Gastgewerbe Gedankensplitter



Sonntag, August 31, 2008

Weinmixgetraenke.

Als Nachtrag zu unserem früheren Beitrag über "Calimocho" ein paar weitere mehr oder weniger bekannte Weinmixgetränke:
  • Weißwein- bzw. Rotweinschorle: Weiss- bzw. Rotwein mit Mineralwassser.
  • Süß Gespritzter: Weiswein mit Zitronenlimonade.
  • Cola-Schoppen: Weiss- oder Rotwein mit Cola.
  • Persching: Mix aus Roséwein (Weißherbst, Rotling, Rosé usw.) und Orangenlimonade.
  • Kaiserspritzer oder Kaisergespritzter: ein Mix aus Weisswein, Mineralwasser und einem Schuß Holunderblütensirup.
  • Süßer Gespritzter: Weisswein und Kräuterlimonade, z.B. Almdudler.
  • Spritz: Weißwein, Mineralwasser (30%), Bitter Campari, Select oder Aperol gemischt und auf Eis mit einer Zitronen- oder Orangenscheibe und einer grünen Olive serviert.
Im Vergleich zu Biermixgetränken sind zumindest in der Gastronomie die Kombinationsmöglichkeiten noch keineswegs ausgereift, wenn man die Getränke außer acht läßt, die in die Kategorie Bowlen fallen, also meist in größeren Mengen im Voraus gemixte Kombinationen aus Wein, Mineralwasser bzw. Sekt/Champagner und Früchten bzw. Kräuter.

Die Industrie ist ein Stück weiter und bietet, gerade nach der Einführung der Alcopopsteuer eine Vielzahl von Mixgetränken auf Weinbasis (sogenannte "weinhaltige Cocktails", "aromatisierte weinhaltige Getränke" und "aromatisierter Wein"). Siehe dazu: "Weinhaltige Getränke - die neuen Alkopops?", von: Infodienst Landwirtschaft - Ernährung - Ländlicher Raum. Weinhaltige Cocktails sind Getränke, die mit natürlichen oder naturidentischen Aromastoffen, Aromaextrakten, Gewürzen, Kräutern oder anderen geschmacksgebenden Lebensmitteln aromatisiert wurden. Sie bestehen aus Wein und/oder Traubenmost, können gesüßt sein und weitere Zutaten enthalten. Im Handel findet man Produkte wie "Caivina" von "Schloß Wachenheim", "Cool Up" von Katlenburger in den Geschmacksrichtungen:
  • Blue Wave
  • Fresh Lemon
  • Red Berry
  • Tropic Dragon
oder ebenfalls von Katlenburger "youwell", ein Fruchtwein-Cocktail mit Joghurt in den Geschmacksrichtungen Erdbeer, Pfirsich, Heidelbeer und Apfel.

Labels: ,


Freitag, August 29, 2008

Sarah Wiener auf kulinarischer Entdeckungsreise quer durch Italien.

Motiviert durch den großen Erfolg von zwei Staffeln "Sarah Wiener und die kulinarischen Abenteuer" (siehe dazu unseren früheren Beitrag "Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener"), dreht Sarah Wiener für den Fernsehkanal Arte zur Zeit eine weitere Staffel, diesmal in Italien: "Sarah auf kulinarischer Entdeckungsreise quer durch Italien", in: Arte.

Sie besucht Spitzenrestaurants und Familienküchen in zehn italienischen Regionen, lernt Winzer und Fischer genauso kennen wie Zutaten und Rezepte. Am Ende jeder Folge aber muss Sarah Wiener ihr neu erworbenes Wissen anwenden: Mit einer eigenen Version der regionalen italienischen Küche. Diesmal ist der Dolmetscher Michele Marotta an ihrer Seite.

Labels:


10 x Toilette fuer 2,50 Euro.

In diesem Blog gab es in der letzen Woche weniger Beiträge als üblich. Der Grund ist die Bamberger Sandkerwa, auf der wir zweifach vertreten gewesen sind - mit einem Bierstand und dem Open-Air-Festival Feierhof. Die Lust zu bloggen leidet etwas unter einem 16-Stunden-Tag.

Gottseidank konnte ich in diesen Tagen unter der Hand eine nicht öffentliche Toilette benutzen, zu der uns netterweise Zugang eröffnet worden ist. Bei etwa einer Viertelmillion Besucher an fünf Tagen braucht man in den Stoßzeiten bis zu eine Viertelstunde, um sich durch das Gedränke zur nächsten Toilette zu schieben. Vor allem Frauen müssen dann dort noch in langen Wartereihen Geduld üben.

Um einen Anreiz zu bieten, trotzdem nicht "wild zu pinkeln", sind seit einigen Jahren Sammelkarten für den kostenpflichtigen Besuch öffentlicher Toiletten erhältlich. Der Bayerische Rundfunk hat ein Foto eines Posters, mit dem dafür geworben wird, für Wert befunden, in eine sehenswerte Bildergalerie zur Sandkerwa 2008 aufgenommen zu werden. Die "Sandkerwa" gehört mit dem Annafest in Forchheim zu den - soweit mit bekannt - schönsten Bierfesten in Deutschland.

Regionale Biere: Elch-Bräu in Thuisbrunn.

Manchmal stoße ich doch noch auf eine Brauerei, die ich nicht einmal dem Namen nach kenne. Auf der Bierkarte des Forchheimer Kollegen Konrad Schaller vom Gasthaus "Roter Ochse" in Forchheim, der auf regionale Biere setzt, bin ich über die "Elch-Bräu" aus Thuisbrunn gestolpert.

Aber das ist auch kein Wunder. Die Elch-Bräu in Thuisbrunn bei Gräfenberg im Landkreis Forchheim wurde erst am 21. Juli 2007 eröffnet. Inhaber und Braumeister Georg Kugler braut in seinem Brauereigasthof Seitz ein naturtrübes Dunkel und Pils. Siehe dazu auch: "Land der Brauereien", vom Bayerischen Rundfunk vom 3. Juli 2008.

Mehr über "Bier in der Gastronomie".

Labels:


Studie von CHD Expert: Über 50% der Berufstaetigen bringen Mittagessen mit an den Arbeitsplatz oder essen zu Hause.

Paris, 29. August 2008. Zeit ist Geld: Lediglich 33 Prozent der Berufstätigen in Frankreich nehmen sich mittags Zeit für einen Restaurantbesuch. Über 60 Prozent der Angestellten und Arbeiter essen dagegen mitgebrachte Gerichte oder speisen in Werkseinrichtungen wie Kantinen und Cafeterias. Dies geht aus der Studie "Panorama de la restauration: La pause déjeuner 2008“" des internationalen Marktforschungsinstitutes CHD Expert hervor. Für die Untersuchung wurden im Mai 2.000 berufstätige Männer und Frauen in Frankreich befragt.
"Nur noch sechs Prozent der Restaurantgäste verfügen über genügend Budget und Zeit, um jeden Mittag à-la-carte zu speisen"
berichtet Nicolas Nouchi, Chef von CHD Expert Frankreich. Der traditionelle Typ des französischen Lunch-Gastes entspricht dem anderer europäischer Länder: er ist männlich, zwischen 25 und 44 Jahre alt und Angestellter im mittleren Management. Drei Viertel der Beschäftigten wählen werktäglich günstigere Lunchangebote: 15 Prozent bestellen sich täglich etwas bei einem Lieferservice und 16 Prozent der Firmen-angestellten essen in der Kantine oder Cafeteria. Weitere 28% tun dies zumindest einmal pro Woche. 34 Prozent bringen mindestens einmal wöchentlich vorgekochte Mahlzeiten von zuhause mit, denn nur ein Viertel kann mittags nach Hause gehen, um mit der Familie zu essen.

Bei der Wahl der Mittagsgerichte folgen die Franzosen dem europäischen Trend zu variationsreichen und authentischen Speisen. Rund zwei Drittel freuen sich mittags auf traditionelle französische Gerichte, 35 Prozent bevorzugen asiatisch und 28 Prozent fliegen auf italienische Pizza, Pasta & Co.
"Nur Coq-au-Vin und ein Glas Wein zum Mittag sind nicht mehr gerade trendy"
so Nouchi. Bei der Speisenzusammenstellung ist aber noch ein gewisser Hang zum opulenteren Mahl erkennbar: 26 Prozent bekommen neben einem Hauptgericht auch ein Dessert auf den Tisch. 15 Prozent begnügen sich mit dem Tagesangebot ("Plat du jour") und zwölf Prozent nehmen vor dem Hauptgericht eine Vorspeise. Alkohol ist dagegen weitgehend out - zwei Drittel verpönen Wein und Bier zum Mittagessen.

Bei Restaurantgästen in der Mittagszeit dominieren die Geschäftsleute: 54 Prozent nutzen die Lunchpause zum Austausch mit Kollegen und Geschäftspartnern. Der Durchschnittsbon in Restaurants beträgt beachtliche 12,50 Euro und der durchschnittliche Aufenthalt zum Mittagessen beträgt rund 50 Minuten. Das Bekannte wird geliebt, denn in der Regel wird nur zwischen drei bekannten Restaurants ausgewählt.

Im Kontrast stehen dazu die Kennzahlen aus Fastfood-Betrieben: Der Durchschnittsbon beträgt 6,70 Euro. 67 Prozent der Gäste bestellen sich Sandwiches im French-Style, 44 Prozent nehmen Salate, 34 Prozent ordern Hamburger und 31 Prozent Kebabs.

Über die CHD Expert Group

: Die Geschäftsbereiche reichen von Marktforschung über Direktmarketing bis zu Data Management. Die CHD Expert Group ist mit Niederlassungen in allen wirtschaftlich bedeutenden Ländern Europas sowie USA und Kanada präsent. Der Kundenkreis umfasst namhafte Unternehmen u.a. aus den Bereichen Food & Beverages, Ausstattung und Medien. Mehr unter: www.chd-expert.de.

(Quelle: Pressemitteilung von CDH Expert).

Labels:


Calimocho.

Mitunter schockiere ich mit der nicht ganz wahren Geschichte, in meiner Jugend hätte ich, im Grenzgebiet der Weinbauregionen Nahe und Rheinhessen groß geworden, Cola-Schoppen trinken müssen. Meine armen Eltern hätten sich pures Cola nicht leisten können und so wäre ich gezwungen gewesen, das teure Cola mit saurem Wein vom Nachbarn zu verdünnen.

"Cola-Schoppen", ein Mix aus Cola und saurem Weißwein, meist in 0,4 l-Gläsern ausgeschenkt, kennt man in meiner neuen Heimat Bamberg nicht, sehr wohl aber in Rheinhessen und an der Nahe - auch in Variaanten (mit Orangenlimonade oder Rotwein).

Heute erzählt Mario Scheuermann in seinem Blog drink tank, Weinmixgetränke seien wieder im Trend: "Von Cola Schoppen und Wein-Cocktails":
"Das ist die Rheinhessen-Variante des guten alten Calimocho aus Spanien. Über die wiedererwachte Popularität dieses Cola-Rotwein-Mixes in Kalifornien habe ich erst kürzlich hier berichtet. Mixgetränke auf Weinbasis sind wohl einer der kommende Trends in kalifornischen Bars ebenso wie beim Weinfest in Gau Odernheim oder in den Discos von Hamburg."
Daß man meinen alten Cola-Schoppen auch Calimocho nennen kann, ist mir neu. "Cuba libre für Arme" klingt weniger nett. Vielleicht sollte ich einmal versuchen, mit dem spanischen Ausdruck unsere Gäste zu verführen? Anderseits habe ich vor Jahren einmal die wirklich sonderbare Kombination von Cola und Apfelwein (Cola-Apfelwein aus der Landkelterei Höhl) erfolglos offeriert, ein Produkt, das es, wenn ich der Website Glauben schenken darf, nicht mehr gibt.

