Gastgewerbe Gedankensplitter



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Montag, März 23, 2009

Fuer die Freiheit der Ausbeutung der Autoren.

Eine Reihe von Verlegern, Wissenschaftlern usw. hat heute den Aufruf "Für Publikationsfreiheit und die Wahrung der Urheberrechte", in: textkritik.de veröffentlicht.

Der Literaturwissenschaftler Priv.-Doz. Dr. Gunther Nickel, Darmstadt, Mainz, einer der Unterzeichner des Aufrufs, schreibt zur Rechtfertigung des Urheberrechts in seinem Beitrag "Google unterhöhlt das Urheberrecht. Worum geht es genau, mit welchen Konsequenzen, und wo erfährt man mehr?":
"Der Sinn und der Zweck des Urheberrechts bestand und besteht darin, daß Autorinnen und Autoren über das Resultat ihrer eigenen Arbeit souverän verfügen und eine angemessene Beteiligung an den wirtschaftlichen Erlösen aus ihrer Produktion erzielen können."
Dann wundert es mich, daß Verleger Google attackieren. Google zahlt seinen Partnern im Anzeigennetzwerk Google Adsense mehr als 76 Prozent seiner Erlöse. Gemeine Autoren werden von Verlegern nur ca. 10 bis 15 Prozent der Erlöse gezahlt. Geht es den Verlegern und ihren Apologeten nicht vielmehr um die Verteidigung ihrer enormen Spannen bei der Vermarktung von Inhalten der Autoren?

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Kommentare:
Sorry, Gerhard, aber da musste ich doch lachen bei der Verlegerschelte und dem hanebüchenen Vergleich mit Google Adsense.

Adsense erhebt von Werbetreibenden einen bestimmten Betrag, sagen wir 1 Euro pro Klick (nicht Kontakt!!) Okay, davon geben die dreiviertel an den Websitebetreiber weiter, das ist okay.

Und so sieht eine Buchkalkulation aus.

Verkaufspreis eines Buches im Laden sagen wir 20 Euro.
Davon gehen erstmal 7 % MWSt runter.
Bleiben 18,70 Euro = NettoVK
Der Buchhändler kriegt ca. 40 Prozent Rabatt im Schnitt vom NettoVK.
Bleiben 11,20.
Der Großhändler kriegt ca. 20 Prozent vom NettoVK.
Bleiben 7,50
Der Autor, da hast du allerdings recht, kriegt 10 Prozent vom Netto VK.
Bleiben 5,70
So, und nun muss das Buch ja auch noch gedruckt werden. Preis hängt von Auflage ab, klar. Schätze irgendwas zwischen 5 und 20 Prozent vom NettoVK. Gehen wir mal von 10 aus.
Bleiben 3,90

Ergo: Wenn man die GESAMTE Auflage verkauft, behält man als Verleger etwa 20 Prozent vom NettoVK. Wie gesagt, wenn das letzten Buch verkauft UND bezahlt ist

ich war im übrigen jahrelang Kleinverleger. Habs dann gesteckt.... http://de.wikipedia.org/wiki/Jochen_Enterprises

Übrigens habe ich auch das Schreiben von der VG Wort erhalten. Dadrin steht, das Google pro Digitalisierung 60 Dollar zahlt, wenn ichs richtig verstanden habe. Damit sollen sich Autoren ernähren??
 
60 Dollar für das Recht ein Buch zu scannen und auszugsweise anzuzeigen, das nicht mehr lieferbar ist, sind zu wenig? http://www.googlebooksettlement.com

Die Alternative für nicht mehr lieferbare Bücher ist doch, damit gar nichts mehr zu verdienen. Anders mag es aussehen, wenn die Chance auf eine neue Auflage besteht oder das Buch noch lieferbar ist. Aber auch dann wird durch die Anzeige von Seiten des Buches evtl. ermöglicht, daß Menschen auf dieses Buch aufmerksam werden und das Buch kaufen. Letztlich läuft es auf die Frage hinaus, ob die Möglichkeit, sich ein Buch (auszugsweise) anzuschauen, die Nachfrage erhöht oder nicht. Wenn nicht, sollte man als Autor auch Bedenken haben, daß Menschen sich Bücher in Buchhandlungen anschauen in in Bibliotheken ausleihen stehen.

Die Kalkulation von Büchern kenne ich. Ich beklage auch nicht den geringen Anteil des Autors in diesem Vertriebsweg, sonst müßte ich den Weg Selbstverlag empfehlen (was ich nicht tue).

Ich bin auch Autor von Büchern und wurde dazu ja nicht mit vorgehaltener Pistole genötigt.
Aber die alternative Eigenvermarktung von Inhalten (direkt oder in einem Anzeigennetzwerk) sollte von den Verlagen nicht verteufelt werden. Verleger sind keine moralisch höhere Instanz als Google (und andere Anzeigennetzwerke), sondern bieten einfach nur andere Konditionen. Ob diese Konditionen besser oder schlechter sind, mag jeder Autor für sich selbst entscheiden und hängt sicherlich auch ab von seinem Thema.
 
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