Gastgewerbe Gedankensplitter



Dienstag, Dezember 30, 2008

Anschubfinanzierung durch Vorauszahlungen von Gaesten.

In meinem Artikel "Finanzielle Hilfen" weise ich darauf hin, daß besondere solche Finanzierungen interessant snd, die potentielle und wirkliche Gäste an der Finanzierung beteiligen. Diese Formen gehen davon aus, daß die Art und Weise der Finanzierung dazu führt, daß diese Geldgeber als Stammgäste an das Objekt gebunden werden. Im Anschluß erläutere ich denkbare Formen.

Finanzielle Hilfen von Gästen können auch beim Turn-Around helfen, also dem Versuch, eine finanzielle Krise zu bewältigen. So etwas ist in der Gastronomie wenig üblich. Aber man kann durchaus Vorausahlungen verlangen:
  • bei Reservierungen
  • für Gutscheine, welche die Einladenden an die Gäste verteilen, etwa beim Oktoberfest.
  • Oder man kurbelt den Absatz von Gutscheinen durch Rabatte an.
Burkhard Schneider schildert in seinem Beitrag "Mit der essbaren Aktie wurde die Anschubfinanzierung vom Slow Imbiss in Berlin realisiert", in: Best Practice Business vom 30. Dezember 2008, wie der Existenzgründer Hans-Georg Schmid seinen Slow-Imbiss in der Prenzlauer Allee in Berlin teilweise finanziert hat, indem er Gutscheine an Gäste verkauft hat.

Eine Co-Finanzierung gastronomischer Betriebe durch Vorauszahlungen von Gästen ist sicherlich nicht ganz so einfach, weil man darüber mit vielen Menschen kommunzieren muß, statt wenige Gespräche mit Finanziers, Banken und Lieferanten (Brauereien, Kaffeelieferanten, Getränkefachgroßhändlern usw.) zu führen. Man kommt darüber bereits in der Planungs- und Voreröffnungsphase ins Gespräch mit potentiellen Gästen.

Aber man sollte aufpassen, daß man sein Konzept nicht verwässert, den Betrieb all zu sehr auf die Geldgeber ausrichtet, statt auf solche Menschen, die den Betrieb später besuchen sollen. Nicht jeder, der Geld hat, paßt zum gastronomischen Konzept. Für den laufenden Betrieb und die laufenden Einnahmen wichtiger als die Geldgeber sind solche Gäste, die den Betrieb rege nutzen werden, auch wenn sie sich nicht finanziell engagieren können oder wollen. Ein lehrreiches Beispiel, wie man es nicht machen sollte: "Goyas Ende".

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Bezeichnung als "Dummschwaetzer" nicht zwingend eine Beleidigung.

Wer gerne mal beleidigt, sollte sich die folgende Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts über ein aktuelles Urteil zu Gemüte ziehen, um die Grenzen zwischen dem Recht auf Meinungsfreiheit und einer Beleidigung auszuloten.

Der Beschwerdeführer ist Stadtratsmitglied. Während einer Rede zur kommunalen Integrationspolitik erwähnte er, dass er selbst früher in einem bestimmten Stadtteil das Gymnasium besucht habe. Diese Ausführungen unterbrach ein anderes Ratsmitglied durch einen Zwischenruf, der nach der bestrittenen Darstellung des Beschwerdeführer folgenden Inhalt hatte: "Der war auf einer Schule? - Das kann ich gar nicht glauben!". In Erwiderung hierauf bezeichnete der Beschwerdeführer den Zeugen als "Dummschwätzer". Das Amtsgericht verurteilte den Beschwerdeführer wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je 60 €. Die Revision des eschwerdeführers blieb erfolglos.

Die 1. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts hob die Entscheidungen der Gerichte wegen der Verletzung des Grundrechts auf Meinungsfreiheit (Art. 5 GG) auf. Weder der Bedeutungsgehalt der Äußerung des Beschwerdeführers noch der vom Amtsgericht festgestellte Kontext tragen die Annahme einer der Abwägung entzogenen Schmähung des Zeugen. Der Anlass und Zusammenhang der Äußerung sind im Urteil nicht berücksichtigt worden, so dass nicht festgestellt werden kann, ob es sich bei dem vom Beschwerdeführer verwendeten Begriffs des "Dummschwätzers" um eine sog. "Schmähkritik" handelt, bei der die Diffamierung des Zeugen im Vordergrund stand oder ob die Äußerung durch die Elemente der Stellungnahme, des Dafürhaltens und des Meinens geprägt war. Nur dann, wenn eine solche Äußerung nicht mehr der Auseinandersetzung in der Sache dient, hat sie als Schmähung regelmäßig hinter dem Persönlichkeitsrecht des Betroffenen zurückzustehen. Der Entscheidung liegen im Wesentlichen folgende Erwägungen zu Grunde:

Es begegnet keinen verfassungsrechtlichen Bedenken, dass das Amtsgericht die Bezeichnung des Zeugen als "Dummschwätzer" als ein ehrverletzendes Werturteil eingeordnet hat. Zu Unrecht hat es aber die Abwägung zwischen dem Persönlichkeitsrecht des Zeugen und dem Grundrecht auf Meinungsfreiheit des Beschwerdeführers nicht vorgenommen. Von dieser kann unabhängig von ihrem konkreten Zusammenhang nur bei einer Äußerung abgesehen werden, die stets als persönlich diffamierende Schmähung aufgefasst werden muss, wie dies möglicherweise bei der Verwendung besonders schwerwiegender Schimpfwörter - etwa aus der Fäkalsprache- der Fall sein kann.

Für eine solche Konstellation ergeben sich nach den Feststellungen des Amtsgerichts jedoch keine Anhaltspunkte. Es handelt sich zwar um eine ehrverletzende Äußerung, nicht aber um eine solche, die ihrem Bedeutungsgehalt nach unabhängig vom Verwendungskontext die bezeichnete Person stets als ganze herabsetzt, ihr also ihren personalen Wert insgesamt abspricht und sie so vom Prozess der freien Kommunikation ausschließt. Vielmehr knüpft der Begriff seiner Bedeutung nach an ein Verhalten des Betroffenen an, nämlich dessen verbale Äußerungen. Dies schließt es zwar nicht von vornherein aus, in der Beschimpfung eines anderen als "Dummschwätzer" im Einzelfall gleichwohl eine Schmähkritik zu sehen, etwa wenn ohne sachlichen Anlass ausgedrückt werden soll, dass es sich bei dem Betroffenen um einen Menschen handele, der ausschließlich Dummheiten zu äußern in der Lage sei und daher als Teilnehmer an einer sachlichen verbalen Auseinandersetzung von vornherein ausscheide. Anders liegt der Fall aber, wenn sich das Schimpfwort nur als die sprachlich pointierte Bewertung im Kontext einer bestimmten Aussage des Betroffenen darstellt, wenn also der Gemeinte als "Dummschwätzer" tituliert wird, weil er nach Auffassung des Äußernden (im Rahmen einer Sachauseinandersetzung) dumme Aussagen getroffen hat. Welche der beiden Verwendungsweisen vorliegt, hängt aber gerade von den Umständen des Einzelfalles ab. Dazu hat das Amtsgericht hier keine Feststellungen in ausreichendem Umfang getroffen. Der Verwerfungsbeschluss des Oberlandesgerichts teilt diese Fehlerhaftigkeit des amtsgerichtlichen Urteils, weil er keine eigenständige Begründung enthält.

(Quelle: Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts vom 5. Dezember 2008).

Sonntag, Dezember 28, 2008

Sklaverei in der Gastronomie Deutschlands.

Das Deutsche Institut für Menschenrechte in Berlin wurde im März 2001 auf Empfehlung des Deutschen Bundestages gegründet. Es informiert nach eigenen Angaben über die Lage der Menschenrechte im In- und Ausland und trägt zur Prävention von Menschenrechtsverletzungen sowie zur Förderung und zum Schutz der Menschenrechte bei. An diesem Institut arbeitet als Leiterin der Abteilung "Menschenrechtspolitik Inland EU" Frau Dr. Petra Follmar-Otto mit den Arbeitsschwerpunkten Diskriminierungsschutz, Folterverbot, Rechte von Migranten/innen und Frauenrechte. So weit, so gut.

Weniger gut ist, daß sie, wenn ich dem Artikel "Arbeitssklaven als Preis der Globalisierung?" von Ulrike Mast-Kirschning, in: Deutsche Welle vom 28. Dezember 2008, Glauben schenken darf, behauptet, in der Gastronomie in Deutschland gäbe es "sklavereiähnliche Arbeitsverhältnisse" und sogar "mit wachsender Tendenz".

Trösten mag mich, angesichts dieses angebliche Phänomens, das mir bis dato völlig entgangen ist, ihre ergänzende Erkenntnis:
"Das Ausmaß ist unbekannt, genaue Zahlen gibt es nicht, Einzelfallschilderungen haben das Phänomen zunehmend bekannt gemacht."
Empirische Sozialwissenschaft sieht anders aus.

Leider führt Dr. Petra Follmar-Otto nicht aus, ob auch die von der Gewerkschaft Nahrungsmittel, Genuß, Gaststätten zwecks Installation eines Betriebsrats im Münchener Hofbräuhaus skandalisierte Auseinandersetzung um Leiharbeitnehmer zu ihren "Einzelfallschilderungen" gehört. Siehe dazu: "'Sklaverei' im Hofbräuhaus", in: Süddeutsche Zeitung vom 12. Mai 2004. Es wäre auch nicht besonders wissenschaftlich, Kampfbegriffe einer unter Mitgliederschwund leidenden, der Linkspartei nahe stehenden Mini-Gewerkschaft, die nur wenige Prozent der dort beschäftigten Mitarbeiter vertritt, mit den tatsächlichen Verhältnissen im deutschen Gastgewerbe zu verwechseln.

Samstag, Dezember 27, 2008

Arbeitsbeschaffungsmassnahme.

Ab und zu muß man von solchen Fällen lesen. Jemand wird vom Türsteher einer Gaststätte abgewiesen, behauptet, dies sei geschehen, weil er Ausländer ist, und verklagt den Gaststättenbetreiber auf Schadenersatz nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz. Wenn ich dann lesen muß, daß der angeblich Diskriminierte selbst Anwalt ist, sich selbst vertritt und einen Vergleich anstrebt, bei dem er einen Betrag von 2.200 Euro erhalten würde, sträuben sich mir die Nackenhaare: "BIELEFELD: Bierbörsen-Streit geht weiter", in: Neue Westfälische Rundschau vom 18. Dezember 2008.

2.200 Euro Schadenersatz dafür, in einen bestimmten Betrieb einen Abend lang nicht eingelassen zu werden? Wem ist so etwas so viel wert? Dafür muß ja selbst ein gut verdienender Anwalt zwei Tage schuften. Von wenig ausgelasteten Anwälten gar nicht zu reden. Die machen pro Monat weniger Umsatz.

In einem bundesweit ersten Urteil in einem vergleichbaren Fall waren einem Studenten in Oldenburg 500 Euro Schadenersatz zu geprochen worden: "Bundesweit erstes Prozessurteil nach AGG wegen rassistischer Nicht-Einlasspraxen in Diskotheken" in: Antidiskriminierung.org vom 29. Juli 2008. Der Kläger hatte die Zurückweisung provoziert. Das Gericht berücksichtigte dies bei der Festsetzung der Höhe des Schadenersatzes und gewährte ihm nur 500 Euro statt der verlangten 2.000 Euro:
"Die Tatsache, dass der Diskobesuch auch einen Test der gängigen Einlasspraxis von Oldenburger Diskotheken darstellte, wertete der Richter als Indiz dafür, dass die Diskriminierung den Kläger nicht in der gleichen Härte träfe, als wenn er ohne die Absicht, Diskotheken zu testen, nicht eingelassen worden wäre. Durch die Testsituation und die eventuell zu erwartende Diskriminierung, sei der Schweregrad der Würdeverletzung gemindert, so der Richter."
Zu den Hintergründen dieses Verfahrens: "Diskriminierung beim Eintritt in Diskothek".

Betriebe machen sich angreifbar, wenn Türsteher verbal diskriminieren, also sagen, daß sie einen Interessenten zurückweisen wegen eines Merkmals, der nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz nicht diskriminiert werden darf. Hingegen ist eine Zurückweisung statthaft, wenn die Kapazität des Betriebs erschöpft ist oder der Interessent zum Beispiel den Eindruck erweckt, betrunken zu sein.

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Baumarkt-Artikel bei Amazon.

Meiner Aufmerksamkeit bislang entgangen ist, daß Amazon seit September 2008 auch Artikel der Produktgruppe Baumarkt bietet, z.B. Reinigungsgeräte von Kärcher.