Labels: ,


Donnerstag, August 28, 2008

Smoke and gun in Regensburg.

Vor kurzem haben wir über den wackeren Regensburger Schützenmeister Albert Hildebrand berichtet: "Verantwortung fuer die Durchsetzung des Rauchverbots in Gemeindezentrum".

Das Regensburger Amtsgericht hat das von der Ordnungsbehörde verhängte Bußgeld in Höhe von 150 Euro bestätigt. Dieses Urteil ist nicht rechtskräftig und wird angefochten. Leider enthält der Presseartikel "Urteil: Schützenmeister muss 150 Euro Bußgeld zahlen", in: Mittelbayerische Zeitung vom 26. August 2008, keine Détails der Begründung und verweigert Antworten auf alle aufgeworfenen Fragen

Labels: ,


Mather LifeWays.

"Mather's - More Than a Café" ist eine mehrfach mit Preisen ausgezeichnete Idee des 1941 von der Mather Foundation gegründeten, gemeinnützigen Unternehmens "Mather LifeWays", das in erster Linie Senioren-Residenzen betreibt. In einer freundlichen, sauberen Umgebung in bislang drei Betrieben in Chicago kann man:
  • in einem Vollbedienungsrestaurantcafé essen und trinken
  • im Internet surfen und lernen, mit Computern umzugehen.
  • über Musik, Reisen, Theater, Malerei und Architektur diskutieren
  • neue Gäste werden beraten
  • es gibt Unterhaltungsangebote
Anders ausgedrückt: Die Angebote ähneln den in Deutschland Seniorenbegegnungstätten. Sie sind aber weniger steif positioniert. Siehe dazu auch ein Video. Die Frühstückskarte.

Ich bin zwar bei Konzepten, die sich auf soziodemographisch abgegrenzte Gruppen fokussieren, skeptisch, weil sich viele Gäste nicht selbst ausgrenzen wollen und gastronomische Dienstleistungen gerne auch Generationen übergreifend konsumiert werden. Einfacher ausgedrückt: Die Oma geht mit dem Enkel Eis essen und zwar in solche Betriebe, in denen sich Alt und Jung wohl fühlen.

Aber es lohnt sich manchmal anzuschauen, welche besonderen Produkte und Dienstleistungen bestimmten Zielgruppen in darauf spezialisierten Betrieben angeboten werden, um davon zu lernen, welche man seinen eigenen Gästen anbieten könnte.

Mehr über "Gastronomie-Marketing: Zielgruppe 50 Plus" und "Internetcafés".

Labels:


Mittwoch, August 27, 2008

FDP Niedersachsen straft die bayerische FDP Luegen.

Überall dort, wo die FDP nicht an Landesregierungen beteiligt ist, gebärdet sie sich als vehementer Verfechter einer gastronomiefreundlichen Lösung der Rauchverbotsfrage. In Bayern hat die FDP sogar den Gastronomen Jürgen Koch, Schatzmeister des Vereins zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur, als Landtagskandidaten nominiert und schielt auf die Stimmen der Gastronomen und Raucher.

Anders in den Bundesländern, wo sie an der Regierung beteiligt ist. So will die FDP Niedersachsen einer Neuregelung des landeseigenen Raucherdrangsalierungsgesetzes zustimmen, die nicht den Gastronomen die Freiheit gibt, in ihren Räumen selbst zu entscheiden, sondern nur der Entscheidung des Bundesverfassungsgericht Rechnung trägt: "Neuer Anlauf beim Rauchverbot", in Hessische/Niedersächsische Allgemeine vom 27. August 2008.

Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion Philipp Rösler versucht die niedersächsischen Gastronomen abzuwiegeln, indem er auf eine Evaluation des Gesetzes Ende 2009 verweist, nicht zufälligerweise nach der Bundestagswahl, bei der die FDP zu hoffen scheint, die Gastronomen wären noch einmal so blöde, diese verlogene Bande zu wählen (Quelle: "Rösler: Absolutes Rauchverbot in Niedersachsen vom Tisch 05.08.2008"):
"Nach wie vor steht Ende 2009 die Evaluation des Nichtraucherschutzgesetzes an: 'Wir gehen davon aus, dass diese zeigen wird, dass weitere Ausnahmen vom Rauchverbot für Festzelte und geschlossene Gesellschaften für unsere Gastwirte notwendig sind.'"
Wetten, daß auch die bayerische FDP käme sie in den bayerischen Landtag und hätte Gelegenheit für den Preis einer Regierungsbeteiligung in der Frage des Rauchverbots umzufallen, die Gastronomie verraten und verkaufen würde?

Labels: ,


Landesverfassungsgericht Sachsen-Anhalt: Nichtraucherschutzgesetz verfassungswidrig.

Das Landesverfassungsgericht Sachsen-Anhalt hat - der Linie des Bundesverfassungsgerichts - folgend, das landeseigene Nichtraucherschutzgesetz teilweise für verfassungswidrig erfolgt: "In Ein-Raum-Kneipen und Diskotheken darf wieder gequalmt werden", in: Volksstimme vom 27. August 2008.

Labels: ,


Samstag, August 23, 2008

Deutschland als Hotelgesellschaft.

Warum nur lieben Politiker schiefe Bilder aus dem Gastgewerbe? Gerhard Schröder, der Lautsprecher des russischen Diktators und Aggressors Putin, offenbarte schon als Bundeskanzler mit seiner Metapher von Koch und Kellner, daß er von Rotwein mehr versteht als von der Gastronomie.

Kurt Beck, der Vielleicht-Doch-Noch-Besser-Aber-Nicht-Bundeskanzlerkandidat der SPD und der Immer-Noch-Aber-Nicht-Mehr-Lange-Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, sagte am Donnerstag in Gundelsheim (Quelle: "Beck berauscht sich an bayerischer Basis", in: Spiegel vom 21. August 2008):
"Wir dürfen keine Hotelgesellschaft werden, wo jeder seinen Beitrag zahlt, aber man nichts miteinander zu tun hat."
Was ist gegen ein Hotel einzuwenden, in dem jeder zahlt, wenn er Leistungen in Anspruch nimmt, und sich alle Mitarbeiter miteinander anstrengen? Was ist die sozialdemokratische Alternative? Eine Kommune, in der morgens keiner aus den Federn kommt, niemand sauber macht, alle den Kühlschrank plündern und man anschreiben läßt, um ihn wieder aufzufüllen?

Freitag, August 22, 2008

Die Zukunft des Gastgewerbes im Blick: HOGA Nuernberg ist 2009 das Branchen-Highlight in Sueddeutschland.

Nürnberg - Für Hoteliers, Gastronomen und deren Mitarbeiter ist es wichtiger denn je, gut informiert zu sein, um die Herausforderungen in der Branche zu meistern und rechtzeitig die Weichen für die Zunft zu stellen. Welche neuen Produkte erleichtern und rationalisieren die tägliche Arbeit, wie lassen sich die hohen Energiekosten reduzieren und wo stecken noch Einsparpotentiale, was sind die neuesten Trends in der Branche und mit welchen Ideen und Konzepten lassen sich Stammkunden halten und neue Gäste gewinnen? Dies sind nur einige Fragen, die derzeit die Branche beschäftigen.

Antworten und Lösungen liefert vom 18. bis 21. Januar 2009 die HOGA Nürnberg, Fachmesse für Hotellerie, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung, die 2009 den Reigen der großen Branchenmessen eröffnet und zugleich das Top-Event 2009 in Süddeutschland sein wird.

Die von den AFAG Messen und Ausstellungen im Zweijahresturnus durchgeführte HOGA Nürnberg kann diesmal ein Jubiläum feiern, denn sie findet zum 25. Mal statt. 1950 erlebte die als "Süddeutsche Fachschau für Hotel, Gaststätte und Konditorei" ihre Premiere. Unter dem späteren Namen HOGA hat sich die Veranstaltung zu einer der erfolgreichsten deutschen Fachmessen für das Gastgewerbe entwickelt.

Fachlicher Träger der Messe ist der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband. Für Präsident Siegfried Gallus kommt der HOGA unmittelbar nach dem Weihnachts- und Silvestergeschäft eine besondere Bedeutung zu:
"Der frühe Messetermin vor Beginn der neuen Saison ist für unsere Branche ideal. Mit ihrem breiten fachlichen Angebot bietet die HOGA Nürnberg einen guten Überblick über neue und bewährte Produkte, sie zeigt konkrete Problem- und Systemlösungen, stellt zukunftsweisende Gastro-Konzepte vor und liefert dem Fachpublikum wertvolle Anregungen. Jeder, der die HOGA besucht, wird wertvolle Anregungen für die berufliche Praxis und den eigenen Betrieb mitnehmen"
ist Gallus überzeugt.

Rund 450 Aussteller informieren

An der HOGA 2009 werden sich rund 450 Aussteller aus dem In- und Ausland beteiligen, darunter auch zahlreiche Marktführer der Branche sowie neue Aussteller. Die Vermietung läuft bereits seit Monaten auf Hochtouren und hat in den letzten Wochen nochmals stark angezogen. Nachdem die Metro bereits bei der letzten HOGA vor zwei Jahren erstmals ausstellte, wird man 2009 aufgrund des geschäftlichen Erfolges den Stand mehr als verdoppeln. Mit Edeka wird sich ein weiterer wichtiger Partner der Gastronomie erstmals auf der HOGA präsentieren.

Die EU-Mitgliedschaft hat in den osteuropäischen Nachbarländern eine erfreuliche wirtschaftliche Entwicklung ausgelöst. Durch die Nähe Nürnbergs zu den osteuropäischen Nachbarn erwarten die Veranstalter auch aus diesen Ländern Besucherzuwächse.

Klare Angebotsgliederung und attraktives Rahmenprogramm

Durch eine klare Gliederung des Angebots nach Fachbereichen ermöglicht die HOGA den Fachbesuchern eine schnelle und gezielte Information. Hauptbereiche der Messe sind Großküchenanlagen, Food & Beverage, Einrichtungen und Ausstattungen, Kommunikation & Informationen sowie Logistik und Prozessmanagement.

Hochkarätige Wettbewerbe, Themenparks und Aktionsbereiche ergänzen das wirtschaftliche Angebot der Messe und steuern einen wichtigen Teil zum besonderen Flair der HOGA Nürnberg bei. Alle Berufsgruppen des Gastgewerbes sind mit eigenen Beteiligungen eingebunde, u.a. der VSR, der VKD, der Verein Nürnberger Köche mit dem "Köche-Treff" oder die Konditoren.

Ein besonderes Augenmerk richtet die HOGA auf den Berufsnachwuchs, sei es im Rahmen der Wettbewerbe oder durch die Aktivitäten des VSR und des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, die auf der HOGA rund um die Ausbildungsberufe des Gastgewerbes beraten und informieren. Der BHG wird darüber hinaus eine Ausbildungsplatzbörse anbieten und die Jugendlichen können sich hier über Ausbildungsplätze in bayerischen Betrieben informieren.

Neuer Themenpark "Umwelt und Energieeffizienz"

Mit ihren neuen Themenparks richtet die HOGA Nürnberg den Blick in die Zukunft und sie greift Themen auf, die der Branche auf den Nägeln brennen. Dazu gehören derzeit die drastisch gestiegenen Energiekosten, die Hotellerie und Gastronomie in erheblichem Umfang belasten. Mit dem neuen Themenpark "Umwelt und Energieeffizienz" trägt die HOGA dieser Problematik Rechnung und bietet Lösungen an. Wie lässt sich effizienter sparen? Wo gibt es noch Einsparpotentiale im Betrieb? Welche technischen Lösungen bietet die Industrie zu dieser Thematik? Zu all diesen und weiteren Fragen wird die HOGA 2009 Antworten geben.

