Gastgewerbe Gedankensplitter



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Mittwoch, Januar 07, 2009

Was ist ein Blog wert?

Neben den üblichen Erlösquellen im Gastgewerbe bestehen für Gastronomen und Hoteliers auch die Möglichkeiten:
  • ein erfolgreiches Konzept als Franchisegeber zu vermarkten,
  • das Unternehmen selbst zu verkaufen.
Die Beantwortung der Frage "Was ist ein Restaurant wert?" leidet unter asynchronem Wissen. Der Verkäufer kennt seinen Betrieb aus dem Effeff, der Käufer ist auf Vermutungen angewiesen und die Hoffnung, daß die ihm vom Verkäufer gegebenen Informationen halbwegs wahr sind. Wobei es hilfreich ist, wenn der Verkäufer gezwungen ist, was insbesondere bei größeren Unternehmen zutrifft, gegenüber anderen Stellen, etwa in den Bilanzen, halbwegs richtige Angaben zu machen.

Ein Phänomen der letzten Jahre ist es, daß man als gastgewerblicher Betrieb auch seine Domain verkaufen kann, auch losgelöst vom gastgewerblichen Betrieb. Die Bewertung von Domains ist zwar auch nicht ganz einfach, aber bei den meisten dafür erforderlichen Informationen ist man nicht auf Angaben des Verkäufers angewiesen. Siehe dazu meinen älteren Beitrag "Was ist eine Website wert?".

Wenn man Blogs nicht einfach als Website versteht und analog der Verfahren zur Bewertung von Websites bewertet, gibt es bislang zumindest in Deutschland wenig Erfahrung, wie man Blogs bewerten könnte. Dabei ist zu unterscheiden:
  • Wird nur die Domain des Blogs verkauft? Dann kann man die üblichen Methoden der Bewertung von "leeren" Domains anwenden. Z.B. gab es schon Anfragen von Unternehmen, die Abseits.de als Fussball-Portal umwidmen wollten.
  • Wird die Domain des Blogs mitsamt des bisherigen Contents verkauft? Dann kommt zu dem Wert der Domain an sich der Wert des Traffics bzw. der dadurch erzielbaren Erlöse hinzu. Lange existierende Websites bzw. Blogs wie Abseits.de erzielen einen erheblichen Teil der Besucher aus alten Beiträgen (sogenannter "long tail"). Anders ausgedrückt: Wenn ich in dem Blog, das Sie gerade lesen, einfach keine neuen Beiträge mehr hinzufügen würde, würden die damit erzielten Erlöse zwar sinken, aber nur langsam.
  • Verkauft sich der Blogger selbst, also der oder die Autoren eines Blogs, mitsamt des Blogs an ein anderes Unternehmen? Dann setzt sich der Verkaufserlös aus dem Wert des Blogs und den zukünftigen Einnahmen, die der Blogger erzielt, zusammen, etwa einem Gehalt oder auch Anteilen an den zukünftigen Erlösen.
Robert Basic hat angekündigt, ab morgen sein erfolgreiches Blog Basic Thinking Blog per eBay zu versteigern: "Zeit, dass sich was dreht". Er schreibt dazu:
"...selbstverständlich wird der Verkauf dazu beitragen, dass man hierzulande bei der Bemessung von Blogwerten erneut etwas schlauer sein wird, auch wenn es lediglich ökonomisch gemessen wird."
Er will dabei sowohl die Domains seines Blogs als auch den bisherigen Content verkaufen, ohne sich selbst zu verdingen.

Nicht ganz nachvollziehen kann ich Robert Basics niedrige Schätzung des Werts des eigenen Blogs. Er geht von 10.000 bis 100.000 Euro aus.

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