales Key-Account-Management.

Mehr darüber, falls ich morgen mehr erfahre.

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Sonntag, Juni 22, 2008

Bierglaeser von Spiegelau.

Der österreichische Glashersteller Spiegelau hat eine neue Serie von Biergläsern vorgestellt. Ihre Begründung:
"Das weltweite Angebot unterschiedlicher Biersorten steigt kontinuierlich an. Diesem Trend folgt Spiegelau und präsentiert eine spezielle Kollektion an Biergläsern.

Drei unterschiedliche Formen für Helles – Pils und Weizen – haben Eines gemeinsam: die hauchdünn geblasene Glasqualität, die einzigartig ist. Die Formen sind darauf abgestimmt, die typischen Aromen der jeweiligen Biersorte perfekt zu betonen. Spiegelau hat einmal mehr seine 500 Jahre Erfahrung in der Kristallglaserzeugung genutzt, um das 'Bierglas' neu zu definieren."
Da die Preise nur genannt werden, wenn man zugangsberechtigt ist, vermute ich mal, diese Gläser dürften nicht ganz billig sein.

Rauchen in Reutlingen und anderswo.

Die neue Website Rauchen in Reutlingen ist eines der zahlreichen neuen regionalen Portale, die Informationen darüber bieten, wo man vor Ort in der Gastronomie noch rauchen kann. Man beschränkt sich dabei auf die legalen Möglichkeiten. Die vielen Betriebe, in denen das Rauchen gesetzeswidrig im Interesse der Gäste mehr oder weniger toleriert wird, sind nicht gelistet. Was ja auch im Hinblick auf denkbare Bußgeldverfahren sinnvoll ist.

Vor der Einführung des Rauchverbots hatten Nichtrauchergaststätten und Gaststätten mir Nichraucherzonen und -tischen ein Alleinstellungsmerkmal. Das dumme Rauchverbot hat die Verhältnisse umgekehrt. Nichtraucherangebote haben ihren Vorteil verloren. Angebote für Raucher werden gesucht und gefunden. Sie bescheren ihren Betreiber den vorteilhaften Nimbus, Rebellen gegen die verhaßte Politik zu sein und sich vehement für die Interessen ihrer Gäste einzusetzen. Ob das im Sinne der Erfinder des Rauchverbots ist? Siehe dazu auch: "USP fuer rauchende Gaeste".

Weitere Beispiele für landesweite, regionale, kommunale und auch betriebsbezogene Portale bzw. Raucherclubs:

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Traditionelle Gasthaeuser.

Günther Wiestner aus Darmstadt ist gelernter Hotelkaufmann und kommt aus dem Tiroler Wintersportort Nauders. Seine informationsreiche Website in Form eines Wordpress-Blogs "Gasthaus Tradition" ist, wie der Name schon sagt, dem Erhalt dieses traditionellen Betriebstyps gewidmet.

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Samstag, Juni 21, 2008

Google Trends for Websites.

Alexa Traffic History wurde zu Recht auch von mir kritisiert: "Reichweite von Websites ermitteln".

Seit heute bietet Google das Tool Google Trends for Websites an, mit dem man die "Daily Unique Visitors" von Websites darstellen kann (via "Google Adds Site Traffic Analytics to Google Trends", in: Searchenginejournal vom 21. Juni 2008):
  • Die Daten stehen erst für den Zeitraum seit Mai 2007 zur Verfügung.
  • Man kann den Traffic von bis zu fünf Websites miteinander vergleichen. Siehe einen Vergleich von Abseits.de und AHGZ.de.
  • Man kann die Darstellung auf einzelne Perioden und Regionen (Länder) begrenzen
  • Graphiken werden nur dargestellt, wenn der Traffic einen bestimmten, bislang nicht offen gelegten Mindestumfang erreicht.
  • Die Betreiber von Websites können ihre Websites nur in der Weise ausschließen, daß sie per Robots Exclusion Protocol den Google Robot von ihrer Website fernhalten. Dann tauchen sie aber auch nicht in der Google Suche auf.

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DEHOGA NRW: Unterstuetzung von Raucherclubs.

Freitag, den 20. Juni 2008.
"Der Raucherclub ist die einzige Möglichkeit für kleine getränkeorientierte Betriebe zu überleben. Deshalb unser Angebot an alle Mitglieder"
sagt Olaf Offers, Präsident des DEHOGA Nordrhein-Westfalen mit Blick auf die "Raucherclub-Initiative" des größten Landesverbandes.