Neuer Themenschwerpunkt: Bioprodukte in der Gastronomie

Die Gastronomie und Hotellerie sieht sich immer stärker mit den Gästewünschen nach mehr Bioprodukten konfrontiert. Auch im Außer-Haus-Konsum achten die Gäste auf gesunde Ernährung und wollen dabei auf Bio-Qualität nicht verzichten. Vor diesem Hintergrund wird Bioland auf der HOGA erstmals im Rahmen einer Gemeinschaftspräsentation vertreten sein und Köche und Gastronomen über die Bioland-Gastro-Serviceleistungen, Bio-Produkte, Belieferungsmöglichkeiten sowie das Bioland Gastronomie-Konzept informieren. Außerdem steht die Bio-Kontrollstelle Abcert als An-sprechpartner für die Bio-Zertifizierung zur Verfügung.

HOGA-Premiere für "Marktplatz der Fränkischen Brauer"

Bayerisches Bier ist weltberühmt. Einen Großteil seiner Berühmtheit verdankt der Freistaat Bayern dem bayerischen Bier und der damit verbundenen Gemütlichkeit und Gastronomie.

Was viele nicht wissen: Das Zentrum der bayerischen Bierkultur liegt im Norden Bayerns, in Franken. Mit rund 200 Bier-Brauereien bietet der Bezirk Oberfranken die höchste Brauereidichte der Welt. Das Bier wird hier in einer unglaublichen Vielfalt und Güte gebraut und kommt als Feinschmeckerprodukt auf den Markt. Mehr als 1.000 verschiedene Biere werden in den größtenteils privaten Brauereien im Bierland Oberfranken hergestellt.

Die in der Frankenmetropole Nürnberg durchgeführte HOGA ist geradezu prädestiniert dafür, diese Besonderheit der fränkischen Region zum Thema einer attraktiv gestalteten Sonderpräsentation zu machen. Rund um einen gemütlichen Biergarten gruppieren sich beim "Marktplatz der Fränkischen Brauer" die Stände fränkischer Brauereien. Besucher können hier in kompakter Form eine kleine Reise durch die Bier-Region Franken erleben frei nach dem Motto "Probieren geht über Studieren".

Top-Wettbewerbe in der Cocktail-Arena

Bei der letzten HOGA war die Cocktail-Arena vielbeachteter Treffpunkt und optischer Blickfang. In der völlig neu gestalteten Cocktail-Arena der HOGA 2009 werden namhafte Spirituosen- und Getränkehersteller unter Federführung der Deutschen Barkeeper Union spannende Wettbewerbe und Meisterschaften austragen. Dazu ge-hören die Bayerischen Cocktailmeisterschaften (18.1.), der "Ladies Cup" (18.1.), der Gorbatschow Platinum Cup (19.1.) und ein Flair Tending Wettbewerb (20.1.) in Kombination mit Schnupperkursen für Messebesucher. Weitere Aktivitäten sind in Planung. Natürlich können sich in der Cocktail-Arena auch die Messebesucher bei lek-keren Cocktails – ob mit oder ohne Alkohol - eine Pause beim Messerundgang gönnen.

Jugendmannschaftsmeisterschaften der Bayerischen Berufs-schulen in den gastronomischen Ausbildungsberufen

Die Ausrichtung eines Jugendwettbewerbes der bayerischen Be-rufsschulen in den Ausbildungsberufen des Gastgewerbes hat be-reits eine lange Tradition bei der HOGA Nürnberg. Unter Federfüh-rung der Berufsschule 3 in Nürnberg ist die HOGA erneut Austragungsort der Bayerischen Jugendmanschaftsmeisterschaften in den Ausbildungsberufen Koch / Köchin sowie Hotel-/ Restaurantfach-mann/frau. Darüber hinaus geht es für die Teilnehmer um den HOGA-Jugendpokal 2009. Diesen Preis erhält die Mannschaft mit der höchsten Punktzahl aus allen vier Wettbewerbstagen. Außerdem werden während der Messe der Bayerische Jugendmeister/die bayerische Jugendmeisterin in den jeweiligen Ausbildungsberufen ermittelt, die dann als Mannschaft die Farben Bayerns bei der deut-schen Jugendmeisterschaft vertreten dürfen.

Messe in der Messe mit hoher Food-Kompetenz: Der Service Bund lädt zur 6. "FOOD SPECIAL".

Zum 6. Mal lädt der Service Bund im Rahmen der HOGA zur "FOOD SPECIAL" ein, die als "Messe in der Messe" mit hoher fachlicher Kompetenz im Foodbereich aufwartet. Am 19. und 20. Januar werden dazu in einem separaten Bereich der HOGA mit eigenem Zugang etwa 100 Marktpartner des Sercice Bundes ihre neuesten Produkte präsentieren und das Fachpublikum zu Degustationen einladen. Im Rahmenprogramm werden Spitzenköche wertvolle Tipps aus ihrem persönlichen Erfahrungsschatz an die Fachbesucher weitergeben und aufzeigen, wie sich aus den Angeboten der Hersteller leckere Gerichte zaubern lassen.

HOGA-Aussteller profitieren von hoher Besucherqualität der Messe

Bei der HOGA Nürnberg stimmen Qualität und Entscheidungskom-petenz der Fachbesucher. Der Anteil der Fachbesucher, die Entscheidungskompetenz bei Einkauf und Beschaffung haben oder mitentscheidend sind, liegt bei 69%! Für 52% der befragten Besucher ist die Nürnberger HOGA die einzige Fachmesse der Branche, die man besucht. Den Ausstellern bescherten diese Fakten bei der letzten HOGA 2007 gut gefüllte Auftragsbücher und auch bei den Besucherzahlen konnte das bayerische Branchenereignis mit 34.000 Fachbesuchern erneut ein Spitzenergebnis verbuchen.

BHG-Informations-Zentrum

Als Herzstück und Kommunikationsdrehscheibe der HOGA präsentiert sich das Info-Zentrum des Bayerischen Hotel- und Gaststätten-verbandes (BHG). Hier erhalten nicht nur die Mitglieder des BHG, sondern auch alle interessierten Fachbesucher vielfältige Informationen rund um das Gastgewerbe. Der BHG steht mit Rat und Tat bei Fragen der Betriebsgründung, der Finanzierung und Wirtschaftlichkeit, bei Versicherungs- und Rechtsfragen sowie für die allge-meine Unternehmensberatung zur Verfügung. Junge Menschen, die sich für einen Beruf in Hotellerie und Gastronomie interessieren, erhalten hier ebenfalls Informationen zur Aus- und Weiterbildung sowie wertvolle Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung.

Ausführliche Infos für Besucher und interessierte Aussteller unter www.hoga-messe.de.

(Quelle: Pressemitteilung der AFAG Messen und Ausstellungen GmbH).

Labels: , ,


Mittwoch, August 20, 2008

Nebeneinandem.

"Der Maget ist morgen in Bamberg", erzählte heute morgen an unserer Theke ein Gast einem anderen. "Der Fußballtrainer?" fragte der andere zurück. Nun ja, Felix Magath ist sicherlich auch in Bamberg bekannter und populärer als Franz Maget, der Spitzenkandidat der bayerischen SPD bei den Landtagswahlen am 28. September 2008.

Um sich endlich auch einmal in Menschenmassen zu tummeln, besucht Franz Maget morgen die Bamberger Sandkerwa. Am Vormittag radelt er von der Gemeinde Memmelsdorf (einer Gemeinde mit SPD-Bürgermeister) nach Bamberg (einer kreisfreien Stadt mit SPD-Bürgermeister) hinein, auf einem Tandem begleitet von Kurt Beck. Sie konnten sich nicht einigen, wer treten darf und wer lenken muß. So hat man ihnen ein merkwürdiges Nebeneinandem als Fahrrad gebastelt, auf dem beide nebeneinander sitzen und gemeinsam lenken.

Ich muß morgen leider beim Aufbau vom "Feierhof", unserer Live-Musik-Open-Air-Veranstaltung im Innenhof von Schloß Geyerswörth im Herzen der Bamberger Altstadt, helfen und werde deshalb versäumen, von dem komischen Gespann ein Foto zu schießen. Ich hätte gerne gesehen, wie man mit so einem Nebeneinandem nach links abbiegt.

Das gesamte Programm "Franz Maget begleitet Kurt Beck auf Sommerreise in Franken" von der bayerischen SPD.

Burger King Bad.

Timothy Tackett, ein Mitarbeiter von Burger King in der Orange Street in Xenia (Ohio), macht sich an seinem Geburtstag den Spaß, in einem Spülbecken des Restaurants nackt zu baden und ein vierminütiges Video davon drehen zu lassen. Irgendwie landet dieses Video auf MySpace und wird dort und auf Videoportalen sehr häufig angesehen. Siehe etwa: "Burger King Bath" auf Youtube. Ein für die Lebensmittelkontrolle Zuständiger bekommt das Video zu sehen und veranlaßt eine gründliche Reinigung des Beckens. Timothy Tackett und die anderen an diesem Spaß Beteiligten werden daraufhin entlassen. Der Rest des Teams wird in Lebensmittelhygiene nachgeschult.

Mittlerweile hat sich Timothy Tackett in seinem Blog auch bei Burger King und allen, "die ihn hassen", entschuldigt, erhebt aber zugleich auch Vorwürfe wegen schlechter Behandlung: "To Burger King and the People that HATE me".

Als ich die ursprüngliche Meldung "Video shows Burger King employee bathing in sink", in: wdtn vom 12. August 2008, zum ersten Mal gesehen habe, habe ich vermutet, es handele sich um eine Viral-Marketing-Kampagne von Burger King. Aber von der los getretenen Welle profitiert zur Zeit wohl eher Timothy Tackett als Mr. Unstable und seine Band MiSANTHROPE MUSiCK.

Das Blog Millus hat dafür Verständnis, daß Tomothy Tackett gefeuert worden ist:
"Irgendwo hört der Spaß auf und Hygiene ist bei Restaurants extrem wichtig"
In der Tat mag die Vorstellung, sie essen oder trinken etwas, das mit gebrauchtem Badewasser in Berührung gekommen sein könnte, bei Gästen Ekel hervorrufen. Irgendeine gesundheitliche Gefahr kann ich aber nicht erkennen, wenn das Becken danach gründlich gereinigt worden ist, was ja ohnehin mehrmals täglich gemacht werden sollte. In Spülbecken von Gaststätten, die nicht ausschließlich Einweggeschirr verwenden, landen über den Kontaminationsweg Toilettenbenutzung der Gäste, Hände, Teller und Besteck bzw. Gläser sogar Kolibakterien. Aber an den Edelstahloberflächen bleiben sie nicht haften, wenn man sie reinigt. Ich würde eher aus einem geputzten Spülbecken eine Suppe löffeln als an einer Tischoberfläche eines Restaurants zu lecke, die in vielen Fällen seltener und nicht so gründlich gereinigt werden. Aber ein auch nur geringer Zweifel an der Hygiene eines Restaurants kann sicherlich fatale Folgen bei den Gästen haben. Auch bei nur vagen Zweifeln geht man sicherheitshalber lieber woanders essen.

(via: "Badespaß bei Burger King hatte Folgen", in: Pommeswelt Frittenblog vom 19. August 2008).

Labels: ,


Lehrlinge verpruegelt?

Wenn man der Arbeiterkammer Niederösterreich Glauben schenken dürfte, wurden in mehreren österreichischen Betriebe des Gastgewerbes Auszubildende geschlagen: "Gastgewerbe-Lehrjahre: 'Hilfe, mein Kind wird im Gasthaus geschlagen'".

Robert Keindl, Leiter der Fachgruppe Gastronomie in der Wirtschaftskammer Nieder-Österreichs hat dies bestritten: "AK: Lehrlinge klagen über Misshandlung", in: ORF vom 20. August 2008.

