Gastgewerbe Gedankensplitter



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Samstag, März 28, 2009

Kostet Billigbier Arbeitsplaetze?

In einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa mit Ulrich Kallmeyer, dem Chef der Radeberger Gruppe, hat dieser behauptet, der Trend zu "Billigbier" (plus 6% im lezten Jahr bei einem Rückgang des gesamten Bierabsatzes von 4%) gehe zu Lasten von Arbeitsplätzen:
"Für einen neue Stelle bei Billigbierproduzenten fielen vier Stellen bei Premiumbierherstellern weg. Beispielsweise Werbung und Produktentwicklung gebe es in großem Umfang nur bei den Premiumherstellern."
Radeberger habe die Innovationen bezahlt, die andere kopieren würden: "Billigbier läuft in der Krise bestens", in: Münstersche Zeitung vom 28. März 2009.

Ich widerspreche:
  • Bei der Bierherstellung selbst ist der Verkaufspreis kein Faktor, der die Personalkosten beeinflußt. Entscheidend ist die Degression des personellen Aufwands, wenn die produzierte Menge steigt. Radeberger ist mit seiner enormen Größe, der Strategie, kleinere Brauereitöchter stillzulegen und Kostenvorteile großer Brauereien einzuheimsen, keine glaubwürdige Alternative zu Anbietern wie Oettinger. Eine Alternative nicht nur bei der Bierqualität, sondern auch in bezug auf den Erhalt von Arbeitsplätzen, sind hingegen die kleinen und mittleren handwerklichen Brauereien. Diese haben auch, im Unterschied zu den Fernsehbieren, überwiegend keine Probleme bei Preisakzeptanz und Absatz.
  • Bei der Produktentwicklung sind die Fernsehbrauereien wenig innovativ, wenn es gilt, neue Bierrezepturen zu entwickeln, Bier quer zu denken. Produktentwicklung heißt bei denen vor allem neue Biermixgetränke. Bei den Bieren geht es vor allem um das Design von Flaschen, Kästen, Bierwerbemitteln, um "neue Schläuche" für den "alten Wein".
  • Und auf Arbeitsplätze im Marketing, also auf den Versuch, mit Sponsoring, Fernsehwerbung und sonstigem Mist Plörre loszuschlagen, ist von mir aus geschissen.
  • Wenn es Oettinger leicht fällt, Produkte wie "Schöfferhofer Grapefruit" mit ihrem Produkt "Oettinger Weizen & Grapefruit" zu imitieren, spricht dies dafür, daß die Produktentwicklung von Schöfferhofer, einer Marke der Radeberger Gruppe, wenig nachhaltig ist.

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