Aufgefallen ist mir dies erst, nachdem ein Besucher von Abseits.de einen Artikel aus dieser Produktgruppe gekauft hat (einen Schraubendrehersatz).

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Freitag, Dezember 26, 2008

Welche Rechte Gaeste haben.

Einige Statements zu Rechtsfragen in der Gastronomie: "Haar in Suppe: Was in der Gastronomie Recht ist", in: NordWest Zeitung vom 26. Dezember 2008.

Angesprochen werden, ohne daß überraschende Antworten gegeben werden, die Alltagsfälle:
  • angemessene Wartezeiten
  • schlechte Qualität der Speisen
  • Haftungsfrage, wenn der Mantel weg ist.
Siehe dazu auch:

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Donnerstag, Dezember 25, 2008

St. Oskar.

Über Weihnachten ist der heilige Geist in Oskar Lafontaine gefahren. Vielleicht hat er auch einfach nur zuviel getrunken. Sein jüngster Vorschlag ist, die Pendlerpauschale bar auszuzahlen: "Lafontaine will das Steuersystem revolutionieren", in: Die Welt vom 25. Dezember 2008.

Vermutlich hat der Oberökonom schlichtweg den Unterschied zwischen einem Betrag, der das steuerpflichtige Einkommen rechnerisch mindert, und einer Komponente des Bruttolohns nicht verstanden.

Wenn er konsequent wäre, müßte er auch andere Werbungskosten bar erstatten lassen wollen. Dies könnte den Staat noch teurer kommen. Ersetzen müsste er dann auch unter anderem neben den Kosten für Fahrten vom Wohn- und Arbeitsort:
  • die Kosten der doppelten Haushaltsführung
  • Bewerbungskosten
  • Kosten für Arbeits- und Dienstbekleidung
  • Kosten für Arbeitsmittel, z.B. (Fachliteratur, Werkzeuge, Bürobedarf)
  • Kosten für ein Arbeitszimmer und dessen Ausstattung, falls der der Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit ist.
  • Beiträge zu Berufsverbänden
  • Prozesskosten bei Verfahren vor dem Arbeitsgericht
  • die berufliche Haftpflichtversicherung und der berufliche Anteil an einer Rechtsschutzversicherung sowie der berufliche Anteil an einer Unfallversicherung (pauschal sind die Beiträge zu 1/2 den Werbungskosten zuzurechnen).
  • Fortbildungskosten, soweit nicht vom Arbeitgeber erstattet.
  • Kontoführungsgebühren, soweit erhoben (pauschal 16 € pro Jahr für beruflich veranlasste Buchungen, mittels Belegen höher absetzbar)
  • Internet, falls es beruflich gebraucht wird.
Von den Werbungskosten bei den Einkunftsarten Kapitaleinkünfte und Vermietungseinkünfte (Schuldzinsen und Abschreibungen!) ganz zu schweigen.

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FBMA Region West tagt im Kloster.

Eine rustikale Lodge und eine Benediktinerabtei - mit diesen ungewöhnlichen Location und den Gastgebern Antje von Korff und Pater Werner lockte die FBMA Regionaldirektion West ihre Mitglieder zum traditionellen Nikolausmeeting am 7. und 8. Dezember in Meschede.
Als Gastgeberin erwartete am ersten Tag Antje von Korff ihre Kollegen im Rest & Relax Hotel von Korff, wo der kommunikative Abend in der abseits gelegenen rustikalen Lodge stattfand. Ehrengast war Pater Werner Vullhorst, der die Teilnehmer auf den folgenden Tag in der Benediktinerabtei einstimmte. Sein 2005 in Zusammenarbeit mit Engelbert Beule erschienenes Buch "Was Leib und Seele zusammen hält", war ausschlaggebender Impuls für Regionaldirektor Josef Schulte gewesen, das Nikolausmeeting in Meschede abzuhalten.
Rund 60 Mönche leben in der 1928 gegründeten Klosteranlage nach der Maxime des Ordens "ora et labora" (lebe und arbeite) als Selbstversorger. Beim Rundgang zeigte Pater Werner den FBMA'lern die verschiedenen Bereiche und erläuterte die Tagesabläufe. Pater Werner selbst ist ein Spätberufener in Sachen Kochkunst: Der gelernter Industriekaufmann trat 1981 in den Benediktinerorden ein, holte das Theologiestudium nach und erhielt 1988 die Priesterweihe. Seit 2005 ist er "F&B Manager" des Klosters und absolvierte eine Lehre als Koch.
"Gastlichkeit sollte eine Herzensangelegenheit sein, eine dauernde Einstellung und Haltung, sonst habe ich meinen Beruf als Koch oder Gastwirt verfehlt"
so der Pater. In seiner Klosterküche dominieren regionale Produkte, die raffiniert zubereitet werden, ohne ihre Ursprünglichkeit zu verlieren.
"Konzentriert Euch beim Essen auf das Essen - und genießt mit voller Aufmerksamkeit"
lautet seine Empfehlung,
"dann bemerkt Ihr sehr schnell den Unterschied"
Übrigens einer der Gründe, warum die Mönche bei den Mahlzeiten schweigen. Stattdessen wird ein interessantes Buch vorgelesen, denn der Mensch soll nicht nur biologische Nahrung für seinen Körper, sondern auch geistige Nahrung aufnehmen. Der Einblick in eine andere Welt, die überraschende Parallelen zu Hotellerie und Gastronomie aufweist, begeisterte die Teilnehmer:
"Eines der interessantesten FBMA Meetings 2008!"
Die FBMA ist der Fachverband für Führungskräfte aus der Hotellerie und Gastronomie. Die FBMA bietet ihren Mitgliedern Erfahrungsaustausch, Weiterbildung sowie Aufbau und Pflege von Kontakten in Kreisen von Kollegen und zur Industrie.

(Quelle: Pressemitteilung des FBMA).

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Weihnachtszeit, Zeit des Gänsebratens.

WIESBADEN - In der Weihnachtszeit gehört der Gänsebraten traditionell auf die Speisekarte. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, kamen im Jahr 2007 rund 2 100 Tonnen Gänsefleisch aus deutschen Schlachtungen auf den Markt.

Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Erzeugung von Gänsefleisch in Deutschland um 342 Tonnen zu (gut 20%) und erzielte damit erneut einen Höchstwert seit dem Jahr 2000.

Über drei Viertel der Gänse (1 600 Tonnen) wurden in den Monaten September bis Dezember geschlachtet. Besonders im Dezember ist die Nachfrage nach "Gänsebraten" hoch. In diesem Monat erfolgten die meisten Schlachtungen (706 Tonnen).

Aber der beliebte "Gänsebraten" stammt nicht überwiegend aus deutschen Landen. So wurden im Jahr 2007 rund 20 000 Tonnen tiefgekühltes Gänsefleisch im Gesamtwert von 93,3 Millionen Euro aus dem Ausland eingeführt. Die wichtigsten Lieferländer waren dabei Polen mit etwa 14 000 Tonnen gefolgt von Ungarn mit 5 300 Tonnen.

(Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes).

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Mittwoch, Dezember 24, 2008

Fast-Journalismus.

"Abgespeist" von Gottfried Knapp, in: Süddeutsche Zeitung vom 24. Dezember 2008 und eine Widerlegung von Dr. Benedikt Köhler: "Die Süddeutsche Zeitung - eine plumpe Kreation", in: molekularkueche vom 24. Dezember 2008.

Siehe dazu auch meinen früheren Beitrag: "McDonald's kulinarisch betrachtet".

Man könnte in dem kritisierten Artikel in der Süddeutschen Zeitung noch mehr bemängeln. Z.B. heißt es darin:
"Bei McDonald's frisst der Kunde also aus der Hand."
Dazu möchte ich sagen:
  • Wieso läßt ausgerechnet einem Autor, der kulturbeflissen daher kommt, die Kinderstube vermissen, in der man lernt, daß Menschen essen und Tiere fressen?
  • Historisch gesehen ist selten mit Messer und Gabel gegessen worden und ohnehin nur in einem Teil der Welt. In vielen Kulturen wird seit jeher mit den Händen gegessen. Mehr als doppelt soviel essen mit Stäbchen statt mit Messer und Gabel. Mehr dazu: "Messer, Gabel, Schere, Licht, fehl'n in vielen Kuechen nicht".
Weiter schreibt Guido Knapp:
"Saucen unterscheiden sich bei McD weniger durch ihren Geschmack als durch ihre Farbe."
Über Geschmack kann man nur begrenzt streiten. Doch der Ketchup, der Senf, die Saucen und Dressings sowie die Gurken, die McDonald's in Deutschland verwendet, stammen von Develey, einem Hersteller, dessen Produkte in vielen Gastroküchen verwendet werden, ohne daß sie dort von den Gästen in dieser abfälligen Weise bewertet werden.

Zur Entschuldigung von Guido Knapp muß man aber sagen, daß er, als er in diesem Herbst von der Bayerischen Akademie der Schönen Künst die Hausenstein-Ehrung erhalten hat, als Kunstkritiker und Architektur­experte gelobt worden ist. Es gibt demnach Themengebiete, von denen er etwas versteht. Wobei es nicht unbedingt für die Süddeutsche Zeitung spricht, wenn sie ihn über kulinarische Themen schreiben läßt.

Dienstag, Dezember 23, 2008

Alsfelder Bio-Landbiere.

Seit dem Frühjahr 2008 bietet die osthessische Alsfelder Brauerei AG mehrere Biobiere an:
  • Alsfelder Bio-Landpils
  • Alsfelder Bio-Landdinkel
  • Alsfelder Bio-Landemmer
  • Alsfelder Bio-Landbock (vom Oktober bis Dezember)

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Montag, Dezember 22, 2008

Eisbar.

Im letzten Winter wurde zum ersten Mal im Garten von Bambergs ältestem Wirtshaus "Zum Sternla" aus einhundert gefrorenen Blöcken eine Bar errichtet: die Eisbar. Es gibt dort zwar keine Eiscreme, dafür aber Heißgetränke, Partystimmung, fetzige Musik und Live-Einlagen. Wie das aussieht, können Sie sich auf den Fotos der Eisbar Gallerie anschauen.

Siehe zu eiskalten Ideen auch:

Bioland waechst - 38 neue Mitglieder in Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern.

Bordesholm. Der Bioland-Landesverband wächst. Die Anzahl der Mitglieder -- das sind landwirtschaftliche Betriebe -- ist im Jahr 2008 in Schleswig-Holstein und Hamburg um 34 auf 247 gestiegen. In Mecklenburg-Vorpommern sind vier Betriebe hinzugekommen. Der Bioland-Landesverband, der die drei nördlichen Bundesländer betreut, zählt damit zum Jahresende 2008 genau 283 Mitglieder.

Grund für das große Interesse an einer Verbandsmitgliedschaft ist zum einen die weiter wachsende Nachfrage nach regionalen Bio-Produkten -- besonders Obst, Gemüse und Brotgetreide sind beim Verbraucher sehr gefragt. Zum anderen gilt Bioland als verlässliche Qualitätsmarke. Bioland kontrolliert alle Betriebe nach eigenen Vorgaben, die wesentlich strenger sind als die für das EU-Biosiegel.

Gewachsen ist auch die Zahl der Bioland-Vertragspartner. Das sind Unternehmen aus der Lebensmittelproduktion wie Fleischereien, Bäckereien aber auch Restaurants. Im Jahr 2008 haben elf Betriebe einen neuen Verarbeiter-Vertrag unterzeichnet. Damit stellen 70 Betriebe in den drei nördlichen Bundesländern ausschließlich oder im Teilsortiment Bioland-Produkte her. Darunter sind die beiden Restaurants "Bruhns Wellenlänge" in Stein bei Kiel und der "Riesby Krog" in Rieseby bei Schleswig.
"Bio in der Gastronomie wird auch das große Thema des kommenden Jahres werden"
sagt Carola Ketelhodt, Geschäftsführerin des Landesverbandes. Das Interesse ist groß. Viele Gastronomen und Küchenchefs reagieren damit auf die gezielte Nachfrage von Gästen.
"Im kommenden Jahr erwarten wir allein in Schleswig-Holstein mindestens fünf weitere Restaurants und Kantinen, die sich für Bioland entscheiden werden"
sagt Carola Ketelhodt.

(Quelle: Pressemitteilung von Bioland).

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Zwangsanleihe.

Ypsilantis Strohmann Thorsten Schäfer-Gümbel hat gestern versucht, seinen niedrigen Bekanntheitsgrad in Hessen und bundesweit zu erhöhen: "Schäfer-Gümbel will Zwangsanleihe für Reiche", in: Deutsche Handwerkszeitung vom 22. Dezember 2008:
"Der hessische SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel schlägt eine Zwangsanleihe für Vermögende als Instrument gegen die Wirtschaftskrise vor.