Die österreichischen Arbeiterkammern finanzieren sich durch Zwangsbeiträge der Arbeitnehmer. Als Beitrag sind 0,5% der Beitragsgrundlage für die Krankenversicherung fällig. Mehr über die "Arbeiterkammer".

Labels: ,


Dienstag, August 19, 2008

Feiger Kutscher.

Am liebsten am Lenkrad sitzen, aber keine Ahnung haben, wohin es gehen soll. So stellt sich Günther Oettinger, der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, in einem Interview dar: "Interview mit Günther Oettinger: 'Der Neid angesichts unseres Erfolges wächst'", in: Schwarzwälder Bote vom 19. August 2008.

Statt seine Meinung zum gesetzlichen Rauchverbot in der Gastronomie zu verkünden (die FDP hat für den Fall, daß ihr Vorschlag, es den Gastronomen zu überlassen, ob sie ein Rauchverbot in ihren Räumen verhängen oder nicht, mit dem Bruch der Koalition gedroht), verdrückt er sich feige hinter dem Vorschlag, die Ministerpräsidenten der Bundesländer sollten eine möglichst einheitliche Linie festlegen:
"Ich habe bewusst eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die diese Fragen im Detail klären soll. Mit Hessens Ministerpräsident Roland Koch bin ich einig darüber, dass das Rauchverbot bei der Jahreskonferenz der Ministerpräsidenten im Oktober ein Thema werden wird. Ich strebe eine Entscheidung unmittelbar danach an. Wir werden dem Landtag noch in diesem Jahr einen verfassungskonformen Entwurf zur Novellierung weniger einzelner Punkte vorlegen."
Bei dem alten Mann (immerhin noch ein paar Monate jünger als ich) scheint das Gedächtnis nicht mehr zu funktionieren. Die Ministerpräsidenten haben sich am 22. März 2007 schon einmal für eine angeblich gemeinsame Linie entschieden: "Ministerpräsidenten beschließen Rauchverbot mit vielen Ausnahmen", in: Spiegel vom 22. März 2007.

Labels: ,


Ministerialbeamtenlyrik: "Wenn ich mich im Freien befinde, und lediglich einen Regenschutz ueber mir habe, ist das kein umschlossener Raum."

Wann ist ein Zelt ein Zelt? Das verrückte gesetzliche Rauchverbot in der Gastronomie zwingt erwachsene, intelligente, ernsthafte Menschen, die sich eher um wirkliche Probleme der Welt kümmern sollten, mit so einem Scheiß zu beschäftigen. Wir haben darüber bereits mehrfach berichtet:Jetzt hat sich auch Winfried Funk, Referatsleiter der Thüringer Ministeriums für Gesundheit und Soziales, mit dieser Frage beschäftigen müssen."Rauchverbot zur Kirmes: Planen hoch", in: Thüringer Allgemeine vom 19. August 2008:
"Doch ein Zelt ist eben nicht mehr umschlossen, sobald ein direkter Luftaustausch gewährleistet ist. Eine Plane, oder bei größeren Zelten zwei Planen, nach oben zu klappen, würde das Problem schon lösen. 'Wenn ich also, übertrieben gesagt, mich im Freien befinde, und lediglich einen Regenschutz über mir habe, ist das kein umschlossener Raum. Das Rauchverbot gilt dann also nicht', lenkt der Referatsleiter ein."
Feierhof

Das wirft dann natürlich die Folgefrage auf, wieso dies für ein Zelt gilt, nicht aber für Gebäudeteile, etwa wenn die Glasfront einer Gaststätte per Schiebetür aufschiebbar ist. Bei Gebäuden sei allerdings kein Freiraum für Diskussionen, wendet Winfried Funk ein:
"Mit geöffneten Fenstern hier für Frischluft zu sorgen, würde das Rauchverbot dennoch nicht entkräften. 'Da ist die Luftkonzentration eine ganz andere', macht Funk klar."
Es kommt also auf die "Luftkonzentration" an? Was ist das denn? Meint Herr Funk vielleicht, die Konzentration mit Schadstoffen in der Luft dürfe den zulässigen Wert nicht überschreiten? Dann ist das Rauchverbot in den meisten Gaststätten obsolet. Eine empirische Studie zum Passivrauchen in Gaststätten im Auftrag der überaus seriösen Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten hat nämlich gezeigt, daß die zulässigen Grenzwerte von Schadstoffen nicht überschritten werden "Schadstoffmessungen in gastronomischen Betrieben".

Labels: ,


Montag, August 18, 2008

Brauerei Peschl in Passau stellt Braubetrieb ein.

Urkundlich belegt wird seit dem 9.8.1259 in der Brauerei "im Neumarkt zu Passau", dem heutigen Stammhaus der Brauerei Peschl in Passau Bier gebraut. Vor ihrem 750jähriges Firmenjubiläum stellt die Brauerei Peschl ihren Braubetrieb ein und läßt ihre Biere von der Brauerei Aldersbach Freiherr von Aretin GmbH & Co. KG brauen:
"Steigende Kosten bei Heizöl, Benzin, Strom und Personal sowie strukturelle Veränderungen seien ebenso Gründe für die Einstellung des Braubetriebes wie wiederkehrende Hochwasserschäden und das Rauchverbot."
schreibt: "Älteste Brauerei Passaus stellt Braubetrieb ein", in: unserRadio vom 18. August 2008.

Mehr über das "Brauereisterben".

Labels: , ,


Sonntag, August 17, 2008

Verantwortung fuer die Durchsetzung des Rauchverbots in Gemeindezentrum.

Hat das Amtsgericht Regensburg keinen Bock, über eine angebliche Ordnungwidrigkeit von Schützenmeister Albert Hildenberg zu verhandeln? Es könne das vom Landratsamt Regensburgs verhängte Bußgeld in Höhe von 150 Euro auch auf 50 Euro reduzieren. Doch der wackere Schützenmeister und 1. Vorsitzende des Vereins Feuerschützen Regensburg e.V. besteht auf einer mündlichen Verhandlung: "Rauchverbot: Schützenmeister zahlt nicht und kämpft vor Amtsgericht", in: Mittelbayerische Zeitung vom 17. August 2008.

Albert Hildenberg habe, so der Vorwurf, das Rauchverbot im Keller des Gemeindezentrums Köfering nicht durchgesetzt. Da stellen sich mir wenigstens drei Fragen:
  • Gehört der Keller des Gemeindezentrums überhaupt zu den Räumlichkeiten, für die laut Gesetz ein Rauchverbot gilt? Ist dieser Keller etwa eine Sportstätte oder eine Kultur- oder Freizeiteinrichtung?
  • Wer ist für die Durchsetzung des Rauchverbots verantwortlich? Laut bayerischem Gesundheitsschutzgesetz (PDF) ist dies der Leiter der jeweiligen Einrichtung. Doch der kriminalisierte Schützenmeister hat den Raum mit seinem Verein, soweit man dies den wenigen Angaben des o.a. Zeitungsartikels entnehmen kann, nur mit seinen Vereinsmitgliedern genutzt. Könnte es sein, daß das Landratsamt Regensburg zu feige gewesen, gegen den laut Gesetz Verantwortlichen ein Bußgeld zu verhängen und hat stattdessen ein höchst überflüssiges Bußgeldverfahren gegen jemanden eingeleitet, der laut Gesetz gar nicht verpflichtet ist, das Rauchverbot durchzusetzen?
  • Und selbst wenn Albert Hindenburg dazu verpflichtet gewesen wäre, das Rauchverbot durchzusetzen, was nicht zu tun wirft man ihm eigentlich vor? Wenn er der Verantwortliche im Sinne des Gesundheitsschutzgesetzes gewesen sein sollte, und deshalb die "erforderlichen Maßnahmen" zu ergreifen gehabt, um eine Fortsetzung des Verstoßes oder einen neuen Verstoß zu verhindern. Welche Maßnahmen sind "erforderlich" gewesen. Hatte er überhaupt das Recht, einen Raucher des Raumes zu verweisen? Durfte oder mußte er unmittelbare Gewalt anwenden? Mußte oder durfte er die Polizei oder wen auch immer alarmieren?
Vor dem Hintergrund all dieser Fragen kann ich verstehen, warum das Amtsgericht Regensburg wenig Lust verspürt, Antworten zu finden.

Dieser an sich lächerliche Prozess ist insoweit von Bedeutung, als es unter anderem um die Frage gehen könnte, was denn eigentlich ein Hausherr unternehmen muß, wenn sich jemand weigert, das Rauchverbot zu beachten. Dies ist auch in der Gastronomie bislang völlig ungeklärt. Meines Erachtens ist es hinreichend und notwendig, die Polizei zu alarmieren, auch wenn die bayerische Polizei keinen Bock hat anzurücken und darauf verweist, daß der Personalaufwand viel zu groß wäre und die Polizei nicht einmal genug Leute für Kriminalitätsbekämpfung und Gefahrenabwehr hat: "Neuer Zoff um die Kontrollen", in: Bild vom 16. August 2008.

Labels: ,


DEHOGA auf Schmusekurs.

Ausgerechnet die Chefin der fetten Bundesregierung wurde vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband eingeladen (siehe dazu: "Auf Schmusekurs", in: Wirtschaftswoche vom 18. August 2008), auf dem 4. DEHOGA-Branchentag in Berlin am 25. November 2008 die versammelten Gastronomen zu belügen ("hochkarätige Referenten und spannende Vorträge").

Sonnen sich die Branchenfunktionäre lieber im Lichte einer vermeintlichen Wichtigkeit als sich hart für die Interessen der Gastronomie einzusetzen?

Zur Erinnerung ein paar Stichworte für gastronomiefeindliche, politische Entscheidungen in den letzten Jahren und Pläne der fetten Koalition:
  • Mehrwertsteuererhöhung auf 19 Prozentpunkte
  • Blockade des Versuchs der französischen Regierung, europaweit für gastgewerbliche Produkte und Dienstleistungen den ermäßigten Mehrwertsteuersatz möglich zu machen.
  • Antidiskriminierungsgesetz
  • Weigerung, den Jugendarbeitsschutz zu deregulieren
  • Plan, einen gesetzlichen Mindestlohn für das Gastgewerbe einzuführen
  • Weigerung, die Technische Anleitung Lärm so zu ändern, daß der Beginn der Nachtruhe von 22 Uhr auf später verlegt wird.
  • Verweigerung einer grundlegenden Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und Fernsehen, mit dem Ziel, die Ausbeutung der Hotellerie zu beenden.
  • die "Gesundheitsreform" mit ihrer massiven Erhöhung der Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung
  • die geplante Reform der gesetzlichen Unfallversicherung, mit der Dienstleistungen mit den Kosten des Bergbaus belastet werden.
  • die geplanten höheren Grundsteuern.
  • die geplante Verlängerung des Arbeitsverbots für Bürger der EU-Beitrittsländer.
  • die geplante Erbschaftssteuerreform mit einer massiven Erhöhung der Erbschaftsteuer, wenn Geschwister erben.
Am besten: wieder ausladen!

Labels:


Zusatzstoffe.

Wenn Lebensmittelkontrolleure in der Gastronomie meckern, kritisieren sie häufig eine unvollständige Angabe von Zusatzstoffen. Siehe dazu etwa "Gastronomie: Mängel bei Hygiene", in: Aller-Zeitung vom 16. August 2008.

Ob den Gästen wirklich geholfen ist, wenn Zusatzstoffe vollständig angegeben werden? Ein Beispiel, wie eine Speisekarte aussehen kann, wenn alle Zusatzstoffe gesetzeskonform angegeben werden, habe ich auf dem Annafest in Forchheim gefunden:

Auszug Speisekarte

Eine "Musterspeisekarte" (PDF) des Landratsamtes Oberallgäu hilft bei der Überprüfung auf die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.. Dort wird aber nicht erlaeutert, wie man auf solche Aussagen wie z.B. "mit Antioxidationsmittel, mit Süßungsmittel, enhält eine Phenylalaninquelle" kommt. Siehe dazu ein Merkblatt (PDF) des Verbandes der Lebensmittel-Kontrolleure Baden-Württemberg e.V.

