Gastgewerbe Gedankensplitter



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Montag, Februar 23, 2009

Wirtschaftskrise: Gastronomiefinanzierung geraet ins Stocken.

Neustadt/Weinstraße, 23. Februar 2009. Die globale Finanzkrise wird den Biermarkt in Deutschland erheblich beeinflussen, lautet das Ergebnis eines mit sechs Top-Brau-Managern besetzten Round-Table-Gesprächs der Fachzeitschrift Getränke Zeitung des Meininger Verlages, Neustadt an der Weinstraße. Im Handel und in der Gastronomie sind bereits erste Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise spürbar. Im letzten Quartal 2008 brachen die Bierabsätze erheblich ein und im Januar 2009 gab es ein dickes Absatzminus. Einige Top-Marken verzeichneten nach Informationen der Getränke Zeitung Absatzverluste von über 20 Prozent. Hierbei machten sich zur schlechten Konjunktur auch schlechte Witterungsverhältnisse und Preiserhöhungseffekte bemerkbar.

Die Brauer sind jedoch von der Finanzkrise nicht nur durch das veränderte Verbraucherverhalten betroffen, sondern auch durch Themen wie Gastronomiefinanzierungen und Werteberichtigungen. Josef Westermeier, Geschäftsführer von Erdinger Weissbräu, weiß, dass die Brauer bei ihrer Kreditvergabe an die Gastronomie ähnlich agiert haben wie die Banken:
"Es wurden große Kredite vergeben ohne Sicherheiten. Wenn diese Blase platzt, wird das erhebliche Auswirkungen auf die Branche haben"
sagt Westermeier.

Gastronomiefinanzierung gerät ins Stocken
"Ob Brauereien, Getränkefachgroßhandel oder Gastronomie - für viele war das Thema Liquidität schon vor der Finanzkrise ein großes Problem. Und Kreditgeber vieler Gastronomen sind nun einmal Brauereien und Fachgroßhändler"
so Wolfgang Burgard, Präsident des Deutschen Brauer-Bundes. Deshalb dürften die Brauer in ihrer Rolle als Kreditgeber die Finanzkrise hautnah zu spüren bekommen.
"Es wenden sich zunehmend auch vermeintlich gesunde Unternehmen an uns, weil sie von der Bank kein Geld mehr bekommen. Unser Haus hat sich darauf eingestellt"
sagt Lothar Menge, Vertriebsdirektor der Warsteiner Brauerei. Fest steht: Die Rahmenbedingungen der zu finanzierenden Objekte werden künftig noch sensibler hinterfragt werden, und dies wird dazu führen, dass weniger finanziert wird.

Marktbereinigung in Handel und Gastronomie

Stephan Maubach, Vertriebsdirektor der Krombacher Brauerei, ist davon überzeugt, dass diejenigen, die in der Vergangenheit um jeden Preis den Absatz erhöht haben, die Finanzkrise nun am deutlichsten zu spüren bekommen. In der Gastronomie müsse nun sehr genau geprüft werden, welche Objekte unter Vertrag genommen würden. Brauer-Präsident Wolfgang Burgard prognostiziert für den Handel und die Gastronomie eine deutliche Marktbereinigung.
"Unwirtschaftliche Gastronomieobjekte werden vom Markt verschwinden"
so Burgard.

Im Handel werde es eine Sensibilisierung der Konsumenten auf die Preise geben.
"Preiseinstiegsprodukte werden eine Chance haben zu wachsen"
sagt Stephan Maubach. Für Preiserhöhungen sei in der aktuellen Phase bei allem Druck auf die Margen kein Platz.
"Jetzt geht es darum, den Markenartikel preislich oben zu halten."
Negative Absatzentwicklung der Premium-Biere hält an

Die Brauerei Veltins geht davon aus, dass die Negativentwicklung der Premiumabsätze längere Zeit anhalten wird.
"Unser Haus richtet sich auf mindestens 18 Monate ein. Jetzt liegt es an uns, in den Betrieben die Ressourcen freizumachen oder die Rücklagen einzusetzen, um nachhaltig am Markt mitspielen zu können. Ob das alle schaffen, bezweifle ich. Dazu ist diese Finanzkrise zu heftig. Wer nicht über Rücklagen verfügt, wer sich nicht auf Krisenzeiten vorbereitet hat, der wird es jetzt schwer haben"
ist Michael Huber, Generalbevollmächtigter der Brauerei Veltins, überzeugt.
"Wer in den letzten Jahren nicht ausreichend Wertberichtigungen durchgeführt hat, der wird nun ganz andere Abschreibungsforderungen beim Abschluss seiner Bilanzmasse vorfinden. Das wird einige von uns ganz erheblich treffen"
so Huber.

Die Teilnehmer des GZ-Bier-Round-Table:
  • Wolfgang Burgard, Präsident des Deutschen Brauer-Bundes
  • Jörg Croseck, Sprecher der Geschäftsführung von Carlsberg Deutschland (Holsten, Lübzer, Carlsberg, Duckstein, Astra etc.)
  • Michael Huber, Generalbevollmächtigter der Brauerei C. & A. Veltins
  • Stephan Maubach, Vertriebsdirektor der Krombacher Brauerei und Geschäftsführer Schweppes Deutschland
  • Lothar Menge, Vertriebsdirektor der Warsteiner Gruppe (Warsteiner, Herforder, Frankenheim, Paderborner)
  • Josef Westermeier, Geschäftsführer Marketing/Vertrieb, Erdinger Weißbräu
Über Getränke Zeitung:

Getränke Zeitung ist eine 14-täglich erscheinende Fachzeitschrift für Entscheider im Ein- und Verkauf von Getränken. Neben topaktuellen Informationen, Nachrichten und Hintergründen aus dem laufenden Branchengeschehen liegt der Fokus auf ausführlichen Hintergrundberichten zur Entwicklung in den einzelnen Getränke-Segmenten, Shop-Reports, praxisnahen Recherchen und individuellen Firmenporträts. Sonderausgaben rund um große Branchenthemen sowie Diskussionsrunden mit führenden Köpfen aus Industrie und Handel gehören ebenfalls zum festen Bestandteil der Fachpublikation.

(Quelle: Pressemitteilung der Getränke Zeitung).

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Kommentare:
Was? Jetzt schmeckt uns sogar schon das Bier nicht mehr? Dann liegt wirklich einiges im Argen! :D
 
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