Mit dieser Maßnahme könne schnell zusätzliches Geld mobilisiert werden, sagte Schäfer-Gümbel der "Bild"-Zeitung. Dazu solle jeder Bürger, der mehr als 750 000 Euro Vermögen in Bargeld oder Immobilien habe, dem Staat zwei Prozent für die Dauer von 15 Jahren leihen müssen. Als Zinsen sollen maximal 2,5 Prozent fällig werden. "
Schauen wir uns mal an, ob dieser Vorschlag mehr ist als ein wenig durchdachter Wahlkampfgag.

Da keine Vermögensteuer existiert, verfügen die Finanzbehörden weder über zeitnahe noch historische Informationen, welche im Inland steuerpflichtigen Bürger ein Vermögen von mehr als 750.000 Euro besitzen. Wenn man, um dem Anspruch zu genügen, "schnell" Geld zu "mobiliseren", etwa als Stichtag den 1. Januar 2009 festlegen würde, müßte man:
  • In den Weihnachtsferien noch schnell ein entsprechendes Gesetz verabschieden,
  • ein Formular entwickeln, mit dem Bürger ihr Vermögen angeben und melden können, falls das Vermögen größer ist als 750.000 Euro.
  • die eingegangenen Formulare kontrollieren. Dazu benötigt die überlastete Finanzbehörden weitere Mitarbeiter, die zudem geschult werden müssten. Ich schätze mal die Kosten auf insgesamt 250 Millionen Euro.
  • Sich überlegen, wie man an die Daten derjenigen Bürger herankommt, die sich nicht melden.
  • Keineswegs hilfreich ist dabei, daß Bürger nach der Abgabenordnung nicht verpflichtet sind, Ein- und Ausnahmebelege und Dokumente über ihren Vermögenstatus wie etwa Bankauszüge aufzubewahren.
  • Auch fehlen zeitnahe Bewertungen von Vermögenspositionen wie Immobilien, Kunstwerke, Weindepots, Kraftfahrzeugen usw. Wer führt diese Bewertungen durch und wer trägt die Kosten dafür? Thorsten Schäfer-Gümpel will zwar nur das Geld- und Immobilienvermögen zu Grunde legen, doch dürfte dies einer verfassungsrechtlichen Überprüfung nicht standhalten. Warum sollte jemand, der etwa Kunstwerke im Wert von 10 Millionen Euro besitzt, keine Zwangsanleihe zeichnen müssen, aber der Eigentümer eines größeren Einfamilienhauses?
Wieviel würde eine Zwangsanleihe zu 2,5 Prozent Zinsen dem Staat bringen? Die aktuelle Umlaufrendite einer Bundesanleihe mit Laufzeit bis zum 4. Januar 2024, die noch der Vorstellung einer 15jährigen Laufzeit am Nähesten kommt, liegt zur Zeit bei 3,57 Prozent. Von den Zinsen in Höhe von 1,07 Prozent, die der Staat bein einer Zwangsanleihe mit einem Zinssatz von 2,5 Prozent sparen würde, muß man noch die Kapitalertragsteuer abziehen, die er weniger einnimmt. Es würde unterm Strich eine Ersparnis von ca. 0,8 Prozent verbleiben, denen die Mehrausgaben für den Aufwand gegenüber stehen, festzustellen, wer die Zwangsanleihe akzeptieren muß.

Peinlicherweise hat sich Thorsten Schäfer-Gümpel diese Idee nicht einmal selbst ausgedacht, sondern von der IG Metall geklaut und zwecks Tarnung dieses Ideenklaus ein wenig modifiziert:
"Nach den Vorstellungen der IG Metall soll der auf drei oder vier Jahre angelegte Fonds finanziert werden durch eine Zwangsanleihe auf alle Geld- und Immobilienvermögen privater Haushalte oberhalb 750 000 Euro. Die Zukunftsanleihe soll 15 Jahre laufen und mit dem Zinssatz der Europäischen Zentralbank verzinst werden."
Quelle: "Zwangsanleihe für Reiche verlangt", in: Kölner Stadtanzeiger vom 11. Dezember 2008.

Nachtrag vom 26. Dezember 2008: In einem Interview der Frankfurter Rundschau wurde Thorsten Schäfer-Gümbel angesprochen auf die heftige Kritik an seiner Befürwortung von Zwangsanleihen. In seiner Antwort nennt er kein einziges Argument zur Widerlegung der detaillierten, substantiellen Kritik an seinem Vorschlag:
"Ich will mal den Blick darauf werfen, worum es eigentlich geht. Der Vorschlag ist ja nicht von mir alleine gemacht worden, sondern zunächst von der IG Metall beim Konjunkturgipfel im Bundeskanzleramt. Wir brauchen Geld, um die Konjunkturkrise abzufedern - und die Frage ist: woher nehmen? Die 20 Milliarden Euro von denen derzeit die Rede ist, fallen nicht wie Manna vom Himmel. Entweder zahlen das unsere Kinder über Schulden, oder angesichts unseres jetzigen Steuersystems die Mittelschicht und die Arbeitnehmer. Ich bin dafür, auch die zur Lösung des Problems heranzuziehen, die etwas stärkere Schultern haben. Es geht um die Frage der Gerechtigkeit auch in der Krise. Da sind alle gefordert. Wir sollten endlich über die harten Fakten reden: Wer leistet welchen Beitrag für die Funktionsfähigkeit unserer Gesellschaft?"
Quelle: "'Wir müssen Schwarz-Gelb verhindern'", in: Frankfurter Rundschau vom 26. Dezember 2008.


Erwartungen von Hotelgaesten im Jahr 2008.

(Berlin, 17. Dezember 2008) Im Jahr 2009 stehen die Kriterien der Deutschen Hotelklassifizierung erneut auf dem Prüfstand. Wie schon in den Jahren 1998 und 2003 befragte vor diesem Hintergrund das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) und erstmals auch des Fachverbandes Hotellerie Österreich mehr als 1.300 Gäste zu ihren Erwartungen an Hotels der unterschiedlichen Sternekategorien. Die Ergebnisse dieser repräsentativen Umfrage liegen jetzt vor.

Unter dem Titel "Die Erwartungen der Hotelgäste 2008" gibt die mehr als 700 Seiten umfassende Studie detailliert Auskunft über die Bedürfnisse der Gäste, ihre Bewertung einzelner Angebote und über ihre Ansprüche an die einzelnen Sternekategorien.
"Wer seine Gästestruktur kennt, kann ein indi-viduelles Anforderungsprofil für sein Haus herauslesen"
erklärt Helmut Otto, Vorsitzender des zuständigen Ausschusses Hotelklassifizierung.

Wie in den vorangegangen Parallel-Studien aus den Jahren 1998 und 2003 liegen die Merkmale, die zu den Kernkompetenzen von Hotels zählen, wie
  • "Dusche/Bad und WC" (Platz 1),
  • "Ruhiges Schlafen" (Platz 2) und
  • "Frühstücksbuffet" (Platz 3),
weiter auf den Top-Positionen des Rankings der Gästeerwartungen. Die Ausstattungsmerkmale
  • "Fernseher auf dem Zimmer" (Platz 4),
  • "Zimmergröße" (Platz 5) sowie die
  • "Äußere Erscheinung" (Platz 6)
werden von den Hotelbesuchern darüber hinaus als besonders wichtig angesehen.

Die größten Veränderungen gab es bei den Kriterien rund um das Thema Wohlfühlen/Freizeit. So kletterte das "Hallenbad/beheizte Freibad" von Platz 13 auf Platz 9. Der Punkt "Sauna/Dampfbad" rückte um fünf Plätze von Rang 24 auf 19 vor. Die Bedeutung von Wellness-Angeboten allgemein stieg sogar um elf Plätze – von Platz 33 auf Platz 22. Auch das Vorhanden-sein von Nichtraucherzimmern gewann weiter an Gewicht: 2003 noch auf Platz 16, finden sich die Nichtraucherzimmer heute auf Platz 11 der Rang-liste wieder.

Damit die Sterne der Deutschen Hotelklassifizierung ihren Glanz nicht verlieren, wird der Ausschuss Hotelklassifizierung im Januar 2009 erstmals mit den Konsequenzen für die Kriterienfortschreibung – übrigens erstmals in enger Abstimmung mit den Kolleginnen und Kollegen aus Österreich und der Schweiz – befassen. Zum 1. Januar 2010, so der ehrgeizige Fahrplan, sollen die überarbeiteten Kriterien dann in Kraft treten.
"Mit einschneidenden Veränderungen werden die klassifizierten Hotelbetriebe wohl eher nicht rechnen müssen"
so Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer des federführenden Hotelverbandes Deutschland (IHA), in einer ersten vorsichtigen Einschätzung. Ohne das Ergebnis der Beratungen vorweg nehmen zu wollen, sieht er durch die TNS Infratest-Studie den auf der Grundlage der Befragung im Jahr 2003 eingeschlagenen Weg zur verstärkten Integration der "Softskills" und des Qualitätsmanagements grundsätzlich bestätigt.

Die regelmäßige Anpassung der Kriterien für die Sternevergabe an die Erwartungen und die Bedürfnisse der Gäste gilt als wesentlicher Grund für den Erfolg der Hotelklassifizierung, der sich inzwischen bundesweit fast 8.000 Hotels angeschlossen haben.
"Nicht zuletzt deshalb, weil neben der persönlichen Empfehlung die Zahl der Sterne nach Deutscher Hotelklassifizierung zum entscheidenden Kriterium für die Hotelwahl geworden ist"
verweist Helmut Otto auf die Resultate der repräsentativen TNS Infratest-Befragung 2008.

Unter dem Titel "Die Erwartungen der Hotelgäste 2008" ist die neue TNS Infratest-Studie zu den Gästeerwartungen auf CD-ROM für jedermann erhältlich. Die Studie kostet 117,00 Euro, klassifizierte Betriebe zahlen nur 86,00 Euro für die CD-ROM (jeweils zzgl. Mehrwertsteuer). Die Studie kann über die Agentur Elbgraphen per Fax an 040/38 62 92 08 oder via E-Mail an info@elbgraphen.de bestellt werden. Ein Bestellformular steht auch im Internet unter www.hotelsterne.de zum Download bereit.

Hintergrund

Nach Vorläufersystemen in Bayern, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz hat der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) im Herbst 1996 mit dem Markenprodukt Deutsche Hotelklassifizierung das erste bundesweit einheitliche Klassifizierungssystem eingeführt. Bis heute erfolgt diese Klassifizierung auf freiwilliger Basis, so dass jeder Betrieb selbst entscheiden kann, ob er sich am Verfahren beteiligen möchte. Die Hotelsterne bieten Privat- wie Geschäftsreisenden Transparenz und Sicherheit. Längst sind die Sterne dabei zum begehrten Markenzeichen geworden. Gegenwärtig nehmen 7.614 Betriebe an der Deutschen Hotelklassifizierung teil. Die meisten klassifizierten Betriebe befinden sich in Bayern (1.773) und Baden-Württemberg (1.122). Die Verteilung der Hotels über die international üblichen fünf Sternekategorien entspricht wie bei einer freiwilligen Hotelklassifizierung nicht anders zu erwarten einer Gaußschen Normalverteilung mit einem deutlichen Schwerpunkt im 3-Sterne-Segment:

KategorieAnzahlAnteil
1 Stern841,1%
2 Sterne773 10,2%
3 Sterne4.508 59,2%
4 Sterne2.108 27,7%
5 Sterne141 1,9%
SUMME7.614 100%

Stand: 1. Juli 2008

Alle Informationen und Statistiken zur Hotelklassifizierung sind im Internet unter www.hotelsterne.de abrufbar.

(Quelle: Pressemitteilung des DEHOGA Bundesverbandes).

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Sonntag, Dezember 21, 2008

Die Buddenbrooks.

Die vierte Verfilmung von Thomas Manns Roman "Die Buddenbrooks" läuft am 25. Dezember 2008 in den Kinos an. In zwei Teilen soll sie im nächsten Jahr auch von der ARD ausgestrahlt werden. Zuvor gab es schon Verfilmungen in den Jahren 1923 (Stummfilm), 1959 mit Lieselotte Pulver und 1979 als elfteilige Fernsehserie, die auch in Schweden, Finnland und den USA ausgestrahlt worden ist.

Der Roman beschreibt die Geschichte einer Lübecker Kaufmannsfamilie, ist aber auch für Familienbetriebe von Gastronomen und Hoteliers interessant, insbesondere für solche Segmente des Gastgewerbes, die in der Regel von Generation zu Generation weiter gegeben werden wie die Privaten Brauereigasthöfe.
Familienbetriebe haben häufig Eigentum an Grund und Boden, sind weniger verschuldet, weniger marketingorientiert. Ihr Controlling ist weniger ausgeprägt und sie sind weniger auf kurzfristigen Erfolg fixiert als Pachtbetriebe, die in der vergleichsweise kurzen Pachtzeit hohe Kosten schultern müssen. Knackpunkt ist häufig weniger ein ausreichender Gewinn als die Frage, ob in der nachfolgenden Generation sich jemand findet, der willens und fähig ist, den Betrieb zu übernehmen. Salopp formuliert streitet man sich weniger mit Banken als zwischen den Generationen.

