Gastgewerbe Gedankensplitter



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Donnerstag, März 05, 2009

Hygiene hat im Gastgewerbe oberste Prioritaet.

Wie auch schon in der politischen Debatte um das gesetzliche Rauchverbot eiert der DEHOGA Bundesverband in der aktuellen Diskussion um das "Modellprojekt Pankower Smiley-System für kontrollierte Betriebshygiene" anfangs nur herum. Eine Pressemitteilung vom 3. März 2009 versucht es mit ausgewogenen Formulierungen und fällt damit den attackierten Kollegen in den Rücken. Liegt es darin, daß darunter (noch) kein Betrieb ist, der in der DEHOGA Mitglied ist?

Ich dokumentiere die Pressemitteilung vom 4. März 2009 des DEHOGA Bundesverbandes:

"Hygiene hat im Gastgewerbe oberste Priorität

DEHOGA-Präsident Fischer: Wer sich an die DEHOGA-Hygiene-Leitlinie hält, muss Kontrollen nicht fürchten

(Berlin, 4. März 2009)
"Unabhängig wie man zum Smiley-System und zur Veröffentlichung von Negativlisten im Internet steht, hat Hygiene im Gastgewerbe oberste Priorität"
betont Ernst Fischer, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband), mit Blick auf die aktuelle Diskussion um Hygieneverstöße im Berliner Bezirk Pankow. Eine gute betriebliche Hygienepraxis sei in der professionellen Gastronomie unerlässlich und habe einen hohen Stellenwert.
"Es gibt nichts zu beschönigen: Die Betriebe, die wiederholt und konsequent gegen die gesetzlich geltenden Hygiene-vorschriften verstoßen, kann und will der Verband nicht verteidigen. Denn diese schädigen nicht nur sich selbst, sondern das Image der gesamten Branche"
erklärt Fischer.

Der DEHOGA sage seit jeher "Ja" zur guten Hygienepraxis und bietet seinen Gastwirten auf vielfältigste Weise wertvolle Hilfe an:
"Mit praxisgerechten Broschüren, in Seminaren und Beratungsgesprächen sowie über Artikel im Internet unterstützen wir unsere Unternehmer bei allen Fragen rund um die Hygiene im Betrieb"
berichtet Fischer.

So hat der Verband bereits Mitte der neunziger Jahre einen Hygiene-Leitfaden und 2006 dann die "Leitlinie für eine gute Hygienepraxis in der Gastronomie" herausgegeben. Bei der Hygiene-Leitlinie handelt es sich um ein unverzichtbares Standardwerk, das mit allen zuständigen obersten Behörden und Ministerien der Bundesländer – insbesondere mit den Lebensmittelkontrollbehörden – erarbeitet und abgestimmt wurde.
"Wer sich daran hält, muss Kontrollen nicht fürchten"
sagt der DEHOGA-Präsident.
"Gute betriebliche Hygienepraxis funktioniert nur mit gut ausgebildeten und geschulten Mitarbeitern. Deshalb gibt es seit Ende 2008 auch eine aktualisierte Hygiene-Schulungsbroschüre als Grundlage für die gesetzlich vorgeschriebenen, betrieblichen Mitarbeiterschulungen"
so Fischer weiter. Die Schulungsbroschüre wie auch die Hygiene-Leitlinie sind über den DEHOGA-Shop (www.dehoga-shop.de) einfach und bequem zu beziehen.
"Keine Frage, im Sinne eines guten Verbraucherschutzes sind Kontrollen richtig und wichtig"
so Fischer weiter. Gleichwohl gebe es eine Vielzahl offener Punkte zur Sinnhaftigkeit des Smiley-Systems wie auch zur Verhältnismäßigkeit der Veröffentlichung bestimmter Mängel im Internet. Angesichts der Tragweite der öffentlich gemachten Kontrollergebnisse im Internet müsse sichergestellt sein, dass betroffene Gastronomen die Möglichkeit bekommen, festgestellte Mängel kurzfristig zu beseitigen und den Anspruch auf eine zeitnahe erneute Kontrolle haben, um so einer Veröffentlichung in der Negativliste entgegenwirken zu können.
"Es kann zudem nicht angehen, dass Betriebe, die unverzüglich die Mängel beseitigen, aufgrund fehlenden Kontrollpersonals monatelang auf der Negativliste stehen. Dagegen wehren wir uns"
macht Fischer klar."

Kämpferischer liest sich da schon eine Pressemitteilung der IHK Berlin vom 5. März 2009 zum selben Thema:

"IHK: Smiley-Sonderzug aus Pankow aufs Abstellgleis

Berlin, 05.03.2009 - Die IHK Berlin fordert eine schnelle Überprüfung des vom Bezirk Pankow im Alleingang initiierten Smiley-Projekts zum Hygienestandard von Lebensmittelbetrieben und der damit verbundenen Negativliste.
"Die Verbraucher haben ein Recht auf Informationen über hygienische Zustände zum Beispiel in Gaststätten oder Bistros,"
erklärte heute der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Christian Wiesenhütter. Diese Informationen müssten aber klar verständlich und eindeutig sein.

In Pankow sei das jedoch nicht der Fall, kritisierte Wiesenhütter. Es sei für die Verbraucher unklar, wann welcher Verstoß festgestellt wurde, welche Maßnahmen von der Behörde ergriffen wurden, ob die Intervention erfolgreich war oder ob es weiterhin Anlass für Beanstandungen gibt. Darüber hinaus seien die Informationen im Internet unvollständig: Betriebe mit guten Hygienestandards würden nicht erfasst, es sei denn, sie nehmen freiwillig am Smiley- System teil. Wiesenhütter:
"Wenn schon ein rigides Veröffentlichungssystem eingeführt wird, dann sollte es wenigstens schlüssig und mit allen Betroffenen besprochen sein sowie mit ausreichend Fachpersonal umgesetzt werden"
Der Sonderzug aus Pankow aber gehöre schnellstens aufs Abstellgleis.

Anlass der Kritik ist die seit Jahresbeginn in Pankow bestehende Möglichkeit, wonach Lebensmittelbetriebe mit den Behörden eine Vereinbarung über die Teilnahme am Smiley- System zur Prüfung der Hygienestandards abschließen können. Erreichen sie bei einer Kontrolle die erforderliche Punktzahl, wird ihr Betrieb mit einem Smiley-Logo ausgezeichnet und in eine Positivliste aufgenommen. Unabhängig vom Smiley-System wird aber seit Anfang März im Internet vom Bezirksamt auch eine Negativliste veröffentlicht. Genannt werden Betriebe, bei denen während der routinemäßigen Hygienekontrollen Verstöße festgestellt wurden.

Zugleich wies der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer die Rechtfertigung des Bezirks zurück, wonach es auch anderswo ein solches öffentliches Kontrollsystem gibt.
"Entweder basieren diese Systeme auf Freiwilligkeit, wie z. B. in Nordrhein-Westfalen oder Zwickau. Oder es existiert wie in Dänemark ein landesweit einheitliches Verfahren. Dabei können aktuelle Kontrollberichte aller Lebensmittelbetriebe online abgerufen werden. Außerdem müssen alle Betriebe nach jeder Kontrolle die Ergebnisse öffentlich aushängen."

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