In der Gastronomie geht der Trend dahin, Rohstoffe und Convenience-Produkte zu verwenden, die keine Zusatzstoffe enthalten. So erspart man sich deren Deklaration.

Labels: ,


Samstag, August 16, 2008

Klo-Suchmaschine.

lootogo ist eine auf Google Maps basierende "Suchmaschine" für öffentliche Toiletten. 12110 Toiletten sind zur Zeit bereits eingetragen.

Als "öffentlich" zugänglich verstehen die Herausgeber auch Toiletten von Gaststätten. Rechtlich gesehen ist dies nicht richtig. Der Inhaber eines gastronomischen Betriebes kann im Rahmen seines Hausrechts und der Vertragsfreiheit frei entscheiden, welche Gäste er bewirten mag und wem er erlaubt, seine Toiletten zu besuchen. Er darf den Zugang zur Toilette sogar davon abhängig machen, daß ein Entgelt gezahlt wird. So wird auf vielen Toiletten von Autobahnraststätten ein Entgelt verlangt. Siehe dazu die Beschreibung des Angebots Sanifair von Tank & Rast. Für die abverlangte Gebühr erhält man aber meist einen Gutschein für den Einkauf im tankstelleneigenen Kiosk oder im Restaurant der Raststätte. Siehe dazu auch: "'Das Image der Raststätte hängt an der Toilette'", in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 11. Dezember 2006.

In manchen Kommunen gibt es aber zivilrechtliche Vereinbarungen zwischen allen oder bestimmten Gastronomen und der Gemeindeverwaltung, wonach die Toiletten auch von Nichtgästen aufgesucht werden darf. In der Regel zahlt die Gemeinde dafür einen Kostenbeitrag. Sie erspart sich damit möglicherweise den Unterhalt für öffentliche Toiletten. Siehe dazu: "Nette Toilette", ein Projekt der Stadt Radolfzell.

Unabhängig von der Rechtslage ist der Zugang zu Toiletten von Gaststätten in vielen Fällen schwer kontrollierbar. Oder der Gastronom sieht die Zurverfügungstellung von Toiletten als Service an in der Hoffnung damit, früher oder später auch Gäste gewinnen zu können. Für solche Gastronomen kann es sogar reizvoll sein, die eigene Toilette(n) selbst in lootogo einzutragen. "Wie trage ich eine Toilette ein?".

Wer eine besonders schöne oder bemerkenswerte Toilette bietet, hat dann sogar die Chance, gut bewertet zu werden und auf einem vorderen Platz präsentiert zu werden. Siehe dazu auch die früheren Beiträge "Toiletten-Marketing" und "Gedanken zum Welttoilettentag".

Labels:


Freitag, August 15, 2008

Kurze Beine.

Es ist erstaunlich, mit welcher Dreistigkeit Bundestagsabgeordnete öffentlich lügen. So schreibt der Bonner Bundestagsabgeordnete Ulrich Kelber (SPD), unter anderem stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, Mitglied im Bundestagsausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und einer der Erstunterzeichner des im Bundestags gescheiterten Gesetzentwurf für ein gesetzliches Rauchverbot in der Gastronomie, im Abgeordnetenwatch vom 15. August 2008:
"Wie Sie sicher noch selbst sehr gut wissen, war es einem Nichtraucher bis vor kurzem nicht möglich sich für eine rauchfreie Kneipe oder Gaststätte zu entscheiden, weil es die schlicht nicht gab."
Diese Lüge läßt sich leicht widerlegen, sogar mit Zahlen, die von den Rauchververbotsbefürwortern veröffentlicht worden sind (siehe dazu: "Freiwillige Selbstverpflichtung der Gastronomie zum Nichtraucherschutz gescheitert - spottet die Drogenbeauftragte der Bundesregierung"). Im Februar 2007 haben die Drogenbeauftragte der Bundesregierung und der Bundesverband der Verbraucherzentralen e.V. vermeldet, daß in 33,2 Prozent aller untersuchten Gastronomiebetriebe Nichtraucherregelungen existiert haben. 15,5 Prozent aller aufgesuchten Betriebe erfüllten sogar die Vorgaben einer freiwilligen Selbstverpflichtung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes.

Warum nutzt dieser Abgeordnete nicht seine drei wisenschaftlichen Mitarbeiter (in Vollzeit) zu einer Recherche, bevor er die Unwahrheit verbreitet?

Oder kennt er einfach die deutsche Gastronomie zu wenig? In den letzten Jahren war der frühere Juso auf Kosten des Steuerzahlers:
  • 3 Tage in Kuba
  • 4 Tage in Finnland
  • 5 Tage in Estland und Lettland
  • 10 Tage in China und im Tibet
  • 10 Tage in Brasilien
  • 2 Tage in Guatemala
  • 8 Tage in Südafrika
  • 5 Tage in New York
  • 2 Tage in Island
  • 2 Tage in Brüssel
  • 2 Tage in Paris
  • 7 Tage in den USA (Seattle, San Francisco, Silicon Valley, Los Angeles)
  • 2 Tage in Washington
Ich hoffe, Ulrich Kelber traut sich, als Kandidat um die Nachfolge von Bärbel Dieckmann anzutreten, die nicht mehr als Bonner Oberbürgermeisterin kandidieren will. Dann können die Wähler zeigen, was sie von einem Lügner halten.

Labels:


Deutschland bleibt in.

Die Deutschen pflegen ihre Liebe zum Urlaub zwischen Nordsee und Alpen – so das Ergebnis einer ersten Blitzumfrage des Deutschen Tourismusverbandes e. V. (DTV) zum Sommerurlaub 2008. In den deutschen Tourismusdestinationen waren und werden die klassischen Sommerurlaubsmonate Juli und August gut gebucht.
"Für das Gesamtjahr 2008 erwartet der DTV Zuwächse von bis zu drei Prozent bei den Übernachtungen"
so DTV-Hauptgeschäftsführerin Claudia Gilles.

Gern in Deutschland

Zwar liegen die offiziellen Übernachtungszahlen für die Monate Juli und August noch nicht vor, aber der DTV stellt fest: Urlaub in Deutschland liegt auch in diesem Sommer im Trend. Nicht nur diejenigen, die in deutschen Destinationen bereits in den Vorjahren Urlaub gemacht haben, buchen in diesem Sommer hier. Neue Gäste aus dem In- und Ausland lernen das Reiseland Deutschland immer mehr zu schätzen. Alle klassischen Ferienregionen wie Nord- und Ostseeküste, Oberbayern und der Bodensee sind gefragt. Mag das Konsumklima insgesamt auch angespannt sein, die Urlaubsreise behält – so die aktuelle Umfrage – weiter ihren Stellenwert und sichert die Stabilität der touristischen Nachfrage. Nach vorläufigen aktuellen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes lag die Zahl der Gästeübernachtungen im ersten Halbjahr 2008 in Deutschland um drei Prozent über dem Wert des ersten Halbjahres 2007. Und das, obwohl das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen erst Ende Juni in die Sommerferien gestartet ist und das größte Bundesland Bayern noch bis Mitte September Sommerferien hat.

Kurzfristiger und kürzer heißt die Devise

In diesem Jahr buchen die Gäste ihre Reisen im Vergleich zu den Vorjahren noch kurzfristiger und kürzer. Reisebuchungen, so der Tenor der Deutschlandtouristiker, werden zunehmend wetter- und ereignisabhängig. Die steigenden Übernachtungszahlen beweisen aber, dass Deutschland mit seinem abwechslungsreichen Angebot an Unterkünften, Freizeitangeboten und Veranstaltungen ein rundherum attraktives Urlaubsziel darstellt. Dabei sind auch Jugendherbergen und Ferienwohnungen für Mehrgenerationenfamilien gefragt.

Claudia Gilles, Hauptgeschäftsführerin des DTV, begründet die positive Entwicklung des Deutschlandtourismus mit den Anstrengungen in den Tourismusdestinationen über viele Jahre hinweg:
"Die Produktverbesserungen und die Professionalisierungen im Deutschlandtourismus zahlen sich immer mehr aus. Vor allem innovative Produkte und individueller Service kommen bei den Gästen sehr gut an. Erholung und Ruhe in der Natur, erlebnisreiche Angebote und kulinarische Genüsse im Inland sind eine echte Alternative zu Auslandsreisen geworden."
Die Deutschen ergänzen ihre klassischen Haupturlaubsreisen über das Jahr hinweg immer häufiger mit Kurz- und Spontantrips in deutsche Destinationen. Inwieweit sich das Konsumklima und die gestiegenen Preise auf diese auswirkt – und sich damit in der Gesamtbilanz für das Reiseland Deutschland widerspiegelt – wird erst am Ende des Jahres vom Dachverband beurteilt werden können.

(Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Tourismusverbandes e. V.).

Labels:


Donnerstag, August 14, 2008

Rauchverbotsfanatiker reicht Ruecktritt ein, Teil II.

Ein Nachtrag zu unserer Meldung "Rauchverbotsfanatiker reicht Ruecktritt ein". Die "Westdeutsche Zeitung" hat gemeldet ("NRW: Nebelkerzen um Rücktritt" vom 12. August 2008), es habe noch ganze andere Gründe für den Rücktritt gegeben als den Schwenk der schwarz-gelben Koalition beim Thema Nichtraucherschutz:
"Winter ist als Staatssekretär auch Behördenleiter des Ministeriums, als solcher zeichnete er auch verantwortlich für einen millionenschweren Wettbewerb zum Thema Gesundheitswirtschaft, den das Haus ausgelobt hatte. Dabei ging es um 70Millionen Euro, die von der EU aus Brüssel kamen. Über die Vergabe entschied eine Jury. Dabei gab es offenkundig Entscheidungen unter Freunden: Denn vier der Jurymitglieder standen für Einrichtungen und Firmen, die bei dem Wettbewerb bedacht wurden....Der Streit um das Rauchverbot bot Winter nun die Möglichkeit, ohne Gesichtsverlust zu gehen."
Ohne Gesichtsverlust? Das kann ich nicht beurteilen. Zumindest kann man sich als Staatsekretär im vorzeitigen Ruhestand mehr leisten als Wasser und Brot.

Labels: ,


Gastgewerbeumsatz im Juni 2008 real um 2,0% gesunken

WIESBADEN - Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, setzten die Unternehmen des Gastgewerbes in Deutschland im Juni 2008 nominal genauso viel und real 2,0% weniger um als im Juni 2007. Im Vergleich zum Mai 2008 war der Umsatz im Gastgewerbe im Juni 2008 nach Kalender- und Saisonbereinigung nominal 2,0% und real 1,9% niedriger.

Nur die Kantinen und Caterer erzielten im Juni 2008 nominal und real höhere Umsätze als im Vorjahresmonat (nominal + 5,2%, real + 2,6%). Das Beherbergungsgewerbe setzte nominal 0,8% mehr, real aber 0,6% weniger um. Nominal und real unter den Umsatzwerten des Vorjahresmonats blieb das Gaststättengewerbe (nominal - 1,6%, real - 3,9%).

Von Januar bis Juni 2008 setzte das Gastgewerbe nominal 1,1% mehr und real 1,4% weniger um als im ersten Halbjahr 2007.

Labels:


Mittwoch, August 13, 2008

Qualitaetsjournalismus à la FAZ: Marco Dettweiler gibt sich die Google.

Was gibt es schöneres als zuzuschauen, wenn sich andere prügeln?Marco Dettweiler plaudert in seinem Lebenslauf aus seiner Jugend aus:
"Als ich mit zwei guten Freunden eine beliebte Kneipe betrat, kommentierten die gerade Herauskommenden unsere bevorstehende Anwesenheit mit den Worten: 'Wenn ich solche Typen sehe, könnte ich kotzen'."
Das verstehe ich nicht, er sieht doch ganz nett aus.