Auf den Familienübergang von gastgewerblichen Betrieben spezialisierte Unternehmensberater sind deshalb im Idealfalle auch Mediatoren und Coaches. Sie sollen dabei helfen, zu vermeiden, daß die Familien an dem Gebot zerbrechen, das Geschäft über jegliche private Interessen zu stellen, so wie es den Buddenbrooks widerfährt.

Mehr zum Thema Betriebsübergang und -nachfolge finden Sie in dem geplanten Buch von Franziska Schumacher und Juliane S. Köhl: "Next Generation", das im Matthaes-Verlag herauskommen wird. Franziska Schumacher bietet auch Unternehmerseminare an zum Thema "Familienbetrieb: Der menschliche Weg zum erfolgreichen Generationswechsel".

Drogenbeauftragte zieht Schwanz ein.

Angesichts heftiger Kritik (auch von mir: "Die selbst ernannte Koordinatorin der Arbeit aller Bundesressorts will Wein und Bier massiv verteuern") an der Schnapsidee, Wein und Bier durch höhere Steuern massiv zu verteuern, zieht Sabine Bätzing, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, den Schwanz ein: "Bätzing rudert bei Alkoholsteuer zurück", in: Financial Times Deutschland vom 21. Dezember 2008.

Weil die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing behauptet, das Aktionsprogrmm Alkoholprävention enthalte keine Forderung nach einer Steuererhöhung für alkoholische Getränke, zitiere ich zur Dokumentation aus der umstrittenen Studie ("Empfehlungen für nationale Aktionsprogramme zur Alkoholprävention" (PDF) vom 9. Juni 2008, das ganze Kapitel "Alkoholkonsum durch Preisgestaltung reduzieren":
"Deutschland verfügt im europäischen Vergleich über niedrige Steuersätze für Alkohol. So entsprechen die Sätze für Wein und Bier gerade den EU-Minimalsteuersätzen oder liegen nur leicht darüer (Bier), so dass in der Konsequenz auch die Einzelhandelspreise im europäischen Vergleich relativ niedrig sind. Dies trägt auch dazu bei, dass Alkohol für die meisten Menschen - insbesondere auch für Jugendliche - leicht verfügbar sind.

Maßnahmen zur Preisregulierung über Steuererhöhung können einen unmittelbaren und relevanten Effekt auf die Senkung des Alkoholkonsums ausüben. So führte das Alkopopsteuergesetz aus dem Jahre 2004 in Deutschland bereits im Folgejahr zu einem beträchtlichen Rückgang des Alkopop-Verkaufs.

Es zeigte sich allerdings, daß eine auf eine bestimmte Getränkeart beschränkte Sondersteuer eine Reduzierung der Konsummenge pro Kopf nur vorübergehend bewirkt. Jugendliche nutzen die Möglichkeit, auf andere alkoholische Getränke zurückzugreifen, wenn deren Preise nicht gleichermaßen angehoben werden."

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Samstag, Dezember 20, 2008

Die selbst ernannte Koordinatorin der Arbeit aller Bundesressorts will Wein und Bier massiv verteuern.

Sabine Bätzing, die unpopuläre Drogenbeauftragte der Bundesregierung, will Wein und Bier massiv verteuern. Der Kasten Bier soll um 19 Euro teurer werden, das heißt sich im Preis verdoppeln bis zu vervierfachen, ein Liter Wein um 1,90 Euro: "Drogenbeauftragte will Bier und Wein verteuern", in: Spiegel vom 20. Dezember 2008.

Selbst wenn die Gastronomie diese höheren Kosten zu Lasten des Wareneinsatzkoeffizienten nur weitergeben würde, würde sich damit der Schoppen Wein (0,25 l) um fast 0,60 Euro verteuern. Ein Bier von 0,5 l müsste im Preis um rund 1,15 Euro ausgeschenkt werden.

Sabine Bätzing schreib über ihre Funktion (Hervorhebung von mir):
"Als Drogenbeauftragte koordiniere ich die Arbeit der Bundesressorts und vertrete sie gegenüber der Öffentlichkeit.
Ihr Ehrgeiz steht in peinlichem Gegensatz zu ihrer wirklichen Funktion als Beaufragte. Ihre Rolle habe ich wie folgt beschrieben:
"Tatsächlich sind Beauftragte der Bundesregierung alles andere als beauftragt, für die Bundesregierung zu sprechen. Beauftragte, sei es nun der Bundesregierung oder des Bundestags, sind vielmehr weniger als nichts. Diese völlig überflüssigen Stellen wurden nur für solche sesselfurzenden Hinterbänkler geschaffen, die für die zahlreichen Jobs der Minister, parlamentarischen Staatssekretäre und Vorsitzenden der Bundestagsausschüsse zu wenig Ahnung in der Sache haben und für die Jobs der Fraktionsvorstände im Bundestag und parlamentarischen Geschäftsführer mangels Führungsqualitäten nicht in Frage kommen. Unter den Beauftragten des Bundestage stehen in der Hierarchie der Parlamentarier nur noch die Vorsitzenden fraktioneller und interfraktioneller Arbeitsgruppen und die Putzfrauen. Es geht bei der Besetzung der Jobs der Beauftragen der Bundesregierung nur darum, daß jeder Abgeordnete - und sei er auch noch so überflüssig - etwas hat, was er nach vier Jahren als Hamster im Rad seinen Wählern vorzeigen kann."
Gottseidank wird Sabine Bätzing dem nächsten Bundestag wohl nicht mehr angehören. Siehe dazu: "Sag zum Abschied leise Servus".

Was kann man eigentlich von einer Frau, die zum Rinderbraten Orangensaft trinkt, anders erwarten? Siehe dazu ein Interview mit Sabine Bätzing des Evangelischen Pressedienstes: "Rinderbraten, Vanilleeis und dazu Orangensaft". Wenn es nach der geht, hätte Jesus Christus Wein in Wasser verwandelt.

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Freitag, Dezember 19, 2008

Speisekarte.de.

Seit Anfang November 2008 ist eine neue Bewertungs- und Gastronomieplattform speisekarte.de online, ein Projekt der dialo GmbH & Co. KG in Nürnberg. Zur Zeit sind Speisekarten aus dem Großraum Nürnberg verzeichnet, es sollen aber weitere Städte hinzukommen. In einer Pressemitteilung über den Launch heißt es:
"Das Portal ermöglicht es Gastronomen, ihre Speisekarten, Adressdaten, Küchenöffnungs­zeiten, ihre kulinarische Ausrichtung, ihr Platzangebot sowie besondere Services des Restaurants - wie beispielsweise 'Parkplätze vor dem Haus' oder 'Zutaten aus Bio-Anbau' - kostenfrei einzustellen. Sie können ihre Speisekarte jederzeit aktualisieren und um weitere Gerichte erweitern."
Besucher können die Restaurants bewerten und zwar in den Kategorien:
  • Preis/Leistung,
  • Service,
  • Atmosphäre und
  • Essensqualität
Im Unterschied zu anderen Bewertungsportalen, bei denen nicht nach Produkten gesucht werden kann, wie z.B. nach "Tortellini", es sei denn ein Restaurant wurde entsprechend getaggt, kann man bei Speisekarte.de auch nach Inhalten der Speisekarten suchen.

Wer als Gastronom seinen Betrieb einpflegt, sollte einen Blick auf die AGB werfen. Dort heißt es in Paragraph 20:
"...2. dialo behält sich insbesondere das Recht vor, das bestehende kostenlose Angebot um kostenpflichtige Dienste zu erweitern.

Im Falle wesentlicher Änderungen oder Ergänzungen der AGB werden die registrierten Anbieter umgehend per E-Mail über die neuen geänderten Passagen der AGB informiert und zur Abgabe ihrer Zustimmung binnen zwei Wochen aufgefordert. Soweit der Anbieter den geänderten AGB nicht innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt widerspricht, gelten diese als angenommen. über die Bedeutung des Ablaufs der Zweiwochenfrist wird der Anbieter in der genannten E-Mail informiert. "
So eine Bestimmung würde ich selbst niemals akzeptieren. Für mich käme nur eine Regelung in Frage, bei denen ich explizit zustimmen und der Betreiber nachweisen muß, daß ich explizit zugestimmt habe.

Abnehmende Messebeteiligung von Fernsehbrauereien.

Rolf Zamponi und Melanie Wassink beklagen die geringe Beteiligung von Brauereien auf der Hamberger Internorga vom 13. bis 18. März 2008: "Brauereien zeigen der Internorga die Rote Karte", in: Hamburger Abendblatt vom 19. Dezember 2008.

Nicht mehr vertreten seien neben der Radeberger Gruppe auch die Warsteiner Gruppe, die Krombacher Brauerei, Veltins und InBev. Vertreten seien aber weiterhin als Hamburger Brauerei die Holsten-Brauerei (Teil der Carlsberg-Gruppe).

Einen Trend zu einer geringeren Beteiligung von Fernsehbrauereien an den Gastronomie-Fachmessen konnte ich auch bei anderen Regionalmessen beobachten. Die Gründe sind einleuchtend, aber auch selbst verschuldet. Statt interessante Inhalte zu bieten, bietet man nur Freibier und Kontakte zu den Aussendienstmitarbeitern, die man ohnehin schon kennt. Bei Fachmessen, bei denen auch Publikum geduldet oder gar gezielt angelockt wird, schütten sich dann Schulklassen gelangweilt zu. Innovationen sind ohnehin selten und so bin ich sogar schon einmal über einen Brauereimessestand gestolpert, auf dem voller Stolz ein neuer Bierkasten vorgestellt wird und das auf einer Gastromesse, so als ob wir Bier in der Regel kastenweise verkaufen würden.

Besser macht es z.B. die Biofach mit einem Beer Tasting oder die Handwerkskammer für Oberfranken mit einer Bierverkostung auf der Münchener Handwerksmesse 2003 oder die Brau Beviale mit dem European Beer Star Award.

Der Rückzug von den Gastromessen ist nur ein weiterer Beleg dafür, daß die deutschen Brauereien nicht bereit sind, die Notwendigkeit eines generischen Biermarketings zu akzeptieren. Wahrscheinlich müssen sie erst so unter Druck geraten wie Anheuser-Busch in den USA seitens der micro breweries. Anheuser-Busch hat notgedrungen eine Website Here's to beer online stellen müssen, in dem man auf vordergründige Markenwerbung verzichtet und stattdessen fachliche Inhalte wie Sortenkunde oder Kulinarisches zum Produkt Bier offeriert.

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Zahlenmenue 2008: Die wichtigsten Fakten vom Foodservice-Jahr im Ueberblick.

Rückblick auf ein dynamisches Wirtschaftsjahr in Hotellerie, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung

Der Außer-Haus-Markt Deutschland hat ein zufrieden stellendes Jahr 2008 erlebt. Das Marktvolumen von zuletzt 58,6 Milliarden Euro dürften nach ersten Hochrechnungen wiederum leicht gestiegen sein. Den Großteil machen mit 41,8 Milliarden Euro Gesamtumsatz die Gastronomie und Beherbergung (Commercial Foodservice) aus – bei einem durchschnittlichen Jahreswachstum von 2,8 Prozent. Die Gemeinschaftsverpflegung (Non-Commercial Foodservice/Social) umfasst 14,6 Milliarden Euro und wuchs in den vergangenen Jahren um durchschnittlich 1,6 Prozent.

Gastronomie und Beherbergung

Der Außer-Haus-Markt Deutschland gliedert sich zu einem Drittel in Verpflegung in Gemeinschaftseinrichtungen, zu den anderen Zweidritteln in den Commercial Foodservice, macht zusammen über 328.000 Einheiten.