Der Hotel- und Gaststättenverband stellt seinen Betrieben eine Mustersatzung, Raucherclubaufkleber und weitere Informationen zur Verfügung.
"Unsere Juristen haben sorgfältig geprüft und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass 'unser' Vorschlag sowohl den gesetzlichen Anforderungen gerecht wird, als auch in der Praxis unbürokratisch umsetzbar ist"
so der Präsident. Nach den Vorstellungen des DEHOGA NRW überlässt der Wirt dem eigens zu gründenden Raucherclub und dessen Mitgliedern seine Räumlichkeiten, damit Vereinstreffen dort abgehalten werden können. Die bisherige Konzession bleibt dabei unberührt. Darüber hinaus kommt der Raucherclub à la DEHOGA ohne Mitgliedsbeiträge und eine Internetmitgliedschaft aus.
"Auch wenn es in Nordrhein-Westfalen 3.000 - 4.000 Raucherclubs geben sollte, werden die restlichen 34.000 Betriebe rauchfreie Angebote machen müssen. Der Nichtraucherschutz wird somit nicht unterhöhlt"
ist sich Olaf Offers sicher.
"Somit würde keine Gruppe - weder Raucher und Nichtraucher noch die Gastronomen - gegeneinander ausgespielt."
Mit Spannung erwartet der DEHOGA Nordrhein-Westfalen die endgültige Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, die noch im Juli getroffen werden soll. Dabei hoffen die Gastronomen, dass es aufgrund von Verstößen der Nichtraucherschutzgesetze der Länder gegen die Berufsausübungsfreiheit und die Eigentumsgarantie doch noch zu einem Wahlrecht für Betriebe bis 100 qm (so genannte Spanische Lösung) kommen wird.
"Wenn das Bundesverfassungsgericht zu unseren Gunsten entscheiden sollte, wäre die Lösung des Raucherclubs überflüssig. Das wäre natürlich die optimale Lösung"
so Olaf Offers abschließend.

(Quellle: Pressemitteilung des DEHOGA Nordrhein-Westfalen)

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Oberverwaltungsgericht Schleswig: Rauchverbot in Gaststaetten mit Nebenzimmer und rauchenden Angestellten vorlaeufig aufgehoben.

Über ein Urteil des Verwaltungsgesichts Schleswig vom 22. April 2008 haben wir bereits informiert: "Verwaltungsgericht Schleswig: Rauchverbot in Eck-Kneipen ohne Angestellte".

Jetzt hat das Oberverwaltungsgericht Schleswig der Beschwerde der "Morastino"-Wirtin Rita Lo Pret stattgegeben, die einen Angestellten beschäftigt hat und über einen Nebenraum verfügt, und der deswegen noch vom Verwaltungsgericht untersagt worden war, das Rauchverbot in ihrem Betrieb aufzuheben. Auch dieser Kollegin wurde jetzt bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgericht - voraussichtlich am 17. Juli 2008 - gestattet, das Rauchverbot im Nebenzimmer seines Betriebs aufzuheben: "Rauchverbot: Wieder Sieg für die Wirte", in: Lübecker Nachrichten vom 20. Juni 2008.

Solche Urteile gelten formal nur für die Betriebe der Kläger. Faktisch gelten sie aber auch für alle Betriebe mit identischen Voraussetzungen, weil die Aufsichtsbehörden, gingen sie gegen solche Betriebe vor, sehenden Auges riskieren würden, einen weiteren Prozess zu verlieren und sich wegen der damit verbundenen Kosten verantworten müßten, zumindest gegenüber dem Landesrechnungshof und der Öffentlichkeit.

Das Urteil bzw. eine Pressemitteilung des Gerichts darüber ist aktuell auf deren Website noch nicht zu finden.

Ein Porträt der Kollegin Rita Lo Pret, die auch Vorsitzende der Interessengemeinschaft Lübecker Wirte ist, der mehr als 60 Lübecker Wirte angehören.

Nebenbei: Vielleicht sollten sich alle Politiker, die wiedergewählt werden wollen, das Kommunalwahlergebnis in Lübeck vom 25. Mai 2008 anschauen: CDU und SPD, die das Rauchverbot als große Koalition im Landtag Schleswig-Holsteins zu verantworten hatten, haben verloren:
  • Den stärksten Verlust erlitt die CDU und büßte in der dortigen Bürgerschaft ihre absolute Mehrheit ein. Sie erhielt nur noch 25,5 Prozent der Stimmen, bei der Kommunalwahl 2003 waren es noch 50,4 Prozent gewesen.
  • Auch die SPD verlor im Vergleich zu 2003 Stimmenanteile. Sie kam auf 28,8 Prozent (2003: 32,4 Prozent).

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FBMA: Star der Berliner-Werberszene zu Gast bei der Region Ost.

