Gastgewerbe Gedankensplitter



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Freitag, Januar 30, 2009

Nachrichten und das Urheberrecht.

Ulrich Reitz, Chefredakteur der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung", hat sich den Zorn der Presseagentur dpa zugezogen, weil die WAZ seit Januar 2009 deren kostenpflichtigen Dienst - mit Ausnahme der Braunschweiger Zeitung - nicht mehr in Anspruch nimmt: "Post von dpa: Abkehr vom Solidaritätsprinzip", in: WAZ Protestblog vom 29. Januar 2009.

Stefan Niggemeier versucht zu belegen, daß sich die WAZ die Nachrichten kostenlos aus dem Netz holt: "Wie die WAZ ohne dpa auskommt", in: Stefan-Niggemeier.de vom 29. Januar 2009.

Ob ihm dieser Nachweis gelungen ist, kann ich nicht beurteilen. Stefan Niggemeier hat auf einen widersprechenden Kommentar von Katharina Borchert, der Chefin von DerWesten in den Kommentaren zu seinem Artikel ausdrücklich hingewiesen und verlinkt.

Aber selbst wenn sein Vorwurf zutreffen würde, es ist nicht verboten, denn "Nachrichten über tatsächliche Inhalte sind nicht urheberrechtlich geschützt" von RA Sören Siebert, in: eRecht 24 vom 28. August 2007. Urheberrechtlich geschützt sind demnach aber
  • besondere Formulierungen
  • ein besonderer Stil
  • eine besondere Diktion.
Man darf also, ohne das Urheberrecht zu verletzen, den Faktenkern einer veröffentlichten in eigenen Worten schildern.

Erlaubt ist es natürlich auch, etwa wenn eine Zeitung eine Pressemitteilung eines Dritten in veränderter Form abdruckt, die Quelle der Originalpressemeldung zu recherchieren und diese Pressemitteilung dann, nach Maßgabe desjenigen der sie zur Verfügung gestellt hat und unter den Bedingungen, die dieser Urheber nennt, selbst im Original abzudrucken oder sie selbst umzuformulieren.

Gastronomen und Hoteliers, die auf ihren Websites Fakten verwenden, die aus Zeitungen und anderen Medien stammen, müssen deshalb darauf achten, Nachrichten nicht in der Formulierung zu verwenden, die in diesen Medien benutzt werden. Entweder Sie bieten Ihren Besuchern lediglich einen Link zu diesem Zeitungsartikel oder sie reduzieren den Inhalt des Zeitungskern auf seinen Faktenkern und präsentieren ihn in eigenen Worten.

Eine ganz andere Frage ist es, ob die deutsche Presselandschaft ohne Presseagenturen leben kann. Dazu hat Daniel Bouhs einen lesenswerten Artikel geschrieben, der die Bedeutung von Presseagenturen auch historisch erläutert: "Das Netz reißt", in: Frankfurter Rundschau vom 30. Januar 2009.

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