Wussten Sie,
  • dass von den 60.413 Restaurants 2.835 Häuser dem Premium-Segment angehören?
  • dass es zwar 34.201 Kneipen, aber nur 2.718 Bars gibt?
  • dass 68 Prozent der fast 39.000 Beherbergungsbetriebe privat geführt werden?
  • dass 82 Prozent der deutschen Hotels unter 50 Zimmern anbieten und ein Prozent 250 Zimmer und mehr anbieten?
  • dass es im Non-Commercial-Segment Education (Bildung) über 700 Mensen gibt, die 1,86 Millionen Studierende versorgen?
  • dass es mehr als 100.000 Betriebe gibt, die Snacks für den Sofortverzehr und zur Mitnahme anbieten?
Der Außer-Haus-Markt umspannt weltweit ein Umsatzvolumen von 1.588 Milliarden Euro. Das entspricht einem Pro-Kopf-Umsatz von 240 Euro bei einer weltweiten Population von 6.630 Millionen Menschen. Die größten Umsätze werden in Nord-Amerika (33,7%) und West-Europa (18,9%) erwirtschaftet. In absoluten Zahlen liest sich dies wie folgt: 1.287 Euro Durchschnittsumsatz in Nordamerika, 815 Euro in West-Europa. In Deutschland, Österreich und der Schweiz liegt der Durchschnittsumsatz bei 804 Euro pro Person. Der westeuropäische Anteil an den weltweiten Ausgaben im Außer-Haus-Markt beläuft sich auf 330 Milliarden Euro bei 405 Millionen Einwohnern. In Nord-Amerika werden jährlich 431 Milliarden Euro ausgegeben (Gesamtpopulation 335 Millionen).

Mittagessen

Die Deutschen essen gern in der Kantine zu Mittag. In den rund 18.400 Betriebskantinen (Business & Industry, Health, Welfare) nahmen die Deutschen im Jahr 2007 994,5 Millionen Essen entgegen. Für Currywurst, Spaghetti, Pizza und Jägerschnitzel wurden insgesamt 4,4 Milliarden Euro ausgegeben. Dabei musste für eine Portion Pizza durchschnittlich nur 3,14 Euro bezahlt werden. Zum Vergleich: Ein Hauptgericht mit Fleisch kostet in Betriebskantinen im Mittel 3,28 Euro, eine Hauptmahlzeit mit Fisch ist für einen Durchschnittspreis von 3,30 Euro zu bekommen. Viele Kantinen bieten drei bis vier unterschiedliche Hauptgerichte an. Zum Vergleich: Im Commercial Foodservice liegt der Durchschnittsbon um einiges höher - 6,40 Euro in Cafés und sogar 10,10 Euro in Bistros.

Gastro-Durchschnittsbon / Verweildauer und Altersdurchschnitt der Gäste

Der Durchschnittsbon liegt in Deutschland bei 14,50 Euro je Restaurantbesuch. Aber:
"Ein Drittel der Kneipen muss mit einem Durchschnittsumsatz von unter acht Euro auskommen - und dies bei zum Teil schweren Umsatzverlusten infolge des Rauchverbotes"
gibt Thilo Lambracht, Geschäftsführer von CHD Expert / Marktplatz Hotel GmbH, zu bedenken. In Großbritannien zahlt der Gast zum Vergleich etwa 40 Prozent mehr bei seinem Restaurantbesuch (23,60 Euro). Die Restaurantpreise sind in den letzten Jahren zweifellos erheblich gestiegen. Gleichzeitig ist aber auf dem gesamten Kontinent ein Wachstum des Außer-Haus-Marktes zu verzeichnen – anspruchsvolle Full-Service-Restaurants gehören dabei in fast jedem westeuropäischen Land zu den Gewinnern. So beträgt der Durchschnittsbon z.B. in französischen Hotel-Restaurants 26 Euro und liegt damit um fast 20 Prozent höher als in anderen Restaurants. Leicht abgenommen hat im Jahr 2008 die durchschnittliche Verweildauer der Gäste in Kneipen und Restaurants. Nahezu zwei Drittel der Gäste von A-la-carte-Restaurants bleiben maximal zwei Stunden. Der Anteil der Langzeitgäste in Restaurants (zwei bis vier Stunden je Aufenthalt) liegt bei nur 16 Prozent. Die meisten Gäste in der Gastronomie sind älter als 40 Jahre alt. Nur etwa ein Drittel der Gaststättenbesucher sind im "Feieralter" zwischen 18 und 39 Jahren. In Bars, Clubs und Lounges ist der Anteil der bis 39-Jährigen dagegen deutlich höher. In den A-la-carte-Restaurants sind die Besucher zu etwa 65 Prozent 40 Jahre oder älter. Der Anteil der über 60-Jährigen ist in Kneipen mit fast 22 Prozent besonders hoch, in Bars trifft man nur etwa zwölf Prozent dieses Alterssegments an. Rund 53 Prozent der Gäste sind männlich, 47 Prozent sind weiblich. Je nach Gastronomieart ist die Geschlechterverteilung sehr unterschiedlich: In Bars, Clubs oder Lounges herrscht ein Männerüberschuss (59%). Dagegen sind mehr Damen in Cafés (55%) anzutreffen. In Kneipen sind die Verhältnisse noch klarer: 63 Prozent der Gäste sind Herren.

Kaffeespezialitäten - Umsatzzugpferde in der Hotelbar

Mit dem Trend zu Kaffeespezialitäten in all seinen Spielarten - Espresso, Cappuccino und Latte Macchiato - wird in der Hotellerie Gewinn erzielt. Während in Mittelklasse-Hotels (drei Sterne) die Tasse Cappuccino durchschnittlich 2,13 Euro kostet, können Tophotels (vier und fünf Sterne) dafür 2,41 bzw. 3,46 Euro verlangen. Die durchschnittlichen Spitzenpreise für Espresso in der First-Class- und Luxushotellerie betragen 2,20 bzw. 2,71 Euro. Grundsätzlich gilt in der Gastronomie: Je kostspieliger ein Lokal desto höher auch der Kaffeepreis. In der mittleren Preisklasse (Durchschnittsbon von acht bis zwölf Euro) wird eine Tasse Filterkaffee mit durch-schnittlich 1,60 Euro berechnet. In der Topgastronomie (Durchschnittsbon von über 30 Euro) kostet die Tasse Kaffee dann im Schnitt 2,27 Euro.

Übrigens: Längst hat der Kaffee als beliebtestes Getränk bei den Deutschen das Bier abgelöst. Mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 146 Litern im Jahr liegt das dunkle Heißgetränk vor dem „kühlen Blonden“ mit zuletzt nur noch 112,5 Litern pro Jahr.

Gastro-Rauchverbot

Vorläufiges Fazit für kleine Gastbetriebe infolge des Rauchverbotes:
"Umsatzverluste von durchschnittlich 30 Prozent sind nicht mehr durch Kostensenkungen aufzufangen"
machte Fischer deutlich (Dehoga-Bundesverband).

Die Angst vor dem Rauchverbot geht unter Gastronomen um – zu Recht. 58 Prozent vermelden Umsatzrückgang, 42 Prozent klagen über Gästeschwund von mehr als zehn Prozent. Tausende Kneipenwirte, insbesondere von Einraumkneipen, fürchten um ihre Existenz. Die Gäste kommen seltener, konsumieren weniger oder bleiben ganz weg Der Erfolg der Branche trotz Rauchverbots hängt vom Vorhandensein eines Extra-Raumes für Raucher ab, auch wenn nahezu alle Gastwirte (99%) einen bestuhlten Außenbereich für Raucher anbieten. Neue Konzepte, wie ein beheizter und überdachter Außenbereich, entspringen der Hoffnung von Wirten und Restaurantbetreibern, ihre rauchenden Gäste zu halten - die Hälfte der Raucher sitzt unter Wetterschutz und bei Heizmöglichkeiten. Wer auf die Zigarette beim Essen dennoch nicht verzichten möchte, bekommt seine Speisen bei 41 Prozent der Restaurants und Gaststätten im Raucher-Séparée serviert. Ende Juli wurde das ohnehin bundesweit uneinheitlich ausgelegte Gesetz zum Rauchverbot per Grundsatzurteil vom Bundesverfassungsgericht (BVG) gekippt. Die Länder sind nun aufgefordert, ihre Nichtraucherschutzgesetze bis Ende 2009 zu überarbeiten. Sie können dabei zwischen einem generellen Verbot und Ausnahmen z.B. für inhabergeführte Eckkneipen und Diskotheken wählen.

Jahresausklang wird bei den Firmen sehr verhalten gefeiert

Die erwartete Wirtschaftskrise streckt ihre kalte Hand aus: Der Sparkurs in der Wirtschaft macht sich in der Gastronomie bereits bemerkbar: Fast die Hälfte der Restaurants in Deutschland erwartet einen Rückgang bei den Firmen-Weihnachtsfeiern in diesem Jahr. Bei sinkendem Durchschnittsbon, der im Mittel bei 34 Euro liegt, erwarten nur 14 Prozent der Wirte in deutschen Restaurants mehr Bankette als im Vorjahr. Mit konstanten Buchungen rechnen 39 Prozent der Restaurants, 47 Prozent rechnen gar mit Rückgängen.

Nach dem Boomjahr 2007 ist nun eine Konsolidierung im Bankett- und Eventgeschäft zu beobachten. Die Zahl der Gastronomen mit weniger Weihnachtsfeiern im Vergleich zum Vorjahr hat sich nahezu verdoppelt. Die Gastronomie steht vor einem trübseligen Abschluss des Geschäftsjahres. Nach fortwährenden Umsatzrückgängen in diesem Jahr wird der Rotstift auch bei der Anzahl der Teilnehmer und den durchschnittlichen Ausgaben je Weihnachtsfeier angesetzt. Über 43 Prozent der Befragten zählen weniger Teilnehmer je Firmenevent im Vergleich zum Vorjahr. Nur knapp acht Prozent der Gastronomen können mehr Gäste begrüßen. Immerhin ist bei rund 49 Prozent der Betriebe die Zahl der Teilnehmer konstant geblieben. Die Advents- und Weihnachtszeit gehört für die Branche zu den wichtigsten Wochen des Jahres.

Hotelinvestitionen Deutschland

Allein in diesem Jahr kamen in Deutschland rund 9.000 Hotelzimmer in 85 Hotels der Kategorien Budget bis Luxus neu auf den Markt. Für 2009 stehen in Deutschland 174 Hotelprojekte mit insgesamt rund 27.000 Betten zur Eröffnung an. Im Januar wird das Mövenpick Düsseldorf (201 Zimmer), im Februar das Hilton Airrail Center, Frankfurt/Main (247 Zimmer) und im Mai das Golf- und Wellnesshotel Budersand auf Sylt (79 Zimmer) eröffnet werden.
"Die Zahl der Hotelprojekte wurde zwar zuletzt leicht nach unten korrigiert, doch Deutschland lässt sich dennoch weiterhin als einer der wichtigsten Standorte für Hotelentwicklungen in Europa bezeichnen"
beschreibt Rolf W. Schmidt, Geschäftsführender Gesellschafter von CHD Expert / Marktplatz Hotel und Herausgeber von tophotelprojects.com®, die Hotelmarktentwicklung. Projektstopps seien bislang nur vereinzelt beobachtet worden. Insgesamt sei bei dem Zuwachs an Hotelprojekten kein starker Einbruch zu erkennen.

Unbeirrt vom Gespenst Weltwirtschaftskrise wächst die Tophotellerie in rasantem Tempo weiter. Sagenhafte 25 Prozent Zuwachs erwarten den deutschen Hotelmarkt im Fünf-Sterne-Segment in den nächsten fünf Jahren. Insgesamt 280 First-Class und Luxushotels mit 47.000 Gästezimmern sind in Planung. Es werden Domizile namhafter Ketten wie Hilton, Global Hyatt, InterContinental Hotels Group (IHG) oder der noch jungen Kette 25 Hours sowie auch Individualhotels entstehen.

Hotelinvestitionen weltweit

Weltweit stehen derzeit rund 500 Tophotels mit fast 199.000 Zimmern vor der Eröffnung. Die Destinationen befinden sich zu je einem guten Viertel in Europa (28%) und in Nordamerika (27%), 41 Prozent der Neueröffnungen werden in Ostasien stattfinden. Das größte Hotel, das demnächst die ersten Gäste empfangen wird, ist das Marina Bay Sands Hotel in Singapur mit 2.600 Zimmern. Das Großprojekt der Las Vegas Sands Corp. wird im Laufe des nächsten Jahres fertig gestellt. Auf den Mittleren Osten kommt mit einem Zuwachs von 21 Prozent (entsprechend 309 Hotelprojekte) geplanter Projekte ein überproportionales Wachstum von Tophotels zu. Doch auch in Europa werden weitere 862 Hotelprojekte (4% Wachstum) derzeit geplant. Die Projektedatenbank tophotelsprojects.com® umfasst zurzeit weltweit 3.070 First Class– und Luxushotelprojekte, detailliert mit Daten und Ansprechpartnern.

Über CHD Expert / Marktplatz Hotel GmbH:

Die Geschäftsbereiche reichen von Marktforschung über Direktmarketing bis zu Data Management. Die Firmenphilosophie steht unter der Überschrift "Wissen und machen!". Das Unternehmen wurde 1997 als Marktplatz Hotel GmbH gegründet und gehört seit rund sieben Jahren zur international agierenden CHD Expert Group mit Niederlassungen in allen wirtschaftlich bedeutenden Ländern Europas sowie USA und Kanada. CHD Expert gehört zu den Preferred Partners des Hotelverbandes Deutschland (IHA). Der Kundenkreis umfasst namhafte Unternehmen u.a. aus den Bereichen Food & Beverages, Ausstattung und Medien. Mehr unter: www.chd-expert.de.