20. Juni 2008.
"Eine echte Sensation – das muss man erlebt haben"
kommentierten die Teilnehmer des Regionalmeetings FBMA Ost am 1. bis 2. Juni im Sport -und Tagungshotel Christinenhof in Tauer den Vortrag von Alexander Mackat "Das deutsch-deutsche Geheimnis". Mit dem Chef der Berliner Werbeagentur Fritzsch & Mackat hatte Regionaldirektor Peter Gellrich einen Star der Werbeszene eingeladen: Ihre erfolgreichen Kampagnen für große Ostmarken wie f6, Cabinet, Pneumant und Florena sowie nationale Marken von Persil, Köstritzer, Schöller bis Freixenet brachten der Agentur den Ruf des "Brückenbauers zwischen Ost und West" ein. Den Gipfel der Bekanntheit erreichte Werber Mackat mit dem im Jahr 2007 erschienen dem Buch "Das deutsch-deutsche Geheimnis". Hier beschreibt Mackat, dass Ostdeutsche
"in vielen Bereichen mehr Marken als Westdeutsche"
konsumieren. Allerdings seien sie deutlich kritischer:
"Sie hinterfragen Produkte, Marken und Werbung viel stärker danach, ob sie glaubwürdig und überzeugend sind."
Mit Erfolg haben sich im Osten Marken wie Volvic, Lätta und Ariel durchgesetzt, denen hohe Glaubwürdigkeit attestiert wird. Wie Werbung bei West- und Ostdeutschen ankommt, belegt Mackat anhand einer Untersuchung in Kooperation mit der Kaufzeitschrift SUPERillu. In Anzeigentests in Leipzig und Hamburg waren vier Westkampagnen für Backofen, Sekt, Kaffee und Handy überarbeitete Kampagnen gegenübergestellt worden, die sich an Werten und Lebensgefühlen der Ostdeutschen orientierten. Das Ergebnis: Die "ostdeutsche" Werbung kam in beiden Landesteilen besser an als die Westanzeige. Dieses Fazit lüftete Macket am Ende seiner Präsentation. Bernhard Rothenberg von Auerbachs Keller:
"Ein absoluter Marketing-Profi - ich habe selten einen so spannenden und unterhaltsam präsentierten Vortrag erlebt."
Als zweiter Referent sprach Klaus Münzberg vom Polizeipräsidium Cottbus zum Thema Drogen und Missbrauch. Mit Beispielen, Statistiken und Mustern sensibilisierte er die Teilnehmer für Ausmaß und Gefahren.

Die FBMA ist der Fachverband für Führungskräfte aus der Hotellerie und Gastronomie. Die FBMA bietet ihren Mitgliedern Erfahrungsaustausch, Weiterbildung sowie Aufbau und Pflege von Kontakten in Kreisen von Kollegen und zur Industrie.

(Quelle: Pressemitteilung des FBMA).

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Freitag, Juni 20, 2008

Juristischer Streit zwischen Bionade und BiOS eskaliert.

Auf der letzten Biofach hat es sich schon angedeutet. Das Klima zwischen Bionade und der Landwert Bio Premium GmbH der Stralsunder Bauerei, die mit ihrer Biolimonade BiOS versucht, dem Marktführer Marktanteile abzunehmen, ist frostig.

Manfred Mödinger, Berater für Getränkeunternehmen, hat dort am 23. Februar 2008, zum Thema "Gesundheitsprofil und Unterschiede von Bio-Erfrischungsgetränken. Bionade, BIOS, biolimo und eine Flut von Imitaten drängen auf den Markt, aber worin unterscheiden sich die neuen Biogetränke?" referiert. Anwesend waren auch Mitarbeiter von Bionade. Sie sassen links von mir und ich konnte sehen, wie sich im Laufe des Referats ihr Blick verdüstert hat. Sie konnten sich im Anschluß an das Referat die Frage nicht verkneifen, ob der Referent in geschäftlicher Beziehung zu den von ihm gelobten Produkte der Wettbewerber stünde. Tatsächlich berät er sowohl BiOS als auch die Neumarkter Lammsbräu, auch wenn man ihm zugestehen muß, daß er sehr viele berät. Er ist halt der überragende Fachmann auf diesem Gebiet. Aber echte Kerle weisen ihr Publikum auf mögliche Interessenkonflikte hin. Siehe dazu auch: "Angriff auf den Platzhirsch", in: LZ/NET Messeblog vom 23. Februar 2008.

Aus der Sicht eines Konsumenten ist der Streit um mehr oder weniger Zucker in diesen Getränken wenig hilfreich, weil die Unterschiede, ausgedrückt im Kaloriengehalt, minimal sind. Knapp formuliert: Wenn man das Zeug, egal ob Bionade oder BiOS, täglich in Unmengen trinkt, wird man fett, trinkt man wenig davon, nicht. Dem Kunden kann es egal sein, ob der Zucker vom Malz oder vom Saft stammt, und wie er zu etikettieren ist.

Mittlerweile eskaliert der Wettbewerbstreit und spielt sich immer mehr vor den Gerichten ab. Die letzte Meldung in diesem Krieg stamm von heute: "Konkurrent wirft Bionade Etikettenschwindel vor", in: Die Welt vom 20. Juni 2008.

Ich werde richtig sauer. Gerade im Bio-Segment, besonders zu spüren auf der Biofach, hat früher einmal das gemeinsame Interesse aller Anbieter an der Entwicklung guter Produkte überwogen. Es hat ein gutes Klima kameradschaftlicher Zusammenarbeit bestanden. Könnt Ihr Streithähne nicht aufhören, Euer Geld den Anwälten in den Rachen zu schmeißen und Eure Energie vor Gericht zu vergeuden? Kümmert Euch lieber um die Entwicklung und Herstellung guter Produkte und um die Zufriedenheit Eurer Kunden. Überlaßt das kindische Streiten vor Gericht den Laienschauspielern der Nachmittagssendungen für die Lumpenproletarier.

