Gastgewerbe Gedankensplitter



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Dienstag, Februar 10, 2009

Restaurants und Imbissbuden: Trickserei bei Schafskaese.

Ob Schinken, Käse oder Krebsfleisch - Verbraucher werden, behauptet die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen immer häufiger mit Billigware übers Ohr gehauen. Wegen des fast identischen Aussehens habe ein Laie kaum eine Chance, falsche von echter Ware zu unterscheiden. Doch lesen Sie die Pressemitteilung selbst:
Viele Restaurants und Imbissbuden tricksen und täuschen ihre Kunden mit falschem Schafskäse: Nur in wenigen Salaten ist die echte Spezialität tatsächlich drin. Stattdessen wird meist Käse mit Kuhmilch verwendet. Ein klarer Fall von Verbrauchertäuschung mit möglicherweise fatalen Auswirkungen für Kuhmilch-Allergiker, die im guten Glauben in Gaststätten Schafskäse wählen, kritisiert die Verbraucherzentrale NRW das skandalöse Ergebnis einer Stichprobe in 15 Gaststätten und Schnellrestaurants in Düsseldorf und Bonn.

Danach griffen zwei Drittel der untersuchten Gastronomiebetreiber zu einem preiswerteren Imitat aus Kuhmilch. Die Verbraucherzentrale NRW fordert deshalb mehr Lebensmittelkontrollen und empfindliche Geldbußen bei Verstößen. Kuhmilch-Allergikern wird empfohlen, bei losen Speiseangeboten nach der Zusammensetzung zu fragen und gegebenenfalls auf Schafskäse zu verzichten.

Viele südländische Salate – etwa griechische Salate, Bauern- und Mittelmeersalate – werden explizit mit Schafskäse angeboten. Verbraucher gehen davon aus, dass es sich bei dem beliebten Weichkäse in Lake um ein Produkt vom Schaf oder um echten Feta aus Griechenland handelt. Vorschriftgemäß darf Schafskäse auch nur aus Schafsmilch bestehen. Wird der Käse mit Kuhmilch versetzt, muss dies angegeben werden. "Feta" ist sogar europaweit geschützt: Die Bezeichnung darf seit 2007 nur für Käse verwendet werden, der aus Schafsmilch oder aus Schafs- und Ziegenmilch auf dem griechischen Festland bzw. auf Lesbos hergestellt wird.

Ob Schinken, Käse oder Krebsfleisch – Verbraucher werden nach Beobachtung der Verbraucherzentrale NRW in der Gastronomie immer häufiger mit Billigware übers Ohr gehauen. Wegen des fast identischen Aussehens haben sie als Laien kaum eine Chance, falsche von echter Ware zu unterscheiden. Schafskäse etwa ist in der Regel weiß und etwas bröckelig, Weichkäse aus Kuhmilch dagegen eher cremefarben. Zerkleinert im Salat kann kaum ein Unterschied festgestellt werden. Der gesetzlich verankerte Täuschungsschutz muss nicht nur bei Schafskäse dringend verbessert werden, insgesamt ist ein verstärktes Vorgehen gegen schwarze Schafe der Branche erforderlich.

Wichtig ist auch, den Gesundheitsschutz für Allergiker auf lose Ware auszudehnen. Milch und Milcherzeugnisse von Kühen gehören zu den 14 bedenklichen Inhaltsstoffen, die innerhalb der Europäischen Union auf verpackten Lebensmitteln gekennzeichnet werden müssen. Denn Betroffene einer Kuhmilch-Allergie haben mit unterschiedlichen, jedoch teilweise heftigen Symptomen zu kämpfen. Sie reichen von Haut- und Atembeschwerden über Verdauungs- und Darmstörungen bis zu schweren Schockzuständen.

Gastronomiebetreibern obliegt hierbei eine große Verantwortung, aus der sie sich nicht einfach verabschieden können. Die Anbieter wissen, was sie verarbeiten. Denn Käse aus Milch anderer Tiere muss für den Gastronomieeinkauf entsprechend gekennzeichnet werden."
Kommentar: Die Verwendung der Bezeicnung "Feta" für Produkte, die nicht aus Griechenland stammen, ist allein im Interesse der griechischen Hersteller verboten. Die Qualitäten aus anderen Ländern sind auch nicht schlechter, genauso wie manche Winzersekte deutscher Winzer genauso gut oder gar besser sind als manche Champagner und dennoch nicht als Champagner vermarktet werden dürfen. Zumal griechische Produzenten verdächtigt werden, Käse aus anderen Ländern zu importieren und ihm in Griechenland nur den Stempel "Feta" drauf zu drücken. Anders ausgedrückt: Als Verbraucherschützer sollte man sich auf solche Themen fokussieren, bei denen die Gesundheit der Verbraucher in Gefahr ist, und sich nicht vor den Karren bestimmter Erzeuger (Markenhersteller und Hersteller von Produkten mit geschützter Herkunftsbezeichnung) spannen lassen.

Auch der Forderung, in Speisekarten müsste gekennzeichnet werden, wenn eine Speise Milch oder Milcherzeugnisse enthält, widerspreche ich vehement. Zu Recht müssen in Speisekarten Zusatzstoffe angegeben werden, aber keine Inhaltsstoffe. Genauso wie es ein Schmarrn ist, bei Kaffee anzugeben, er enthalte Koffein, weil jeder weiss, daß Kaffee Koffein enthält, wäre es ein Schmarrn, etwa bei "Joghurt mit Früchten" angeben zu müssen, daß Joghurt ein Milchprodukt ist, oder bei einer Gemüsecremesuppe, daß sie mit Sahne zubereitet worden ist. So dumm sind Verbraucher nicht, wie die selbst ernannten Verbraucherschützer meinen.

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