Dienstag, August 12, 2008

Der Geist von Georgia.

Heute bin ich an einem Großflächenplakat von Coca Cola für die neue Marke "The Spirit of Georgia" vorbeigefahren. Es zeigt eine grüne, schöne Landschaft und den Spruch "Erfrischung in bester Tradition". Georgia ist die Heimat des Unternehmens Coca Cola. Produziert wird "The Spirit of Georgia" aber in Deutschland.

Warum nur sind mir in diesem Moment ganz andere Bilder in den Kopf gekommen? Bilder von Abertausenden ermordeten Menschen in Georgien, das auf englisch genauso heißt wie der amerikanische Bundesstaat Georgia.

Ich bin spontan in den nächsten Supermarkt gefahren und habe mir alle drei Sorten von "The Spirit of Georgia" beschafft. Die drei Flaschen stehen jetzt im Kühlraum zwischen wirklich leckerem Bier. Heute abend werde ich die Plörre probieren und dabei Putin zum Teufel wünschen.

Coca Cola Deutschland veranstaltet zur Promotion von "The Spirit of Georgia" in neun großen Städten eine Bootstour. Von jeweils 11 bis 23 Uhr kann man an Bord gehen und in der größten Hollywood-Schaukel der Welt sitzen. Geboten wird ein Jazz-Frühstück, am Nachmittag Kuchen und abends ein Barbecue. Détails auf der Website von "The Spirit of Georgia (wegen Flash kann man dummerweise nicht direkt auf die Bootstour verlinken).

Mehr über "The Spirit of Georgia".

Labels:


Fotos im Stil der 50er Jahre.

Auf der japanischen Website wanokoto kann man Bilder auf älter trimmen (via "Online-Bildverarbeitung: Fotos alt aussehen lassen - so geht's", in: Zoomer vom 13. August 2008).

Ein Beispiel:
Café Abseits BiergartenCafé Abseits Biergarten
So etwas kann zwar auch fast jedes Bildbearbeitungsprogramm. Aber bei wanakoto muß man nur eine Bilddatei hochladen und anschließend die Datei, die in wenigen Sekunden erstellt wird, herunter laden.

Im Vergleich dazu ein Foto, daß mit der Funktion "Sepia" des kostenlosen Bildbearbeitungsprogramms Picasa erstellt worden ist.
Café Abseits

Labels:


Raucherclubs: Beitrittserklaerungen im Innern der Gaststaette entgegennehmen.

Mit seiner heutigen Entscheidung, über zwei Verfassungsbeschwerden aus Bayern nicht zu entscheiden, hat das Bundesverfassungsgericht Raucherclubs in Bayern generell für zulässig erklärt, wenn bestimmte Voraussetzaungen erfüllt sind:
  • feste Mitgliederstruktur mit bekanntem oder abrufbarem Mitgliederbestand,
  • Einlasskontrollen mit Zurückweisung von "Laufkundschaft",
  • kein Erwerb der Mitgliedschaft am Eingang der Gaststätte
Siehe dazu: "Bayerisches Rauchverbot als verfassungskonform beurteilt".

Die Voraussetzung, daß die Mitgliedschaft nicht "am Eingang der Gaststätte" erworben werden kann, läßt sich leicht erfüllen. Bitten Sie die potentiellen Interessenten für eine Mitgliedschaft hinein in die Gaststätte. Dort können Sie dann bei einem Getränk an der Theke oder an einem der Tische in Ruhe Ihren Mitgliedsantrag ausfüllen.

Labels: ,


Wundersame Gaeste.

Der brillante Restaurantkritiker Heinz Horrmann beobachtet in seiner Restaurantkritik "Heute gehen wir mal zum Italiener", in: Berliner Morgenpost vom 10. August 2008 (via "Lernen von Gastro-Kritiker Heinz Horrmann - Heute gehen wir mal zum Italiener", in: restaurant-kritik.de Blog vom 11. August 2008), nebenbei ein merkwürdiges Verhalten von Gästen an einem Nachbartisch:
"Eine Frau... verspeiste lustvoll zwei große Streifen Kalbsleber mit Apfelscheiben, säbelte auch noch ein Stück von der dritten, um dann dem Kellner zu sagen, dass das Gericht nicht richtig genießbar war. Dann bestellte sie eine Flasche italienischen Rosé, nahm zwei Gläser in vollem Zug, bat dann den Kellner die Flasche für Zuhause zu verkorken und erkundigte sich noch dreist, ob sie damit den niedrigeren Außerhauspreis berechnet bekomme... "
Leider schildert er nicht, wie der Service damit umgegangen ist. Ich hätte diese Gäste vermutlich blankweg ausgelacht. Hätte es Ihnen die Sprache verschlagen?

Labels:


Infopaket Mittagsverpflegung in der Ganztagsgrundschule.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat ein Infopaket (PDF) zusammengestellt, das den Einstieg in das Thema Mittagsverpflegung in der Ganztagsgrundschule erleichtern soll und zur Vertiefung geeignete Materialien wie z. B. "Argumentationshilfen zur Notwendigkeit eines gesundheitsfördernden und nachhaltigen Essen und Trinkens" enthält.

Dargestellt werden auch kurz die Eigenheiten, Vor- und Nachteile der verschiedenen Verpflegungssysteme aus der Sicht des Konsumenten:
  • "Mischküche", in der Speisen vor Ort in der Schule zubereitet werden, teils aus frischen, teils aus Convenience-Produkten
  • Cook & Chill - System.
  • Tiefkühlsystem
  • Warmverpflegungssystem
Weiterführende Informationen: www.schuleplusessen.de.

Labels:


Bayerisches Rauchverbot als verfassungskonform beurteilt.

Das Bundesverfassungsgericht hat zwei Beschwerden aus der bayerischen Gastronomie nicht angenommen.

Die Befreiung von Fest- und Bierzelten sei nicht als Ausnahmen zu bewerten, da sie bis Ende des Jahres 2008 befristet sei.

Günstig ist diese Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts für Raucherclubs. Die Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen Raucherclubs zu gründen, sei nicht zu beanstanden, da jede Gaststätte die Wahl habe, einen Raucherclub einzurichten.

Die Pressemitteilung Nr. 80/2008 vom 12. August 2008 des Bundesverfassungsgericht im Wortlaut:

Beschluss vom 6. August 2008 – 1 BvR 3198/07; 1 BvR 1431/08 –

Erfolglose Verfassungsbeschwerden gegen bayerische Nichtraucherschutzregelungen


Die gegen bayerische Nichtraucherschutzregelungen gerichteten Verfassungsbeschwerden einer Raucherin und zweier Gastwirte hatten keinen Erfolg. Die 2. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts hat die Verfassungsbeschwerden nicht zur Entscheidung angenommen, da die angegriffenen Regelungen verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden sind.

Der Entscheidung liegen im Wesentlichen folgende Erwägungen zu Grunde: Das Bundesverfassungsgericht hat mit Urteil vom 30. Juli 2008 (vgl. Pressemitteilung Nr. 78 vom 30. Juli 2008) entschieden, dass der Gesetzgeber von Verfassungs wegen nicht gehindert ist, ein striktes Rauchverbot in Gaststätten zu verhängen. Ein solch striktes Rauchverbot gilt nach den bayerischen Regelungen zum Nichtraucherschutz für die Innenräume öffentlich zugänglicher Gaststätten. Ausnahmen sind dabei nicht vorgesehen. Das dem Gesetz zugrunde liegende Regelungskonzept wird nicht dadurch in Frage gestellt, dass das Rauchverbot nicht für Bier-, Wein- und Festzelte sowie vorübergehend genutzte Festhallen gilt. Denn es handelt sich hierbei lediglich um eine bis zum Jahresende 2008 befristete Übergangsregelung.

Soweit das bayerische Gesetz für das Rauchverbot darauf abstellt, dass die Gaststätte "öffentlich zugänglich" ist, und daraus in der Praxis gefolgert wird, dass unter bestimmten Voraussetzungen (feste Mitgliederstruktur mit bekanntem oder abrufbarem Mitgliederbestand, Einlasskontrollen mit Zurückweisung von "Laufkundschaft", kein Erwerb der Mitgliedschaft am Eingang der Gaststätte) "Raucherclubs" vom Rauchverbot in Gaststätten nicht erfasst werden, ist damit keine Verletzung der Berufsfreiheit der Gastwirte verbunden. Da die Möglichkeit, einen "Raucherclub" einzurichten, nicht von Voraussetzungen abhängig ist, die die Betreiber bestimmter Gruppen von Gaststätten nicht erfüllen können, führt sie weder zu einer Ungleichbehandlung noch zu unzumutbaren wirtschaftlichen Belastungen für einzelne Sparten des Gastronomiegewerbes (wie etwa "Eckkneipen").

Labels: ,


Gewinnrueckgaenge der bayerischen Spielbanken um bis zu 50 Prozent wegen des Rauchverbots.

Bereits Ende März 2008 haben die Bürgermeister der neun bayerischen Spielbankstädte einen Brief an Ministerpräsident Günter Beckstein geschrieben und darum gebeten, Spielcasinos vom Rauchverbot auszunehmen: "Freistaat gibt Spielbank-Städten einen Korb", in: Schwäbische Zeitung vom 12. August 2008. Grund sind die dramatischen Gewinnrückgänge von 40 bis 50 Prozent. Doch der führungsschwachen bayerischen Staatsregierung ist vor der bayerischen Landtagswahl keine Gesetzesänderung mehr zuzutrauen.

Labels: ,


Montag, August 11, 2008

Kneipe.

In der aktuellen Diskussion um das gesetzliche Rauchverbot in der Gastronomie taucht der Begriff "Kneipe" wieder häufiger auf. Doch was ist darunter zu verstehen?

An der Philologisch-Historischen Fakultät der Universität Augsburg wird am Lehrstuhl für Deutsche Sprachwisseschaft ein Atlas der Deutschen Alltagssprache erstellt. Unter anderem ist man dort auch der Frage nachgegangen, in welchen Regionen des deutschen Sprachraums zum Begriff "Kneipe" alternative Bezeichnungen gebräuchlich sind wie
  • Wirtschaft
  • Wirtshaus,
  • Beiz,
  • Boiz,
  • Boaz,
  • Beisel,
  • Bar oder
  • Spunten.

Stasi-Kneipe.

Es scheint wenige zu stören, daß im Deutschen Bundestag Stasi-Spitzel sitzen bis hinein in die Fraktionsspitzen. Doch seitdem die Berliner Gastronomem Wilfried Gau und Wolfgang Schmelz auf die Idee gekommen sind, das ehemalige Ministerium für Staatssicherheit thematisch zu verhöhnen, indem sie eine Kneipe, genannt "Die Firma", in Berlin-Lichtenberg, ganz in der Nähe des Gebäudekomplexes, in dem das Ministerium für Staatssicherheit seinen Sitz gehabt hat, zu eröffnen, regen sich einige darüber auf: Es wäre schön, wenn diejenigen, die sich so heftig gegen diese Satire wenden, sich genauso heftig gegen diejenigen wenden würden, die als ehemalige Stasi-Spitzel wieder Regierungsämter anstreben oder die mit ihnen Tolerierungsgespräche führen oder Absprachen zur Wahl des nächsten Bundespräsidenten treffen wollen.

Auch das Hostel "Ostel" ("Das DDR-Design-Hotel") in Berlin-Friedrichshain provoziert mit Honecker-Bildern sowie DDR-Möbeln und original Muster-Tapete.

Mehr über "Themen-Restaurants".

Labels:


Rauchverbotsfanatiker reicht Ruecktritt ein.