Siehe dazu auch: "Bio-Hickhack vor Gericht", in: Vital-Genuss.de vom 14. Mai 2008.

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Geheimtipp: Biere aus der Versuchsbrauerei der Maelzerei Weyermann in Bamberg.

Soeben habe ich mir aus dem Fanshop der Bamberger Mälzerei Weyermann, unweit von meinem Café Abseits, ein paar Biere aus deren Versuchsbrauerei geholt.

Dieser Fanshop, in dem es auch vielfältige Werbemittel gibt bis hin zu Bio-Malzkaffee, hat freitags von 13 bis 15 Uhr geöffnet und nach telefonischer Vereinbarung.

In der Weyermann-Versuchsbrauerei werden Rezepturen für Kunden entwickelt und sie beraten. Brauer der Kunden können hier experimentieren. Gebraut werden jeweils 2,5 Hektoliter.

Die Sude werden gelagert und nach Bedarf in Bügelverschlußflaschen abgefüllt. Die Halbliterflasche kostet 2,50 Euro, die Literflasche 5,00 Euro, jeweils zuzüglich Pfand. Der Fanshop ist immer noch ein Geheimtipp für einheimische und auswärtige Bierliebhaber.

Eingekauft, aber noch nicht verkostet, habe ich heute:
  • Himbeer Porter, 4,4% vol. alc.
  • Bourbon Alt, 5,7 % vol. alc.
  • India Pale Ale, 5,5% vol. alc. Dieses Bier wurde anläßlich des 30. Jubiläums der Städtepartnerschaft zwischen Bamberg und Bedford in Großbritannien gebraut. Siehe dazu auch: "Weyermann of Bamberg - India Pale Ale", in: Stonch's Beer Blog vom 20. September 2007.
  • Salbei-Pils, 4,8% vol. alc.
  • Schlotfegerla, 4,1% vol. alc., ein Rauchbier, der Renner im Angebot. Das Rezept.
Das Sortiment wechselt. Es sind auch meist nur ein paar Flaschen von jeder Sorte verfügbar (insgesamt zwei Getränkekühlschränke voll). Der nette Service hat mir aber die Auskunft gegeben, man könne auf Vorbestellung auch mehr davon bekommen, halt solange die Tanks mit den einzelnen Sorten reichen und auf Vorbestellung abgefüllt werden können.

Ausländischen bzw. weit anreisenden Bierliebhabern, die einen Bamberg-Besuch planen und keine Zeit haben, diesen Fan-Shop zu besuchen, biete ich gerne auch den Service an, ihnen Biere aus diesem Fan-Shop zu besorgen und im Café Abseits zu verkosten. Man muß mir halt nur rechtzeitig Bescheid geben.

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Biersommeliers im Außendienst - Einzigartige Ausbildungsoffensive bei Schneider Weisse.

München/Kelheim, 19.06.2008: Der gesamte Schneider Weisse-Außendienst hat sich zum Biersommelier ausbilden lassen. Die Mitarbeiter der Privaten Weissbierbrauerei G. Schneider & Sohn GmbH absolvierten den zweiwöchigen Intensivkurs der Doemens-Akademie im Frühjahr 2008. Am 19. Juni 2008 erfolgte die offizielle Übergabe der Zertifikate im Weissen Bräuhaus in München.

Georg Schneider, geschäftsführender Gesellschafter der Privaten Weissbier-brauerei G. Schneider & Sohn, gab den Anstoß für die weltweit einzigartige Weiter-bildungsoffensive:
"Wir sind nun die erste Brauerei, die ausschließlich Biersommeliers im Außendienst beschäftigt. Für die Mitarbeiter war die Ausbildung eine Initialzündung. Sie haben sich dabei eine noch höhere Beratungskompetenz aufgebaut und fungieren im Markt als Botschafter der Bierkultur."
Georg Schneider war selbst auch unter den Teilnehmern.

Biersommeliers im Außendienst


Der zweiwöchige Intensivkurs vermittelt Bierwissen auf hohem Niveau. Inhaltlich geht es allgemein um Braukunde - die Teilnehmer brauen auch ein eigenes Bier - und die Schankanlagenpflege, sowie um internationale Bierstile mit ihren typischen Ausprägungen. Ein Schwerpunkt liegt auf Bierverkostungen. Die angehenden Biersommeliers lernen dabei, Biere systematisch zu beschreiben und Empfehlungen auszusprechen. Dazu kommt die Organisation und Durchführung von Bierevents. Zahlreiche Prüfungen zu Theorie und Praxis in schriftlicher und mündlicher Form begleiten die Ausbildung.

