Gastgewerbe Gedankensplitter



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Samstag, Januar 17, 2009

Apfelsaft, Milch und andere Drogen.

Für die Studie Einhaltung des "Apfelsaftgesetzes" im Bundesland Berlin" (PDF) der Fachstelle für Suchtprävention der Berliner Gesundheitsverwaltung hat man die Preise von Apfelsaft und Bier in 291 Berliner Gastronomiebetrieben ermittelt. Kerstin Jüngling, die Leiterin dieser Fachstelle interpretiert das Ergebnis in einer Pressemitteilung ("Na klar - unabhängig von Alkohol!") wie folgt:
"'Angesichts dieser Tatsachen ist es erschreckend, dass sich mehr als ein Drittel der Berliner Gastronomieeinrichtungen nicht an den §6 des Gaststättengesetzes - das sogenannte 'Apfelsaftgesetz' - hält. Das heißt, dass alkoholische Getränke preiswerter angeboten werden als alkoholfreie', sagt Kerstin Jüngling, Leiterin der Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin. Dies zeigt eine neue repräsentative Studie der Berliner Suchtpräventionsfachstelle, die heute vorgestellt wurde."
Schauen wir uns diese Studie mal im Détail an. Darin heißt es zur Methodik:
"Laut Gesetzeskommentar sind marktübliche Alternativgetränke (z. B. Mineralwasser, Limonaden, Cola) zum Preisvergleich heranzuziehen. Streng genommen hätten in dieser Untersuchung Getränke, die als nicht so attraktiv einzuschätzen sin sind (z.B. Milch oder Malzbier), bei der Erhebung nicht berücksichtigt werden müssen, was in Anlehnung an andere Studien dennoch geschehen ist."
Das ist auch gut so. Denn der entsprechende Gesetzeskommentar ist dummes Geschwätz. Wer behauptet, Milch sei kein attraktives Getränk, dürfte nicht nur von den Milchbauern abgewatscht werden und den Gesundheitsexperten, die z.B. kostenlose Schulmilch fordern. Auch viele Gastronomen können bezeugen, daß sie erhebliche Mengen Milch verbrauchen, nicht nur pur kalt und warm, sondern auch als Teil von Kaffee-, Tee- und kakaohaltigen Getränken, als Milchshakes und vieles mehr.

Zu welchem Ergebnis kommt die Studie:
"Von den 291 erhobenen Gastronomiebetrieben hielten 106 (36,4%) das Apfelsaftgesetz nicht ein.
In meiner Polemik "Preisauszeichnung in der Gastronomie: Zur Reform des Gaststättengesetzes § 6" anläßlich der Reform des Gaststättengesetz ("Apfelsaftgesetz") habe ich gechrieben:
"Man könnte die Gesetzesänderung als weiteren Beleg für das Fehlen praktischer Intelligenz im Parlament abtun und lauwarme Vollmilch-Schorle auf vielen Getränkekarten als In-Getränk aufnehmen."
Mein Tipp, insbesondere Milch preisgünstiger als alkoholische Getränke anzubieten, so wie ich das auch in meinem Bamberger Café Abseits mache, scheint in vielen Berliner Gaststätten Anklang gefunden zu haben:
"Die Tatsache, dass Mineralwasser in einigen Fällen deutlich teurer war als Milch, obwohl dies durch die Beschaffungskosten nicht zu rechtfertigen ist, legt die Vermutung nahe, dass z.T. bewusst unattraktive Getränke günstig angeboten werden, da diese nicht wirklich bevorzugt gekauft werden sollen."

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