Eine gute Nachricht für die Gastronomie Nordrhein-Westfalens. Prof. Dr. med. Stefan Winter, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen und ein Verfechter eines strikten gesetzlichen Rauchverbots in der Gastronomie, hat seinen Rücktritt als Staatssekretär im Gesundheitsministerium eingereicht: "Streit ums Rauchverbot: NRW-Staatssekretär reicht Rücktritt ein", in: Ruhr Nachrichten vom 11. August 2008.

Prof. Dr. med Stefan Winter ist studierter Arzt und Molekularbiologe. Seit 1992 ist er Funktionär, von 1999 bis 2001 bei der Bundesärztekammer, bis 2005 Abteilungsleiter im Bundesgesundheitsministerium und seitdem im NRW-Gesundheitsministerium. Siehe Lebenslauf (PDF).

Seine in dem Artikel zitierte Aussage
"Tag für Tag sterben in Nordrhein-Westfalen zwei Menschen an Passivrauch, das sind in unserem Land 700 unschuldige Menschen im Jahr, welche niemals selbst eine Zigarette angefasst haben."
ist eine für Funktionäre und Politiker typische, emotionalisierende Halbwahrheit, ein rhetorischer Trick. Kein Schwein weiß, ob und wieviele Menschen an einem bestimmten Tag in Nordrhein-Westfalen an den Folgen von Passivrauchen sterben. Diese aufrüttelnde Zahl, bei der man sich fast schon eingezwängt sieht zwischen zwei Krankenbetten, in denen zwei arme Opfer gerade ihr Leben aushauchen, ist lediglich eine pseudo-genaue Herunterrechnung einer Zahl von 3.300 angeblichen Passivrauchtoten pro Jahr im gesamten Bundesgebiet. Diese Zahl selbst ist aber lediglich eine Schätzung und differenziert zudem nicht nach dem Ort, in dem passiv geraucht worden ist. Niemand weiß, ob irgendwo irgendwann ein Mensch nicht sterben würde, wenn ein Rauchverbot in der Gastronomie eingeführt werden würde.

Labels: ,


Sonntag, August 10, 2008

Gemeine Tuecken von Buffets.

Warum man Buffet-Komponenten beschriften sollte, erläutert Ihnen Rechtsanwalt Udo Vetter: "Dessert", in: lawblog vom 10. August 2008.

Mehr über "Büfets und vermeidbare Fehler bei ihrer Organisation".

Samstag, August 09, 2008

Bayerische SPD: Festzelte sollen dauerhaft vom Rauchverbot ausgenommen worden.

In einem Interview der "Passauer Neue Presse" vom 9. August 2008 ("'Die CSU muss eine auf den Deckel kriegen'") behauptet Franz Magat, der Spitzenkandidat der 20-Prozent-Partei bei den bayerischen Landtagswahlen, seine SPD sei schon immer dafür gewesen, daß in Bier- und Festzelten das Rauchverbot nicht gelten soll:
"Übrigens war die SPD von Anfang an für dauerhafte Ausnahmen für Festzelte, nicht nur für ein Jahr."
Das Gedächtnis von Magat scheint nicht mehr ganz in Ordnung zu sein; ich hoffe, es ist nur die übliche Politikerkrankheit Verlogenheit und keine altersbedingte Gedächtnisschwäche des 54jährigen. Wie die SPD und Franz Magat persönlich abgestimmt hat, liest sich z.B. in einer Meldung des Bayerischen Rundfunks vom 12. März 2008 ("Rauchen in Bierzelten ab sofort wieder erlaubt") ganz anders:
"Allerdings ist sich auch die Bayern-SPD nicht recht einig, was man von der Lockerung des Rauchverbots halten soll. Fraktionschef Franz Maget verwies darauf, dass die SPD in ihrem ursprünglichen Entwurf für das Nichtraucherschutzgesetz Bierzelte vom Rauchverbot ausnehmen wollte. Er betonte gleichzeitig: Ginge es nach der SPD, würde es keine Gesetzesänderung geben. Die meisten SPD-Abgeordneten hatten Ende vergangenen Jahres im Landtag dem von der CSU-Mehrheit beschlossenen totalen Rauchverbot zugestimmt."

Labels: ,


Feigling.

So geht es nicht. Da habe ich am 3. August 2008 getitelt: "CDU zieht den Schwanz ein: Kein totales Rauchverbot in Baden-Wuerttemberg" und nun macht es die Bild-Zeitung nach: "Schwarz-Grün zieht den Schwanz ein", in: Bild vom 9. August 2008.

Der Artikel der Bild-Zeitung bezieht sich auf die feige Position von Frank Schira, dem Bürokaufmann, der sich als kaufmännischer Angestellter einer Senioren-Residenz und vor allem als Sesselfurzer der Jungen Union vorzüglich für den Job eines Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Hamburger Abgeordnetenhaus qualifiziert hat. Der muß Angst haben, so blöde dazustehen wie Schüttel-Schorsch, der CSU-Fraktionsvorsitzende im bayerischen Landtag, der sich mit den Gastronomen angelegt hat. Frank Schira will es den Hamburger CDU-Abgeordneten überlassen, wie sie bei der Neuregelung eines Rauchverbots in der Gastronomie abstimmen.

Labels: ,


Berliner Weisse mit Schuss Schwarze Johannisbeere.

Die Brauerei Berliner Kindl hat Ende März 2008 ihr Sortiment um eine weitere Sorte "Berliner Weisse" erweitert: Berliner Weisse mit Schuss Schwarze Johannisbeere. Sie tritt neben die traditionellen Geschmacksrichtungen Himbeere und Waldmeister.

Beliner Weisse ist ein ganz besonderes Bier, das früher nur pur ohne Aromen erhältlich gewesen ist. Man mischte dann vor dem Servieren einen klaren Schnaps, meist Kümmel oder Korn, hinzu. Politisch korrekter war die Kombination mit ca. 2 cl Waldmeister- oder Himbeersirup.

Die Gärmethode kombiniert obergärige Hefe, die auch zur Herstellung von Weißbier bayerischen Stils verwendet wird, mit Milchsäurebakterien, wie sie z.B. in der Schweiz zur Herstellung von Rivella eingesetzt werden. Nach der eigentlichen alkoholischen Gärung wird in einem zweiten Schritt durch Milchsäuregärung Milchsäure erzeugt. Heraus kommt ein leicht moussierendes, schwach säuerliches, erfrischendes Bier. Siehe dazu auch: "Berliner Weiße", in: Wikipedia. In Kombination mit süßem Sirup wird daraus ein schwach alkoholisches süß-säuerliches Getränk, das im aktuellen Trend zu Biermixgetränken wieder mehr Aufmerksamkeit erregt. Die Sorte Schwarzer Johannisbeere wurde wohl aus diesem Grunde wie die anderen Sorten auch in eine 0,33-l-Longneck-Flasche gesteckt, statt in die klassische gedrungene Flasche, in der die pure Berliner Weisse auch erhältlich ist.

Man schenkt Berliner Weiße in breiten Kelchgläsern mit Fuß aus, einem sogenannten "Pokalglas" ähnlich wie belgische Weißbiere ("Bière blanche", in: Wikipedia), etwa der Marke Hoegaarden, oder in gedrungenen, flachen Bechern, einer erkleinerte Form des ursprünglich größeren, wannenformartigen Klauenglases.

Siehe dazu auch: "Die wahre Berliner Bierkultur", in: Berliner Morgenpost vom 4. Mai 2005.

Labels: ,


Fraenkische und schwaebische Speisen ins Englische und Spanische uebersetzen.

In der Sprachschule Treffpunkt in Bamberg sind die Freizeitaktivitäten ihrer Schüler, die in Bamberg Deutsch lernen wollen, ein wichtiger Teil des Konzepts. Das wöchentlich wechselnde Freizeitprogramm (PDF) beinhaltet deshalb fast selbstverständlich neben dem Besuch von kulturellen Veranstaltungen und Führungen einen gemeinsamen Kneipenbesuch (Stammtisch).

Als Lernmaterial hat diese Sprachschule eine Liste mit Übersetzungen von typisch fränkischen und schwäbischen Speisen in spanisch und englisch online gestellt: "Deutsche Speisekarte mit fränkischen und schwäbischen Spezialitäten" (PDF). Vielleicht ist sie auch dem einen oder anderen Kollegen hilfreich, der für ausländische Gäste Übersetzungen seiner regionalen Speisekarte erstellen will.

Labels:


Gastro-Blog Gastro expérience.

Das Blog "Gastro expérience" wird herausgegeben von Sabine Jarsetz, stellvertretender Restaurant- und Bankettleiterin in einem Hotel der ambiente Wellness Hotel Group mit drei Hotels in der Sächsischen Schweiz, zwischen derMecklenburgischer Seenplatte und Mecklenburger Schweiz und in der Prignitz. Freiberuflich bietet sie Coaching, Seminare und Vorträge zum Thema Presse und Öffentlichkeitsarbeit (suXess24).

Das Blog besteht seit Januar 2008. Ihre Beweggründe zu bloggen beschreibt sie in ihrem Beitrag "Stöckchen-Weit-Wurf: Was bringen Marketing-Blogs?".

Es handelt sich, auch wenn einzelne Beiträge von eigenen Erfahrungen berichten, nicht um eine Art Tagebuch ihres Joballtages, sondern eher um ein redaktionelles Blog mit bunt gemischten Beiträgen zu Branchenthemen.

Labels:


Freitag, August 08, 2008

Zubereitete Speisen: Tisch- und verzehrfertige Convenience-Produkte werden nicht "zubereitet".

Jetzt widmet sich auch die "Süddeutsche Zeitung" dem brennendsten Thema deutscher Politik: "Rästelraten ums Rauchverbot: Die Quadratur der Bulette" vom 8. August 2008.

Richtig gut gefallen hat mir ein anonymes Zitat, das angeblich von einem Lebensmittelkontrolleur saus Baden-Württemberg stammt, und von einem anonymen Gastronom wiedergegeben worden sein soll:
"Zumindest die Ordnungsämter in Baden-Württemberg haben dazu schon eine klare Meinung, wie ein Gastronom erzählt. Die würden eher Götz von Berlichingen als Gesetzestexte zitieren: 'Leckt uns am Arsch, haben die gesagt, den Scheiß kontrollieren wir ganz bestimmt nicht.'"
Wobei ich mir die Anmerkung nicht verkneifen kann, daß das Originalzitat "Leck mich im Arsch" heißt, was denn doch einen erheblichen Unterschied ausmachen kann.

Weniger einverstanden bin ich mit der zitierten Behauptung von Thomas Lengfelder vom Berliner Landesverband des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, es sei alles im Gesetz exakt festgeschrieben,
"'zubereitet' bedeute auch dann 'zubereitet', wenn das fertige Gericht fremdbezogen, sprich: eingekauft worden sei."
Wo bitte steht das im Gaststättengesetz? Im Gaststättengesetz taucht der Begriff "zubereitet" nur an einer Stelle auf - in Paragraph 1:
"Ein Gaststättengewerbe im Sinne dieses Gesetzes betreibt, wer im stehenden Gewerbe
1. Getränke zum Verzehr an Ort und Stelle verabreicht (Schankwirtschaft) oder
2. zubereitete Speisen zum Verzehr an Ort und Stelle verabreicht (Speisewirtschaft),..."
Der Begriff wird an dieser Stelle nicht erläutert, sondern als bekannt vorausgesetzt. In den Kommentaren zum Gaststättengesetz wird dieser Begriff zwar sehr eng ausgelegt. Siehe z.B. "Zubereitete Speisen", in: Das Gaststättengesetz. Kommentar von Elmar Michel, Renate Pauly und Werner Kienzle. Doch Kommentare sind nur Meinungen und kein geltendes Recht. Juristen haben selten eine Ausbildung als Koch. Die zitierten Kommentare werden zudem - meines Erachtens - dem aktuellen Stand der Lebensmitteltechnik nicht gerecht.

