Gastgewerbe Gedankensplitter



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Freitag, März 06, 2009

Erwischt.

In Reaktion auf die Diffamierung von lebensmittelverarbeitenden Betrieben in Berlin-Pankow (siehe dazu: "Modellprojekt Pankower Smiley-System für kontrollierte Betriebshygiene") hat sich die "Berliner Zeitung" den Jux erlaubt, in den Teeküchen des Bezirksamtes Berlin-Pankow hygienisch nach dem Rechten zu sehen: "In der Amts-Küche gammelt es", in: Berliner Zeitung vom 3. März 2009. Die gefundenen Mängel sind gravierend:
  • "Millimeterdicke Keim-Beläge auf Abwaschbecken",
  • "eingebrannte Schmutzkrusten auf Herdplatten",
  • "Fäulnis-Pfützen in Kühlschränken",
  • "verkalkte und verrostete Trinkwasserhähne..."
  • "eine Schicht aus Staub und schwarzen Haaren das unterste Fach des Eisschrankes"
Dann hat man zuständigen Stadtrat, dem grünen Saubermann, nachgefragt, wie er die ekligen Zustände in seinem Zuständigkeitsbereich beurteilt: "Vorbildlich, Herr Stadtrat!" ist der Beitrag vom 7. März 2009 ironisch betitelt, denn dort sieht es ziemlich ecklig aus.

In der Tat sind es, zumindest wenn man die Gastronomie im Überblick betrachtet, nicht die Gastro-Küchen, die in bezug auf Lebensmittelsicherheit in Deutschland das eigentliche Problem darstellen, denen sich Politiker, die Beschäftigung suchen, zuwenden sollten. In privaten Haushalten sieht es in der Regel mit der Küchenhygiene schlimmer aus. Ähnliches gilt auch in vielen Betrieben für die dort eingerichteten kleinen Küchen ("Teeküchen"), in denen sich Mitarbeiter Heißgetränke oder auch Speisen selbst zubereiten bzw. warm machen können. Hygieneprobleme ergeben sich in Teeküchen insbesondere dann:
  • wenn unter den Mitarbeitern für die Sauberkeit niemand verantwortlich ist oder gemacht wird,
  • Mitarbeiter nicht willens sind, einen Reinigungsdienst im Wechsel zu organisieren, und sich niemand darum kümmert,
  • die Verantwortung zwischen den Reinigungskräften, in deren Zeitbudget die Reinigung dieser Teeküchen oftmals nicht berücksichtigt ist, und den Mitarbeitern hin und her geschoben wird.
Da Teeküchen, zu denen nur Mitarbeiter Zugang haben, nicht unter das Gaststättengesetz fallen und auch nicht als lebensmittelverarbeitende Betriebsteile gelten, ist für die Kontrolle der Sauberkeit von Amts wegen kein Schwein zuständig.

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