Quelle: Pressemitteilung CHD Expert / Marktplatz Hotel GmbH, 19. Dezember 2008.

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Bierreise auf Google Earth.

Ein schönes Beispiel wie man Reisen (in diesem Fall eine Bierreise) per Google Earth darstellen kann, stammt von Richard Stueven vom Beer Me Blog, einem Amerikaner aus Columbus, Nebraska, der die Website Beerme.com herausgibt, die den eigenen Anspruch "The most complete source of brewery information worldwide" in der Tat gerecht wird.

Er plant, vom 10. bis 16. Januar 2009 eine Bierreise rund um Bad Waldsee in Baden-Württemberg und informiert per Google Earth Map über die geplanten Brauereibesichtigungen: "Germany in January". Er übernachtet im Golf und Vitalpark Bad Waldsee.

Bieten Sie Ihren Gästen bereits Touren in ihrer Region an, z.B. thematische Touren wie Bierrundreisen, Bierwanderwege, Bierfahrradwanderwege usw.?

Weitere Beispiele, wie man Google Earth nutzen kann:

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Donnerstag, Dezember 18, 2008

EU will Gluehlampen verbieten.

Die EU will die klassischen Glühbirnen verbieten: "Tage der Glühbirne sind gezählt", in: Handelsblatt vom 18. Juni 2008.

Meines Erachtens wäre das ein Fehler. Es gibt immer noch keine adäquate Alternative zum Licht einer Glühbirne. Auch bei "warmweißen" Sparlampen-Modellen wird der Lichteindruck durch ein anderes Lichtspektrum erzeugt als bei Glühlampen. Mehr dazu: "Glühlampe contra Energiesparlamp", in: Newsletter 04/2008 des österreichischen Insituts für Licht und Farbe.

Deshalb sollte es zumindest für die Gastronomie zulässig sein, weiterhin im Gastraum Glühbirnen zu verwenden. Notfalls kaufen wir uns das Zeug halt außerhalb der EU ein. Fast-Food-Unternehmen können in ihren Gasträumen leichter auf Glühbirnen verzichten, denn sie legen es geradezu auf eine hohe Gästefrequenz an, also daß Gäste schnell wieder verschwinden.

Politisch steht hinter dieser Initiative eine unheilige Allianz von Umweltschützern und Herstellern von Energiesparlampen wie Philipps und der Siemens-Tochter Osram. Beide verdienen mittlerweile kein bzw. nur noch wenig Geld mit Glühbirnen wegen der Konkurrenz von außerhalb der EU und wollen sich mit Energiesparlampen höhere Profite sichern. In Europa müssten 3,7 Milliarden herkömmliche Glühbirnen ersetzt werden. Der behauptete ökologische Vorteil ist zweifelhaft, weil die größeren ökologischen Nachteile der Herstellung und der Entsorgung von Energiesparlampen bei Vergleichen nicht angemessen berücksichtigt werden.

Siehe dazu auch ein Plädoyer für die Glühbirne: "Der Gegenspieler der Sonne", in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 17. Dezember 2008.

Mittwoch, Dezember 17, 2008

Mein Restaurant: Finale.

Die bisherigen Ergebnisse des Zuschauer-Votings bei der VOX-Doku-Soap "Mein Restaurant" will ich nicht überbewerten. Niemand weiß, warum die Zuschauer so abgestimmt haben und die Entscheidungen sind teilweise sehr knapp geraten. Burkhard Schneider nennt in seinem Blog Gründe, warum das Münchener Restaurant "Grinsekatze" nach seiner Meinung das Finale gegen das Hamburger "Graurocks" gewinnen wird: "meinrestaurant: Jede Stimme zählt bis diesen Freitag", : best practice business vom 17. Dezember 2008.

In meinem Rückblick auf die erste Folge ("Mein Restaurant: Rueckblick auf die erste Sendung") habe ich auf die für mich interessante Frage hingewiesen, ob sich die Bewerber mit Branchenerfahrungen durchsetzen werden oder die "Seiteneinsteiger". Im Finale stehen nun genau die beiden Paare mit Branchenerfahrung.

Die spezifische Erfahrung (Bartender in München, Koch in Hamburg) schlägt sich nicht nur im Konzept nieder (eher ein Bistro in München, ein klassisches Restaurant in Hamburg irgendwo zwischen gutbürgerlicher und Sterneküche, zumindest dem Anspruch nach) sondern auch im sehr unterschiedlichen Anteil des Getränkeumsatzes am Gesamtumsatz.

Egal, wer von beiden gewinnen wird, schade ist es in beiden Fällen um den Betrieb, der schließen muß. Das "Graurocks" leidet unter dem Hype, den das Fernsehen anzettelt, weil sich das Konzept mit Hektik und Trubel im Gastraum und einem Zulauf von Gästen, die gutes Essen im Grunde nicht zu schätzen wissen, eigentlich nicht verträgt. In der "Grinsekatze" gehört der Trubel hingegen zum Konzept. Sollte die "Grinsekatze" überleben, stellt sich die Frage, wohin sich das Konzept, wenn die fernsehgeilen Besucheströme abreißen, entwickeln wird. Aber Bar und Restaurant schließen sich ja nicht unbedingt wechselseitig aus.

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Hotel Zur Hammerschmiede's Weblog.

Die Wirtefamilie des Gasthofs/Pension "Zur Hammerschmiede" in Drosendorf (Österreich) gibt in ihrem Blog "Hotel Zur Hammerschmiede's Weblog" seit Juli 2007 Einblicke in ihr Leben sowie Tipps rund ums Thayatal, das Waldviertel und die angrenzenden Regionen.

Idee und Beiträge stammen von Manuela Schneider, die in die Wirtefamilie Schneider eingeheiratet hat. Sie hat zuvor eine Ausbildung zum MBA (Master of Business Administration Tourismusmanagement) absolviert.

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Die Kehrseite des Web 2.0.

"Die Kehrseite des Web 2.0", ein Diskussion im Forum "Hotellerie" von Xing. Hoteliers beklagen häufig ungerechte Bewertungen von Kunden oder Konkurrenten auf Bewertungsportalen. Carsten Henning lockt mit seinem Beitrag zu einem Meinungsaustauch.

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Donau Tourismus 2.0.

Karin Schmollgruber, Beraterin und Vortragende zum Thema Tourismus, Marketing, PR im Web 1.0 & 2.0, hat auf Einladung von Donau Niederösterreich Tourismus vor einem gemischten Teilnehmerkreis aus 4-Sterne-Hoteliers, Tourismusmanager, Privatzimmervermittler, landwirtschaftliche Partner und Gastronomen über Web 2.0-Know-How referiert. Die Slideshow ihres Vortrags hat sie online gestellt: "Donau Tourismus Gespraeche 2008 Schmollgruber".

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Domaingrabbing bei einer Betriebsuebernahme.

Wenn man einen gastgewerblichen Betrieb übernimmt und/oder Nachpächter wird, ist vieles zu bedenken. Siehe dazu meine Liste "Probleme aus der Übernahme einer Gaststätte".

Riskant sind aber auch solche Dinge, die nicht gerade nahe liegen. So sollte man sich darum kümmern, daß die Domain(s), mit der/denen der Vorgänger seinen Betrieb beworben und der Öffentlichkeit präsentiert hat, übertragen werden. Wie das geht, wird z.B. beschrieben im Artikel "Konnektivitätskoordination" von Wikipedia.

Selbst wenn sich das Konzept des Betriebs ändern soll und/oder andere Domainnamen verwendet werden sollen, empfiehlt es sich, die bisherigen Domains zu sichern. Dann kann man Besucher von diesen auf die neue Domain weiter leiten oder sie unter eigener Kontrolle still legen. Sonst besteht die Gefahr, daß sich sogenannte "Domain-Grabber" die Domain aneignen und sie mißbrauchen, etwa Werbung darauf schalten für was auch immer. Dies könnte Gäste des früheren Betreibers irritieren. Oder sie finden die neue Domain des relaunchten Betriebs nicht, obwohl sie als Gäste des neuen Betreibers in Frage kommen.

Welche Schwierigkeiten es bereiten kann, wenn man versäumt, sich die bisherige Domain übertragen zu lassen, beschreibt Uli Kutting anhand des Beispiels des "Wirtshaus am alten Fischtor" in Braubach: "Scheiß Domain-Grabber", in: Uli's Blogstelle vom 17. Dezember 2008. Siehe dazu auch meinen Beitrag "Probleme aus der Übernahme einer Gaststätte".

Zum Thema "Betriebsübernahme" siehe auch: "Kriterien fuer Betriebsuebernahme" des Schweizer Branchenverbands Gastrosuisse.

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Dienstag, Dezember 16, 2008

Uebernahme der Gmeiner-Fachbuchreihe durch die KSB Media GmbH.

Die Tourismusfachbuch-Reihe des im süddeutschen Meßkirch ansässigen Gmeiner-Verlags wird zum 01.01.2009 von der KSB Media GmbH aus Gerlingen (ebenfalls Baden-Württemberg) übernommen. Der Gmeiner-Verlag zieht sich damit nach über zehn Jahren komplett aus dem Segment der touristischen Fachliteratur zurück. Verleger Armin Gmeiner begründet diesen Schritt mit der noch stärkeren Konzentration seines Verlags auf das aktuelle Kerngeschäft, die Publikation zeitgenössischer und historischer Kriminalliteratur deutschsprachiger Autoren. Ziel sei es, Gmeiner als reinen Krimiverlag zu positionieren.

Die KSB Media GmbH plant, die im Markt eingeführte Reihe praxisorientierter Fachbücher für die Tourismusbranche nicht nur weiterzuführen, sondern noch auszubauen. Der Verlag wurde in diesem Jahr von Karina Brosch gegründet. Er gehört zu einer etablierten Marketing- und Vertriebskooperation von mehreren Verlagen, die sich auf die Veröffentlichung touristischer Publikationen spezialisiert haben.

In einer Übergangsphase werden der Gmeiner-Verlag und die KSB Media GmbH eng zusammenarbeiten, um eine reibungslose Übernahme und erfolgreiche Fortführung der kompletten Fachbuch-Reihe zu gewährleisten.

(Quelle: Pressemitteilung des Gemeiner Verlags).

Café im Kunstverein, Frankfurt am Main.

Robert Basic hat sich für seinen ersten "Kaffehaus-Talk" (siehe dazu meinen Beitrag "Im Kaffeehaus ueber das Bloggen reden") das Café im Kunstverein in Frankfurt am Main ausgesucht, das im Juni 2006 eröffnet worden ist.

Das Design dieses Cafés stammt, wie Robert Basic schreibt, von den spanischen Künstlern Gorka Eizagirre und Xabier Salaberría. Xabier Salaberrias
"entwirft Räume, indem er meist Elemente verwendet, die man als Mobiliar bezeichnen könnte. Einfachste Mittel und Materialien sollen genutzt werden, um damit ein Maximum an sozialer Situation zu erwirken oder - besser noch - Möglichkeiten zu erkunden, die bis dato für ihre Benutzer im Verborgenen lagen."
(Quelle: "The Big Easy: Relocating the Myth of the 'West'"). In einem Artikel der taz werden die Hintergründe beleuchtet: "Zeit zum Abrocken" vom 28. April 2006.
"'Wir wollten eine neue Bar, hatten kein Budget und suchten daher nach günstigen Wegen', Gorka Eizagirre (geboren 1971) und Xavier Salaberria (geboren 1969) fanden die Lösung. Sie entwarfen ein für das Café und für geplante Kunstprojekte zweckdienliches Design. Die spanischen Künstler zimmerten ihr Möbel aus Sperrholz. Glühbirnen aus dem Baumarkt hängen von der Decke und eine psychedelische Op-Art-Tapete kontrastiert mit dem Kreuzgewölbe in den Nischen."
Die Tapete ist eine große Wandcollage des Dänen Jacob Kolding, "auf der Bezüge zur funktionalistischen Architektur neben Zitaten aus suburbaner Kultur stehen" (schreibt der Kunstverein dazu).

Leider bietet die Website des Frankfurter Kunstvereins wenig Informationen über das gastronomische Konzept und Angebot. Es ist typisch für viele Betriebe der Museumsgastronomie, daß sie sich insoweit verstecken, selbst wenn sie vorzügliche Produkte und einen guten Service bieten. In diesem Fall liegt der Fehler vermutlich in einer schwachen Absprache zwischen Kunstverein und Betreiber. Die Tageskarte kann von der Website des Betreibers herunter geladen werden. Es gibt aber keine Verknüpfung auf der Website des Kunstvereins.