Die Ausbildung zum Biersommelier ist ein Bildungsangebot der staatlich anerkannten Doemens Akademie in München. Sie wurde auf Initiative der österreichischen Bier-Interessensgemeinschaft (BierIG) von Braumeister Axel Kiesbye und Dr. Wolfgang Stempfl (Doemens) im Jahr 2004 ins Leben gerufen. Die Ausbildung umfasst zwei Wochen, wobei die erste Kurshälfte bei Doemens in Gräfelfing stattfindet und der zweite Teil in der Nähe von Salzburg. Pro Jahr werden zwei offene Kurse mit je 16 Teilnehmern angeboten. Die Schneider Weisse-Kurse wurden zusätzlich angesetzt.

(Quelle: Pressemitteilung der Privaten Weissbierbrauerei G. Schneider & Sohn GmbH)

Ergänzende Anmerkungen:
  • Michael Krieger, Diplom-Braumister und Inhaber der Riedenburger Brauerei hat sich bereits vor einigen Jahren zum Biersommelier ausbilden lassen.
  • Einen anderen Weg zur warenkundlichen Fortbildung ihrer Gastronomie-Kundenberater geht meines Wissens der Getränkefachgroßhändler Sagasser in Coburg: Schulungen durch die Fränkische Bierakademie, Bamberg. Siehe dazu auch unseren früheren Beitrag "Bierwissen professionell vermittelt.".
Unabhängig davon ist es ein beachtliches Engagagment, alle Aussendienstmitarbeiter eine zeit- und kostenintensive Ausbildung zum Biersommelier durchlaufen zu lassen.

Als Gastronom kann ich solche Bemühungen nur loben. Denn ich habe in 25 Jahren Erfahrung höchst unterschiedliche Aussendienstmitarbeiter von Brauereien und Getränkefachgroßhändlern erlebt: vom Diplom-Braumeister, der einer Brauerfamilie entstammt und über Bier seine Diplomarbeit geschrieben hat, bis hin zu einem Feld-, Wald- und Wiesenvertreter, der heute Porzellan, morgen Kaffee und übermorgen Bier vertickert und zugibt, privat lieber Wein als Bier zu trinken, aber auch von Wein keine Ahnung hat - nur eine rote Nase.

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FBMA: Regionaldirektion Sued wieder gewaehlt.

20. Juni 2008. Ein rundum gelungenes Meeting veranstaltete die FBMA Region Süd am 15.-16. Juni 2008 bei Gastgeberin Monika Hauer und ihren Söhnen Gregor und Jörg im Radisson SAS RESORT Wutzschleife in Rötz /Hillstett. Als Referentinnen begeisterten Dörte Mäder (Mäder Consulting) und Elisabeth Hintermann (Mühldorfer Betten GmbH). Bei den Wahlen zur Regionaldirektion wurden die beiden Amtsinhaber in ihren Ämtern bestätigt. Die Schwerpunkte in den Aufgaben werden so gesetzt, dass Stellvertreter Robert Rogmans sich zukünftig verstärkt um neue Mitglieder kümmern wird, während Regionaldirektor Konrad Pötzel das Netzwerk der FBMA weiter ausbauen und die Regionalmeetings organisiert.

Dörte Mäder von Mäder Consulting aus München, begleitete das Regionalmeeting an beiden Tagen als Referentin begleiten. Sonntags standen die perfekten Umgangsformen als Verkehrsregeln der Gesellschaft im Mittelpunkt. Dörte Mäder:
"Es reicht heute für ein Unternehmen und deren Mitarbeiter nicht mehr aus, nur ein gutes Produkt im Koffer zu haben. Ohne korrektes und souveränes Auftreten sind heute wirtschaftlicher Erfolg und menschliche Akzeptanz kaum mehr möglich. Zunehmende Globalisierung erfordert Kenntnis und Beachtung einer interkulturellen Kommunikation."
Im Vortrag ging Mäder auf Grundlagen der Umgangsformen und die Bedeutung von Diskretion ein. Während des Dinners werden die Themen Gast- und Gastgeberverhalten, Der Umgang mit Einladung und Zu/Absage, das Outfit von Casual bis Black Tie sowie "Netikette" beim Einsatz von E-Mail und Handy vertieft.

Am Montag setzte sich die Tagung mit dem Vortrag "Das erfolgreiche Mitarbeitergespräch" fort: Aufbau und eigene Vorbereitung auf das Gespräch sowie Potentialerkennung.

Im Anschluss erläuterte Elisabeth Hintermann, Eigentümerin der Mühldorfer Betten GmbH und Lieferant für die Tophotellerie weltweit, die Bedeutung von gesundem, regenerierendem Schlaf.

