Gastgewerbe Gedankensplitter



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Dienstag, März 17, 2009

Mittagstisch-Gestapo konfisziert ungesundes Essen.

Mein Aprilscherz, das bayerische Gesundheitsministerium veranstalte am 1. April ein Casting für Speisekarten-Polizisten, wird mitunter von der Wirklichkeit übertroffen. So melden britische Tageszeitungen wie z.B. der "Telegraph", an der Danegrove Primary School in Barnet, North London, konfisziere eine "Mittagstisch-Gestapo" vermeintlich ungesundes Essen ("junk food"): "'Mealtime Gestapo' confiscate junk food at primary school" vom 16. März 2009. Eine weitere Meldung darüber: "East Barnet school criticised for banning junk food", in: Thisislocallondon vom 17. März 2009 (danke an Simon Hengel für diese Linktips).

Schülern werden Süßigkeiten, Schokolade, Brausegetränke oder fettige Chips weggenommen und im Lehrerraum weggeschlossen.

Die attackierte Grundschule gehört zu den Schulen, in der im Rahmen einer von Jamie Oliver initiierten Kampagne die Mittagsverpflegung ("Feed me better") auf gesünderes Essen umgestellt worden is. Bereits im Jahre 2007 wurde dort den Schülern das Verlassen der Schule verboten, weil einige Schüler vor diesem Essen flüchteten und sich außerhalb der Schule Fast-Food kauften. Daraufhin übergaben einige Eltern ihren Kindern Junk-Food am Schulzaun.

Diese Aktion der Schule wie auch ähnliche Aktionen an anderen Schulen werden von dem Revolverblatt "The Sun" gelobt: "Lunchbox rule not a lot of junk" vom 17. März 2009.

2005 wurde die Website The School Food Trust vom britischen Bildugngsministerium online gestellt. Das Programm will die Mittagsverpflegung an den britischen Schulen und die Kenntnisse der Schüler über Ernährung verbessern.

Vergleichbare Bestrebungen gibt es auch in Deutschland. Siehe dazu meinen früheren Beitrag "Qualitaetskriterien fuer Schul-Catering".

Kommentar: Fatal finde ich am Vorgehen der Lehrer, daß sie bei den Kindern den falschen Eindruck erwecken, bestimmte Nahrungsmittel seien per se gut, andere per se schlecht. In Wahrheit kommt es auf eine den Lebensumständen angepaßte Ernährung in Gänze an, nicht auf eine einzelne Komponente oder eine einzelne Mahlzeit. Im Grunde kann man auch die Eignung einer einzelnen Mahlzeit im Tagesablauf von Schülern nicht korrekt beurteilen, ohne zu wissen, was die Kids im Verlaufe des Tages konsumieren. Eine vernünftiger Unterricht über gesunde Ernährung müßte deshalb damit beginnen, zu ermitteln, wie sich die Schüler den ganzen Tag über ernähren. Zusammen mit den Eltern müßte man sich darum kümmern, daß die Mittagsverpflegung in der Schule zusammen mit den weiteren Essen in der schulfreien Zeit ausgewogen ist.

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Kommentare:
Stimme völlig zu. Wobei man bei den Kindern nichts ausrichten kann, wenn die Eltern nicht mitspielen.
 
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