Gastgewerbe Gedankensplitter



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Dienstag, Januar 13, 2009

Zweites Konjunkturpaket: Auswirkungen auf das Gastgewerbe.

Die fette Koalition hat sich auf ein zweites Konjunkturpaket geeinigt: "Koalition einig über zweite Konjunkturspritze", in: Handelsblatt vom 12. Dezember 2009. Was hat das Gastgewerbe davon?
  • Für Unternehmen, die frisches Geld benötigen, soll es staatliche Kredite und Bürgschaften geben. Nicht absehbar ist, ob davon auch kleine und mittlere Unternehmen profitieren werden, die für das Gastgewerbe typisch sind. Für kleine und mittlere Unternehmen sind die Förderprogramme häufig zu kompliziert gestaltet und es fehlt das Wissen, sie in Anspruch zu nehmen, und die Lust, sich damit auseinander zu setzen.
  • Ein Investitionsprogramm, das vor allem Ausgaben in Bildungseinrichtungen vorsieht, soll rund 18 Mrd. Euro umfassen. Gefördert werden Investitionen in Straßen und Bildungseinrichtungen. Für Caterer von Bildungseinrichtungen verändern sich durch den denkbaren Ausbau von Kantinen in Bildungseinrichtungen die Wettbewerbsbedingungen. Einerseits wird es mehr Kantinen geben, um deren Bewirtschaftung sie sich bewerben können. Anderseits werden Caterer, die Speisen liefern, verdrängt. Unter dem Bau von Straßen leiden gelegentlich einzelne gastronomische Betriebe, die während des Baus schlecht erreichbar sind und von Baulärm belästigt werden. Eventuell kann sich auch dauerhaft die Standortqualität ändern, weil Betriebe nach dem Straßenbau besser oder schlechter erreichbar sind.
  • Der Grundfreibetrag bei der Lohn- und Einkommensteuer wird von 7664 auf 8004 Euro angehoben. Zugleich wird der Eingangssteuersatz von 15 auf 14 Prozent gesenkt. Damit sinkt auch für Voll- und Teilzeitbeschäftigte im Gastgewerbe die Lohnsteuer, aber der Lohnsteuervorteil ist kaum nennenswert.
  • Der Kassenbeitrag für Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung wird nicht auf 15,5 Prozentpunkte angehoben, sondern nur auf 14,9 Prozentpunkte. Dennoch steigen für viele Beschäftigte, ganz besonders in Bundesländern mit bislang niedrigen Beitragssätzen wie in Bayern, die Krankenversicherungsbeiträge ab Januar 2009 spürbar.
  • Je Kind soll es einen einmaligen Bonus von 100 Euro geben. Zugleich werden für Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren in Hartz-IV-Familien die Regelsätze von 60 auf 70 Prozent erhöht. Damit gewinnen Familien mit Kindern etwas an Kaufkraft. Es kann sich lohnen, die Angebote für Familien auszuweiten. Caterer von Bildungseinrichtungen profitieren davon, daß mehr Eltern ihren Kindern die Beteiligung an der Mittagsverpflegung in Schulen und Kindertagesstätten erlauben werden.
  • Neuwagenkäufer, deren Auto noch 2009 zugelassen wird, erhalten eine "Umweltprämie" von 2500 Euro, wenn sie ihr bisheriges, mindestens neun Jahre altes Fahrzeug verschrotten. Wer im Gastgewerbe den Kauf eines Fahrzeugs plant, sollte ihn eventuell in das Jahr 2009 vorziehen. Wer kein altes Fahrzeug hat, das er verschrotten kann, sollte sich überlegen, wie er dennoch in den Genuß der Umweltprämie kommt, z.B. indem er sich vorab ein solches Auto beschafft.
  • Die Kfz-Steuer zum 1. Juli vom Hubraum auf den CO2-Ausstoß umgestellt werden. Betrieblich genutzte Fahrzeuge im Gastgewerbe haben, weil sie häufig auch als Transportfahrzeuge genutzt werden, eher viel Leistung. Insoweit ist das Gastgewerbe möglicherweise negativ betroffen.
Unter'm Strich hilft das zweite Konjunkturpaket dem Gastgewerbe direkt wenig. Besser wäre es, wie vorgeschlagen, den Mehrwertsteuersatz für Produkte und Dienstleistungen des Gastgewerbes auf den reduzierten Mehrwertsteuersatz abzusenken. Siehe dazu meinen Beitrag: "Gegen die Wirtschaftskrise: Endlich die Mehrwertsteuer senken". Doch dafür fehlt den fetten Koalitionären das Verständnis für volkswirtschaftliche Zusammenhänge.