Ein kulinarischer Höhepunkt war das Dinner am Sonntagabend, zubereitet von Gregor Hauer und seinem Team. Bereits mit 16 Jahren machte Gregor Hauer sich auf, um bei Alfons Schuhbeck erfolgreich seine Lehre als Koch zu absolvieren, im Anschluss arbeitete er bei den Großen der internationalen Nobelküchen. Im Juli 2005 hat er die Küchenleitung in der Wutzschleife übernommen und mit ihr die Leitung des Fine Dining Restaurants "Gregor's", 2006 wurde Gregor Hauer vom Genießermagazin Savoir Vivre zum "Newcomer des Jahres" nominiert und wurde im Januar 2008 mit 25 Jahren als jüngster deutscher Küchenchef bei Euro Toque aufgenommen.

Die FBMA ist der Fachverband für Führungskräfte aus der Hotellerie und Gastronomie. Die FBMA bietet ihren Mitgliedern Erfahrungsaustausch, Weiterbildung sowie Aufbau und Pflege von Kontakten in Kreisen von Kollegen und zur Industrie.

(Quelle: Pressemitteilung des FBMA).

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Rauchverbot ab 01. Juli in Thueringen.

Erfurt, 20.06.2008 / Zum 01. Juli 2008 tritt ein Nichtraucherschutzgesetz nunmehr auch in Thüringen in Kraft. Danach wird das Rauchen in "umschlossenen Räumen der Schank- und Speisewirtschaft" verboten. Raucher sind nach dem Gesetz verpflichtet die Raucherbereiche im Außenbereich zu nutzen, sofern nicht die Möglichkeit besteht einen abgetrennten Nebenraum für Raucher vorzuhalten.

Die Unternehmen im Thüringer Hotel- und Gastgewerbe sehen sich durch die gesetzliche Vorgabe des Rauchverbotes in ihrer unternehmerischen Freiheit massiv eingeschränkt. Vor allem in der getränkegeprägten Gastronomie werden weitere existenzbedrohende Umsatzeinbrüche befürchtet.

Unsicherheit herrscht auch bei der Umsetzung des Nichtraucherschutzgesetzes sowohl bei den Gastronomen als auch bei den zuständigen Landratsämtern und Stadtverwaltungen in Thüringen, die keinesfalls eine klare Richtlinie und Handreichung geben können, so der Eindruck des DEHOGA Thüringen.

Mit Schreiben vom 07.05.2008 wurden die Landkreise und kreisfreien Städte zu Umsetzungshinweisen befragt. Bislang antworteten 8 der 23 angefragten Behörden.

So enthält das Thüringer Nichtraucherschutzgesetz nach dem Ermessen des DEHOGA Thüringen eine Reihe an unbestimmten Rechtsbegriffen, die die Umsetzung schwierig machen.

Vor dem Hintergrund der unklaren Rechtslage und der noch ausstehenden Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes im Juli 2008 fordert der DEHOGA Thüringen eine Aussetzung des Nichtraucherschutzgesetzes bis ein richtungsweisendes Grundsatzurteil, welches exemplarisch für alle Bundesländer ist, der Richter gesprochen ist.

Am 21. Juni 2008 starten die FDP Erfurt und der DEHOGA Thüringen unter dem Motto "Freie Entscheidung für die Unternehmer im Gastgewerbe - Kennzeichnungspflicht statt Rauchverbot" eine gemeinsame Aktion gegen das Thüringer Nichtraucherschutzgesetz. In der Zeit von 10.00 – 15.00 Uhr verleihen sie ihrer Forderung auf dem Erfurter Anger Ausdruck.

(Quelle: Pressemitteilung des DEHOGA Thüringen).

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Rauchverbot erschuettert Kneipenkultur: Erste Geschaeftsaufgaben.

Die Gastronomiebetriebe - vor allem die rund 80.000 Ein-Raum-Kneipen in Deutschland - leiden unter den strengen Nichtraucherschutzgesetzen. Das belegt auch eine aktuelle DIHK-Sonderumfrage. Die Wirte laufen Sturm. Drei von ihnen sind sogar vor das Bundesverfassungsgericht gezogen. Aus Karlsruhe wird bis Ende Juli eine "wegweisende" Entscheidung erwartet.

Laut DIHK-Umfrage beklagt fast jeder zweite gastronomische Betrieb (48 Prozent) Umsatzeinbußen seit Einführung des Rauchverbots. Besonders betroffen: Ein-Raum-Kneipen / Eckkneipen, die die Forderungen nach abgetrennten Räumen für Raucher nicht erfüllen können. Dort ist mit Ausnahme der Bundesländer Sachsen und Rheinland-Pfalz das Rauchen nicht mehr gestattet. 55 Prozent der Kneipiers, denen nur ein Raum zur Verfügung steht, stellen Umsatzrückgänge seit Einführung des Rauchverbots fest, knapp ein Viertel sogar sehr starke. Etwas weniger heftig sind die Auswirkungen auf die Gastbetriebe, die zwei oder mehr Räume bewirten und damit weiterhin die Möglichkeit zum Rauchen anbieten können. Hier verzeichnet zwar ebenfalls fast die Hälfte (48 Prozent) Umsatzrückgänge seit Einführung der Gesetze, aber sehr stark betroffen fühlen sich nur knapp 13 Prozent.

