Gastgewerbe Gedankensplitter



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Sonntag, März 01, 2009

Aus fuer Gute-Nacht-Geschichten?

Von ihren Lehrern werden Schüler angehalten vorzulesen. Es gibt sogar Vorlesewettbewerbe. Und wer hat sich als Kind nicht gerne zum Einschlafen von den Eltern vorlesen lassen? Doch sich irgendein beliebiges Buch schnappen und daraus vorlesen - damit ist ab dem 1. April 2009 Schluß. Das Bundesjustizministerium hat in einem Entwurf für das "Dritte Gesetz zur Regelung des Urheberrechts in der Informationsgesellschaft" klar gestellt, daß Vorlesen aus Büchern nur mit dem Urheberrecht vereinbar ist, wenn der Urheber das Vorlesen ausdrücklich erlaubt. In Zukunft sollen deshalb Bücher, die vorgelesen werden dürfen, gekennzeichnet werden. Alle anderen sind dann tabu.

Hintergrund dieser auf den ersten Blick unverständlichen Regelung ist eine juristische Auseinandersetzung zwischen dem amerikanischen Autorenverband Authors Guild und Amazon. Paul Aiken, der Chef des amerikanischen Autorenverbandes, hat gegenüber dem "Wallstreet Journal" die Auffassung vertreten, wer vorlese, verletzte die Rechte des Urhebers an der hörbaren Zweitverwertung seines Werks. Vorlesen dürfe nur, wer die Rechte zum Vorlesen erworben habe: "New Kindle Audio Feature Causes a Stir", in: The Wall Street Journal vom 10. Februar 2009. Wortwörtlich sagte er demnach:
"They don't have the right to read a book out loud. That's an audio right, which is derivative under copyright law."
Weitere Stellungnahmen des Authors Guide.

Schüler, die sich jetzt darüber freuen, daß sie in Zukunft nicht mehr vorlesen müssen, sollten sich aber nicht zu früh freuen. Das deutsche Urheberrecht erlaubt die schulische Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken auch ohne weitere Vergütung (§ 46 Urheberrechtsgesetz).

Und was das Vorlesen von Gute-Nacht-Geschichten angeht: Wer soll das kontrollieren? Rechtlich einwandfrei ist es ohnehin, Geschichten frei nachzuerzählen oder besser noch sich Geschichten selbst auszudenken.

Kommentare:
In Deutschland gibt es für die Zweitverwertung die VG Wort - eigentlich sollte über die alles abgedeckt sein...
 
Zum einen kümmert sich die VW Wort nur um die Wahrnehmung von Zweitverwertungsrechten der Autoren, die sie damit beauftragen.

Vor allem geht es ab dem 1. April 2009 (!) darum, ob das Vorlesen z.B. von Gute-Nacht-Geschichten am Bett eines Kindes überhaupt eine Zweitverwertung im urheberrechtlichen Sinne darstellt.
 
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