In der Gastronomie umschreibt die sogenannte "Zubereitung" nicht alle Phasen der Lebensmittelverarbeitung, sondern nur einen von drei Teilprozessen:
  • Vorbereitung,
  • Zubereitung und
  • Nachbereitung
Das vorbereitete Fleisch, Fisch, Geflügel und Gemüse wird im zweiten Teilprozess in der Pattisserie, der kalten oder warmen Küche zu tisch- oder verzehrfertigen Speisen verarbeitet. Anschließend werden sie zwischengelagert oder direkt vom Ausgabeperonal ausgegeben.

Wenn man sich diese drei Teilprozesse vor Augen führt, wird deutlich, daß die Ausgabe von tisch- oder verzehrfertigen Convenience-Produkten nur aus den Phasen Vorbereitung (Warenannahme und Einlagerung) und Nachbereitung (Ausgabe) besteht. Eine Zubereitung im engeren Sinne findet überhaupt nicht statt.

Labels:


Amazon uebernimmt Abebooks.

Abseits.de ist seit 1988 Affiliate von Amazon.de. Später wurden wir auch Affiliate von Abebooks, dem weltweit größten Web-Angebot für gebrauchte und antiquarische Bücher, um unseren Lesern gelegentlich auch eine Möglichkeit zum Kauf von historischen Fachbüchern bieten zu können, von der wir profitieren.

Jetzt hat Amazon Abebooks übernommen: "Gebraucht gekauft: AbeBooks gehört nun zu Amazon", in: Literaturcafe vom 1. August 2008.

Abebooks ist ein 1995 gegründetes, kanadisches Unternehmen, das im Oktober 2001 das deutsche Justbooks.de übernommen hat, das kurz zuvor im September 1999 gegründet worden war. Zusammen bieten beide Unternehmen über 110 Millionen Bücher von über 13.500 unabhängigen Anbietern aus 57 Ländern an.

Schon seit 2002 konnte man Angebote von Abebooks auch bei Amazon finden. Siehe dazu eine Pressemitteilung von Abebooks vom 5. September 2002: "ABEBOOKS OFFERS MILLIONS OF BOOKS THROUGH AMAZON MARKETPLACE".

Die Entwicklung von Online-Handelsplätzen für gebrauchte und antiquarische Bücher hat das Geschäft mit gebrauchten und antiquarischen Büchern enorm belebt. Davon profitieren auch stationäre Antiquare, die ihren Kunden vor Ort seltene Bücher leichter beschaffen können. Zugleich vervielfachen sie ihre potentiellen Käufer. Mitunter ist das Online-Geschäft so interessant geworden, daß sie auf ihren Laden vor Ort verzichten. Bei Abebooks finden Sie Bücher, aber auch Ansichtskarten, Speisekarten, Drucke usw. von mittlerweile 13.500 Anbietern.

Wettbewerber von Abebooks sind unter anderen

Labels: ,


Donnerstag, August 07, 2008

Kneipentod.

Raoul Löbbert spielt im "Rheinischen Merkur" das Lied von Tod der Kneipe: "Letzte Runde" vom 7. August 2008.

Richtig nett, daß jemand noch einmal Thomas Krämer-Badoni zitiert. Das Buch "Die Kneipe" von ihm und Franz Dröge ist mittlerweile über 20 Jahre alt, nur noch antiquarisch erhältlich, aber vermittelt mehr Wissen über Kneipen als viele "Wie mache ich eine Kneipe auf"-Ratgeber von Leuten, die sich noch nie in ihrem Leben richtig betrunken haben.

Thomas Krämer-Badoni ist mittlerweile Professor für Stadtsoziologie an der Universität Bremen.

Wer sich durchliest, was ich über die "Zur Geschichte des Restaurants" geschrieben habe, wird erkennen, daß sich gastronomische Konzepte und Trends ständig wandeln. Um die "Kneipen", wenn man den Begriff nicht zu eng faßt, ist mir nicht bange. Menschen werden solange es sie gibt, mitunter auch eng zusammen sein wollen.

Diskriminierung beim Eintritt in Diskothek.

Der "Spiegel" hat ein Interview mit Achu Yango geführt, einem Physikstudenten aus Kamerun, der in eine Diskothek in Oldenburg nicht eingelassen worden ist. Er hat gegen diese (angebliche) Diskriminierung geklagt und beim Amtsgericht Oldenburg mit Urteil vom vom 23. Juli 2008 500 Euro Entschädigung erstritten hat: "Schwarzer Student gewinnt gegen Disco", in: Spiegel vom 5. August 2008.

David Schah hat diesen Fall kommentiert: "Diskriminierung: Das Recht auf Abfuhr", in: ef-magazin vom 7. August 2008.

Labels: ,


Google Search Insights.

Der neue Service Google Search Insights ergänzt Google Trends, geht aber weit darüber hinaus. Der Einblick in das Innere der von Google gespeicherten Suchanfragen ermöglicht es, herauszufinden, wie häufig welche Suchbegriffe, zeitlich und räumlich differenziert, nachgefragt worden sind. Anwendungsgebiete, die sofort einfallen:
  • Marktforschung
  • Konkurrenzforschung
Siehe dazu auch: "Google startet Web-Analysedienst 'Google Search Insights'", in: Heise vom 7. August 2008.

Ein Beispiel ist eine Google Insight, die anzeigt, in welchen Regionen nach Frikadellen, Buletten und Fleischpflanzerl gesucht wird. Wie zu erwarten ist, wird in Berlin eher nach Buletten gesucht, in Bayern fast so häufig nach Fleischpflanzerl wie nach Frikadellen, in Nordrhein-Westfalen fast ausschließlich nach Frikadellen. Wer diese Produkte vermarkten will, sollte auf solche regionalen Unterschiede achten. Wer aber z.B. in Berlin eine typisch bayerische Gastronomie betreibt, muß sich entscheiden, ob er auch sprachlich auf das Original setzt oder einen Ausdruck verwendet, den seine lokale Zielgruppe kennt. Eventuell verwendet man beide Ausdrücke und "übersetzt" den bayerischen Ausdruck ins Berlinerische. Siehe dazu auch "Frikadelle" im "Beolingus", einem Service der TU Chemnitz, der auch noch andere Bezeichnungen kennt wie "faschiertes Laibchen" in Österreich oder "Hacktätschli" in der Schweiz.

Wer überregional Kunden für seine Produkte per Suchmaschinen-Marketing finden will, ist gut beraten, nicht nur die heimisch vertrauten Suchbegriffe anzupeilen, sondern auch begriffsgleiche oder -ähnliche Suchbegriffe in anderen Regionen bzw. Dialekten und Sprachen.

Das zweite Beispiel sucht nach allen fünf Synonymen weltweit.

Ein drittes Beispiel ist eine Suche nach "Oskar Lafontaine" deutschlandweit. Sie zeigt ein deutlich höheres Interesse an ihm im Saarland und in den alten Bundesländern incl. Berlin als in den neuen Bundesländern. Im Vergleich dazu die regionale Verteilung des Interesses an Gregor Gysi.

Ein weiteres Beispiel zeigt die unterschiedlich häufige Verwendung der Begriffe "Catering" und "Partyservice". Während in Deutschland, mit Ausnahme von Berlin, etwas gleichermaßen nach beiden Begriffen gesucht wird, wird in Österreich der Ausdruck Partyservice selten verwendet.

Ein letztes Beispiel zeigt die regional differenzierte Verwendung der Suchbegriffe Veltins, Bitburger und Hasseröder. Das Ergebnis läßt ahnen, daß es sich eher um regionale Marken handelt als um nationale Marken, trotz des nationalen Anspruchs. Veltins ist relativ stark in Nordrhein-Westfalen, Hasseröder in Sachsen-Anhalt und Berlin, Bitburger in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Mit Google Eindruck schinden.

Google spidert zur Zeit schnell wie verrückt. Ein Artikel über "Eve" den ich vor 22 Minuten veröffentlicht habe, ist bereits indiziert.

Weil es so schnell geht, kann man damit, zumindest bei relativ unbedarften Zeitgenossen, Eindruck schinden. Einen Artikel schreiben und veröffentlichen und ein paar Minuten später demonstrieren, dass er schon indiziert ist und an der ersten Stelle der Suchtreffer von Google. Das mit der ersten Stelle ist natürlich ein dummer Taschenspielertrick, der aber gerne auch von Suchmaschinen-Optimierern angewandt wird. Man muß sich nur eine Suchwortkombination aussuchen, bei der die gewünschte Seite auf Platz eins steht.

Labels:


Das erste deutsche Restaurant, das twittert.

Der "Echinger Sonnengarten", eine Pension mit Restaurant und Biergarten in Eching zwischen der Stadt München und dem Flughafen München gelegen, nutzt die Chance, das erst deutsche Restaurant zu sein, das twittert.

Der Betrieb wurde erst vor wenigen Tagen, am 1. August 2008, neu eröffnet. Die Pension ist verkehrsgünstig gelegen in S-Bahn-, Autobahn- und Flughafennähe. Das Einzelzimmer kostet nur 30 Euro. Ein Frühstück 5 Euro extra. Das Restaurant mit griechischen, deutschen und italienischen Speisen bietet 100 Plätze.

Mario Scheuermann schreibt in seinem Beitrag "Tweets aus dem Sonnengaren" dazu:
"Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass sich vielleicht Restaurants aus den Twitter-Hochburgen Berlin und Hamburg als erste zum twittern aufraffen würden, jetzt ist es eins aus der bayerischen Twitter-Provinz."
Siehe dazu auch: "Restaurant Tweets".

Labels: ,


Eve.

"Beo", ein Bionade-Me-Too von Carlsberg Deutschland, haben wir bereits vorgestellt.

Ebenfalls neu von Carlsberg Deutschland ist "Eve", ein Malzfruchtgetränk in den Geschmacksrichtungen Litschi und Grapefruit mit einem Alkoholgehalt von 3,1 Prozent im lachs- und rosafarbenen 4-Pack, speziell entwickelt für die 78 Prozent der Schweizer Frauen zwischen 18 und 49 Jahren, die selten oder kein Bier trinken.

"Eve" wird auf der Basis von Malz und Reis gebraut, heißt es dazu auf der Website der ebenfalls zu Carlsberg gehörenden Schweizer Brauerei Feldschlößchen: "EVE: der leichte Aperitif jetzt auch mit Grapefruit und im Detailhandel". Danach gehört "Eve" zur Schweizer Biermarke Cardinale.

Die erste Sorte "Eve Litschi" gibt es in der Schweiz bereits seit Herbst 2006, die zweite Sorte "Eve Grapefruit" kam im Mai 2007 dazu. Seit Anfang 2008 gibt es in der Schweiz auch die dritte Sorte Eve Passion Fruit. Mittlerweile wird "Eve" in zweitausend Bars und Restaurants in der gesamten Schweiz angeboten. Ausgeschenkt wird es in einem Cüpli (Sekt)- oder Longdrink-Glas, passend zur Positionierung als Aperitif.

Eve wird in der Schweiz hochpreisig vermarktet - 4 Flaschen zu je 0,275 Liter im 4-Pack zum Ladenverkaufspris von CHF 8.90, also über 8 Schweizer Franken pro Liter. Viel Geld für ein wenig Bier aus Reis mit Saft. Was wird dafür in der Schweizer Gastronomie verlangt? Entdeckt habe ich z.B. auf der Getränkekarte des Bowling-Centers Marzili einen Preis von 5 Schweizer Franken für die 0,275 l-Flasche.

Zu den Hintergründen, warum Carlsberg Deutschland versucht, seinen Umsatz mit so einem Zeug anzukurbeln: "Holsten belebt Geschäft mit neuen Getränken", in: Die Welt vom 7. August 2008.