Qype enthält nur zwei Bewertungen dieses Cafés. Demnach sind auffällig:
  • große Tische
  • ein gutes WLAN, ein "abartig laut" quitschender Lüfter.
  • "sehr guter selbst gebackener Kuchen (Empfehlung: Apfelweintorte)"
  • "selbstgemachte Limonade"
  • "Quiches und Salate (alle Zutaten aus biologischem Anbau)".
Die Betreiber, der Frankfurter Caterer Nykke & Kokki, haben bislang offensichtlich auf eine Selbstdarstellung verzichtet sowie darauf, Fotos ihres Betriebes auf Qype hochzuladen. Neben dem Café Kunstverein betreibt Nykke & Kokki auch noch das Restaurant im Mercedes Spot am Kaiserplatz (Quelle: "Café im Kunstverein wieder eröffnet", in: Allgemeine Hotel- und Gastronomiezeitung vom 3. Juni 2006.

Auf der Website des Betreibers findet sich eine Kurzvorstellung ihres Betriebes im Frankfurter Kunstverein. Demnach ist der Betrieb Bio lizenziert und Mitglied von Slow Food (was ich aus den dort dargestellten Logos schließe).

Die nach spanischem Vorbild wirklich sehr großen Tischen, um nicht zu sagen: Tafel, sind auch auf den Fotos der Website des Frankfurter Kunstverein zu sehen. Große Tische sind ein Sinnbild für Kommunikation, für Menschen Kennenlernen, miteinander Reden. Siehe dazu: "Große Tische II".

Auch auf Flickr habe ich nur zwei Fotos gefunden, was meinen Eindruck bestärkt, daß dieser Betrieb zumindest online wenig Öffentlichkeitsarbeit betreibt und auch von internetaffinen Menschen bislang wenig wahrgenommen wird. Aber das dürfte sich jetzt wohl ändern.

Montag, Dezember 15, 2008

Die Wirtschaftskrise als Entschuldigung fuer eigenes Versagen.

Die Frage "Is Restaurant Marketing Broken?" versucht Jeffrey Sommers in Form von fünfzehn Thesen in seinem Blog Restaurant Coaching Solution zu beantworten.

Seine 15. These:
"That the recession is the reason to blame for a lack of success. All the recession has done is purge our ranks of bad operations and bad operators."
Mit dem Hinweis auf die Finanz- und Wirtschaftskrise lenken nicht nur Gastronomen und Hoteliers, sondern auch Bankiers, Zeitungsverlegern und Automobilherstellern gerne von früheren Fehlentscheidungen ab.

NRW-Gastgewerbe: Umsaetze im Oktober unter Vorjahresniveau.

Düsseldorf (LDS NRW). Das nordrhein-westfälische Gastgewerbe setzte im Oktober 2008 nominal 6,4 Prozent weniger um als im Oktober 2007. Wie das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik mitteilt, sanken die Umsätze real, also unter Berücksichtigung der Preisentwicklung, um 9,2 Prozent. Die Beschäftigtenzahl war um 1,1 Prozent niedriger als im Oktober 2007.

Veränderung von Umsatz und Beschäftigung im NRW-Gastgewerbe
im Oktober 2008
GewerbezweigUmsatzBeschäftigte
nominalreal
Zu- (+) bzw. Abnahme (−)
gegenüber Oktober 2007 in Prozent
  Beherbergungsgewerbe−12,4−16,2−0,7
darunter
    Hotellerie (Hotels,
      Hotels garnis, Gasthöfe, Pensionen)
−13,4−17,2−1,1
  Gaststättengewerbe−4,0−6,3−1,5
    darunter
    speisengeprägte Gastronomie (Restau-
      rants, (Eis-)Cafés u. Imbissstuben)
−4,0−6,4−0,7
  Kantinen und Caterer−4,5−7,4+0,4
Gastgewerbe insgesamt−6,4−9,2−1,1


Wie die Übersicht zeigt, waren die Umsatzrückgänge in der Hotellerie am höchsten;
; dies ist laut Auskunft der Statistiker darauf zurückzuführen, dass im Oktober 2007 im zweijährigen Turnus stattfindende Messen, wie z. B. die internationale Ernährungsmesse Anuga, zu höheren Umsätzen führten, die im Oktober 2008 einen sog. Basiseffekt auslösten.

Für den Zeitraum Januar bis Oktober 2008 ermittelten die Statistiker für das Gastgewerbe insgesamt Umsatzrückgänge um 1,1 (nominal) bzw. 3,6 Prozent (real) gegenüber den ersten zehn Monaten des Vorjahres.

(Quelle: Pressemitteilung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen).

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Sonntag, Dezember 14, 2008

BIONADE und bios legen ihren Streit bei.

In meinem Beitrag "Juristischer Streit zwischen Bionade und BiOS eskaliert" vom 20. Juni 2008 habe ich geschrieben:
"Ich werde richtig sauer. Gerade im Bio-Segment, besonders zu spüren auf der Biofach, hat früher einmal das gemeinsame Interesse aller Anbieter an der Entwicklung guter Produkte überwogen. Es hat ein gutes Klima kameradschaftlicher Zusammenarbeit bestanden. Könnt Ihr Streithähne nicht aufhören, Euer Geld den Anwälten in den Rachen zu schmeißen und Eure Energie vor Gericht zu vergeuden? Kümmert Euch lieber um die Entwicklung und Herstellung guter Produkte und um die Zufriedenheit Eurer Kunden. Überlaßt das kindische Streiten vor Gericht den Laienschauspielern der Nachmittagssendungen für die Lumpenproletarier."
Am 11. Dezember 2008 wurde folgende Pressemitteilung veröffentlicht:

BIONADE und bios legen ihren Streit bei

(mer) Seit März 2008 führen die beiden Biogetränkehersteller BIONADE GmbH und die bios herstellende Landwert Bio Premium GmbH einen erbitterten Kampf vor verschiedenen Gerichten und in mehreren Instanzen. Diese Rechtsstreitigkeiten wurden jetzt nach intensiven Gesprächen einvernehmlich beigelegt.
"Es macht keinen Sinn, dass sich ausgerechnet die einzigen, tatsächlich durch sehr teure Fermentation hergestellten Biogetränke mit Prozessen überziehen, anstatt die Menschen gemeinsam von den Vorteilen der biologischen Herstellung auch bei Erfrischungsgetränken zu überzeugen"
so Peter Kowalsky, Geschäftsführer der BIONADE GmbH gegenüber der Presse.
"Bei bios findet keine Nachahmung der BIONADE statt."
"BIONADE ist und bleibt der Pionier, der diesen Typ Getränke erfunden und populär gemacht hat. Diese geniale unternehmerische Leistung verdient unsere Anerkennung"
so Oliver Nordmann, Gesellschafter der Nordmann Unternehmensgruppe und bios-Initiator.

Beide Unternehmen beenden die vor den Landgerichten Hamburg und München sowie dem Oberlandesgericht Hamburg laufenden Klagen bzw. Berufungsverfahren mit sofortiger Wirkung.

Beide Unternehmen sehen für ihre Marken jeweils unterschiedliche Zielgruppen. BIONADE ist heute in ganz Deutschland als zeitgemäßer Softdrink etabliert und sieht seine Aufgabe darin, möglichst viele Menschen zu überzeugen von konventionellen, oftmals sehr ungesunden Limonaden zur fermentierten Bioerfrischung zu wechseln.

bios möchte mit einem anderen Geschmack und dem sehr aufwendigen Produktkonzept ohne Zuckerzusatz und mit viel hochwertigem Biosaft besonders ernährungsbewusste Menschen ansprechen. Für Oliver Nordmann, der in seinen Handelsunternehmen in erheblichem Umfang auch BIONADE verkauft, ist es wichtig, den Menschen Vielfalt und Auswahl, auch Vielfalt des Geschmacks anzubieten. bios versteht sich als natürliche Erfrischung und betreibt aufwendige wissenschaftliche und medizinische Forschung zur ernährungsphysiologischen Wirkung seiner Getränke.

Dabei hilft der Nordmann Gruppe ihr in Binz auf der Insel Rügen befindliches, auf Naturheilverfahren spezialisiertes Gesundheitszentrum.

BIONADE hat ihrerseits wesentlich größere Möglichkeiten ökologisches Engagement umzusetzen. Ein Ausbau der BIONADE-Absätze bedeutet einen erheblichen Schub für die Umstellung auf Bioanbau weltweit.
"Gemeinsam wollen wir den Unterschied verdeutlichen zwischen unseren im Sudhaus aus Biomalz gebrauten BIONADE- und bios- Getränken einerseits und den inzwischen unzähligen nicht fermentierten Biogetränken andererseits"
so Peter Kowalsky.

Biogetränke, die nur aus Wasser, Aroma und ein bißchen Süße bestehen, tragen praktisch nichts zur Umstellung der Landwirtschaft bei. Die Verwendung von Biomalz, Biozucker bzw. Biosäften dagegen löst konkrete, ökologisch vorteilhafte Veränderungen der Landwirtschaft aus. BIONADE verfolgt dazu seinen ökologisch regionalwirtschaftlichen Ansatz, Bioanbau in der Rhön zu forcieren, Nordmann hat mit seiner „LandWert-Hof-Initiative“ erst vor wenigen Wochen eine ökologische Musterlandwirtschaft eröffnet, die Biogerste und Bioweizen für bios liefern wird.

Oliver Nordmann:
"Zusammen mit einigen Pionieren der Biobranche verfolgen wir beide echte Nachhaltigkeitskonzepte für Getränke. Das wird für BIONADE und bios die langfristige Erfolgsgarantie und markiert den Unterschied zum gesamten übrigen Angebot in den Regalen. Deshalb macht es Sinn, den Streit zu begraben."
(Quelle: Quelle mer / BIONADE GmbH).

Kommentar: Es geht doch, wenn auch reichlich spät.

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Abseits.de: 10 Jahre im Internetarchiv.

Am 12. Dezember 1998 wurden die Seiten von Abseits.de erstmals vom 1996 gegründeten Internet Archive gescannt: Abseits.de im Internet Archive.

Das Internetarchiv archiviert, wenn der Website-Verantwortliche nicht widerspricht, auch heute immer noch das Internet. Neu archivierte Seiten macht es nach gut einem halben Jahr öffentlich zugänglich. Diese Archivierung kostet die Herausgeber von Websites nichts. Mehr über die Geschichte des Internetarchis im Online-Lexikon Wikipedia: "Internet Archive".

Vom Internet Archiv kann man mehrfach profitieren:
  • Man kann auf nicht mehr zugängliche Webseiten verlinken, z.B. wenn man redaktionell belegen will, welche Inhalte vormals veröffentlicht worden sind. Man sollte dann aber deutlich machen, daß man nicht auf die eigentliche Webseite sondern auf ein vormaligen Inhalt im Internetarchiv verweist. Ein Beispiel: "Schall und Rauch". Historische Webseiten kann man in der Waypack Maschine suchen.
  • Man kann im Internetarchiv nach Suchbegriffen suchen, gewissermaßen auf einer Zeitachse im Internet suchen, und die Ergebnisse auswerten. Siehe ein Beispiel: "Wolfram Siebeck wird 75 Jahre alt". Andere Suchmaschinen beinhalten nur die aktuellen Seiten und halten nicht mehr existente Seiten bestenfalls für kurze Zeit in einem "Cache" (Speicher) der Suchmaschine, so Google.
  • Man kann eruieren, seit wann bestimmte Inhalte im Internet zugänglich gewesen sein. Ein Beispiel: "Schwarzer Johannisbeernektar".
  • Man kann etwa in Urheberrechtsstreitigkeiten zumindest einen Anscheinsbeweis antreten, daß man Inhalte früher online gestellt hat als ein anderer. Ein amerikanisches Gericht hat dies als Beweis zugelassen: "Beweise aus dem Internetarchiv", in: Heise Online vom 2o. November 2004.

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Bedeutung von Restaurant-Bewertungs-Portalen.

Restaurant-Kritik.de berichtet in seinem jüngsten Newsletter, daß die 100.000. Bewertung auf Restaurant-Kritik abgegeben worden ist. Tatsächlich online sind davon nur etwa 75.000 Bewertungen. Jede vierte wurde irgendwann entfernt.
"Gründe dafür gibt es viele: inzwischen geschlossene Restaurants, wechselnde Besitzer, falsche Angaben, Duplikate etc."
Angesichts der vom Bundesverband des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes veröffentlichten Daten über den "Wirtschaftsfaktor Gastgewerbe in 2007" mit 643.000 Gaststättenbetrieben bundesweit, und wenn man bedenkt, daß es auf Bewertungsportalen auch Betriebe mit mehreren Bewertungen gibt, ist die große Mehrheit der Betriebe überhaupt noch nie auf Restaurant-Kritik.de bewertet worden. Wobei schon der Name Restaurant-Kritik.de aussagt, daß auch nicht der Anspruch besteht, jede Frittenbude und jeder Eckkneipe mit Bewertungen zu verzeichnen.