Wirte von Ein-Raum-Kneipen können in den seltensten Fällen, nämlich nur in Rheinland-Pfalz und Sachsen, entscheiden, ob sie eine Raucher- oder Nichtraucherkneipe führen wollen. Sie sind damit gegenüber den Mehrraumkneipen benachteiligt - dies spiegelt sich letztlich in den Umsatzrückgängen wider. Die Folgen dieser gestiegenen Belastung sind sichtbar: Die IHKs verzeichnen bereits jetzt erste Geschäftsaufgaben.

Der DIHK warnt, dass mit weiteren Geschäftsaufgaben ein spürbarer Verlust von Arbeitsplätzen verbunden sein könnte. Es wird sich aber auch auf unsere Stadtbilder auswirken: Die Kneipenkultur wird ärmer - die kleine Eckkneipe könnte Seltenheitswert bekommen. Darüber muss sich die Politik im Klaren sein. In Teilen hat sie es offenbar bereits erkannt, es gibt inzwischen immer mehr Ausnahmeregelungen.

Folge: Es herrscht ein Flickenteppich von Regelungen in Deutschland. Eine Wahlfreiheit für Ein-Raum-Kneipen in Anlehnung an die Modelle in Rheinland-Pfalz und Sachsen könnte helfen, die Ungerechtigkeit auszugleichen. Sie stellt auch eine Wahlfreiheit für die Kneipengänger her, die dann selbst entscheiden könnten, ob sie in eine Raucherkneipe wollen oder nicht.

(Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags).

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Hurtig, aber unbedacht.

In einem Artikel des Münchener Merkurs vom 19. Juni 2008 ("Rauchverbot: Der erste Wirt muss zahlen") ist zu lesen:
"Im Landkreis München haben die Wirte noch eine Chance auf Bewährung. 'Wenn wir eine Anzeige von Bürgern oder Polizei bekommen, geht eine Art Informationsschreiben raus aber beim ersten Mal passiert noch nichts', sagt Gerhard Hurt, zuständig für öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landratsamt München. Kommt allerdings nochmal eine Anzeige, werde ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Wie hoch die dann Strafe ausfalle, könne er noch nicht sagen."
Vielleicht sollte sich Herr Hurt, bevor er Bescheide verschickt, die einer gerichtlichen Prüfung nicht standhalten, sich inhaltlich mit dem bayerischen Gesundheitsschutzgesetz (PDF) auseinander setzen.

Daß in einer Gaststätte geraucht wird, reicht keineswegs aus, gegen den Betreiber ein Bußgeld zu begründen (abgesehen von dem Ausnahmefall, daß der Gastronom selbst beim Rauchen erwischt wird). Das Gesundheitsschutzgesetz verpflichtet den Gastronomen nach Paragraph 7 Absatz 2:
"die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um eine Fortsetzung des Verstoßes oder einen neuen Verstoß zu verhindern."
Mit Geldbuße kann ein Gastronom nach Paragraph 9 Absatz 2 nur belegt werden, wenn er entgegen dieser Verpflichtung
"nicht die erforderlichen Maßnahmen ergreift, um eine Fortsetzung des Verstoßes oder einen neuen Verstoß gegen das Rauchverbot zu verhindern."
Ich bin mal gespannt, ob und wie es einer Behörde vor Gericht gelingt, zu beweisen, daß ein Gastronom die erforderlichen Maßnahmen unterlassen hat, zumal das Gesetz jeden Hinweis darauf vermissen läßt, was darunter zu verstehen ist.

Mein Tipp geht dahin, jedesmal wenn ein Gast raucht, unverzüglich die Polizei zu alarmieren. Die Bamberger Polizei hat dafür eine besondere Nummer bekannt gegeben, um eine Überlastung der Notrufnummer zu verhindern. Wir haben unseren Mitarbeitern schriftlich die strikte Anweisung erteilt, so zu verfahren.

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Donnerstag, Juni 19, 2008

Bierabsatz bricht in Folge des Rauchverbots ein.

Um fünf Prozent ist der Bierabsatz in der Gastronomie in München in den ersten sechs Monaten in diesem Jahr zurückgegangen: "Rauchverbot macht Brauereien in München zu schaffen ", in: Stadtmagazin München 24 vom 19. Juni 2008.

Auch in Frankreich sinkt der Absatz von Bier, nicht zuletzt infolge des Rauchverbots, dramatisch, allein um 8,2 Prozent im ersten Quartal 2008: "Franzosen trinken weniger Bier", in: Der Standard vom 19. Juni 2008.

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Molekulare Cocktails: Hype oder Flop?