Dies spricht nicht gegen die Qualität von Restaurant-Kritik.de, sondern trifft auch auf alle anderen Bewertungsportalen und Restaurantführer zu. Gourmetführer wie Michelin oder Gault Millau bewerten ohnehin nur wenige Betriebe an der vermeintlichen Spitze. Wobei Gault-Millau aus diesem Grunde auch mit Restaurant-Kritik.de kooperiert: "Restaurant-Kritik.de kooperiert mit Gault-Millau". Mit Marcellino hat sich Dirk Baranek befaßt: "Aus dem Innenleben eines Restaurantfuehrers".

Aus der Sicht eines einzelnen Betriebes ist nicht sein Image auf einem einzelnen Bewertungsportal oder in einem einzelnen Restaurantführer entscheidend, sondern das Gesamtbild aller Bewertungen unter Berücksichtigung der Größe des Traffics bzw. der Leserzahlen. Wobei die spezifische Bedeutung je nach Betriebstyp wechselt. So sind etwa für Gourmetrestaurants, Brauereigaststätten oder Dönerbuden jeweils ganz untersschiedliche Bewertungen entscheidet, auch weil sich die Bewertungskriterien der Zielgruppen unterscheiden. Mein Café Abseits in Bamberg hat z.B. folgende Bewertungen erhalten:
  • 10 Bewertungen auf Ratebeer.com, einer englischsprachigen Bierkenner-Community.
  • 3 Bewertungen auf Beeradvocate.com, einer englischsprachigen Bierkenner-Community.
  • 9 Bewertungen auf Qype.
  • 2 Bewertungen auf Restaurant-Kritik.de, aber von einem einzelnen Mitglied.
  • 1 Bewertung auf Ciao, aber bereits aus dem Jahre 2000!
Die Bedeutung von Bewertungen auf bestimmten Bewertungsportalen im Internetmarketing steigt, wenn die Bewertungen von Google bei der Trefferanzeige dargestellt werden. Siehe dazu: "Ihr Betrieb in Google Maps".

Für die Gastronomie ergibt sich aus der vergleichsweise geringen Anzahl von Bewertungen je Betrieb, daß man sich mit ein paar Bewertungen schon deutlich von den Wettbewerbern abheben kann. Motivieren Sie deshalb - vorzugsweise Ihre sehr zufriedenen Gäste - ihr Lob auch online zu stellen.

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Freitag, Dezember 12, 2008

Nachhaltigkeitskonferenz und Bloggertreffen rund um die Biofach.

Herwig Danzer berichtet in der jüngsten Ausgabe des Newsletters des Nachhaltigkeitsblogs über
  • ein Bloggertreffen während der Biofach 2009 vom 19. bis 22. Februar 2009. In diesem Jahr habe ich daran teilgenommen und darüber berichtet mit Links zu den Beiträgen weiterer Teilnehmer.
  • Die erste große Nachhaltigkeitkonferenz am 17. und 18. Februar 2008 in Nürnberg, für die sich neben Herwig Danzer auch Bernward Geier, der ehemaliger Chef vom Dachverband IFOAM, und Udo Censkowsky, Veranstalter der Expo Sustendat in Brasilien, eingesetzt haben. Das Organisationsteam wird vervollständigt durch Claus Rättich, einen der Geschäftsführer der Nürnbergmesse. Ziel ist es herauszufinden, ob eine internationale Fachmesse zur nachhaltigen Beschaffung in Nürnberg Erfolg haben könnte. Die englischsprachige Veranstaltung trägt den Titel "International Conference on Sustainable Production, Trade, Consumption and Lifestyle", auf der über regionale Wirtschaftskreisläufe referiert werden soll.

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"Krisen-Menue".

Der Focus berichet über das Restaurant "L'Etage" im französischen Nantes, die ein "Krisenmenü" für 3,50 Euro anbietet: "'Krisenmenü' für 3,50 Euro", in: Focus vom 10. Dezember 2008. Ein Tagesgericht kostet dort normalerweise 8,90 Euro. Mit einem Dessert oder einer Vorspeise beträgt der Normalpreis 11,90 Euro.

Niedrigpreisangebote sind an sich nichts Besonderes. Siehe dazu etwa unsere früheren Beiträge Clever ist hier allein die zeitgeistige Namensgebung.

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Konsumgutscheine.

Die Gaststätte "Ständige Vertretung" in Köln macht sich einen Jux aus der politischen Debatte um Konsumgutscheine und verteilt ab dem 14. Dezember 2008 eigene Konsum-Coupons. Gegen Vorlage eines solchen Gutscheins wird ein bestelltes Reibekuchengericht um einen Reibekuchen aufgestockt. Zusätzlich gibt es ein Kölsch gratis. Der Gutschein ist bis 30. März 2009 befristet. Mehr darüber: "Erste Kölner Gastronomie gibt Konsum-Gutscheine aus StäV Köln reagiert mit Rationsaufstockung auf Konjunkturkrise", in: nrw-on.de vom 10. Dezember 2008.

Objektiv betrachet handelt es sich um einen eher üblichen, wertmäßig nicht besonders attraktiven Gutschein, der aber clever vermarktet wird.

Sicherlich wird es in den nächsten Wochen und Monaten viele Gastronomen und andere Branchen, die ebenfalls "Konsumgutscheine" anbieten werden, um diese Idee zu reiten. Die öffentliche Aufmerksamkeit genießen dabei in der Regel die, die am schnellsten sind. Früher Wurm fängt den Igel oder so ähnlich...

Interessanter ist die Frage, wie die Gastronomie damit umgehen könnte, wenn tatsächlich die Politik so blöde sein sollte, Konsumgutscheine zu verteilen. Konkrete Strategien lassen sich erst empfehlen, wenn auch die Détails einer Regelung bekannt gegeben sind. Aber man kann ein wenig spekulieren:
  • Vermutlich liegt der Wert irgendwo zwischen 100 und 500 Euro. Ein solcher Wert legt den meisten Menschen dein Kauf eines höherwertigen Konsumguts oder eine Reise nahe, zumal wenn Familien mehrere Konsumgutscheine erhalten. Deshalb denken die meisten eher an größere Anschaffungen (Unterhaltungselektronik, EDV-Hardware, Reisen, Kraftfahrzeuge, Möbel, Bekleidung) als daran, essen zu gehen. Ins Spiel bringen können sich Gastronomen aber mit Gutscheinen. Gäste können ihren staatlichen Konsumgutschein gegen Gutscheine der Gastronomie eintauschen mit erheblich längerer Gültigkeitsdauer.
  • Die staatlichen Konsumgutscheine müssen vermutlich bis zu einem frühen Termin im ersten Halbjahr 2009 eingelöst werden. Gastronomen können anbieten, die staatlichen Gutscheine gegen eigene, länger laufende Gutscheine einzutauschen oder auch (zum Teil) gegen Bargeld.
  • Fraglich ist, ob Gutscheine übertragen werden dürfen oder von demjenigen nur eingelöst werden dürfen, dessen Namen er trägt. In beiden Fällen könnten Gutscheine von Gastronomen (im ersten Fall legal, im zweiten Fall mit zwinkerndem Einverständnis des weiteren Empfängers) an ihre Lieferanten weiter gereicht werden. Man könnte z.B. das Weinlager und andere Vorräte mit längerer Haltbarkeit aufstocken.
  • Der Cash Flow des Gutscheinwerts wird vermutlich in der Weise erfolgen, daß der Wert der zugeflossenen Gutscheine mit der Umsatzsteuerzahllast verrechnet wird. Bei monatlicher Umsatzsteuerzahlpflicht wäre der Gutschein damit in zwei bis sechs Wochen liquiditätswirksam. Wenn Lieferanten bereit sind, ihrerseits Konsumgutscheine zu akzeptieren, läßt sich der Zeitpunkt der Liquiditätswirksamkeit verkürzen (je nachdem wie schnell Lieferantenrechnungen normalerweise bezahlt werden). Alternativ könnten Gastronomen Konsumgutscheine als Privatperson ihrem Betrieb gegen Bargeld oder Zahlungsansprüche entnehmen und für private Käufe nutzen und so die Umlaufgeschwindigkeit erhöhen.
  • Die aus der Einlösung eines Konsumgutscheins fällige Mehrwertsteuer ergibt sich aus dem Mehrwertsteuersatz, der für die dagegen getauschen Produkte und Dienstleistungen fällig wird. Der Nettoumsatz aus einem Konsumgutschein läßt sich deshalb steigern, wenn man z.B. Speisen außer Haus verkauft.
  • Nicht zuletzt werden viele Branchen um die Kunden mit Konsumgutscheinen buhlen. Vermutlich werden Anreize angeboten, z.B. Rabatte. Gastronomie und Hotellerie sind Branchen, die wegen des hohen und in der Hotellerie sehr hohen relativen Deckungsbeitrags überdurchschnittlich hohe Rabatte anbieten können, vor allem wenn die Inanspruchnahme von Kapazitäten außerhalb der Hauptessenszeiten in Gaststätten bzw. in der Nebensaison und an Wochentagen mit geringer Auslastung der Hotels efolgt.

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Gastronomen blicken mit gemischten Gefuehlen aufs Weihnachtsgeschaeft.

(Berlin, 10. Dezember 2008) Erste Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise zeigen sich nun auch im Gastgewerbe. Wie der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bundesverband) am Mittwoch in Berlin mitteilt, blicken die Gastronomen mit gemischten Gefühlen auf die Weihnachtssaison 2008: Für 42,3 Prozent der Unternehmer ist das Weihnachtsgeschäft schlechter angelaufen als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Bei 22 Prozent der befragten Betriebe sind Firmenweihnachtsfeiern storniert worden. Andererseits berichten 40,4 Prozent von einer konstanten Buchungslage, 17,3 Prozent der Gastronomen befinden sich bereits in Festtagslaune und melden bessere Werte als im Vorjahr, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Verbandes.
"Die Hoffnungen der Unternehmer liegen jetzt auf kurzfristigen Buchungen, denn die Advents- und Weihnachtszeit gehört ohne Frage für unsere Branche zu den wichtigsten Wochen des Jahres"
sagt DEHOGA-Präsident Ernst Fischer. Eines sei darüber hinaus klar:
"In der Weihnachtszeit wächst bei vielen Menschen der Wunsch, sich trotz Krise mal etwas zu gönnen und sich verwöhnen zu lassen."
Insbesondere bei Firmenweihnachtsfeiern werde derzeit allerdings gespart.
"Angesichts der gedämpften Konjunkturaussichten haben viele Unternehmen das Budget gekürzt oder ganz gestrichen"
erklärt Fischer.
"Große Cateringveranstaltungen finden zudem seltener statt."
Das schlägt sich auch auf die Erwartungen der Gastronomen nieder: Nur 11,5 Prozent der Unternehmer glauben, 2008 höhere Durchschnittsbons pro Gast verbuchen zu können. Fast jeder Zweite (48,1 Prozent) geht davon aus, das Umsatzniveau konstant zu halten und 40,4 Prozent der Befragten rechnen mit niedrigeren Umsätzen pro Gast.
"Nach wie vor sind Weihnachtsfeiern im Kollegenkreis aber äußerst beliebt und ein gutes Mittel, um den Mitarbeitern für ihren Einsatz in den vergangenen zwölf Monaten zu danken"
so Fischer.
"Bei 78 Prozent der Gastronomen finden die Feiern wie geplant statt.
Dabei werden traditionelle Speisen bevorzugt.
"Experimentelle Küche ist weniger gefragt. Auf der Hitliste 2008 ganz oben stehen klassische Wildgerichte, gefolgt von Gans und Schweinefleisch"
teilt Fischer mit. Gern gebucht würden zudem erlebnisorientierte Angebote wie Dinner-Shows oder Küchenpartys.

Zugleich appelliert der DEHOGA-Präsident an die Politik, mit sinnvollen Maßnahmen die Konsumlaune anzukurbeln.
"Statt über Konsumgutscheine zu diskutieren oder üppige Boni für Handwerkerleistungen zu beschließen, fordert der DEHOGA die längst überfällige Reduzierung des Mehrwert-steuersatzes für Hotellerie und Gastronomie."
Für die Studie zum Weihnachtsgeschäft 2008 hat der DEHOGA Bundesverband zwischen dem 3. und 7. Dezember 2008 1.200 gastronomische Unternehmer befragt.

(Quelle: Pressemitteilung des DEHOGA Bundesverbandes).

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