Spielen "molekulare Cocktails" in Bars eine Rolle oder sind sie nur ein medial inszenierter "Trend"? Es streiten sich
  • Jörg Meyer, Betreiber der Hamburger Bar "Le Lion". Er schreibt gelegentlich Artikel für die Fachzeitschrift "Mixology". In deren letzten Printausgabe hat Helmut Adam darin sich ebenfalls kritisch über die Molekulare Mixologie geäußert.
  • die Düsseldorfer Fachautorin Angelika Arians Derix, die auch an dem Anfang 2008 veröffentlichten Buch "Molekulare Cocktails" von Gabriele Randel mitgewirkt hat.
"Gegendarstellung: Molekular Manipulationen / Molekulare Cocktails", in: Bitters Blog vom 19. Juni 2008.

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Currydose.

In ihrer neuen Artikelreihe "Einfach lecker: Imbissbuden in Deutschland" stellt Biggi Mestmäcker in ihrem Frittenblog Imbissbuden vor. Betreiber , die in dieser Reihe vorgestellt werden wollen, können sich melden. Sie sollten ein Foto zur Verfügung stellen und eine Liste von Fragen beantworten.

Die erste Imbissbude, die vorgestellt wird, ist: "Einfach lecker - Currydose in Berlin".

Weniger das kulinarische Konzept ist interessant als die strategische Positionierung. Insbesondere Existenzgründern rate ich mitunter, nicht alles auf ein Pferd zu setzen, sondern sich Optionen, unterschiedliche Vertriebskanäle zu erarbeiten. Zum einen um sich besser auszulasten, zum anderen kann man mitunter nicht von Anfang an erkennen, welcher Vertriebsweg besser läuft. Hinzu kommen kann, daß die Nachfrage saisonal sich in verschiedenen Vertriebskanälen unterschiedlich entwickelt. Mit mehreren Pferden kommt man besser durch schlechte Zeiten.

Dirk Radke-Lobbes setzt mit seiner "Currydose" auf:Voraussetzung dafür ist natürlich, daß das Konzept in beiden Vertriebswegen funktioniert oder zumindest so variabel ist, daß man sich auf die unterschiedlichen Anforderungen einstellen kann.

Die "Currydose" ist auch ein schönes Beispiel dafür, daß man, wie es mitunter Existenzgründer widerfährt, die Anforderungen an die Person nicht unterschätzen sollte, auch nicht bei den vermeintlich einfach zu führenden Kneipen und Imbissbetrieben. Dirk Radke-Lobbes ist gelernter Koch und hat jahrelange Berufserfahrung in der Schweizer Hotellerie. Sein Schwager ist Imbissbetreiber aus Leidenschaft und hat ihm geholfen, genauso wie der Rest seiner Familie (ein Faktor, der häufig unterschätzt wird). Die konzeptionelle Idee ist durchdacht:Anfangs hat er sich eher als Reisegewerbe gesehen und ist von Straßenfest zu Volksfest gefahren bis hin nach Suhl in Thüringen. "Mit Glück und Beziehungen", wie er selbst schreibt, fand er einen Standplatz auf den Antonplatz in Berlin Weißensee. Vordergründig macht das keinen großen Unterschied. Tatsächlich ist der Unterschied extrem:
  • bei einem regelmäßigen Standgeschäft kommt es auf Kundenbindung an. Entscheidend sind neben der Produktqualität, dem Preis und der Sauberkeit der freundliche Service, die Stammkunden zu kennen, zu wissen, was sie möchten, mit ihnen ins Gespräch kommen usw.
  • Das Geschäft auf Volks- und Straßenfesten ist mehr ein Geschäft mit Laufkunden, wobei es darauf ankommt, Kunden spontan anzusprechen durch eine Aufmerksamkeit erheischende Präsentation am Point of Sale.

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Woinemer Brauerei.

Michael Bauer hat sich in Weinheim die Hausbrauerei Woinemer Brauerei angeschaut: "Woinema", in: Kurpfalznotizen vom 17. Juni 2008.

Auf deren Website beeindruckt mich die Experimentierfreudigkeit bei saisonalen Bieren, zumindest im Vergleich zu den 08-15-Gasthausbrauereien, die meist neben einem Pils, einem Weißbier, einem Lager vielleicht Bockbiere brauen. Wobei es sich nicht um experimentelle Biere handelt, wie sie z.B. die Wiener Gasthausbrauerei 7 Stern Bräu versucht (etwa Hanf, Chill), sondern um klassische Rezepturen anderer Regionen, die es mit Bamberger Rauchbier und Prager Dunkles auch in der 7 Stern Bräu gibt. In Weinheim werden unter anderem gebraut:
  • ein Kölsch, das "Oelsch" genannt wird, weil die Bezeichnung "Kölsch" Bieren vorbehalten ist, die in Köln gebraut werden, auch wenn "Kölsch" mach meinem Dafürhalten eher eine Gattungsbezeichnung ist. Brauen darf man Biere solcher Rezeptur natürlich überall in der Welt.
  • "Irish Black", nach Angaben der Hausbrauerei ein "'Dry Stout' nach alter Irischer Tradition".
  • "Bairisch Dunkel", vermutlich ein dunkles Bier im Münchener Stil und weniger ein Schwarzbier á la Oberfranken/Thüringen (von mir aber aus der Distanz nur geraten).

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